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Keistler No. 20 (Wiesenland's Pfeifenkraut)
(Pfeifentabak)
| Mischung: | VA, z.T. als Flake |
| Schnittbreite: | Blend, Wild Cut |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | leicht |
| Preis: | 25g - 3,90 Euro |
Adrian Schmidtke
Bei "Wiesenland's Pfeifenkraut", das als Bestandteil eines äußerst gelungenen Anfängersets der Firma Keistler in meinen Besitz kam, handelt es sich um einen reinen VA-Blend. Der erste Geruchseindruck hat mich nach der neugierig machenden Beschreibung ("Für den Liebhaber naturbelassener Tabake (...); "(...)unverfälschtes Genußerlebnis(...)" doch ein wenig überrascht: Der Tabak offenbart eine dezente, jedoch deutlich wahrnehmbare Lakritz- bzw. Süßholznote, die aber nicht wie ein Casing, sondern als dem Tabak zugehörig erscheint.
Während des Rauchvorgangs ist von dieser aber nichts zu spüren. Der Tabak scheint wirklich naturbelassen zu sein und brennt mit einer wunderbaren Konstanz ab. Er entwickelt kaum Kondensat und lässt sich, ohne übermäßig zum Heißwerden zu neigen, problemlos bis zum Ende durchrauchen (was relativ flott vonstatten geht).
Das Aroma ist unspektakulär und erinnert am ehesten an eine gute VA-Zigarette; gleiches gilt für die - unauffällige - Raumnote. Der Tabak ist auch ohne Filter ausgesprochen leicht und entwickelt ab dem ersten Drittel eine sehr angenehme Süße. Mit Filter geraucht wirkt er hingegen geradezu flach und verliert sein - ohnehin schon - dezentes Aroma fast vollständig.
Ich weiß nicht, wie das "Pfeifenkraut" einem Anfänger schmeckt. Mir schmeckt es recht gut; aufgrund seines unkomplizierten Handlings hat es durchaus All-Day-Smoke-Qualitäten. Wirkliche Begeisterungsstürme löst es bei mir allerdings keine aus. Dafür fehlt es ihm zu sehr an Volumen und geschmacklichem Tiefgang.
(27.03.2002)
Detlev Büscher
Von dieser mittel- bis hellbraunen, in "modernem" Wildcut (Streifen, Flocken, Flakestückchen) aufbereiteten Virginiamischung standen mir 25g zur Verfügung, die als Bestandteil eines Pfeifensets in einer eigens dafür gelabelten Runddose verpackt waren. Frisch geöffnet erinnert der Geruch des Tabaks ein wenig an Vollkornbrot. Lässt man ihn ein paar Wochen liegen und trocknen, wird der Geruch eher von einer pikanten, ein wenig an Sellerie erinnernden Duftnote beherrscht. Diesen Duft kannte ich bereits vom "Dobie's Four Square -Original Mixture- (Blau)" und führte ihn auf den Orientanteil dieser Mischung zurück, aber ganz offensichtlich ist wohl doch der Virginia dafür verantwortlich, da der Keistler No. 20 lt. Beschreibung keine anderen Tabake enthält.
Abgesehen davon, dass mir der Tabak anfangs, insbesondere zum Einrauchen einer Filterlosen etwas zu feucht war, bieten Handhabung und Abbrand keinen Anlass zur Klage. Einmal angezündet, lässt sich normalerweise die gesamte Pfeifenfüllung in helle, silbergraue Asche verwandeln.
Geschmacklich hat der Tabak auf eine bodenständig-solide Art einiges zu bieten. Er zaubert zwar keine exotischen, bislang unbekannte Aromen aus dem Hut resp. Pfeifenkopf, aber er bietet ein angenehm tabakecht-duftiges Raucherlebnis, das den Raucher bei der nächsten Pfeife des Tages durchaus wieder zur gleichen Dose greifen lassen könnte. Es ist kein exzentrisch ausgefallenes Kraut, bei dem man erst mal überlegen muss, ob es gerade auch passt und ob man jetzt wirklich Lust hat, diesen Tabak zu rauchen. Im Grunde bietet sich die No. 20 an, wenn man ohne lange nachzudenken einfach eine Pfeife genießen möchte.
In meinen geschmacklich besten Virginiapfeifen hat er mir mehr Spaß gemacht, als ich anfangs für möglich gehalten hätte. Die No. 20 ist zwar kein starker Tabak, aber auch nicht so leicht, dass er geraucht zu beliebig wirkt. Ein zart-würzig, süßer Duft zwar, doch gehaltvoll genug um zu befriedigen. Setzt man einen Aktivkohlefilter ein, steht die Natursüße sehr stark im Vordergrund, lässt aber trotzdem eine gewisse geschmackliche Tiefe nicht vermissen. Ungefiltert bzw. papiergefiltert ist sie etwas gedämpfter, von herben Noten untermalt, doch ebenfalls gut wahrnehmbar. Ein Effekt, der auch beim "Timm -No Name- orange" festzustellen ist, wobei dieser ohne Filter würziger ist als die No. 20 von Keistler.
Fazit:
Etwas "abgetrocknet" und in einer gut eingerauchten VA-Pfeife zeigt die No. 20 ein Potential, das man vielleicht nicht auf Anhieb vermuten würde. Durchaus empfehlenswert, auch wenn ich persönlich den oben erwähnten TNNO bevorzuge, der im Vergleich zum Keistler Haustabak auch noch bemerkenswert preiswert ist.
(11.06.2002)
Björn Hollensteiner
Das Wiesenlands Pfeifenkraut liegt einen Anfänger - Pfeifenset der Fa. Keistler Tabac - International aus Frankenthal/Pfalz bei, welches sehr
empfehlenswert, nicht nur für Anfänger ist. Es handelt sich um eine Mischung aus breit geschnittenem und gerissenem Virginia und einem Ready-Rubbed - Virginiaflake. Er soll identisch mit der bei Keistler angebotenen Hausmischung No. 20 sein.
Das Mischungsbild ist sehr hell, vereinzelt durch die vollbraunen Flakeanteile aufgelockert. Aus der Dose duftet der Tabak recht süß und mild, ich vermute, daß dem Tabak leichte Casings (Honig, Frucht?) beigefügt sind. Das Stopfen ist unkompliziert, wendet man die übliche Methode des leichten Stopfens am Pfeifenboden und des festeren Stopfens nach oben hin an, so dürfte es keine Zugprobleme geben.
Der Tabak ist leicht zu entzünden, oft reicht ein einmaliges Anzünden, um bereits einen Glutkern zu haben, von dem aus die Füllung sich problemlos aufrauchen läßt. Geschmacklich bietet der Tabak ein recht sauberes, frisches, nicht allzu kompliziertes Virginiaaroma, welches von den süßen Casings untermalt wird. Kondensat entsteht nicht nennenswert und der Tabak läßt sich auch ohne große Konzentration bis auf wenige Krümel abrauchen. Wer es einmal ohne Filter versuchen möchte, hat mit dem "Pfeifenkraut" einen optimalen Tabak gefunden. Die Raumnote ist sehr unbelastend und ansprechend.
Fazit:
Dieser Tabak eignet sich sehr gut zum all-Day-Smoke, wer also auf der Suche nach einer unkomplizierten Mixture ist, die man zu allen Gelegenheiten in der Pfeife haben kann, sollte ihn mal probieren. Außerdem kann man mit ihm hervorragend neue Pfeifen einrauchen. Ich werde sicher bei Gelegenheit mal wieder ein Döschen kaufen oder bestellen.
(15.08.2002)