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Kings Arms

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Planta Kings Arms

(Pfeifentabak)

Markenname:Planta
Hersteller:Planta
Schnittbreite:"Wild Cut" von 2 mm bis 6mm, kurz- und mittelfaserig
Typ:aromatisiert
Stärke:medium
Verpackung:100g Dose
Preis:DM 32,50

Björn Hollensteiner

Probe No. 3 ist hübsch anzuschauen. Es scheint eine dreifarbige Mischung aus sehr hellem Virginia, Burley und Black Cavendish zu sein, die Tabake sind wie bei vielen "modernen" aromatisierten Tabaken scheinbar gerissen. Das ergibt ein flockiges Aussehen des Tabaks, fachlich "Wild Cut" genannt. Das Auge soll schließlich mitrauchen. Die Geruchsprobe ergibt eine deutliche (ebenfalls moderne) Kombiaromatisierung, die mich an Waldbeeren und Honig erinnert. Der Tabak ist schon etwas trocken. In der Pfeife entsteht ein voll aromatischer Duft, der recht angenehm ist. Gerade anfangs ist daneben nicht viel anderes zu vernehmen, auch die ohne Filter gerauchte zweite Füllung ergibt nur wenig Tabakduft, wobei die Aromatisierung meiner Ansicht nach ganz ordentlich ist. Die Qualität ist besser als manche Pöschl-Tabake. Der Abbrand ist ebenfalls gut, ich hatte nur geringe Kondensatbildung. Die Stärke des Tabaks würde ich als leicht bis sehr leicht einschätzen.

Fazit:
Ein mittelmäßiger, durchaus rauchbarer Tabak, der mir zu leicht ist. Die Raumnote ist lecker und dürfte die Umwelt begeistern. Also ein Tabak, der auf der momentanen Aromawelle schwimmt, was sich auch im Schnitt zeigt. Besser als Holger Frickert in seinem Katalog kann man es nicht ausdrücken: "Herrlich mild, herrlich leicht - volles Aroma, volles Vergnügen", wobei ich nicht mehr zu denen gehöre, die diesen Satz auch so sehen.


Frank Nicolai

Beim ersten Öffnen des Beutels ahnte ich bereits Schreckliches. Da war er wieder: dieser "Geruch", der von Herstellern oft als Karamell verkauft wird und mir Ekel erzeugt... Planta? Pöschl? Dagegen kommt weder das ansprechende Tabaksbild noch das möglicherweise gute Abbrandverhalten an... Dem Tabak ist aufgrund dieser übermäßigen Aromatisierung nicht mehr anzusehen, was er mal war. Ob es sich um VA oder BC oder um Kastanienblätter handelt... wer weiß das schon? Ich jedenfalls nicht. Meine schnuppernde Nase zog sich beleidigt zurück. Und ich habe Tage dazu benötigt, mich selbst zu überreden, diesen Tabak in eine Pfeife zu stopfen. Nun hab ich es getan. Mit dem Erfolg, dass ich die erste Noträumung meines Lebens durchführen musste; zweitens meiner Pfeife einer Großreinigung unterziehen und drittens meine Geschmacksnerven mit Kaffee und Tabak beruhigen muss. "Pfui Deibel!" würde ich sagen, wenn ich nicht so gut erzogen wäre.

Fazit:
Meine Empfehlung: Mülltonne WEIT auf, Tabak TIEF rein, Deckel FEST zu... und vergessen, welches Opfer man für die Allgemeinheit auf sich nahm.


Wolf-Rüdiger Jürgens

Probe No.3 kommt mir vom Aussehen her bekannt vor. Breiter gerissene helle Tabake, gemischt mit mittel- und dunkelbraunem Tabak erinnern mich sehr an den Kings Arms von Planta. Der Geschmack belehrt mich sofort eines Besseren, es ist eindeutig der Königlich-Preussisches Tabakskollegium 1792 von Planta.
Ich habe mal 100gr davon vor einem halben Jahr geraucht war Anfangs auch begeistert, aber dann hat mich dieses "Glühwein-Aroma" geärgert. Zu sehr drängt sich dieses Aroma in den Vordergrund ohne dem Tabak eine Chance zu lassen geschmacklich mit zu spielen. Die restlichen Eigenschaften wie Abbrand, Zungenmilde usw. sind eigentlich in Ordnung. Wie hat Pascal mal treffend geschrieben, so stark gesoßt damit hinter dem Filter überhaupt noch was ankommt.

Fazit:
Nur wer stark geflavourten Tabak mag, wird auch Probe 3 mögen.


Rolf Öttking

Probe 3 ist deutlich die stärkste Mischung unter den getesteten Tabaken, was schon beim Öffnen des Beutels erkennbar wird. Selbst der beigefügte Nummernzettel duftet noch nach dem Tabak.
Das Mischungsbild ist recht kontrastreich, von hellblondem, gerissenem Virginia über mittelbraunen Tabak, den ich mal als andere VA- Provenienz bezeichnen möchte, bis hin zu broken Flakes (ready rubbed) und schwarzem Perique, dessen Anteil deutlich höher als bei Probe 1 ist. Der Tabak ist ideal konditioniert. Beim Entzünden entfaltet sich fast sofort ein angenehmes Tabakaroma mit der Würze des Perique. Die Mischung glimmt wegen der unterschiedlichen Schnittbreiten gut in geräumigeren Köpfen. Beim Heißrauchen bleibt der Geschmack erhalten, allerdings zeigt sich ohne Filter eine geringe Schärfe. Der Tabak bleibt trocken, er besitzt keine künstliche Süße, eine leichte Fruchtnote ist tabakeigen. Stärke, Komplexität und Geschmack sind vergleichbar - eher stärker - mit dem Dunhill Elisabethan, allerdings verfüge ich über nur geringe andere Erfahrungen mit VA/ Perique Mischungen. Wiederentzünden schadet nichts, der Geschmack verstärkt sich eher und der Tabak wird etwas herber. Der Tabak brennt bis zum Ende problemlos, trocken und gleichmäßig ab und hinterlässt eine hellgraue, trockene Asche, die leicht aus der Pfeife fällt.

Fazit:
Ein Tabak, der eine Bereicherung meines Repertoires an VA/ Perique- Mischungen darstellt. Irgendwie erinnert er mich an einen Tabak, den ich vor Jahren einmal probiert habe, dessen Erinnerung aber verblasst ist. Vom Geschmack her ist er vergleichbar mit dem „Pfeifen Huber Englisch Perique" (Review folgt). Wenn man etwas über Perique herausfinden will, ist diese Mischung richtig, da das Perique- Aroma vorherrscht.


Jörg Eichelberger

Probe 3 bietet ein angehmes Bild für das Auge. Die Farbe reicht von blond über rot bis zu dunklem Braun. Die Aromatisierung erinnert mich entfernt an Mangos und ist nicht so penetrant wie bei Probe 2.
Nach dem Anzünden ist die erwartete Fruchtnote kaum wahrnehmbar, man könnte es am ehesten als nussig bezeichnen. In Folge kommt dann aber die Aromatisierung zum tragen und intensiviert sich zum Ende hin. Tabakgeschmack ist zwar vorhanden, kann sich aber nicht durchsetzen. Ich fühle mich immer dazu verleitet zu inhalieren, was nicht für den Tabak spricht. zudem entwickelt sich eine Säure, die mir ein pelziges Gefühl auf Zunge und Zähnen verursacht.
Probe 3 ist durchaus rauchbar, ist aber nichts für Papas Jungen.


Gert Müller

Ein attraktives Bild, diverse Brauntöne, schwarze Cavendish-Anteile, breites helles Blattgut als Wildcut aufbereitet. Leicht süßlich fruchtiger Duft , für mich aber nicht zu identifizieren. Als Pfeife scheint mir eine Salvarella Extra Bent Albert mit größerem Füllvolumen geeignet. Der Tabak brennt sofort und entwickelt auf Anhieb ein angenehm süßes Kirscharoma. Leicht, süß, fruchtig, ja das trifft's. Langsam geraucht entwickelt sich das Aroma hervorragend. Ein schöner Aromatic der nicht im Übermaß den unsäglichen BC als Hauptbestandteil enthält, sondern der BC stützt dezent im Hintergrund das Aroma der Kirschen und der helleren Tabake. Auch zum Ende der Pfeife bleibt das Kirscharoma erhalten, der Geschmack noch intensiver, wenn auch etwas tabakiger. Der Rauch bleibt mild, kühl und neigt nicht zum Heißbrand. Die Asche ist mittelgrau mit dunklen Sprenkeln. IMO ein hervorragender Aromatic, mild und lecker , den man den ganzen Tag über rauchen kann, ohne das er zu schwer oder zu leicht wirkt oder belastet. Er erinnert mich an MB Cherry Ambrosia, welcher mir aber etwas säuerlicher erscheint. Egal, ich werde diesen Tabak bestimmt öfter rauchen. Eine schöne Abwechslung auch für eingefleischte „Englisch-Raucher", denn was ist das schönste Roastbeef (bitte keine Mint-Sauce) ohne entsprechendes Dessert ?. :o))

Dieser Tabak wurde an 6 Mitglieder von daft geschickt, die nicht wussten, um welchen Tabak es sich handelt.

(07.07.2000)

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