zurück
Timms Kobenhavn No. 37 - Rot
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Timms |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virginia, Kentucky |
| Schnittbreite: | Culies |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 100 Gramm Runddose |
| Preis: | 27,50 DM |
Frank Nicolai
Wolf hat mich mit seinem Review von Timm's Kobenhavn Nr. 70 - grün mal wieder darauf aufmerksam gemacht, dass man ab und an mal über den Tellerrand schauen und auch Tabak eine Chance geben sollte, der nicht neu, beworben und in auffälliger Verpackung daherkommt. Ein Blick in den DP-Katalog ließ mich auf den Kobenhavn Nr. 37 (rot) aufmerksam werden. Denn hier steht: "Ein auf traditionelle Weise gefertigter Strangtabak auf der Basis einer milden Virginia-Mischung mit einer Prise Kentucky, nach langer Reifung als Curly Cut in Scheiben geschnitten."
Curlies also. Beim Öffnen der Dose überrascht ein natürlicher, süßlicher Duft. Der Geruch erinnert mich an etwas Essbares, ohne dass mir einfällt, was es genau ist. Irgendwas, das als Dessert gereicht werden kann. Meine Kollegin hält den Geruch für den von getrockneten Feigen.
Die nicht ganz groschengroßen Scheiben sind kaum aufgelöst und relativ fest. In der Farbe überwiegt ein helleres Braun. Eingesponnene Blattadern lassen sich an den hellen Birdeyes in den Scheiben erkennen.
Da die Curlies ziemlich fest sind habe ich sie immer gebrochen und lose in die Pfeife gestopft. Obenauf ein paar feinere Tabakstücke und angesteckt. Von Anfang an entspricht der Geschmack dem Geruch. Ein wenig erinnert er mich an den Mac Baren Club Blend, wobei hier beim Kobenhavn 37 der Kentucky etwas zusätzliche Würze hinzugibt. Am ehesten sehe den 37 geschmacklich in der Nähe von Dark Strong Flake/ Dark Kentucky, jedoch ohne dessen Spritzigkeit. Insgesamt erscheint mir der Tabak sehr ausgewogen und trotz des Duftes und Geschmacks naturbelassen zu sein, denn das Aroma des Tabaks flacht nie ab oder verkehrt sich ins Bittere. Zum Ende hin wird der Tabak etwas kräftiger in Geschmack und Nikotin ohne jedoch sehr stark zu werden. Ich würde ihn eher als medium einstufen.
Der Abbrand ist gut. Das Entzünden ist nicht ganz einfach, der Tabak bäumt sich etwas auf und geht anfangs häufig wieder aus. Das jedoch nehme ich in Kauf, denn ein zu starkes Ziehen an der Pfeife (um den Tabak um-Gottes-Willen-nicht-ausgehen-zu-lassen) lässt den Tabak etwas bissig werden. Beim gleichmäßig ruhigen Rauchen ist der Tabak jedoch sehr zungenverträglich. Selbst beim Rauchen ohne Filter lässt er die Zunge in Ruhe. Apropos: der Kobenhavn 37 zeigt seine Stärken besonders beim filterlosen Rauchen. Denn nur dann kann man den runden Geschmack in seiner gesamten Skala erleben. Die Benutzung eines Filters nimmt dem Tabak etwas die Spitzen - sowohl in die Richtung Süße wie auch in Richtung Bitterkeit.
Die Asche ist grob und leider blieben im Kopf immer einige nur angebrannte Stücke liegen. Ab und an empfiehlt es sich beim Nachstopfen den Tabak vom Rand des Pfeifenkopfes abzukratzen und auf die Glut zu legen. Ansonsten brennt sich ein Loch in den Tabak, während verkohlte Teile an der Kopfinnenseite stehen bleiben. Deshalb auch empfiehlt sich für den Kobenhavn 37 eine Pfanne oder eine Pot.
Fazit:
Insgesamt ist der Tabak eher zu den unspektakulären zu rechnen. Das Geschmacksspektrum ist eingeschränkt. Es sind keine Überraschungen zu erleben (also kein Geschmacks-Auf-und-Ab wie beim Escudo/Dunhill Navy Rolls, keine Spitzen wie bei den 3 Nonnen). Aber gerade deshalb gefällt mir der Tabak gut und ist so zu meinem derzeitigen All-Day-Smoke geworden. Der Tabak braucht nicht viel Aufmerksamkeit, kann aber auch bewusst zum Abend genossen werden. Er brennt kühl und fast kondensatfrei ab. Meine Empfehlung hat er.
(24.04.01)