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Timms Kobenhavn No. 70 - Grün
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Timms |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | VA |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 100 g Hochdose |
| Preis: | 29,50 DM |
Wolf-Rüdiger Jürgens
erhältlich: DanPipe, Timm Geschäfte in Hamburg, http://www.danpipe.de
Dieser Tabak ist mir nur durch Zufall beim Stöbern im Dan-Pipe Katalog aufgefallen. Laut Beschreibung ein naturbelassener Virginia-Flake aus Zaire und Zimbabwe Virginiasorten. Nun das klingt recht vielversprechend, besteht doch mein Lieblings-Virginia (SG Best Brown Flake) aus einer ähnlichen Virginia Mischung. Der Timm's #70 kommt in einer 100gr Hochdose, und ist dort in ganzen Strängen eingewickelt. Es sieht zwar auf den ersten Blick etwas chaotisch aus, aber es ist eben kein MB Navy Flake der nach preußischer Manier aufs Millimeter geschnitten daher kommt. Der SG Best Brown kommt jedenfalls genau in der gleichen Form daher, nur nennt man es bei SG 6" Flake, was wohl auf die Schnittbreite schließen lässt. Der Geruch aus der Dose ist sehr appetitlich und vielversprechend. Süßlicher Virginia mit einer kakaoigen Note. Das heuige vieler VA's fehlt ihm, ebenso der Brotgeruch der Rattray Flakes.
Der Tabak ist von hellbrauner bis dunkelbrauner Farbe, durchzogen von einigen Vogelaugen die wahrscheinlich von den Blattrippen stammen. Timm's #70 faßt sich recht trocken an, offenbar wurde kein oder nur wenig PG zugesetzt. Im gelieferten Zustand ist die Feuchtigkeit nach meinem Empfinden optimal. Durch den gut schließenden Blechdeckel trocknet er auch nicht so schnell aus. Zum Stopfen reiße ich mir ein Stückchen vom Flake ab und zerreibe diesen zwischen den Handflächen. Danach forme ich eine Kugel die im Durchmesser etwas kleiner ist als die Bohrung im Kopf und lasse die Kugel einfach hineinplumpsen. Bei höheren Köpfen versuche ich statt der Kugel einen Zylinder zu formen. Timm's '70 lässt sich leicht entzünden, nach einer Ankohlzündung glimmt er meist mit dem nächsten Streichholz. Vermutlich durch seinen Expansionsdrang musste ich vor dem letzten Drittel regelmäßig nachfeuern. Das kann aber auch am nicht rechtzeitigem Nachdrücken liegen. Als erstes schmeckt man den nussigen in Richtung Kakao gehenden Tabakgeschmack. Das kakaoartige im Geschmack ist jedoch nicht mit dem Kakaoaroma von Burley gleichzusetzen, es ist beim Timm dunkler und wärmer. Auch irgendwie mehr wie Kakaopulver denn wie gekochter Kakao. Die Virginiasüße balanciert diesen Geschmack perfekt aus. Was ich am Anfang vermisse ist etwas mehr Würze, wie ich sie vom Skipper's Flake gewohnt bin. Stattdessen entsteht mit fortschreitender Brenndauer ein mehr und mehr breiter warmer Geschmack von Tabak der völlig unkompliziert daher kommt. Der Vergleich mit dem SG Best Brown Flake drängt sich mir auf, da er ähnlich im Geschmack ist. Der BBF ist jedoch IMHO sowohl etwas stärker aber auch bissiger zur Zunge. Beim Timm's #70 beißt nichts in die Zunge, er lässt sich auch nicht durch probeweises Heißrauchen aus der Ruhe bringen. Ab dem letzten Drittel wird er etwas stärker und bekommt eine leicht bittere Note im Nachgeschmack. Ich will aber nicht ausschließen das es durch die von mir erzeugte Brenntemperatur bedingt ist, obwohl ich der Meinung bin das ich ihn nicht zu heiß rauche. Es entsteht kaum oder kein Kondensat, sowohl AKF wie auch Papierfilter verlassen trocken nach getaner Pflicht das Mundstück. Beim Rauchen in o.Fi. Pfeifen brauchte ich den Reiniger auch fast nicht bemühen. Vom Tabak bleibt fast schneeweiße Asche und selten mal ein verkohltes Strünkchen über. Die Raumnote ist sehr angenehm, weder fühlte sich meine Familie davon belästigt, ein probeweiser Selbstversuch bestätigt es von meiner Seite.
Fazit:
Ein "versteckter" Schatz im Angebot der Danpipe, den man als Virginia Liebhaber ruhig mal heben sollte. Ich war jedenfalls sehr erstaunt und positiv überrascht, und hätte solch einen Flake bei Danpipe nicht vermutet. Danpipe täte sicher gut daran mit ein wenig "Marketing" diesen aus dem "Einheitsgrün" der Timm's Serie herauszuheben. Er erreicht zwar nicht ganz die Klasse eines Best Brown Flake, kommt ihm aber IMHO schon recht nahe.
(27.3.2001)
Frank Nicolai
Nachdem ich den Kobenhavn 37 (rot) geraucht habe und davon recht angetan war, habe ich auf Empfehlung von Wolf auch den grünen 70-iger geraucht. Inzwischen ist die Dose fast leer und ich will versuchen, meine Eindrücke zu schildern.
Der Flake liegt am Rande der Dose aufgerollt und mittig finden sich viele langfaserig zerfranste Flake- Anteile. Der Tabak kam mir ziemlich feucht vor. Und das blieb er auch, obwohl die Dose inzwischen 2 Monate offen ist. Der Geruch ist süß-heuig mit einem leicht dumpf-spritzigen Unterton. Eine leicht kakaoige Note ist vernehmbar; aber überwiegend ist der tabakechte Geruch.
Das Stopfen ist verhältnismäßig einfach. Ich habe die Pfeife erst mittels der Knick-Falt-Methode mit den ganzen Flakes und anschließend dann die losen Anteile obenauf gelegt, um das Anzünden zu vereinfachen. Der Tabak quillt etwas auf beim Entzünden und es bedarf schon mehr als drei Versuche, ehe er richtig glimmt.
Der Geschmack entspricht dem Geruch, wenn auch von einer leichten Bissigkeit begleitet. Der Rauch ist nicht sehr füllig, aber ausreichend voll. Trotzdem würde ich den Tabak als medium einschätzen, denn der Perique-Anteil, der (zu) viel des Geschmacks ausmacht, lässt den Tabak kräftig werden.
Allerdings: es ist hier wieder der von der DTM verwendete Perique, der mir nicht so behagt (im Gegensatz zum Perique, der bei Kohlhaase & Kopp verwendet wird) und mir dauerhaft Abscheu erregt. Der Geschmack ist mir zu vorherrschend und lässt mich nur wenig vom Virginia-Tabak erschmecken. Wie besonders gravierend beim Limerick von mir angekreidet verursacht mir der DTM-Perique Übelkeit. So wundert es nicht, wenn ich ziemlich lange für die 100 Gramm des Tabaks brauche da ich nur aller Tage eine Füllung des Tabaks rauchte.
Und so ab und an mal geraucht, vermag mir der Kobenhavn 70 sogar Genuss verschaffen. Er ist zwar ein Tabak, der viel Aufmerksamkeit braucht, denn durch die hohe Tabakfeuchte muss er bewusst langsam geraucht werden. Denn anderenfalls wird er zum Zungenkiller. Den Versuch, ihn ohne Filter zu rauchen, habe ich nur ein einziges Mal gewagt. Doch wie gesagt: ab und an geraucht mag ich ihn, dauerhaft ist er mir zum einen zu anstrengend zu rauchen und geschmacklich zu einseitig.
Die Raumnote ist tabakecht und süßlich und lässt auch Dritte nicht die Nase rümpfen. Die Asche ist dunkelgrau und feucht und selbst beim langsamsten Rauchen kurz vor dem Erlöschen der Glut wird jeder Filter feucht.
Fazit:
Nach den positiven Erfahrungen mit dem 37-rot bin ich enttäuscht vom 70. Nicht, dass es sich um einen schlechten Tabak handelt - wobei das offensichtliche Bad in PG den Tabak nicht besser macht - aber es ist keiner von den besseren Tabaken. Er langweilt mich auf Dauer und der Geschmack des Perique ist mir zu hervorstechend als dass ich ihn reinen Herzens empfehlen kann.
(31.07.01)