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Poul Olsen Kong Frederik IX Full Mixture
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | blendet by A&C Petersen for Poul Olsen, Kopenhagen |
| Mischung: | Virgina, Kentucky, Orient, Latakia |
| Schnittbreite: | Mixture mit 2mm Schnittbreite und Flake- Anteilen |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | stark |
| Verpackung: | 100gr. Metalldose |
| Preis: | 100 g / 100 DKR Erhältlic |
Thomas Schoke
Dieser Tabak gehört zu Poul Olsen's Serie "My own blend" und trägt die Nummer 5844. Er wird in einer 100 Gramm Dose mit weißem Etikett angeboten, in deren Deckel eine Krone eingeprägt ist. Ob dieser Tabak wirklich für ein Mitglied des dänischen Königshauses gemischt wurde oder ob es sich nur um einen Marketing-Gag handelt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Wenn ein Tabakhersteller nicht davor zurückschreckt, seine Mischung "Full" zu nennen, kann man mit Fug und Recht davon ausgehen, einen überdurchschnittlich starken Tabak vor sich zu haben. So ist es auch bei "Kong Frederik Full". Eine sehr gehaltvolle Grundmischung aus Virginias und vermutlich auch Kentucky und einigen Orientgraden ist mit einer kräftigen Prise Latakia gewürzt. Es ist ohne Zweifel der stärkste Tabak aus der Serie "My own blend". Das Tabakbild zeigt etwa gleiche Anteile mittelbrauner und schwarzer Tabake und ein wenig "broken Flake".
Der Geschmack von "Kong Frederik Full" ist sehr nuancenreich und absolut tabakecht. Das Aroma wird von der Virginia-Latakia Kombination getragen, Orient und Kentucky treten geschmacklich nicht in den Vordergrund. Der Rauch besitzt viel Volumen und eine der Mischung entsprechende Fülle. Das Brennverhalten ist unproblematisch, die Kondensatbildung erstaunlich gering und übrig bleibt nur feine weiße Asche. Beim Öffnen einer Dose ist der Tabak meiner Meinung nach eine Spur zu feucht, nach vier Wochen "aging" in einem verschlossenen Behälter ist der Tabak für mich optimal.
"Kong Frederik Full" raucht sich am besten aus Pfeifen mit mittleren Füllvolumen (Dunhill Gr. 4 oder 5). Bei kleineren Pfeifen will sich das Aroma des Tabaks nicht recht entfalten. Die Pfeifen von Les Wood sind durch ihre Größe und die traditionelle englische Machart für diesen Tabak geradezu prädestiniert!
Unverständlicherweise wird dieser Tabak in Deutschland nicht angeboten. Der Grund ist mir nicht bekannt, vielleicht glaubt der Importeur der Poul Olsen Tabake, Deutschland sei kein Markt für kräftige, naturbelassene Mixtures. Schade!
Fazit:
Eine kräftige, nuancenreiche Mischung englischen Typs mit einem unverwechselbaren Aroma. Trotz seiner "dänischen Abstammung" ein "Engländer" im besten Sinne. Dieser Tabak gehört unbedingt in die Regale deutscher Händler! Trotz seiner Stärke ist "Kong Frederik Full" relativ zungenmild. Zu empfehlen ist "Kong Frederik Full" Liebhabern gehaltvoller englischer Latakia-Mischungen. Pfeifenneulingen würde ich von dieser Mischung abraten. Die Raumnote erinnert nach Meinung meiner Liebsten an Büffelsch****. :-))
Die Mischung war wirklich für Frederik IX (1899-1972) gemischt. Den Kong Frederik Mild hat er aber wahrscheinlich nicht geraucht (Anmerkung von Jesper Klith)
Wolf-Rüdiger Jürgens
Von meinem Dänemark-Urlaub habe ich mir einige Dosen des Kong Frederik Full mitgebracht. Eine Probe die mir Jesper mal mitschickte hatten mich neugierig auf diesen Blend gemacht. Woraus der Kong Frederik Full besteht ist der Dose nicht zu entnehmen, es findet sich dort keine Beschreibung der Bestandteile. Der Seite http://www.acptobak.dk/mobstd-eng.htm kann man entnehmen das der Blend aus Virginia und Latakia besteht. Das Tabaksbild ist dunkelbraun bis gänzlich schwarz. Der Virgina ist in Ready-Rubbed Form und in kleineren Flake-Stückchen im Tabak zu entdecken. Wahrscheinlich enthält er aber auch nichtaromatisierten Black Cavendish und ein wenig Orient-Tabak. Das Rezept geht auf den dänischen König Frederik zurück der diesen Tabak kreiert hat. Soviel mir bekannt ist, war König Frederik IX. (geb.11.03.1899 , gest. 14.01.1972) ein großer Liebhaber des Pfeifenrauchs, es sollen mehrere Blends auf seinen Namen zurückgehen. Seine älteste Tochter Margrethe II. ist heute dänische Königin, ihrem 25. Thronjubiläum 1997 zu Ehren entstand der Jubiläumsblend von Paul Olsen.
Zurück zum Tabak, der Geruch beim Öffnen der Dose offenbart diesen sofort als eine englische Latakia- Mixture. Der Latakia ist sofort zu erriechen und dominiert das Geruchsbild. Allerdings fehlt der leicht säuerliche Geruch, der vielen englischen Mixturen eigen ist. Der Kong Frederik Full hat gerade die richtige Feuchtigkeit. Er lässt sich leicht stopfen. Eine mittlere bis große Pfeife sollte es aber schon sein, wegen der Ready-Rubbed und Flake Anteile muss der Tabak sich entfalten können. Ich folge den Ratschlägen von Thomas Schoke und rauche ihn am liebsten aus einer Les Wood Apple mit mittlerem Füllvolumen. Das Anzünden gestaltet sich recht problemlos, auch wenn der Tabak sich am Anfang häufig aufbäumt. Durch leichtes Andrücken mit dem Stopfer lässt sich dieses Problem jedoch beseitigen. 2-3 Streichhölzer später glimmt er gleichmäßig auf der gesamten Oberfläche.
Die ersten Züge schon offenbaren einen vollen, würzigen Geschmack. Der Virgina liefert eine gute Portion Grundsüße auf der der Latakia seiner würzenden Rolle gut nachkommt. Der Rauch wird von mir als sehr mild und vor allem trocken empfunden. Keine harschen Töne beeinträchtigen das Geschmackserlebnis. Von der Auszeichnung als "Full" hätte ich eigentlich mehr Kraft oder Stärke erwartet. Das soll keine Kritik sein, und auch keine Enttäuschung beschreiben, ich hatte von der Beschreibung und suggeriert durch den Namen einen sehr kräftigen "Engländer" erwartet. Den Kong Frederik Full würde ich als höchstens medium einstufen. Der Abbrand ist sehr gut, er lässt sich herunter bis auf einen kleinen grauen Ascherest sehr kühl und trocken rauchen.
Der Geschmack bleibt ziemlich konstant, ohne langweilig oder gar harsch zu werden. Man schmeckt immer wieder neue Nuancen oder Zwischentöne, die mal ins Süße, mal in Richtung nussig, manchmal auch in Richtung teerig gehen. Manchmal glaube ich ein wenig säuerliche, aromatische Orienttöne zu erschmecken. Kong Frederik Full kann man sowohl mit, als auch ohne Filter, ohne größere Unterschiede zu bemerken, rauchen. Ich habe ihn sowohl mit Papierfilter, Aktivkohle (Stanwell wegen des Zugwiderstands) als auch mit Meerschaumfiltern geraucht. Am besten schmeckte er mir mit dem Stanwell-Aktivkohlefilter. Dieser mildert den Rauchgenuss weiter, macht ihn mehr "smooth", ohne das ich eine signifikante Geschmacksbeeinträchtigung feststellen kann. Die Raumnote wird von meiner Familie gerade noch toleriert, mehr kann man wohl bei Latakia-Mixturen nicht erwarten.
Fazit:
Wieder einmal haben die dänischen Tabaksmeister einen Beweis ihres hohen Könnens geliefert. Kurioserweise diesmal mit einem englischem Blend, wo sie doch gerade wegen ihres stark aromatisierten Tabaks häufig gescholten werden. Der Kong Frederik Full kommt jedenfalls ohne künstliche Aromazusätze aus und bietet dennoch ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis für alle die dem Genuss von Latakia- Mixturen zugeneigt sind. Von allen Latakia-Mixturen die ich kenne, ist der Kong Frederik Full mein persönlicher Favorit. Er hat den Balkan Sobranie vom Thron verdrängt. Leider ist der Kong Frederik Full in Deutschland nicht erhältlich, so das man gezwungen ist ihn in Dänemark zu kaufen. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt meinerseits.
(08.09.2000)
Frank Nicolai
Diesen einfach nur wunderbar zu nennenden Tabak gibt es in Deutschland nicht. Nach Nachfrage bei K&K (Importeur der Paul Olsen Tabake in Deutschland) hat der Tabak in diesem Land keine Abkaufchancen; eine Aussage, die ich anzweifeln möchte. Es sind definitiv keine Tabakzusatzstoffe darin enthalte, die in D nicht zugelassen wären.
Die Paul Olsen Tabake tragen alle eine "My Own Blend"-Nummer. Interessanterweise tragen sowohl der hier reviewte Kong Frederick Full (KFF) wie auch der Kong Frederik Mild (KFM) die gleiche Nummer, die A 5844.
Wie ich schon in meinem Review des KFM schrieb, habe ich beide Tabak parallel geraucht. Auch, um einen Vergleich ziehen zu können. And the winner is: KFF!
Wenn mich der Milde König etwas langweilte so ist der Volle König eine wirkliche Entdeckung für mich geworden. Und ein Grund, nach Dänemark zu fahren ;-) (Wird der Nicht-Export des KFF vielleicht vom dänischen Tourismusbüro gesponsert?)
Schon die erste Begegnung mit dem Tabak beim Öffnen der Dose macht die Finger kribbelig, die sofort eine Pfeife stopfen wollen. Das ist einer von den Tabaken, die ich mir am liebsten ständig unter die Nase halten würde. Der Geruch ist intensiv, latakiaschwer aber süß. In der Dose findet sich eine Mischung aus normal geschnittenen Tabakblättern mit einem großen Anteil an tiefschwarzen ready rubbed-Anteilen. Wenn der KFM eher blond zu nennen ist, dann ist der KFF schwarz. Einige wenige hellere braune Flecken lockern das Tabakbild optisch auf.
Das Stopfen ist ein wenig schwieriger als beim KFM, einfach wegen der zum Teil recht festen Flake-Stücke. Doch schon das Saugen an der noch nicht entzündeten Pfeife lässt die Geschmacksknospen erwartungsvoll aufblühen. Doch dann: Das Anzünden... Die schwere Latakiasüße verwöhnt die Zunge, die Augen strahlen und die Lebensgeister blühen auf. Die Zunge wird umschmeichelt von einem dichten, schweren Latakiarauch, der durch eine kaum als natürlich anzunehmende Süße untermalt wird. Ich kenne keinen Tabak, der mit dem KFF zu vergleichen wäre; deshalb versagen sich mir hier die Worte. Diesen Tabak muss man geraucht haben, um meinen Jubel zu verstehen. Das geht soweit, dass ich mir den Tabak nur zu besonderen Gelegenheiten "gönne". Vielleicht tut auch gerade das meiner Begeisterung gut; denn wer mag schon täglich Kaviar?
Der Tabak glimmt langsam und unter Zustandekommen von wenig Kondensat herunter. Er entfaltet sich am besten in großen Pfeifenköpfen und kann zu einem langen Rauchgenuss beitragen. Auch nimmt er - was gerade auch für mich wichtig ist - ein paar zu hastige Züge nicht übel und bestraft sie weder durch Geschmacksverlust noch mit Zungenbrand. Er wäre dann ein wunderbarer All-Day-Smoke, wenn ich ihn "an der Ecke" kaufen könnte und im Büro Latakia-Mixturen rauchen dürfte.
Übrig bleibt ein wenig graue und feine Asche in der einige Krümel unverbrannter Tabak über bleiben. In der Raumnote dominiert auch hier der Latakia; allerdings von der auch erschmeckten Süße gemildert - ein herrlicher Duft!
Fazit:
Es ist ein großes Manko, dass dieser wunderbare Tabak in Deutschland nicht erhältlich ist. Schande über die, die meinen, dass der Tabak in Deutschland nicht verkäuflich ist. Ich empfehle den Tabak Jedem der keine Angst vor Latakia hat. In meiner persönlichen Bestenliste steht er sehr weit oben. Er bekommt von mir ein "sehr empfehlenswert".
(19.12.2000)