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Kriswill Mellow Navy Cut Gelb

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DTM Kriswill Mellow Navy Cut (gelb)

(Pfeifentabak)

Markenname:DTM
Hersteller:DTM
Mischung:Virginia
Schnittbreite:Flake
Typ:naturbelassen
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50 gr Dose/ 250 gr Vakupack
Preis:8,25 Euro / 33,85 Euro

Frank Nicolai

Der Kriswill Mellow Navy Cut (gelb) ist von DTM als Ersatz für den kurzzeitig vom Markt verschwundenen Capstan Mild Navy Cut (gelb) angepriesen worden. Nun, der gelbe Kriswill muss sich wirklich nicht schämen - aber ist meiner Meinung nach von völlig anderen Charakter.

Typisch für DTM-Flake ist auch dieser eher lose gepresst. Die langen Flakestreifen zerfallen schon beim Herausnehmen aus dem Pouch. Was mich verwundert ist, dass der Tabak doch recht feucht ist. Das ist eigentlich eher von K&K-Tabaken bekannt - DTM scheint da sich was abgeschaut zu heben.

Der Geruch ist tabakecht mit einem Hauch von Süße. Die Farbe variiert von hellem Gelb zu mittlerem Braun. Er läßt sich sehr gut stopfen und entzünden.

Dadurch, dass ich den Tabak als Blindtest verschickt habe kann ich mir nur ein oberflächliches Urteil erlauben - zu mehr als 6 Füllungen hat es nicht gereicht. Aber zumindest läßt sich sagen, dass die Füllungen mir sehr zusagten. Der Tabak ist mild und weich, bietet aber fülligen Rauch. Im Geschmack dominiert die auch mit der Nase erspürte Süße. Ein zusätzliches Aroma scheint dem Tabak nicht hinzugefügt worden zu sein. Und diese Süße unterscheidet ihn meiner Meinung nach doch vom Capstan gelb. In meiner Erinnerung ist dieser etwas strohiger im Geschmack und weniger weich. Insgesamt erinnert er mich eher an eine Kreuzung zwischen dem MB Navy Flake und dem MB Virginia Flake. Er brennt ruhig und gleichmäßig herunter und hinterläßt - trotz der oben abgesprochenen Feuchte - verhältnismäßig wenig Kondensat in der Pfeife. Das prädestiniert ihn auch zum filterlosen Rauchen ohne dass die Zunge angegriffen wird.

Fazit:
Ein "Ersatz" für den gelben Capstan ist der Tabak meiner Meinung nach nicht. Dazu hat er mit dem zu wenig gemein. Aber ein eigenständiger und guter und ehrlicher Tabak ist den Tabakmeistern der DTM hier gelungen. Ich denke, ich werde mir noch einmal eine Pouch davon gönnen.

(11.08.04)


Adrian Schmidtke

Bei Tabak Nr. 2 handelt es sich um einen Broken-Flake von einheitlich hellbrauner Farbe mit wenigen hellen Sprenkelungen. Der Geruch des unangezündeten Tabaks ist tabakecht aber etwas nichtssagend, leicht ledrig und mit schwacher Zedernnote, im Hintergrund meine ich auch irgend etwas strenges zu erschnüffeln, was entfernt an Schafwolle erinnert. Der Flake ist optimal konditioniert, eher etwas zu trocken denn zu feucht. Die langfaserigen Flakestränge lassen sich leicht aufreiben und brennen flott und mühelos an.

Der Abbrand ist zügig und gleichmäßig, es verbleiben kaum Rückstände in der Pfeife und die Kondensatentwicklung ist minimal. Der Tabak ist insgesamt sehr leicht und sehr zungenschonend, wobei der Rauch weich und schmeichelhaft ist. Im Hintergrund findet sich von Beginn an eine leicht malzige Süße, die mich an einige Magnus Falkum-Flakes erinnert. Leider wird bei diesem Tabak das Weiche, Milde und Leichte etwas überstrapaziert; insbesondere während des ersten Drittels schmecke ich kaum Aroma. Im zweiten Drittel bekommt der Tabak zwar etwas mehr Fülle und einmal meine ich meine eine leichte Citrusnote herausschmecken zu können. Insgesamt hält sich die Aromenarmut aber bis zuletzt, lediglich im letzten Drittel wird der Geschmack etwas rustikaler - aber wie soll das schmecken, wenn etwas, das nicht ist, herber wird? Ich will ehrlich sein: Es schmeckt im Grunde immer noch nach nichts und wird vielleicht ein wenig bitter, insbesondere wenn man sich und der Füllung eine kleine Pause gönnt.

Fazit:
Hohe Zungenverträglichkeit, gute Abbrandeigenschaften gepaart mit Aromenleere. Entweder meine Geschmacksnerven hatten während der drei Füllungen eine kleine Auszeit oder - was ich für wahrscheinlicher halte - dieser Tabak schmeckt wirklich nach nichts. Für mich voll und ganz verzichtbar.

(11.08.2004)


Stephan Beeck

Geruch:
Leicht heuig, strohig, leichte Süsse (Honig)

Optik:
Der Tabak ist ein reiner Virginia-Flake. Zumindest sieht er so aus und riecht auch so. Er ist in länglichen Scheiben eingeteilt und diese zerfallen in goldbraune bis dunkelbraune Stückchen, die leicht in die Pfeife einzubringen sind.

Stopfen/Anzünden:
Bei Flakes stellt sich immer die Frage "knicken und falten oder aufrubbeln?" Da die Fasern aber schon beim herausnehmen aus der Tüte auseinanderfielen und der Tabak sich herrlich weich anfühlte, stellte sich diese Frage nicht. Der Tabak wurde wie als "ready rubbed" in die Pfeife eingebracht. Das Anzünden gestaltete sich auch nicht wirklich schwierig. Nach ein paar kräftigen Zügen brannte er mühelos und er bäumte sich auch nicht sehr stark auf. Nach einem weiteren herunterdrücken und nochmaligem Anzünden brannte er tadellos.

Geschmack/Beurteilung:
Der Tabak ist ein typischer Virginia. Er hat eine Note, die ich von Gawith/Gawith&Hoggarth Tabaken her kannte. Es könnte also einer sein, wobei er allerdings im weiteren Verlauf der Füllung erheblich von diesen abweicht und sich ganz anders gibt.

Der Tabak schmeckt anfangs wirklich honigsüß und erinnert mich zeitweilen sogar an die MB Mixture, was allerdings keinesfalls abwertend klingen soll.

Der Tabak entwickelt sich dann von Zug zu Zug und wenn die Süße was zurücktritt, schmeckt er kräftig, würzig ohne zu stark zu sein. Die Süße verschwindet dann zunehmend und wandelt sich in eine Virginia-Eigensüße.

Fazit:
Viel kann man zu einer solchen Mischung nicht sagen. Virginia ist und bleibt Virginia und beim Rauchen dieses Flakes weiß man, warum Virginia soviele treue Anhänger hat. Man erlebt keine bösen Überraschungen sondern nur positive, weil der Tabak sich, wie ein guter Wein wenn er sich im Glas entwickelt, sich in der Pfeife entwickelt und beim rauchen nicht langweilig wird.

Der Tabak hinterläßt bei mir im Mund eine "sahnige" - eine "Werthers Echte"-Note, die ich mag - sogar Anklänge von Karamel hab ich schmecken können, wobei dieser aber nicht künstlich sondern vermutlich durch den Zucker im Tabak hervorgerufen wurde. Der Tabak ist ein Flake wie ich ihn mag. Er zeigt alle Nuancen eines Virginias: Karamel, Honig, Zitrone, Würze.

Er sollte jedem schmecken, der Virginias und naturbelassene Flakes mag. Und weil er nicht so stark ist, ist er IMHO auch anfängergeeignet, wenn diese sich z.B. an ihren ersten Flake herantrauen.

Daumen hoch - ein Flake den ich kaufen würde.

(11.08.2004)


Manuel Evertz

Probe Nr. 2 ist ein rotbrauner naturbelassener Virginiaflake der frisch und heuig riecht. Er lässt sich leicht auseinander zupfen und in die Pfeife drehen. Der Tabak lässt sich für einen Flake relativ leicht entzünden und brennt auch gut ab, ohne groß nachgezündet zu werden.

Der Tabak schmeckt nach.... Tabak. Es ist zwar so eine leicht säuerliche Note auf der Zunge zu spüren, aber das ist irgendwo auch alles. Gegen Ende wird er dann ein wenig kräftiger und tendiert vom leichten zum mittlerem Nikotingehalt hin aber bleibt vom Geschmack her immer noch ein wenig nichtssagend. Irgendwie so, als hätte jemand versucht den OGS zu klonen und es nicht geschafft.

"Da kannst Du auch Zigaretten rauchen" war ein Kommentar zur Raumnote und das trifft auch mein Geschmacksempfinden beim rauchen. Kaufen würde ich mir den Flake nicht, da gibt es etliche bessere.

(11.08.2004)


Jörg Frahnow

Dieser Tabak wurde als Flake angekündigt, davon war bei seinem Eintreffen jedoch nicht mehr viel zu sehen, ich würde eher sagen es ist ein ready rubbed. Aussehen eher unspektakulär, gleichmässig mittelbraun. Beutel geöffnet, Nase rein…nichts….wie das gibt es doch nicht….noch tiefer….etwas heuig….direkt in den Tabak….ahhhh ist das Perique? Macht ganz den Anschein. Ein wenig heuig vom Virginia und eine Spur Ketchup vom Perique, das muss es sein, ist aber auch schon alles. Auch hier führe ich die sehr schwache Geruchskomponente auf den Versand zurück. Sicher ist schon eine Menge verlorengegangen. Nun kam der Tabak in eine Dunhill Appel-Bent, mit relativ grossem Kopfdurchmesser, damit der Tabak eine grosse Oberfläche bekommt, um noch etwas vom Aroma zurück zu gewinnen. Anzünden, problemlos mit einem Streichholz. Die ersten Züge sind gekennzeichnet von der natursüssen Fülle des Virginias. Aber bald stellt sich auch die Würze ein, die ich aus dem Perique vermute. Genau dieser kraftvolle Tabakgeschmack mit der natursüsse des Virginia macht diesen Tabak aus und das hält bis zum Ende unvermindert an. Mich erinnerte dieser Tabak an den Dunhill de Luxe Navy Rolls. Ob er mit Ihm konkurieren kann sollte man mal nebeneinander testen. Aufgrund der Stärke würde ich diesem hier wohl erst mal den Vorzug geben. Auch hier, problemloser Abbrand bis zum Ende, wenig Kondensat, zungenfreundlich, Raumnote "gut".

Fazit:
Ein rassiger kräftiger naturbelassener Tabak dessen Stärke und Geschmack wunderbar miteinander harmonieren.

(11.08.2004)


Gunnar Blumert

In der frisch geöffneten Dose nehme ich ein leichtes Honig-Aroma wahr, das aber schnell (schon nach einem Tag) schwächer wird. Dafür wird der Duft nach Heu wahrnehmbar, so dass ich den Tabak als "naturbelassen" durchgehen lassen würde.

Die Flake-Scheiben sind relativ dünn geschnitten. Ich habe mal nachgemessen: beim Limerick sind die Scheiben ca. 1,7 mm dick, beim Kriswill gelb nur ca. 1,4 mm. Sie liegen, wie bei DTM üblich, etwas unordentlich in der Runddose herum, lassen sich aber einigermaßen voneinander trennen ohne auseinander zu fallen.

Die Konditionierung ist gut, der Tabak brennt (mit Knick-Falt-Methode in die Pfeife gefüllt) willig an und problemlos ab. Nicht nur die Farbe des Labels erinnert an Capstan gelb: der Tabak ist sehr mild - man muss schon sehr genau hinhören, aber dann schmeckt's recht lecker nach erstklassigem Virginia und nichts sonst. Das feine Aroma wird etwa ab Mitte der Pfeife intensiver wahrnehmbar.

Die Raumnote scheint mir ebenfalls recht mild und tabakecht zu sein. Von der BH gab's weder Lob noch Stirnrunzeln.

Fazit:
An der Qualität gibt's nichts auszusetzen, mir persönlich ist der Tabak allerdings zu mild - geeignet vielleicht als "Early Morning Pipe". :) Nun bin ich gespannt auf den Kriswill Medium Navy Cut (blau), der etwas kräftiger sein dürfte und mir vermutlich mehr zusagt.

(06.11.2010)

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