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Light Flake

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Dunhill (Light) Flake

(Pfeifentabak)

Markenname:Dunhill
Hersteller:Dunhill
Mischung:Virginias
Schnittbreite:Flake
Typ:englisch ohne Latakia
Stärke:medium-stark
Verpackung:50 g
Preis:EUR 12,50 (März 2011)

Willi Albrecht

In der weißen, rechteckigen Flake-Dose mit dem blauen Aufdruck liegen die üblichen Scheiben fein säuberlich gestapelt. Die Farbe des Tabaks wird von einem mittelbraunen Ton beherrscht, der von einigen wenigen hellen Teilen aufgelockert wird. Der Geruch erinnert etwas an die Richtung Former´s Flake oder Dobie´s Four Square Gelb, ist aber im gesamten frischer und fruchtiger. Das Fruchtige kann natürlich nicht mit einem deutschen Aromaten verglichen werden, sondern ist ein Teil des Tabaks und erscheint nicht künstlich. Der Flake kann ohne Mühe aufgerubbt werden denn er ist locker gepresst und die Scheiben sind nicht so dick wie z.B. beim Bengal Slices. Ich zupfe mir kleine Teile ab, drehe sie zu kleinen Kügelchen und lasse sie in die Pfeife fallen, bis diese gut ¾ gefüllt ist, drücke leicht an und wiederhole den Vorgang, bis die gewünschte Füllmenge erreicht ist. Der Tabak glimmt willig nach 2-3 Hölzern und nach dem ersten Zug weiß man, das sich die Bezeichnung "Light"-Flake nicht auf die Stärke bezieht sondern wohl auf die helle Farbe. Denn was jetzt durch Mund und Nase strömt haut den unbedarften Raucher vom Hocker: dieser Wolf im (weißen) Schafspelz braucht sich hinter z.B. Three Nuns nicht zu verstecken. Also etwas vorsichtiger ziehen und kleine Mengen des Rauches durch die Nase strömen lassen. Geruch und Geschmack lassen auf eine gute Virginia-Qualität schließen, trotz der Stärke, es brennt nichts auf der Zunge und der frische, zitronige Duft verbreitet sich im Raum. Das ist Former´s Flake für Erwachsene, allerdings ohne das lange diskutierte Essig-Flavour. Für die Qualität der verwendeten Virginias spricht auch die hervorragende Raucheigenschaft: Light Flake lässt sich ohne Mühe genüsslich bis auf den letzten Rest rauchen. Der Abbrand ist trocken und kühl, kein Gesotter stört den Raucher, plötzlich stellt man fest, das die Pfeife aus ist und man noch lebt.

Der intensive Duft bleibt für längere Zeit in der Pfeife, es bietet sich also an, den Light Flake in reservierten Pfeifen oder in einer Corncob zu rauchen um einem cross-over vorzubeugen. Allerdings kann er bei nur gelegentlichem Genuss in Former´s Flake-gewöhnten Pfeifen geraucht werden.

Fazit:
eine schöne Bereicherung der Tabakbar für den Virginia-Raucher, der auch den englischen, leicht aromatischen Sorten nicht abgeneigt ist. Ein gutes Essen als Grundlage sei hier empfohlen. Der einzige Nachteil ist der wahrlich stolze Preis. In Belgien allerdings ist diese Spezialität von Dunhill durchaus erschwinglich.

(24.01.2001)


Andreas Krebs

Den Vergleich zu Former's Flake kann ich nicht (ganz) nachvollziehen. Der Former ist ein Paradebeispiel für einen relativ stark aromatisierten Tabak mit herber "Rasierwasser"-Note und einem leichten Aprikosen-Ton. Geruch aus der Dose und Aroma beim Rauchen ähneln sich stark.

Der Dunhill hat einen ganz anderen Aroma-Typ: aus der Dose riecht es sehr stark fruchtig-süß nach Pflaumen, so dass man beinahe einen "dänischen" Flake beim Rauchen erwarten würde. Er erinnert dabei eher an Capstan (der viel dezenter ist) oder Peterson University Flake, bzw. an Dunhills Royal Yacht (der ist allerdings im Vergleich viel zu "künstlich", wie H*ribo-Konfekt geraten).

Ganz anders der Eindruck nach dem Anzünden der Pfeife: der Pflaumenton ist nur mehr ganz leicht vorhanden, zunächst dominiert ein sehr überraschendes, duftiges Gewürznelken-Aroma (was ja ganz gut zu Pflaumen passt). Trotz der deftigen Aromatisierung kommt der sehr feine Grundtabak immer "durch", was sich im Laufe der Pfeifenfüllung noch verstärkt. Irgendwo stand mal (original Dunhill-Werbung?), dass beim Light Flake keinerlei Aromatisierung verwendet wurde - merkwürdig. Man hat allerdings nicht unbedingt den Eindruck, einen (künstlich) aromatisierten Tabak zu rauchen.

Beim Rauchen sollte man auf zu hastiges Ziehen verzichten, der Geschmack wird heftig beeinträchtigt und flach. Das Crossover ist im Vergleich zu Formers Flake sehr moderat. Die Stärke (Nikotingehalt) würde ich als medium-full einstufen, zu Three Nuns, St. Bruno oder Royal Yacht fehlt aber noch ein Stückchen. Er ist noch ganz gut mit dem Peterson University Flake vergleichbar.

Fazit:
Ein ganz unverwechselbarer Tabak, der bei mir seinen "Stammplatz" gefunden hat. Nichts für den frühen Morgen oder mal zwischendurch, nichts für Natur-Puristen, Süßpanscher oder Rasierwasser-Schmaucher, aber sehr nett für Experimentierfreudige mit dem Hang zum Ungewöhnlichen.

Der Preis ist "heftig", aber es gibt meines Wissens keinen wirklich vergleichbaren Tabak, den man "stattdessen" rauchen könnte (so er einem denn schmeckt, natürlich).

(06.03.2001)

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Ingo Gebert

Um Eines vorwegzunehmen: Die Bezeichnung Light Flake ist irreführend. Wer mit diesem Begriff einen leichten, aromatisierten Tabak in Verbindung bringt, der wird eine Überraschung erleben.

Nach dem Öffnen der Dose kann ich den süßlichen Virginiageruch erschnuppern, hinzu kommt noch eine dezente Fruchtkomponente. Im ersten Moment konnte ich diese Komponente nicht genau festlegen, doch beim zweiten Mal erkannte ich eine Pflaumenaroma. Den Flake habe ich mit der Knick- und Faltmethode in die Pfeife eingebracht, beim Anzünden wehrte sich der Tabak, es waren mehrere Zündungen erforderlich, bevor der Tabak ordentlich glimmte. Es empfiehlt sich auch, den Tabak nicht allzu feste zu Stopfen, etwas lockerer gestopft wirkt seiner Neigung zum Ausgehen entgegen, und auch das Schmauchen dauert nicht so lange, wie man denkt. Bei den ersten Zügen erscheint der Tabak und die Süße noch nicht so stark. Danach wird der Tabak kräftig, eine Parallele zum University Flake kann hier durchaus gezogen werden. Das Flavouring des Tabaks ist zu keinem Zeitpunkt aufdringlich, und ergänzt das Aroma durchaus, ohne ihn gleich zu erschlagen. Für die erste Pfeife des Tages würde ich den Tabak nicht empfehlen, dafür ist er einfach zu kräftig, aber für ein Pfeifchen am wohlverdienten Feierabend ist der Light Flake genau der Richtige.

Fazit:
Daumen hoch, von dem Light Flake werde ich mir sicherlich noch das ein oder andere Döschen gönnen.

(26.06.2002)


Bernd Hohmann

Der Dunhill Flake wurde das letzte Mal 2002 für d.a.f.t untersucht - Zeit also, sich dem Tabak in seiner aktuellen Version erneut zu nähern.

An der Verpackung, einer typischen 50gr Flake Dose, hat sich in der Zwischenzeit nicht viel geändert. Ausser dass es nicht mehr der "Dunhill Light Flake" sondern nur noch "Dunhill Flake - Virginia Pipe Tobacco" ist.

Und dass sich anscheinend die Rezeptur und der eigentliche Hersteller geändert haben, denn in 2001/2002 wurden noch fruchtige Aromen und Stärke beschrieben - meine Dose von 2004 ist von Aroma und Stärke eher in "gewollt und nicht gekonnt" einzuordnen.

Wobei ich bei diesem Review mir selber eine massive Unsicherheit gegenüber dem Dunhill Flake zugestehen muss: er ist weder so noch so, und dazu nicht "bäh" oder "genial".

Die Nase erkennt einen zarten Orangenduft mit leichter Zitrusnote am Tabak. Der Rauch ist unspektakulär (qualmt munter, macht kaum Kondensat und brennt einfach) und liefert ohne Filter, mit Papierfilter, mit Meerschaum oder Aktivkohle das gleiche Ergebnis: Rauch eines unauffälligen Virginias mit einem leichten Hang zu "ich kaue auf PVC herum" oder "mjam, frisches Obst" - je nach Umgebung und der letzten Mahlzeit.

Ich gebe zu, dass ich bei diesem Tabak etwas ins Schleudern gerate.

Zum einen ist er zu unauffällig für 12 EUR / 50gr. Zum anderen macht gerade seine unauffällige Neutralität Spass in der Pfeife (zb. für die Beseitigung von Crossovers).

Fazit:
Mitteldaumen mit Tendenz nach unten. Den Mitteldaumen gibt es dafür, dass der Tabak zwar seinen Job ausgezeichnet macht, der Raucher aber auch ganz schnell vergisst, was er da geraucht hat. Die Tendenz nach unten ergibt sich aus dem hohen Preis und dass anscheinend jede Dose eine neue Überraschung in Qualität und Tasting bringt.

(18.04.2005)


Manfred Arenz

Nach längerer Pause ist der Dunhill Flake wieder auf dem Markt, die Dose ist etwas größer geworden, der Zusatz "light" fehlt (immer noch), mir kommen die Flakescheiben etwas dicker als früher vor, sowie der Geruch aus der Dose etwas zurückhaltender.

Die Flakescheiben liegen nicht mehr in einer Reihe, sondern in zwei Stapeln übereinander, die Farbe wie gewohnt hell- und dunkelbraun gesprenkelt, die Pressung noch fest.

Gestopft werden kann nach Knick-falt oder Aufrubbelmethode (bzw. auch anderen), der Abbrand ist willig, wenn auch etwas schwerfälliger als früher zum 1.Glimmen zu bringen.

Im Geschmack herrscht Virginia vor, dezente Noten nach Heu und entfernt nach Pflaume, der Tabak kommt mir in der Neuauflage etwas milder vor.

Fazit:
Immer noch ein Klasse Tabak, aber immer noch sehr teuer...
Wer ihn früher gerne rauchte, wird mit der Neuauflage zufrieden sein

(12.03.2011)


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