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Likedeeler

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DTM Likedeeler

(Pfeifentabak)

Markenname:DTM
Hersteller:DTM
Mischung:VA, BC, Latakia
Schnittbreite:Mixture
Typ:englisch aromatisiert
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50 g Dose
Preis:nicht mehr erhältlich

Thomas Weller

Dieser Tabak wurde an 4 Mitglieder von daft geschickt, die nicht wussten, um welchen Tabak es sich handelt.

Bei Probe 2 war ich mir nicht ganz sicher: kann ich es wagen, diesen Tabak drinnen anzuzünden oder doch lieber Draußen?? Also Kompromiss: draußen anfackeln und dann mal sehen...

Das Auspacken war nicht so spannend. Eine dunkelbraune Tabakmischung, die kaum riecht. Mir kommt dieser Geruch "tabakecht" vor, bin mir aber nicht ganz sicher. Nun kenne ich diese laue Präsentation schon von den Larsen's: also "don't judge a book by it's cover"! Locker in eine "neutrale" Pfeife gestopft, ist dieser Tabak mehr, als er vorgibt. Leicht ist er, na klar, aber deswegen noch lange nicht langweilig.

Leicht süßer, leckerer Tabak. Einer für Zigarrenumsteiger, den Larsen "No. 50" zu künstlich scheint... Also doch für drinnen und wenn Vatti die "Guten, von früher noch.." auspackt, ist man auf keinen Fall overdressed.

Ich kann leider auf diesem Gebiet keinen Claim stecken, ich gehe mehr in die Extreme (momentane Favoriten: "And so to bed", "Three Nuns", "Wappen von Hamburg", "Sun of Kentucky").


Jörg Eichelberger

Probe 2 besteht aus blonden, roten, braunen und schwarzen Provenienzen zu etwa gleichen Teilen. Er fühlt sich elastisch an, die Feuchte ist in Ordnung.

Das Pouch-Aroma scheint eine Mischung aus Nuss, Aprikose oder Rosinen zu sein. Stopfen und anzünden ist problemlos. Beim Rauchen kann ich keinen signifikanten Unterschied zwischen der Tonpfeife und der Ser Jacopo Bullcap feststellen. Es entwickelt sich gleich ein ausgewogen wirkender Geschmack, der zum einen nussig herb, zum anderen fruchtig süß ist. Im Gegensatz zur sensorischen Prüfung, erinnert mich die Frucht jetzt eher an Mango. Wird es in der Pfeife etwas zu heiß, kommt ein nicht sehr angenehmer herber Ton hinzu, der sich aber wieder verliert sobald man ein wenig abkühlen lässt.

Ansonsten bleibt der Geschmack von Anfang bis Ende gleichmäßig erhalten. Der Abbrand ist ebenfalls gut und es bleibt nur wenig graue Asche übrig. Es bildet sich wenig Kondensat.

Fazit:
Tabak guter Qualität, der mir mehr zusagte als Probe 1. Ich kann mir vorstellen einmal einen Kauf in Erwägung zu ziehen.


Björn Hollensteiner

Probe No. 2 besteht aus grob geschnittenem und gerissenem hellem und dunklem Blattgut, ergänzt durch dunkelbraune Ready-Rubbed Flakes. Der Tabak ist ziemlich trocken. Ich tippe auf eine Mischung aus Virginia, etwas Orient und ein wenig Latakia. Der Duft ist süß und ein wenig würzig, wirkt etwas künstlich süß.

Die Probe reicht für drei Füllungen. Meine Erfahrungen: Der Tabak geht aufgrund der Trockenheit schnell an und brennt gut. Wenig Gesotter, kaum Zungenbrennen. Die Stärke ist leicht bis medium. Der Duft ist sehr süß für eine "englische" Mischung, es liegen Virginiaaromen und Orient darin. Der Latakia gibt nur wenig Rauchigkeit dazu, spielt eher die dritte Geige. Auch hier ist mir der Tabak zu süß, um natürlich süß zu sein, was für ein Casing spricht. Welches verwendet wurde, konnte ich nicht herausfinden.

Fazit:
Ein Standardtabak mit guten Raucheigenschaften, dem mir aber etwas Volumen fehlt. Kein schlechter Tabak, aber auch weiß Gott kein guter, vergleicht man mit Accountants oder Balkan Sobranie. Erinnern tut er mich vom Aussehen an den Torben Dansk No. 5, vielleicht ist es ein anderer Tabak aus dieser Serie. Die Süße könnte auch auf einen mir noch unbekannten Schürch hinweisen.


Frank Nicolai

Das Tabakbild wird beherrscht von hellem Braun, das mit Dunklem durchsetzt ist. Der Geruch aus der Dose lässt Latakia erahnen. IMO besteht der Tabak zum Hauptteil aus VA's verschiedener Grade sowie einer Spur Latakia. Ein gewisser Anteil BC wird auch vorhanden sein. Nun, schauen wir im Katalog nach: Richtig. Und dort steht auch, dass der Tabak mit einem dezenten Orangenflavour versehen ist, von dem ich aber kaum etwa bemerke. Das mag daran liegen, dass dieses Aroma dem der VA's ähnlich ist.

Das Stopfen und Anzünden geht problemlos. Es empfiehlt sich, den Tabak nicht zu fest zu stopfen; durch die verschiedenen Schnittbreiten brennt er sehr gut.

Dann ist die Pfeife entzündet. Hmm, lecker! Eine dezente Süße und da ist es auch: das Orangenaroma! Ganz leicht umschmeichelt es den Geschmack des ansonsten recht natürlich schmeckenden Tabaks. Pascal schrieb beim Larsen 50 von der Ergänzung der Aromatisierung zum Tabakgeschmack, hier ist es ähnlich. Der beim Öffnen der Dose noch vorhandene Latakiaduft ist im Geschmack nur wenig vorhanden. Hier sind es die VA's, die die Fülle tragen, der BC liefert das Seinige dazu. Die Pfeife lässt sich einfach und ohne Gesottere bis auf einen kleinen Rest Asche herunterrauchen. Das gilt sowohl beim Rauchen mit als auch ohne Filter. Der Tabak raucht sich (leider) sehr schnell weg; man muss aufpassen, dass man noch etwas abbekommt ;-) Trotzdem geht er sofort aus, wenn man die Pfeife wenige Minuten zur Seite legt. Ein erneutes Anzünden mindert aber nicht die Qualität des Tabaks. Er ist eher der leichten Seite zuzuordnen, hat jedoch auch wegen seines raffinierten Aromas das Zeug zu einem All-Day-Smoke. Die Raumnote würde ich übrigens als "ehefrauenverträglich" einstufen.

Fazit:
Dieser Tabak ist wie sein Bruder "Wappen von Hamburg" empfehlenswert. Leider habe ich soviel an die anderen Tester verschickt, dass mir nur drei Füllungen blieben. Doch die genügen, um mich davon zu überzeugen, dass dieser Tabak noch einmal gekauft werden muss.

(13.06.2000)


Klaus Komischke

Den Likedeeler hatte ich schon mal. Damals im Hamburger Sampler 2 von DP. Bisher konnte ich ihn nicht so richtig einordnen. Als englische Mischung war er mir zu zart besaitet, als Aromat zu vielschichtig im Aroma. Was denn dann....??

Insgesamt hat mir vielleicht auch die Zusammenstellung der Tabake im Sampler nicht so zugesagt, es waren einfach zu viele süße aromatisierte Tabake dabei, die alle eine gewisse Pappigkeit aufwiesen. Dieser Eindruck hat wohl auch auf die Likedeeler abgefärbt. Zu Unrecht?

Nachdem ich den gesamten Sampler beim letzten Kölner Stammtisch los werden konnte, beehrte mich Hajo eine Woche später wieder mit einer Dose. Nochmals danke, Hajo! :-)

Nun ja vielleicht erst mal was zur Geschichte. Die Likedeeler waren die Piraten um Klaus Störtebecker. Der Name impliziert schon die "Vereinsgrundsätze" (Charta?) nämlich den "Gewinn" zu gleichen (Like) Teilen aufzuteilen (deelen).
Da in der nächsten Woche ein Borkumurlaub aussteht, dachte ich mir es wäre doch der geeignete Tabak für den Strandspaziergang. Zumal die Likedeeler eine ganze Zeit von Borkum aus operierten.

Jetzt aber mal wieder zum Tabak.
Das Tabakbild ist äußerst bunt und umfasst fast alle Schnittarten von ready rubbed Flake bis hin zu gerissenen und lang geschnittenen Tabaken in allen erdenklichen Farben. Die Feuchte ist ideal. Der Geruch offenbart, was die Dosenaufschrift unterschlägt, einen geringen Latakia-Anteil.

Das Stopfen geht problemlos. Der Abbrand ist vorbildlich.
Der Geschmack wird vom Orient, Latakia und VA dominiert. Von einem Casing ist, wie schon im DP-Kataolg erwähnt, nichts zu erschmecken, schon gar nicht Orange!!
Die Herbe und Geschmacksfülle ändern sich stetig. Je nach Rauchtemperatur dominiert mal der Orient dann wieder der Latakia. Im Hintergrund schwingt immer der VA mit seinem heuigen Aroma mit.

Der Geschmack ist kräftig allerdings würde ich diesen Tabak eher medium einordnen. Der Tabak nimmt auch nachfeuern nicht Übel. Zu heißes Rauchen wird aber mit Bitterkeit bestraft.
Kondensatprobleme hatte ich nicht.
Die Asche ist fast weiß mit kleineren verkokten Tabakkrümeln.

Fazit:
Ein Tabak, denn ich mir als Rauchkraut der Likedeeler gut vorstellen kann. Kräftig herb ohne allerdings die Nikotinkeule zu schwingen. Ein Tabak, der auch dem Einsteiger in die englische Richtung empfohlen werden kann, da er nicht so stark wie die "echten" Engländer ist. Die Raumnote ist allerdings schon ziemlich typisch. Nicht gerade ein Ladykiller. ;-))

(27.03.2001)

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