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MB Navy Flake

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Mac Baren Navy Flake

(Pfeifentabak)

Markenname:Mac Baren
Hersteller:Mac Baren
Mischung:Burley /Virginia /Cavendish
Schnittbreite:Flake
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:medium
Verpackung:50 Gramm
Preis:6,90 Euro

Wolf-Rüdiger Jürgens

"Navy Flake" ist mein absoluter Spitzenreiter unter den Flakes zur Zeit.
Er lässt sich sehr leicht stopfen und hat ein hervorragendes Abbrand-Verhalten. Der Geschmack ist süß aber tabakecht und vollmundig.
Da ich keine Ahnung hatte, wie man den Flake richtig stopft also entweder ganz der Länge nach, oder zerrieben habe ich meine eigene Stopfmethode "entwickelt" :-). Ich rolle den Flake der Länge nach zusammen, setze ihn schräg an den Pfeifenkopf und "reiße" ihn mit dem Daumen in die Pfeife immer Stück für Stück nachschiebend. So lässt sich der Flake sehr gut und locker stopfen. Die Pfeife die ich für den Flake meistens nutzt ist eine Stanwell "Pfanne", die sich meiner Meinung nach hervorragend für Flake- Schnitte eignet, ob ihrer großen Bohrung.
"Navy Flake" ist hier in Deutschland fast überall erhältlich.


Björn Hollensteiner

Der Navy Flake ist einer der Tabake, die Mac Baren schon sehr lange auf dem Markt hat. Dies spricht dafür, dass sich dieser Tabak einer ansehnlichen Anhängerschaft erfreut, sonst wäre er schon längst wegrationalisiert worden, denn er ist für den "heutigen Geschmack" schon fast zu naturbelassen. Laut Dosenaufkleber handelt es sich um einen Flake, der zum Hauptteil aus Burley (!) besteht, welchem noch Virginia und BC zugefügt wurde. Das Casing ist das typische intensive Honigaroma, welches beim Navy Flake in der Dose schon sehr aufdringlich riecht. Man könnte sich natürlich nun fragen, ob das überhaupt etwas sein kann, ein Burley-Flake. Gilt doch der Burley nur als Fülltabak, als Aromenträger in den modernen Gummibärchenmischungen.
Ich bin in der glücklichen Lage, diesen Tabak aus zwei Blickrichtungen beurteilen zu können, denn er war vor zwei Jahren der erste Flake, den ich rauchte. Also in einer Zeit, in der für mich nicht genug Aroma auf einem Tabak sein konnte. Nun ist es umgekehrt, ich liebe nun vor allem die naturbelassenen Tabake.
Beim Stopfen sollte man den Tabak möglichst wenig zerbrechen, er dankt es einem durch intensiveren Geschmack und kaum schlechteren Abbrand. Der Tabak brennt gut an und glimmt dann langsam vor sich hin.
Überhaupt gehört der Navy Flake zu den Tabaken, die ein geduldiges und gemütliches Rauchen verlangen. Nichts für zwischendurch, auch wenn die Raucheigenschaften es erlauben würden. Der Tabak neigt nicht zum Ausgehen, raucht sich auch nicht heiß, wie man es eigentlich von den Burley-Mixturen kennt. Ich vermute, dass dies mit einem erheblichen Qualitätsunterschied zwischen den Burleys liegt. Der im Navy Flake verwendete Burley scheint sehr gut zu sein, man glaubt fast, einen hochwertigen Virginia zu rauchen. Die Kondensatbildung ist gering, der Tabak raucht sich ohne Filter ohne nennenswerte Reizung der Zunge. Das sehr gelungene Honigaroma ist anfangs recht deutlich vorhanden, weicht aber nach etwa der halben Füllung der seidigen Fülle hochwertiger Tabake, die ich von meinen heißgeliebten Virginiaflakes kenne. Übrig bleibt feine graue Asche.

Fazit:
Ein Aromaflake, der Brücken schlägt zwischen stärker aromatisierten Tabaken und Naturtabaken. Vor zwei Jahren fand ich den Navy Flake kratzig und irgendwie fade, nun ist er mir am Anfang der Füllung etwas süß. Das zeigt ungefähr den Stand dieses Tabaks, der sicherlich zu denen gehört, die ich nicht verschmähen würde, wenn man mir nichts anderes böte. Ganz im Gegenteil, ich ertappte mich schon dabei, wie ich dem Navy Flake gegenüber dem Hal o'the Wynd den Vorzug gab.

(15.07.2000)


Frank Nicolai

Eigentlich sollte das ein "ganz normales Review" werden; ich habe Björn gebeten, ein Parallelreview zu schreiben. Er tat es. Und nun sitz ich in der Tinte ;-) Denn ich möchte kein Review im eigentlichen Sinne schreiben, sondern den Versuch wagen, den gleichen Tabak mit sich selbst zu vergleichen. Zum einen habe ich den MB Navy Flake, wie er überall in Deutschland erhältlich ist und den original dänischen zum Vergleich offen bei mir zu stehen. Und zum anderen kam ich zufällig zu einer Probe eines etwa 5 bis 6 Jahre alten MB Navy Flakes. Da bot es sich an, ein Vergleichsreview zu schreiben.

Zuerst: Die Geruchsprobe:
Während beim aktuellen "deutsche" Flake der Geruch des heuartigen Virginias im Vordergrund steht (auch wenn der Tabak zum Grossteil aus Burley besteht lt. Packungsaufkleber), untermalt von einer dezenten Honigsüße, ist das dänische Original eher mit dem Geruch von Wiesenblumen-Honig vergleichbar, dem ein wenig Heugeruch beigemischt ist. Die alte Probe hingegen erinnert mich an herberen Waldblütenhonig. Das ist schon erstaunlich und sicherlich nur zu bemerken, wenn man alle drei Proben besitzt und vergleichen kann. Zumindest der Unterschied zwischen der aktuellen deutschen und er dänischen Mischung ist marginal und kann auch an den verschiedenen Chargen liegen. Allerdings ist der Unterschied schon bemerkbar. Die alte (geagte) deutsche Probe ist im Geruch viel "satter" und "voller" im Honigaroma. Ob das am Agen liegt oder ob er schon immer so kräftig aromatisiert war entzieht sich meiner Kenntnis.

Dann: Die Sichtprobe:
Alle Flakes haben die gleiche Größe (8 x 4 cm) bei einer Dicke von etwa 1 mm - wobei der alte Flake etwas dicker zu sein scheint. Bei den aktuellen Flakes herrscht ein hellblonder Farbton vor, durchzogen von etwas dunkleren Strähnen. Der alte Flake sticht hier im Vergleich schon bedeutend hervor: er ist viel dunkler; und feuchter. Während die beiden heutigen Sorten sich für einen Flake verhältnismäßig trocken anfassen ist der ältere Flake feucht-klebrig. Das spiegelt sich natürlich auch beim Stopfen wider: der ältere sollte in jedem Falle leicht aufgerubbt werden, während die jüngeren Brüder auch gebrochen und hochkant gestopft sehr gut brennen.

Nun: Der Geschmack:
Hier wird der Vergleich am schwersten. Die Geschmacksunterschiede sind so diffizil, dass ich etwas tat, dass sicherlich kaum ein Pfeifenraucher "im Normalfall" machen würde: Ich habe mir zwei Pfeifen zur selben Zeit gestopft und geraucht :-) Dass es nicht drei waren liegt einzig und allein daran, dass ich von dem geagten Tabak nur eine kleine Probe hatte. Zwar sind die Unterschiede auch ohne dieses Experiment erschmeckbar, aber erst der direkte Vergleich offenbart alle Geschmacksunterschiede. Hier wäre zuerst festzuhalten, dass der dänische Tabak um einiges kräftiger im Geschmack ist. Zum einen ist das oben genannte stärkere Honigaroma im Rauch ausgeprägter, zum anderen kommt mir der dänische Tabak "fülliger" vor; als wäre der verwandte Tabak etwas nikotinreicher als der für die deutsche Ausgabe. Die Unterschiede in der Stärke wären mir ohne den direkten Vergleich nicht so einfach aufgefallen; der Unterschied in der Süße jedoch in jedem Falle. Wie schon beim Geruchstest ist hier eine deutlich dunklere, vollere und dabei herbere Süße bemerkbar. Davon hebt sich der alte Navy Flake deutlich ab. Der Rauch ist bedeutend weicher als bei den jüngeren; das Aroma jedoch geringer. Hier gehe ich davon aus, dass das Agen dem Tabak an sich gut tat; der Aromatisierung jedoch nicht. (Das würde auch den Erfahrungen entsprechen, die andere mit aromatisierten Tabaken gemacht haben.) Der alte Tabak ist um einiges freundlicher zur Zunge (und das, obwohl ich ihn aufgerubbt rauchte), geht dafür auch öfter mal aus; etwas, was man den neueren Flakes nicht nachsagen kann. Ein Schelm, wer dabei an "Chemieküche" denkt :-)

Letztendlich: Das Fazit:
Es ist schon sehr erstaunlich, wie verschieden der gleiche Tabak in Abhängigkeit zu seinem Verkaufsland schmeckt. Hier werden sicherlich die erlaubten "Zusatzstoffe" eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Wenig erstaunlich ist, wie der Tabak sich ändert, wenn er lange gelagert wurde (wobei auch nicht auszuschließen ist, dass er vor 5-6 Jahren bereits andere Eigenschaften hatte, als die heutigen).

Wenn ich zwischen den drei Tabaken wählen könnte, greife ich am ehesten zur dänischen "Ausgabe", da mir das Zusammenwirken von Stärke, Süße, Aroma und Abbrandverhalten am ehesten zusagt. Und trotz des unkomplizierten Rauchens der geagten Version ist diese die "langweiligste" (großes IMO).

(23.07.2000)


Martin Bleisteiner

Der Navy Flake duftet fast genau wie die Mac Baren Mixture, nach allem möglichen süßen Zeug, von Früchten über Honig, und dazu ein Aroma, das es nur bei Mac Baren gibt.
Die Feuchte ist flake-üblich ok. Ich habe ihn drittel-gefaltet und noch was Feines draufgestopft. Das Anzünden geht dann problemlos.
Geschmack? Was für ein Geschmack? Da ist nur Rauch! Fast so schlimm, wie wenn ich mir ne Zigarette anstecke. Außerdem beißt er etwas.
Das Brandverhalten und Kondensatbildung ist fast schon vorbildlich, aber das ist weder Entschädigung noch Entschuldigung. Ich glaube, Mac Baren hat sich da keine große Mühe gegeben.
Die Raumnote ist einfach nur Rauch, das kann doch niemand gut finden.

(10.10.2000)


Ingo Gebert

Mit den Tabaken von Mac Baren habe ich bislang sehr unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Der "Plumcake" war für mich der Reinfall, von dem "Latakia-Blend" war ich durchaus angetan. Die Proben vom "Burley" und "Mild Choice" konnten mich auch nicht überreden, einen gesamte Packung jeweils hiervon zu verköstigen. Ich wusste also nicht, was mich dieses mal erwarten würde. Die Dose geöffnet, und das Schnuppern ließ nur ein ganz dezent süßlichen Geruch erahnen, ein "Aromakeule" ist dieser Tabak jedenfalls nicht. Der Flake ließ sich ohne große Probleme zerbröseln und in die Pfeife einbringen.
Einmal in Brand gesetzt, brennt der Navy Flake in der Regel gutmütig durch. Der Geschmack lässt sich als zurückhaltend süßlich beschreiben. Die Süße setzt sich aus dem zweifelsohne vorhandenen Honigaroma und der des Virginias zusammen. Diese beiden Aromen behindern sich nicht gegenseitig, sondern ergänzen sich. Tabakgeschmack schwingt auch noch mit, kurzum, wie ich finde, eine gelungene Mischung. Wenn ich den Tabak ohne AKF genossen habe, war er auch noch zungenfreundlich, ein Beißen konnte ich jedenfalls nicht verspüren, und der Geschmack wurde noch etwas intensiver und besser.

Fazit:
Daumen hoch, der Navy Flake hat mich angenehm überrascht. Ich werde mir ihn bestimmt noch einmal gönnen...

(13.09.2001)


Arno Vogt

Flakes sind ja seit einiger Zeit in den Focus meiner Geschmacksnerven gerückt. Anläßlich einer Präsentation von MB, an der ich in Wetzlar teilgenommen habe (Rauch-Design-Wetzlar), hatte ich die Möglichkeit, mal in alle Tabake meinen Rüssel zu halten und mich mit Proben einzudecken.

Der Navy Flake war die letzte "Probe" - als 50 g Version. Es gibt unstreitig das typische MB Aroma, das durch das Honig-Casing entsteht. Beim Navy Flake nicht ganz so massiv, wie bei den aromatisierten Keulen, aber doch deutlich spürbar, selbst wenn die Dose in Gebrauch ist. Ich hatte versehentlich die Dose nicht richtig verschlossen. Sie lag ein paar Stündchen in meinem Büro. "Hier riecht's aber gut nach Honig...." war der Kommentar aller Nichtraucher, die in meiner Umgebung lange Nasen machten.
Auch unter Feuer findet der NF Akzeptanz, nicht nur in meiner Umgebung. Er läßt sich problemlos - auch nebenbei - verarbeiten. Die übliche Methode beim Stopfen: Flakescheiben gestaffelt nebeneinander, dann knicken und rein in meist große Köpfe. Ich stopfe nicht nach, lasse ihn sich seinen Platz suchen. Er glimmt gutmütig und langsam. Wenn ich zu heiß rauche, sottert es ein bischen. Ansonsten kann ich die Pipe auch mal weglegen, er kommt nach leichten Zügen ohne Murren zurück - auch ein Nachfeuern ist ohne Probleme möglich.
Ich rauche ihn oFi, das Aroma der Virginias kommt gut zur Geltung, ich empfinde es als ausgewogen, nicht zu kräftig. Mit Filter ist er mir zu flach. Papierfilter sind m.E. nicht erforderlich, weil er sich trocken rauchen läßt. Damit ist er aus meiner Sicht ein TOP TEN Tabak, den ich gerne auf Vorrat liegen habe. Für Umsteiger sehr gut geeignet.

(23.7.2003)


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