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Mischung No 88

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Stanwell Mischung No. 88

(Pfeifentabak)

Markenname:Stanwell
Hersteller:Orlik TC, Dänemark
Mischung:Virginia, Burley?
Schnittbreite:Flake
Typ:aromatisiert
Flavour:dänisch, leicht fruchtig
Stärke:leicht-medium
Verpackung:100 g Runddose
Preis:28,- DM

Thomas Schoke

Geraucht in einer Ascorti Billiard ohne Filter

Ich habe es befürchtet. Probe 2 ist ein VA Flake, eine Tabakrichtung, die ich nicht rauche und mit der ich dementsprechend kaum Erfahrungen besitze. Ich sehe also gelassen einer sonntäglichen Blamage entgegen.
Optischer Eindruck: Ein Navy cut (1,5 mm Schnitt) aus flachen, 4 cm mal 7,5 cm großen Scheiben. Das Tabakbild zeigt einen Wechsel aus hellbraunen, mittelbraunen und dunkelbraunen Sorten mit einigen hellgelben Anteilen. Eine Aromatisierung ist durch Geruchsprobe nicht feststellbar, die Probe ist nahezu geruchlos. Der Tabak lässt sich leicht auflockern und stopfen. Er glimmt schon nach dem ersten Anzünden auf der gesamten Fläche des Pfeifenkopfes, bei VA Flakes keine Selbstverständlichkeit. Der erste ''Geschmackseindruck ist ganz dezentes Honigaroma, leichte Süße, kein aufdringliches Aroma. Der Tabak glimmt willig und der Abbrand lässt sich durch den Zug leicht steuern. Geschmack: Virginia, dessen Süße und Säure miteinander im Wettstreit liegen, außerdem lässt ein leichter Duft von Nivea-Creme und ein Zigarrenduft im "Abgang" auf Burley schließen. Obwohl der Tabak mild und in der Stärke medium ist, scheint er einen kleinen Anteil Maryland oder Kentucky zu haben. Ich vermute, der Burley-Anteil ist leicht süßlich (Honig) geflavourt, der Kontrast süß-sauer bleibt bis zum letzten Zug erhalten und sorgt für Kontrast. Ich würde den Tabak als unspektakulär, ohne Tiefgang und beinahe etwas langweilig bezeichnen. Geschmackliche Befriedigung will sich nicht einstellen, obwohl es an der objektiven Qualität nichts rumzukritisieren gibt. Das Brennverhalten ist ausgezeichnet, der Tabak scheint nikotinreich zu sein und gibt verhältnismäßig viel Kondensat ab. Im letzten Drittel der Pfeife wird der Geschmack intensiver, die Süße bleibt erhalten, was auf ein qualitativ hochwertiges Produkt und eine anspruchsvolle Mischung schließen lässt. Habe den Tabak mit Genuss geraucht, unter den VA Flakes würde ich ihn eindeutig zu den Besseren zählen. Kaufen würde ihn allerdings nicht, da mir die Richtung nicht liegt. Was kann es sein? Keine Ahnung! Geschmacklich gibt es durchaus Ähnlichkeiten mit dem Millenium Flake von W.O. Larsen, der allerdings eine andere Schnittgröße besitzt. Capstan gelb? Der war stärker aromatisiert, wenn ich mich recht erinnere. Ich gebe auf!


Klaus Komischke

Der Flake ist recht fest gepresst bricht jedoch in Faserrichtung leicht auseinander. Der Flake besteht aus recht hellen Virginias. Weitere Tabake bzw. eine Aromatisierung konnte ich nicht feststellen. Das mag aber auch an mangelnder Erfahrung liegen. ;-)
Als Pfeife kam einen Parker Canadian oFi mit kleinerem Füllvolumen zum Einsatz. Leider besitze ich im Moment keine Pfeife für reine Naturtabake. Daher kann dieses Review ein wenig verfälscht sein. Eine Flakescheibe wurde nach der Knick-Falt-Dreh-Methode in den Kopf appliziert. Darauf noch eine paar Tabak- Brösel und anzünden. Nach dreimaligem Anfeuern glomm??? der Tabak. Zuerst war der Geschmack recht scharf. Das kann an dem zuletzt in der Pfeife gerauchten Grouse Moor Plug liegen. Von einem eigentlichen Crossover kann aber keinen Rede sein, weil die Grouse Moore Aromatisierung nicht zu schmecken war. Nach ca. 2 Minuten war dann aber die dezente Virginia-Süße zu erschmecken, allerdings immer von einer gewissen Schärfe untermalt. Eine Aromatisierung konnte ich nicht erschmecken. Der Tabak ist beim weiteren Rauchen recht unproblematisch und erfordert kein Nachfeuern. Der Kondensatanfall ist gering. Für mich ist das mein dritter reiner Virginia Flake. zuvor hatte bisher lediglich den MB Navy Flake sowie den Capstan geraucht. Da der Navy Flake doch mit einer Aromatisierung versehen ist, würde ich den Capstan zu einem Vergleich heranziehen. Probe No. 2 hat bei weitem nicht die Stärke des Capstan, kommt diesem aber vom Geschmack her recht nahe. Bei diesem Flake scheiden sich bei mir die Geister. einerseits sagt mir die dezente Süße und die guten Raucheigenschaften zu, andererseits stört mich die Schärfe. Sicherlich macht sich hier auch meine fehlende Erfahrung mit reinen naturbelassenen Virginias bemerkbar. Persönlich sagen mir die Aromatisierten Virginias von SG insbesondre die Plugs mehr zu. Mit diesem Flake kann ich so recht nichts richtiges anfangen. Begeistern tut er mich nicht. Ich würde ihm nach einer intensiveren Beschäftigung mit reinen Virginias sicherlich noch mal einen Chance geben.


Jörg Lehmann

Die Nummer zwei ist ein Flake, von dem Björn zwei formatfüllende Scheiben spendiert hat. Auffällig: Die Flake-Scheiben waren ausgesprochen dünn, so wie ich es bisher nur von den Fribourg & Treyer-Flakes aus der CH kannte (und schätze!). An einer Schmalseite waren die Scheiben leicht ausgefranst. Hier dominierten mittel- und hellbraune, feinfaserige Tabake mit einigen hellen Tupfen. Der erste Eindruck beim riechen war VA, dann aber, gar nicht mal so im Hintergrund "frisches Brot" aber auch Feigen. Aus der Probe habe ich zwei Füllungen einer größeren Hedegaard herausbekommen. Der Tabak entpuppte sich erwartungsgemäß als sehr mild. Die Brotaromen fanden sich nur zu Anfang wieder, dann stand ein sehr warmer, voller tabakechter Geschmack im Vordergrund, der sehr angenehm war, ohne dass ich hier eine Vergleich mit einem anderen Geschmack herstellen könnte. Am ehesten entspricht der Geschmack dem Ascorti Latium Flake, der aber zu Anfang anders riecht und bei dem auch anfangs die frische VA- Komponente (manche nennen es Heu) eher dominiert. Zudem ist er IMO dicker geschnitten. Allerdings habe ich keine unmittelbaren Vergleich anstellen können! Diesen Tabak würde ich gern nochmals rauchen. Vom Handling beim Stopfen über den Abbrand und die Kondensatbildung ein angenehmer Tabak. Die Raumnote ist dezent und unaufdringlich.

Fazit:
Ein Blind-Test, der mir, trotz ganz unterschiedlicher Ausrichtung der zu beurteilenden Tabake viel Vergnügen bereitet hat. Danke!


Karl-Heinz Krebs

Bei dieser Probe handelt es sich offensichtlich um einen Flake ;-) Die goldgelben bis hellbraunen Flakescheiben sind fest und von geringer Feuchte. Vom Duft her Virginias, ein Top Flavour schließe ich aus. Ich kann im Hintergrund den Kuhstall riechen, vermutlich ist auch Perique mit von der Partie. Eine Flakescheibe wird gefaltet und in die Pfeife verbracht. Er lässt sich leicht entzünden und glimmt willig. Sofort macht sich eine dezente Süße bemerkbar, die nach einigen Zügen zunimmt. Nun kann man auch etwas Tabak schmecken, ansonsten bleibt er aber flach im Geschmack. Im Rauchverhalten ist er unkompliziert, langsam geraucht glimmt er kühl und trocken. Vergeblich warte ich auf eine Steigerung im Geschmack, leider bleibt er aus. Nach der Hälfte verschwindet die süße Note, übrig bleibt nur normaler Rauch. In der Stärke ist er leicht bis medium. Ich habe ihn mit und ohne Filter geraucht, große Unterschiede konnte ich nicht schmecken Einen Vergleich will und kann ich nicht anstellen. Skipper's Flake ist es aber nicht, den habe ich stärker und süßer in Erinnerung. Bei reinen Virginia Flakes hat für mich die Entdeckungsreise erst begonnen. In der Vergangenheit war ich mit meiner Vorliebe für englische Mixturen wohl doch zu eindimensional ausgerichtet.


Frank Nicolai

Schon vom Geruch sagt mir dieser Tabak mehr zu als die Probe 1. Ich vernehme einen sehr angenehmen heuigen Geruch mit einer unterschwelligen Aromatisierung Richtung Honig/Anis. Der Tabak ist relativ hell mit wenigen dunkleren Anteilen. Die Flake-Scheiben sind fest und groß. Das Stopfen und Entzünden mach keine Probleme. Von Anfang an ist viel Süße im Rauch, der füllig ist. Der Tabak glimmt nicht so gut, muss entweder oft nachgefeuert werden oder kräftig gezogen werden. Allerdings waren die beiden Probe- Scheiben schon ziemlich getrocknet, so dass ich vermuten, dass der Tabak frisch diese Probleme nicht macht. So jedoch besteht die Gefahr des Heißbrennens. Nach der Hälfte der Füllung gab sich das und der Tabak glomm still und leise vor sich hin. Möglicherweise haben die entstehenden Kondensate den Tabak insgesamt feuchter gemacht. Der Geschmack ist sehr gut; die VA's haben Würze und geben viel Rauchigkeit ab - die Süße erscheint mir jedoch etwas künstlich zu sein, da zu deutliche _neben_ der Würze des Tabaks zu erschmecken. Besonders das Kondensat im Mundstück, das doch ab und an an die Zunge gerät, ist süß. An das mit der Nase vernommene Honig/Anis-Flavour erinnert nichts mehr im Geschmack des Rauches. Die Asche ist fein-grau und das Raumaroma tabakecht.
Fazit:
Dieser Tabak gefällt mir. Wenn er - wie zu vermuten ist - beim Kauf nicht gar so trocken ist sollte er gut durchbrennen. Der Geschmack ist rund und gleichmäßig. Ich vermute mal, dass es sich um den Golden Slices oder ein PH-Derivat des Tabaks handelt.

(30.01.2001)


Anmerkung: Der Tabak wurde an 5 daftler verschickt, die ihn im Blindtest reviewten

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