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My Mixture 965

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Dunhill My Mixture 965

(Pfeifentabak)

Markenname:Dunhill
Hersteller:Dunhill
Mischung:Latakia, heller mazedonischer Oriental, brauner Cavendish (= Va)
Schnittbreite:typisch langfaseriger Dunhill-Schnitt mit kleineren Tabakanteilen
Typ:englisch
Stärke:medium
Verpackung:Dose 50 g
Preis:9,45 Euro

Thomas Schoke

Schnitt: Mixture, ca. 1,2 mm breit, kurzfaserig

Farbe: Helle und mittelbraune Virginias im Kontrast mit schwarzem Würztabak

Würztabake: Deutlich mehr als nur ein Hauch Latakia und etwas Perique (*)

Aroma: Nicht aromatisiert, kein erkennbares Top-Flavour.

Stärke: mittelkräftig, für erfahrene Zungen mild, für Anfänger nicht zu empfehlen. Abbrand: Gleichmäßig glimmend, gutes Brennverhalten. Feine weiße Asche ohne Rückstände. Aus kleinen und großen Pfeifenköpfen gut zu rauchen.

Beurteilung: Sehr ausgewogene, mittelkräftige Latakia-Mischung, die man den ganzen Tag über rauchen kann, ohne das Aroma "satt" zu haben. Ein "Engländer" im allerbesten Sinne.
Verpackung: Runde Metalldose 50 gr., 100 gr. (selten)
Preis: 17,- DM / 50 gr.
Preis/Leistung: Ausgewogen


Hans H. Siegrist

Elizabethan Mixture von Dunhill ist eine echte Virginia/Perique-Mischung mit typischem Geschmack. My Mixture 965 enthält keinen Perique.


NN

Eintrag gelöscht


Jörg Eichelberger

Der 965 zeigt den typischen Dunhill-"Feinschnitt". Die Mischung ist geprägt von braunem und schwarzem Tabak. Das Bild wird lediglich durch wenige hellbraune Flecken aufgelockert. Das Pouch-Aroma wird von der Schwere des Latakia dominiert und wirkt sehr erdig. Trotz der Feuchte ist der 965, nach problemlosem stopfen, gut zu entzünden. Zu Beginn entwickelt sich ein ausgeprägter herber Geschmack, der jedoch nicht unangenehm ist und durch eine ausgesprochen dezente Süße unterstützt wird. Im weiteren Verlauf nimmt der herbe Ton ab, und macht einem runderen Geschmackserlebnis Platz. Gegen Ende wird der 965 würziger, mit einem Anklang an Pfeffer, begleitet von leichter Säure.

Bei der Verwendung von Filtern fehlen die Spitzen, die dem 965 den letzten Pfiff geben. Dafür ist er jetzt mit einem ausgesprochen cremigen Geschmack ausgestattet.

Der Abbrand ist gut und gleichmäßig, der Rauch voll und kühl. Übrig bleibt nur wenig graue Asche.

Fazit:
My Mixture 965 ist ein guter Tabak, der jederzeit ein schönes Raucherlebnis bietet. Wer es jedoch würziger liebt, sollte jedoch eher zu "The Bankers" greifen. Der 965 hat einen festen Platz in meiner Tabakbar und ist mir lieber als der EMP. Hingegen kann ich nicht entscheiden, ob er mir mehr oder weniger zusagt als Nightcap.


Thomas Weller

Hacker, der "ernannte" Pfeifenpapst beschreibt Dunhill's "My Mixture 965" als einen Freund, den er in einer einsamen Berghütte dabeihaben möchte, um am Lagerfeuer die Wärme und Stille zu genießen...

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, nur ist der 965 weit mehr als ein einsamer Begleiter in der Wildnis. Den Gedanken, diesen Tabak am Abend zu genießen, teile ich - aber gibt es kaum eine Situation, wo dieser Tabak nicht meine Sinne schärft. Dunhill-typisch, ein bunter, einfach zu stopfender Schnitt, der - wenn man ihn nicht zu fest stopft - unkompliziert zu rauchen ist. Gleich zu Beginn zeigt diese Mixtur, dass Entspannung und Gelassenheit angesagt sind. Wie kann man einem Zigarettenraucher (oder Nicht-Raucher) nur erklären, wie wunderbar geschmack- und geruchreich dieser Tabak sein kann, der in der Dose "eigenartig" bis "widerlich" duftet?

Meine Empfehlung soll gleichzeitig mein Fazit sein: Wer schon immer mal neugierig war, eine freie Pfeife hat und genug Muße, soll den 965 einmal probieren. Genießt ihn ruhig, nur kühl geraucht entfaltet sich dieser Tabak wie eine Raubkatze, die sich nach einem ausgiebigen Schlaf streckt und voller Tatendurst auf die Pirsch geht...

P.S.: Diese Wirkung hat der Tabak tatsächlich auf mich: Ich sehe ihn als meinen "Denker-Tabak" 8-p)

(08.06.2000)


Detlev Büscher

Eigentlich sollte mein erstes Review einer Latakiamixture dem 965 gewidmet sein, doch irgendwie kam mir, vielleicht aus numerisch aufsteigenden Gründen ;-) das Review zum dazwischen. Doch mein erster Kontakt mit dem 965 war auf jeden Fall "Liebe auf den ersten Schmeck" ;-)

Dunhillmäßig habe ich nach der Standard Mixture Medium, von der ich auch recht angetan war, eisenhart sofort den Nightcap probiert. Wahrscheinlich war ich von dem Gedanken geleitet, unverzüglich auch mal einen High-End-Tabak in Sachen Latakia-Anteil zu testen, damit mich diesbezüglich nichts mehr schockieren kann. Den 965 habe ich aber ein paar Tage später geöffnet und zu seinen Gunsten ließ ich den [[Nightcap -> Tabak.Nightcap] erst mal liegen. Zwischen beiden Tabaken glaube ich auch eine gewisse Verwandtschaft festgestellt zu haben, die über die Herkunft aus gleichem Hause hinausgeht.

Zuerst zu den Pre-Smoke-Details: Der Duft aus der Dose ist recht dunkel und besticht durch die dunhilltypische, cremige Weichheit, wobei man aber auch schon die Süße erahnen kann, die sich später beim Rauchen einstellt. Der Nightcap ist vom Charakter her ähnlich, noch einige Nuancen dunkler und vor allem herber. Für eine englische Latakiamixture fand ich den 965 allerdings verblüffend feucht. Dafür verliert er die Feuchtigkeit aber auch auf eine natürliche Art und Weise, im Gegensatz zu manchen Tabaken, die man vermutlich noch nicht mal trockenfönen könnte. Ein paar Tage sollte man mit dem Rauchen nach dem Öffnen (und wieder schließen) der Dose schon noch warten, sonst entsteht untypisch viel Kondensat. Ist der Tabak aber erst mal richtig konditioniert, entsprechen die Stopf- Anzünd- und Raucheigenschaften genau dem, was man von einer hochwertigen englischen Latakiamischung erwartet. Auch für den 965 gilt: er ist, sachgemäßes Rauchen, eine eingerauchte Pfeife und eine durchschnittlich trainierte Zunge vorausgesetzt, ausgesprochen mild auf derselben, trotz der Geschmacksfülle, die er bietet. Da erscheint es fast als Hohn, dass es nicht wenige moderne Tabakkreationen gibt, die außer warmer, süßer Luft mit Kompottaroma und den Anklängen von nasser Pappe nichts zu bieten haben und trotzdem die Zunge malträtieren, sofern man sie ohne Filter raucht. Man könnte fast meinen, Mischungen dieser Art werden von profitorientierten, leicht sadistischen Tabakgegnern zusammengesoßt. Oder ist es vorstellbar, dass ein Tabakmeister nach getaner Arbeit seine Pfeife z.B. mit dem 965 stopft und sich einen Ast lacht, wenn er an die potentiellen Käufer seines Machwerks denkt?

Für mich ist der 965 eine, auf seine Art perfekte Latakiamischung. Natürlich macht es Spaß auch andere zu rauchen, doch wenn eines Tages einmal alle Latakiamixturen vom Markt verschwinden sollten, dann lasst mir bitte den 965. Die rauchige Würze, die deutlich abrundende Süße, die interessanten Nebenaromen, alles ist hier sehr gut aufeinander abgestimmt und kommt mit einer verlässlichen Geschmacksfülle, die nicht jeder andere Tabak dieser Richtung erreicht. Und wer es etwas herber mag, kann meiner Ansicht nach zum Nightcap greifen. Einem absoluten Pfeifenneuling würde ich diesen Tabak vielleicht nicht unbedingt empfehlen, einem willigen Latakiaeinsteiger allerdings schon. Bei einem mit Filter/ohne Filter Vergleich war ich von der gefilterten Variante nicht so sehr begeistert. Ich möchte fast sagen, mit Filter ist die Dose nur 15 Mark wert. ;-) Aber in Filterfragen bin ich nicht unbedingt kompetent, da ich i.d.R. ohne rauche. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man sich an den Genuss mit Filter genauso heranarbeiten muss, wie es normalerweise meistens bei einem neuen, noch unbekannten Tabak der Fall ist. Daher kann ich eigentlich nur sagen, dass mich der Tabak, ohne Filter geraucht, begeistert, während man die "Mit-Filter-Beurteilung" einem passionierten Filterraucher überlassen sollte. Die Raumnote wurde teilweise mit Befremden, teilweise mit Entrüstung, aber zum (geringeren) Teil auch wohlwollend zur Kenntnis genommen. Da ich in erster Linie aber nicht für andere Leute rauche, kann mich dieser Umstand nicht allzu stark belasten. Und wenn die sozialen Kontakte im realen Leben irgendwann gegen Null tendieren sollten, bleibt ja immer noch die Newsgroup. ;-)

Fazit:
Kennt vermutlich ohnehin schon jeder reifere Rekrut der reinrassigen, rauchigen Richtung und falls nicht, sollte er etwas dagegen tun.

(09.10.2000)


Björn Hollensteiner

Eine Weile lang habe ich keine Latakiamischungen mehr geraucht, es lag wohl an den wärmeren Temperaturen. Nun jedoch ist es wohl wieder an der Zeit.

Den My Mixture # 965 habe ich deshalb ausgewählt, weil ich vor langem mal eine Probe davon geraucht hatte, die mir gut gefallen hat. Doch irgendwie kam es nicht mehr dazu, dass ich ein ganzes Döschen in Rauch aufgehen lassen konnte. Die #965 gehört wohl zu den Tabaken, die Weltruf genießen und als Inbegriff der Latakiamixtures gelten.

Es handelt sich um eine Virginia, Orient, Lataktiamischung, die dunhilltypisch sehr fein geschnitten ist (ca. 1mm Schnittbreite). In der Dose duftet der Tabak würzig, rauchig, ich fühle mich etwas an den Rauch von brennenden Tannennadeln erinnert. Eine fein süße Note liegt auch darin.

Der Tabak ist völlig unkompliziert zu stopfen, auch das Entzünden stellt keine größeren Anforderungen an den Raucher.

Man sollte - wie immer - gemütlich und langsam rauchen, dann hat man das meiste von der Füllung. Ob mit Filter oder ohne, der Tabak raucht sich kühl und konstant ab, Kondensat entsteht kaum. Der Rauch duftet würzig, ist nicht unkräftig. Die Stärke schätze ich als medium ein. Es ist auch eine feine seidige Süße präsent, die ich auch vom Early Morning Pipe kenne, sie ist vermutlich in der gleichen Virginiapartie begründet. Im Vergleich zu anderen Latakiamixures schmeckt der # 965 abgerundeter, abgestimmter, hat weniger Ecken und Kanten. Der Latakianteil scheint nicht zu hoch zu sein, um harsch zu wirken, der Orientanteil nur so dosiert, dass der Tabak nicht herb wirkt. Insgesamt ein guter Kompromiss also.

Fazit:
Sicherlich einer der Referenztabake der "englischen" Richtung. Das liegt wohl an den vielen Kompromissen, die gemacht wurden, damit der Tabak nicht allzu sehr aneckt. An der 965 wird wohl jeder Genuss finden, der sich nicht völlig dem Latakia verschließt. Meine Empfehlung hat er in jedem Falle!

(26.09.2001)


Frank Nicolai

Bei diesem Tabak handelt es sich wohl um eine Mixture, die man mit Fug und Recht als Standard bezeichnen kann - nicht viele Tabake sind so oft reviewt worden wie dieser hier. Der 965 ist einer von den Tabaken, die ich als orientlastigen Engländer charakterisiere. Und von denen einer der besten, die ich bisher kennenlernte. Und nun, nachdem 100 Gramm dieses edlen Krauts in Rauch aufgegangen ist, möchte ich ein paar Worte dazu verlieren. Die Tabakdose, die ich hier rauchte, lag schon lange Zeit in einem Schrank, der Tabak war genau richtig konditioniert und von der ersten Füllung an ein Genuss. Der Schnitt ist dunhilltypisch fein aber langfaserig. Dunkle Töne herrschen vor, durchzogen von einigen hellgelben Orient-Anteilen. Der Geruch verleugnet nicht den Latakia, wird aber von einer leichten Säure bestimmt.

Das Stopfen und Entzünden ist kinderleicht. Der Tabak brennt problemlos bis auf einen kleinen Rest grau- weisser Asche herunter.

Im Geschmack konnte ich das erste mal erkennen, was andere in der Newsgroup oft als "cremig" beschreiben. Es ist, als wäre der Tabakrauch flüssig; so umschmeichelt er die Zunge. Der Latakia ist nur als warmer Unterton zu erschmecken; der Orient - der relativ leicht zu sein scheint - und der kräftige VA geben den Geschmack.

Der Tabak wird nicht heiß oder feucht - beim filterlosen Rauchen ist es mir allerdings einige Male unfreiwillig sehr heiß auf der Zunge geworden: der Tabak war klaglos aufgeraucht und verbrannte Asche fand den Weg durch das Mundstück zu meinem Mund.

Fazit:
In der Stärke zwischen dem EMP und dem Nightcap ist er mir der Liebste der drei Tabake. Denn mir erscheint hier die Balance zwischen den Einzelbestandteilen des Tabaks und dem Geschmack und der Stärke am ausgewogensten zu sein. Während mir der EMP zwar schmeckt aber dauerhaft zu leicht vorkommt; der Nightcap mich hingegen aus dem Schuhen warf ist der 965 ein hervorragender All-Day- Smoke der nie Schwächen zeigt oder langweilig wird (wie es mir bei einigen anderen Latakia-Mixturen passierte). Ich habe ihn in meine "Werde ich wieder rauchen"-Galerie eingereiht.

(09.01.2002)


Bernd Riedl

Leider kann ich meinen Daumen nicht dazu überreden, nach oben zu zeigen. Er tut sich sogar schwer, in der Horizontalen zu verweilen. Woran liegts?

Wie in meiner ersten Beurteilung schon beschrieben, ist der Tabak einfach zu nass und geht dauernd aus. Das nervt und macht keinen Spaß. Erst nach ca. 3 Wochen, so lange hält bei mir ungefähr eine 50g Dose, wurde er trockener und angenehmer, konnte mich aber trotzdem geschmacklich nie wirklich überzeugen. Alles in Allem war der Tabak über lange Strecken eher ein Ärgernis, zum Ende hin ging er grade so. Für ein Produkt in dieser Preiskategorie finde ich das nicht akzeptabel.

Vielleicht kaufe ich mir in einem Jahr (oder zwei), wenn ich mal sehr übermütig bin, wieder ne Dose. Bis dahin halte ich meinem Tabak für alle Tage SMM die Treue (obwohl ich ja grade wieder mit Mac Barens Latakia Blend fremdgehe, was ich bisher nicht bereut habe).

In nächster Zeit werde ich mich intensiver mit Selbermischen beschäftigen. DanPipe bietet ja Grundtabake zum Mischen an. Hintergrund: Bei mir im Garten sprießen ca. 30 Tabakpflanzen in die Höhe, u.a. Orient Xanthi und Burley Jupiter und aus denen möcht ich eine "Bernie-Private-Special-Mixture" komponieren. Mal sehen, ob ich es besser kann, als die 965-Mixer.

(23.07.2003)


Ingo Gebert

Eine kurze Beschreibung zu diesem Tabak besagt Folgendes: "Ein brauner Cavendish gibt die natürliche Süße. Helle Orient-Tabake und kleine Latakia-Blätter sorgen für Kühle und einen nussähnlichen Geschmack Klassisch, englisch, medium."

Die geöffnete Dose vermittelt mir einen Anblick von hell-, dunkelbraunen und schwarzen Tabakfäden. Der Tabak ist in der für Dunhill typischen Form von langen und dünnen Fäden geschnitten, der Tabak kann also ohne Schwierigkeiten in die Pfeife eingebracht werden. Der Tabak riecht natürlich, künstlich ist hier an Aromen nichts hinzugefügt worden, auch der Latakia ist gut wahrnehmbar, ohne allzu aufdringlich zu sein. Einmal in Brand gesetzt, glimmt der Tabak gutmütig vor sich hin, man kann sich vollkommen den Rauchgenuss widmen. Nach den ersten Zügen entwickelt der "My Mixture 965" sein volles Geschmacksbild: ein dezente, ganz leicht hintergründige Süße, würziger Orient, und zur Abrundung des Ganzen verleiht der Latakia dieser Mixture noch eine weitere Note. Der Geschmack ist so, wie ich ihn mag, abwechslungsreich, und die Würztabake sind im richtigen Mischungsverhältnis eingesetzt, so dass der Tabak insgesamt ein in sich abgerundetes Geschmacksbild abgibt. Der Rauchgenuss bleibt bis kurz vor dem Ende erhalten.

Der Tabak ist durchaus verträglich zur Zunge, ich habe ihn nur aus oFi-Pfeifen geraucht.

Daumen hoch: Die "My Mixture 965" schaffte auf Anhieb den Sprung neben meinen Lieblingsengländer "Highland Targe". Beide teilen sich jetzt den ersten Platz auf meinem persönlichen Podest.

(15.09.2003)


Manuel Masur

Dunhills 965 war einer der ersten englischen Mischungen die ich ueberhaupt probiert habe. Und es war Liebe auf den ersten Zug...

Er laesst sich problemlos stopfen und entzuenden. Im ersten Drittel wird der Geschmack von der Säure der Orienttabake getragen die vom Latakia und einer leichten Suesse unterstuetzt wird.

Zur Mitte hin entfaltet sich dann der Latakia immer mehr, ohne jedoch die anderen Tabake zu erschlagen. Erst gegen Ende wird der Tabak immer würziger und voller aber nicht unangenehm scharf. Alles in allem wuerde ich ihn Leicht bis Medium einstufen.

Fazit:
Dunhills 965 bekommt von mir ein "sehr empfehlenswert". Er hat sich neben Early Morning Pipe zu meinem All-Day-Smoke entwickelt und steht deshalb immer auf meiner Einkaufsliste wenn wieder eine Luxembourg-Tour ansteht, dort ist er naemlich fuer 5,45 EUR zu bekommen.

(10.07.2005)


Alexander Bierstedt

Ich traf auf diesen Tabak, als ich noch zur Schule ging: ein Klassenkamerad hatte eine Dose aufgetrieben, wir sassen zu dritt und rauchten unsere Pfeifen. Fruchtbarer Humus, Mutter Erde in unseren Händen - als wir danach wieder zur Zigarette griffen; es war uns, als griffen wir in Sand.

Jetzt, Jahre und viele Pfeifen später, möchte ich einige Bemerkungen zum #965 machen. Der Tabak besteht ist eine orientlastige englische Mischung.

Bestandteile sind Virginia, Orient und Latakia. Der Virginia ist im Cavendish-Verfahren veredelt; das macht den Tabak sehr weich und cremig. Die Orient-Tabake sorgen für einen nussartigen, ledergleichen, trockenen Rauchgenuss. In einer grossen Pfeife geraucht, entfaltet sich schon bald ein komplexes Aroma: ledergleich, nussig - umbrandet, umspült von der feinen, hintergründigen und weichen Süsse des Cavendish. Gegen Ende, im letzten Fünftel, wird der Tabak ziemlich stark, vor allem, wenn man ihn ohne Filter raucht (und kann sollte ihn tatsächlich nur Filter rauchen), aber niemals bitter oder beissend auf der Zunge.

Kurzum: ein grosser, ein wirklich grosser Tabak, gemischt 1910 in der Hochzeit des britischen Empires. Ich erwähne dies deshalb, weil dem Tabak etwas altbackenes anhaftet: so einen Tabak raucht man eher auf der Bridge Party, beim Cricket, beim Tee im Garten und in der Veranda - altehrwürdige Rituale diese allesamt, aber nicht auf der Kaimauer sitzend, verschwitzt nach harter körperlicher Arbeit. Der #965 ist ein grossartiger Tabak, vielleicht ein wenig zu brav für einen Engländer. Ihm fehlt ein wenig der Pfiff und die Frechheit einer "London Mixture", meiner heimlichen Liebe, die es leider nicht mehr gibt.

(31.03.2006)


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