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Motzek Namenslos
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Motzek (Kiel) |
| Mischung: | Virginia, Black Cavendish |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 100 Gramm Ziplock |
| Preis: | 10,50 Euro |
Frank Nicolai
Dieser Tabak heißt nicht wirklich "Namenslos". Er hat keinen Namen :-) Warum das so ist konnte mir Herr Motzek nicht wirklich erklären. Aber ich hab den Tabak im Laden probegeraucht und 100 Gramm mitgenommen. Und, seltsam, inzwischen ist er fast alle.
Eigendlich bin ich kein großer Freund von reinen VA/BC-Mischungen. Aber die Neugierde pieckte mich und ich musste es einfach versuchen. Zumal schon die erste Probefüllung vielversprechend war.
Der Tabak besteht aus sehr groben Tabakfasern - leider sind auch einige sehr harte Strünke enthalten, die man aussortieren oder zerbrechen sollte. Der Tabak riecht fast langweilig. Ein wenig süßlich vielleicht - aber er wirkt auf mich natürlich. Wenn, dann hat der BC eine kleine Portion Ahornsirup (so wie der aromatisierte DTM-BC) abbekommen. Er sieht chaotisch aus in seinem Beutel - und stopft sich nicht sonderlich gut aufgrund der sehr verschiedenen Schnittbreiten der Tabake. Allerdings - wenn man den Dreh raus hat - dann in Pfeifen jeglicher Größe.
Der Tabak ist definitiv einer, der ohne Filter geraucht werden sollte. Sonst wirkt er sehr flach und nichtssagend. Ohne kann ich jedoch die Süße des Tabaks schmecke. Die untermalt wird von ein wenig herber Rauchigkeit. Sicherlich: insgesamt ist das alles nichts Besonderes. Es mag etliche Tabake geben, über die man das sagen könnte. Und der Eine oder Andere wird den Tabak vielleicht sogar langweilig finden. Mir jedoch gefällt er in seiner Schlichtheit und Schnörkellosigkeit.
Fazit:
Ein grundehrlicher Tabak, den man immer rauchen kann. Und wenn er langweilig ist, dann im positiven Sinne. Wer möchte immer unter Spannung leben?
(18.10.2005)
Nachsatz: Der Lieferant der von Motzek hier gemischten Tabake ist im übrigen Planta/Berlin.
Michael Stelter
Qualität braucht keinen Namen. Doppelt fermentierter Black Cavendish, American Cavendish aufbereitet mit Virginia Graden verschiedener Provinzen mit unterschiedlichen Schnittbreiten. Gekrönt mit einem Hauch Latakia, weich und dezent mit rauchiger Würznote. Soweit zur Herstellerbeschreibung. Im Gegensatz zu vielen alteingesessenen Tabakhäusern stellt Herbert Motzek seinen Tabak selbst und ohne Zusatzstoffe her. Herbert Motzek bezeichnet seinen Tabak „No Name“ als seine einzige Mischung, die keinen Namen abbekommen hat. Er empfahl mir diesen Tabak, nachdem ich ihm sagte, dass ich eher auf naturreine englische Mischungen stände und den Aromaten langsam nichts mehr abgewinnen könne.
Der geöffnete Beutel verströmt einen süßen aber dennoch tabakechten Geruch. Ich denke an Backpflaumen und guten selbstgemachten Vanillepudding. Das Tabakbild ist sehr grob und bunt gemischt. Man findet lang geschnittene Virginiablätter (ca. 50 x 5 mm). Dazwischen kleinere dunkelbraune bis schwarze Sprenkel. Der Tabak ist großvolumig und eher trocken aber genügend nachgiebig.
Ich stopfe eine Danske Club Cherrywood (No.207), die ich extra angeschafft habe um sie mit naturreinen Virginia-Mischungen zu erziehen. Zunächst rauche ich diese Pfeife mit Filter. Stopfen kann man diesen Tabak ruhig etwas fester. Er lässt sich gut verdichten, der Zugwiderstand ist in Ordnung. Beim Anzünden bäumt sich der Tabak nur wenig auf. 2-3 Versuche genügen um ihn flächendeckend in Brand zu setzten. Bis zum ersten Viertel sollte man sich um die Pfeife kümmern. Man müsste sonst immer nachfeuern, denn die Pfeife geht in dieser Phase schnell aus. Mein erster geschmacklicher Eindruck ist nicht besonders gut. Eher heuartig und ich muss oft ziehen um überhaupt der Pfeife ein paar Wölkchen zu entlocken. Ich beschließe die Pfeife etwas ruhen zu lassen, denn sie wird schnell heiß.
Ich entferne den Filter und rauche die Pfeife neu an. Sofort lässt sie sich weiterrauchen. So langsam kommen auch andere Geschmacksnuancen durch. Das Heuaroma wird von einem großartigen Bouquet, das mich wieder an Backpflaumen erinnert vertrieben. Eigentlich schmeckt die Pfeife erst so richtig ab der ersten Hälfte. Jetzt ist aber Vorsicht geboten! Ein zu schnelles Rauchen macht den Rauch bissig. Also LANGSAM genießen! Die Pfeife kann auch ruhig zur Seite gestellt werden. Ein erneutes Anfeuern nimmt sie nicht übel. Im Gegenteil bis zum Schluss werden Geschmack und Raumaroma immer vollkommener. Latakia kann ich übrigens nicht schmecken.
Das letzte Viertel bricht nach etwa 45 Minuten an. Die Pfeife geht nicht mehr aus und jeder Zug bedeutet einen vollkommenen Genuss. Hier legt der Tabak dann eine gute Stärke an den Tag und man spürt das Nikotin. Auch der Rauch wird voluminöser. Das Raumaroma sucht seinesgleichen. Noch Stunden später schwebt dieser leichte pflaumige tabakechte Geruch im Raum. Eigentlich dürften nur die militanten Nichtraucher diesem Aroma nichts
abgewinnen können.
Ich lasse die Pfeife auskühlen und behandele sie entsprechend. Da oFi geraucht, benötige ich mehrere Reiniger um die Feuchtigkeit und Kondensate herauszubekommen. miFi hat man dagegen kaum Probleme, aber halt auch nicht das Geschmackserlebnis.
Fazit:
Kein Tabak für den Anfänger. Auch ich werde noch einige Zeit benötigen, um diese Mischung gebührend rauchen zu können. Ohne Filter hat der Raucher mehr vom Geschmack, muss aber auch die nötige Ruhe mitbringen.
Ich habe den Tabak auch aus verschiedenen gut eingerauchten Pfeifen genossen. Mit weniger Problemen. Vielleicht kommen in diesem Review auch die Kinderkrankheiten der Cherrywood zum Tragen. Dieser Tabak eignet sich, genau betrachtet, auch als Allday-Smoke bzw. zum „Nebenbei-Rauchen“. Die Pfeife kann abgestellt und immer wieder neu entfacht werden, ohne dass es dem Geschmack schadet.
Diese Mischung empfehle ich dem geübten Aromatenraucher, der gern einmal einen ersten Ausflug in die Welt der naturreinen Engländer unternehmen will.
Bestellen (telefonisch) kann man direkt bei: http://www.raucherhimmel.de
(30.10.2008)