zurück
Götz Natur
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Kohlhase & Kopp |
| Mischung: | Virginia, Orient(?), Kentucky(?), Latakia, möglicherweise auch Brasil |
| Schnittbreite: | Quaderschnitt, Normalschnitt |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50 gr. Runddose |
| Preis: | 10,75 DM |
Frank Nicolai
Das Witzigste an dem Tabak ist die Dose. Die üblich flache 50 Gramm-Dose kommt ohne Aufkleber und Etikett daher. Einzig die Steuermarke belebt das goldene Schimmern der Dose. Und... und die handgemalte (!) Aufschrift auf dem Deckel sowie ein gemalter Pfeifenraucher.
Beim Öffnen des Tabaks erwartete mich die erste Überraschung. Eindeutig war der Geruch von Latakia zu vernehmen - wenn auch nicht stark vorhanden. Unter einem Tabak namens "Natur" hatte ich mir eher eine Virginia-Mixture vorgestellt. Und doch wurde der Tabak dann seinem Namen gerecht.
Der Tabak schwelgt in Brauntönen, wobei die dunkleren überwiegen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob Orienttabak verwandt wurde, denn die dem entsprechenden grünlich-gelben Blattbestandteile suche ich vergeblich. Der von mir vermutete Kentucky ist nicht zu erriechen, beim Rauchen dann aber zu erschmecken. Der Schnitt ist mir in dieser Form noch nie vorgekommen: die Tabakblätter sind größtenteils in fast quadratische (8 x 8 mm) Stücke geschnitten, die von wenigen normal geschnittenen Anteilen umrahmt werden.
Infolgedessen ist das Stopfen sehr einfach: man lässt den Tabak einfach in die Pfeife purzeln und ohne Nachstopfen kann er entzündet werden.
Von ersten Zuge an schmeckt man, dass der Tabak seinen Namen nicht zu Unrecht trägt. Eine Aromatisierung hat nicht stattgefunden. Der Tabak ist herb-würzig, fast ohne Süße. Ich vermute durch das leicht zigarrige im Geschmack das Vorhandensein von Brasiltabak, was sich aber im Raumduft nicht widerspiegelt. Der Kentucky (IMHO) würzt ein wenig Bissigkeit hinein und der Latakia, der im Geruch noch gut vernehmlich war, scheint nur in homöopatischen Mengen anwesend zu sein. Der Tabak erinnert mich geschmacklich an keinen, den ich bisher geraucht habe. Ich kann also keine Vergleichsmöglichkeiten bieten; zumal er sicherlich nicht zu der Richtung Tabak gehört, die ich bevorzugt rauche. (Die Dose war ein Geschenk.) Dauerhaft ist er mir zu herb - ich habe ihn in Abständen von Tagen geraucht. Doch wenn geraucht, dann bietet er durch seinen eigenständigen Charakter schon Genuss.
Die Raumnote ist rauchig und herb; nicht jedermanns Sache und Freude. Der Abbrand ist zufriedenstellend, gerade anfangs geht der Tabak häufig aus. Wenn er dann aber glimmt, glimmt er schnell. Eine normalgroße Pfeife ist in einer halben Stunde aufgeraucht. Die Asche ist fein und variiert farblich zwischen weiss und dunklem Grau. Ohne Filter geraucht ist mir der Tabak zu bissig. Ich spreche das dem Kentucky zu, mit dem meine Zunge ihre Probleme hat. Doch auch mit Aktivkohlefilter schmeckt der Tabak ansprechend.
Fazit:
Ein Tabak, der "back to the roots" geht - oder: um im Namen zu bleiben: Zurück zur Natur. Reiner herb- rauchiger Tabakgeschmack, der mir nur zu wenig Süße bietet, ansonsten aber die eine oder andere Füllung wert ist. Auch preislich kann der Tabak überzeugen - und ich bin sicher, dass der Tabak bei anderen Händlern unter anderem Namen als Hausmischung noch angeboten wird. (interne K&K-Nummer: TK 93) Empfehlenswert ist er all jenen, die puren Tabak ohne Aromatisierung rauchen möchten und auch ab und an eine Zigarre nicht verschmähen.
(19.06.2001)