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Richmond Navy Cut (ehem. Medium Navy Cut)
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Made in Denmark for Richmond Cavendish Co. Liverpool |
| Mischung: | Virgina |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 50 g Rechteckdose |
| Preis: | 8,35 Euro (Sept. 2011) |
Gert Müller
Sehr angenehmes Tabakbild, gold- und zitronenfarbiger Virginia. Die Flakescheiben sind relativ gross, 7 x 5,5 cm und ca. 2 mm dick. Der Geruch aus der Dose ist gut, leichter VA-Duft, süßlich, appetitlich.
Da er nicht sehr fest gepresst ist, lässt er sich leicht aufreiben, was auch dem Anfänger entgegenkommen dürfte. Für eine mittlere Pfeife dürfte eine halbe Scheibe genügen.
Ich habe nach der berühmten Falt- Knick-Dreh-Methode gestopft, was sehr einfach geht. Anzünden ist auch nicht mit Schwierigkeiten verbunden, weil die Feuchtigkeit sich in vernünftigem Rahmen hält. Der Rauch ist leicht süßlich, eben wie ein guter Va. Er ist mild aber trotzdem leicht auf der Zunge spürbar, was aber nicht unangenehm ist, sondern zum natürlich Tabakaroma passt. Für einen Flake ist das Kondensat gering. Die Asche ist mittelgrau. Die Raumnote ist ganz dezent süßlich und tabakecht (sehr angenehm, wird mir auch von Nichtrauchern versichert).
IMO ein Flake zu einem vernünftigen Preis, den man mal probiert haben sollte. Ein Flake mit dem der Anfänger beginnen könnte, zumal er überall leicht erhältlich ist.
Fazit:
RMN ist schon sehr lange auf dem deutschen Tabakmarkt. Ich kenne ihn schon aus den 60iger Jahren, er ist also ein "Traditionstabak". Wer Flakes mag (auch ohne Perique), sollte ihn mal versuchen, meine Empfehlung hat er.
(18.10.2000)
Frank Nicolai
Der Richmond Medium Navy Cut war vor einigen Jahren der erste Flake, an dem ich mich versuchte. Da ich damals relativ gute Erfahrungen damit machte, habe ich ihn mir jetzt noch einmal gekauft.
Der Flake liegt in gestapelten Scheiben fest gepresst in der Dose. Es überwiegt helles Braun, durchzogen von hellblonden Fäden. Im Geruch entspricht der Richmond genau den Erwartungen, die ich an einen reinen Virginia-Flake stelle: es duftet ein wenig herb-grasig. Wenn der Tabak - was ich nicht glaube - aromatisiert ist, so ist das kaum zu erspüren.
Die besten Erfahrungen beim Stopfen habe ich gemacht, wenn ich den Tabak aufgerubbt in die Pfeife getan habe. Beim Knicken ist mir der Tabak häufig ausgegangen. Das mag daran liegen, dass die Flake-Scheiben relativ fest sind. Doch etwas aufgerubbt und dann nicht zu fest gestopft lässt sich der Tabak problemlos entzünden und bis zum Ende hin durchrauchen.
Der Geschmack wird dominiert von einem etwas herben Rauchgeschmack in dem Ansätze von der erwarteten Virginia-Süße nur dann zu erkennen sind, wenn der Tabak seeehr langsam (und kühl) geraucht wird. Da bereits im Geruch des Tabaks nur wenig Süße zu vernehmen ist, kann man davon ausgehen, dass für die Herstellung nicht unbedingt zuckerreiche VA-Sorten verwandt wurden. Der Geschmack bleibt bis zum Ende der Füllung relativ konstant; er legt zum Ende hin etwas an Schärfe und Stärke zu, die aber nicht zum Zungenbrand führt. Insgesamt würde ich den Geschmack für eher konservativ ansehen; es sind kaum Überraschungen zu erwarten. Und doch hat der Tabak ein gewisses Etwas, das mich gern zu ihm greifen lässt.
Er brennt (nicht ganz einfach kühl zu rauchen) bis auf den Boden der Pfeife zu einem kleinen Häufchen feiner Asche herunter. Es bildet sich dabei sehr wenig Kondensat. In der Raumnote überwiegt der Geruch nach verbranntem Tabak; das wird von Einigen nicht besonders geschätzt.
Fazit:
Der Richmond Medium Navy Cut macht seinem Ruf als Anfänger-Flake alle Ehre. Doch nicht nur denen, die das Rauchen von Flakes erlernen wollen, sei er ans Herz gelegt, sondern auch denen, die nach Tagen des Schlemmens mal wieder eine Scheibe Schwarzbrot essen möchten. Er ist bei weitem nicht so diffizil (im Rauchverhalten und Geschmack) wie der Skippers; nicht so süß wie der MB Navy Flake und aber trotzdem ein guter Tabak, zu dem man bedenkenlos greifen kann. Zumal es ihn fast überall zu kaufen gibt. In meiner persönlichen Wertung erhält er ein "empfehlenswert".
(27.12.2000)
Detlef Steinbrenner
Nach längerer Pause wollte ich mal wieder einen reinen Virginia-Flake probieren. Meine Wahl fiel auf den Richmond, und ich habe es nicht bereut.
Die Flake-Scheiben sind um einiges größer als bei Flakes, so dass man gut und gerne mit der Hälfte oder 3 Viertel für eine Füllung auskommt. Zunächst habe ich vor dem Stopfen den Tabak sehr fein zerbröselt, um einen guten Abbrand zu gewährleisten. Schon bei dieser Prozedur strömte ein geradliniger, reiner VA-Duft in meine Nase.
Stopfen und anzünden verliefen problemlos, der Geschmack nach den ersten Zügen verraten sofort: dies ist ein schnörkelloser, reiner VA-Flake ohne besondere Natursüße, aber dennoch rund und weich. Es gibt kaum Überraschungen, ich persönlich finde es aber erholsam, nach Tabaken mit vielen unterschiedlichen Geschmacksnuancen zwischendurch auf einen Tabak wie den Richmond zurückzugreifen.
Der Abbrand ist dank des gründlichen Aufrubbelns kein Problem, der Tabak schmeckt vom ersten bis zum letzten Zug, ab der Hälfte der Füllung wird er ein wenig stärker und gehaltvoller, was aber nicht unangenehm ist. Es bleibt am Ende nur feine, hellgraue Asche übrig.
Fazit:
Daumen hoch. Ein gelungener Flake, ohne Schnörkel, ganz geradlinig im Geschmack. Der Richmond Navy Cut ist kein Fruchtcocktail mit zahlreichen Geschmacksnuancen, sondern eher wie ein frisches, kerniges Bauernbrot. Meine Empfehlung hat er.
(27.04.2002)
Frank Nicolai
Den RMNC habe ich vor 2 Jahren schon einmal reviewt. Und dass ich derzeit viele Tabake ein zweites mal beschreibe liegt daran, dass ich alte Bekanntschaften wieder auffrische. Denn der Geschmack und das Urteil ändern sich im laufe der Zeit. Damals befand ich den Richmond Flake als empfehlenswert - das sehe ich auch heut noch so.
Auch wenn der Tabak etwas "sperrig" und "spröde" daherkommt und einiges an Zuwendung benötigt um wirklich gut zu schmecken - er ist es wert.
Der Tabak riecht nach reifem Heu aus der Dose. Er hat die rechte Feuchte um ihn - leicht aufgebröselt - sofort zu stopfen. Er mag weite und nicht zu hohe Pfeifenköpfe. Die Siena 320 KS ist eine Pfeife, die ihm sehr behagt (wobei: das ist eine Pfeife, aus der fast jeder Flake gut schmeckt).
Er brennt willig an - zwei, drei Versuche genügen - und braucht nur wenig Aufmerksamkeit beim Rauchen. Und wenn er mal ausgeht, dann kann man die obenauf liegende Asche abschütteln und den Tabak problemlos neu entzünden. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch. Der Geschmack ist grundehrlich. Einfach nur süßer Virginia. Aber es braucht ein wenig Übung und wirklich kühles Rauchen (deshalb: er ging mir häufig aus, weil ich vorsichtig war) um alles aus dem Tabak herauszuholen.
Nein, hastiges Rauchen nimmt er nicht wirklich übel - da ist er handzahm (zungenzahm?) - aber er schmeckt voller, würziger, wenn er sehr kühl geraucht wird.
Ohne Filter kommt er mir ein wenig bissig vor. Aber das kann an mir liegen. Ich habe ihn vor allem mit Meerschaumfiltern geraucht.
Während der Raumduft erstaunlich süßlich-rauchig ist, ist der Geschmack vor allem rauchig mit Süße. Die Asche ist ein wenig graues Gekrösel.
Fazit:
Der Richmond Medium Navy Cut ist ein zu selten beachteter Tabak. Er reicht nicht an meinen erklärten Liebling Golden Sliced heran (dessen leichte Aromatisierung mir sehr zusagt) heran, kann aber als Begleiter für den ganzen Tag gut gelten. Ich bin nicht enttäuscht von ihm und werde mir ab und an die eine oder andere Dose wieder kaufen.
(19.05.03)
Georg Pohl
Herstellerangaben: "Ein heller Flake aus erlesenen vollreifen Virginia Tabaken. Sein vorzügliches Aroma ist fein abgestimmt und entfaltet sich beim Rauchen voll zum Rauchvergnügen jeden Freundes eines besonderen Tabaks."
Als ich dies las, war ich quasi gezwungen, ein Döschen mitzunehmen...
Die Flakescheiben sind recht groß geraten (ca. 72 x 53 mm). Aus diesem Grund ist es richtig schwierig, sie in eine normale Pfeife zu kriegen. Man ist genötigt, eine der Flake-Stopf-Methoden anwenden (zerrubbeln, Knick & Falt, zerrupfen).
Die Geruchsprobe: lässt auf einen fast reinen, wenn überhaupt dann nur sehr sparsam aromatisierten Tabak schließen.
Das Anzünden: gelingt. Es kann ein wenig dauern, aber früher oder später brennt der Tabak (eher später). Auch während der Füllung war gezwungen einige male nachzufeuern. Es entwickelt sich beim Rauch so gut wie kein Kondensat; die übrig bleibende Asche ist recht dunkel.
Die Raumnote: leider kann ich mangels Publikum nur eine vage Beschreibung geben. Nachdem ist den Raum (ohne Pfeife) längere Zeitverlassen habe, kann ich eine nur sehr dezente und nicht unangenehme Raumnote feststellen.
Der Geschmack: der RMNC ist ein ehrlicher Virginia. man schmeckt den Tabak, eine leichte Süße, die zur Mitte der Füllung in etwas zunimmt und danach fast ganz verschwindet. Der Tabak wird nicht beißend oder unangenehm.
Fazit:
der Tabak ist empfehlenswert. Vielleicht nicht gerade ein Anfängerflake, aber wer einen sauberen Virginia sucht, wird hier fündig werden.
(29.10.03)
Matthias Schrör
Der Richmond Medium Navy Cut wurde mir vor Jahren von dem Vater eines guten Freundes empfohlen. Er habe, so erzählte er mir auf Nachfrage, seinerzeit vor 40 Jahren mit dem Richmond angefangen, Pfeife zu rauchen und seitdem nichts anderes in seine Pfeifen kommen lassen. Nein, er habe auch nicht gelegentlich geschenkte andere Tabake probiert, sondern diese postwendend weiterverschenkt.
Ich kannte den Richmond schon seit längerem, seine schlicht gehaltene Dose war mir schon häufiger beim Tabakhändler meines Vertrauens aufgefallen, aber gekauft hatte ich ihn bis dato nicht. Doch hatte die ausgesprochene Treue des Vaters mein Interesse geweckt - trotz seiner Warnung: „Der raucht sich leicht heiß, ich hatte in meinem Leben schon mehrere Dutzend Durchbrenner“. So entschloß ich mich zum Kauf. Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe.
Das Tabakbild wurde von meinen Vorgängern schon ausführlich und zutreffend beschrieben. Auch teile ich die Ansicht, daß bei diesem Tabak vor allem zuckerärmere Virginias verwendet werden.
Doch nun zu meinen Erfahrungen. Ich habe den Richmond stets miFi geraucht, einige oFi-Versuche dagegen schnell abgebrochen. Mir persönlich brannte er dann zu stark auf der Zunge. Meistens verwende ich den Filter von John Aylesbury, der nach Aussage meines Dealers an zwei Seiten aus Keramik bestehen soll. Am liebsten rauche ich den Richmond aus meiner alten McLintock-Pfeife, eine schlanke Half-Bent mit mittlerem Füllvolumen. Vor dem Anzünden zerrupfe ich eine halbe Scheibe des Flakes in möglichst kleine Stücke, die ich relativ lose in meine Pfeife stopfe. Festeres Stopfen verträgt der Tabak m.E. nicht so gut. Die kleinsten Brösel „lege“ ich obenauf, so daß das Anzünden leichter vonstatten geht. Brennt der Tabak einmal, macht er keine großen Anstalten, auszugehen und brennt mit gut mittlerer Geschwindigkeit ab. Das Rauchen erfordert keine größere Aufmerksamkeit - der Richmond ist sehr gutmütig und bildet wenig Kondensat.
Seinen Geruch vor dem Anzünden empfinde ich als sehr angenehm, leicht heuig, unaufdringlich - den Vergleich mit Schwarzbrot oder kräftigem Bauernbrot halte ich für absolut zutreffend -, kurz: nichts Außergewöhnliches, aber grundehrlich. Denn tatsächlich bekommt der Raucher das, was er beim „Nosing“ erwarten darf - ein schnörkelloses Rauchvergnügen, mit leichter hintergründiger Süße der Va-Tabake. Der Nikotingehalt hält sich in Grenzen.
Auch wenn der Tabak bis vor kurzem (neue Gesetzgebung!) den Zusatz „medium“ im Namen trug, würde ich ihn eher als etwas unter medium einordnen. Wie so viele Tabake entfaltet er sein ganzes Aroma beim langsamen Schmauchen, aber auch für den Schnellraucher ist er noch geeignet. Er verliert dadurch zwar einiges von seinen geschmacklichen Nuancen, ohne aber allzu scharf zu schmecken. Auch Wiederanzünden verträgt er einigermaßen gut, obwohl er es bei den ersten Zügen doch mit einem etwas dumpferen, an verbrannte Kohle erinnerndes Aroma quittiert. Ab der Hälfte des Rauchopfers tritt die leichte Süße sukzessive in den Hintergrund, der Geschmack wird herber und stärker, dies ohne unangenehm zu werden. Ich rauche meine Füllungen stets bis zum Ende, eine Tatsache, die man für die Qualität eines Tabaks m.E. kaum hoch genug bewerten kann.
Die zurückbleibende, sehr feine weiße Asche eignet sich auch hervorragend zum Einrauchen neuer Pfeifen. Auch meine Süßpanscherpfeifen rauche ich mit dem Richmond ein. Er neigt etwas zum Heißrauchen, aber dabei habe ich schon viel schwierigere Fälle erlebt. Das Preis-Leistungsverhältnis (mittlerweile 6,05 Euro pro 50g-Dose) hält sich ebenfalls in einem erträglichen Rahmen. Die Raumnote wird von meiner nichtrauchenden Freundin als „angenehm und aromatisch“ beschrieben.
Fazit:
Der Richmond Navy Cut ist der beste Tabak, den ich je geraucht habe. In meiner Skala übertrifft er - die gewiß sehr guten - Orlik Golden Sliced und De Luxe Navy Rolls. Ich halte ihn, nicht zuletzt für den Pfeifenneuling, für sehr empfehlenswert. Der Richmond ist zu meinem Allday-Smoke geworden - und ich hatte bis heute glücklicherweise keinen einzigen Durchbrenner.
Eugen Marmann
Aroma:
Beim Öffnen der Dose kann man den herb-fruchtigen und etwas säuerlichen Geruch wahrnehmen, den ich mit naturbelassenem Virginia verbinde. Es scheint sich jedoch eher um die etwas kräftigeren Virginiasorten zu handeln.
Erscheinungsbild:
Der Tabak liegt in genau passenden Flakescheiben mit einer Größe von ca. 7cmx4cm in der Dose. Die Farbe ist ein dunkleres braun mit einigen helleren und dunkleren Sprenkeln. Die Scheiben haben genau die richtige Feuchte und lassen sich leicht in die Pfeife bröseln. Dieser Flake ist auch für Anfänger gut händelbar.
Abbrand:
Im Abbrand ist der Tabak sehr gutmütig. Ein Pfeifenstreichholz reicht aus, um ihn zu entzünden. Der Tabak brennt sauber herunter und gehört zu den wenigen, denen ich kaum Beachtung schenken muss. Auch wenn man sich auf andere Dinge konzentriert, muss selten nachgefeuert werden. Es entsteht in der Regel eine lockere, graue Asche mit wenig bis keinen Tabakstückchen.
Geschmack
Der Geschmack ist ein recht kräftiger Virginiageschmack mit fruchtig-säuerlichem Aroma. Ich würde ihn als naturbelassen einstufen. Aufgrund des kräftigen Geschmacks würde ich persönlich vermuten, dass er eine ordentliche Portion Mysore Virginia enthält. Der Geschmack bleibt bis zum Schluss erhalten. Der Tabak lässt sich sowohl mit und ohne Filter angenehm rauchen. Da der Geschmack aber schön kräftig ist kann ich gut beim Filter bleiben.
Fazit:
Ich bin von dem Tabak immer wieder begeistert. Er ist in der Geschmacksbreite so abwechslungsreich, dass er nie langweilig wird. Sonst werden mir Virginiamischungen nach einiger Zeit schon mal langweilig. Den Richmond möchte ich aber immer im Haus haben. Ein sehr guter Tabak auch zum mitnehmen, weil man mehrere Pfeifen hintereinander rauchen kann, ohne ihn überzubekommen. Der Tabak ist nichts hochkarätiges aber ein guter Alldays. Das Preisleistungsverhältnis ist jedoch IMO unschlagbar. Der Tabak ist in jedem besseren Tabakladen erhältlich und sogar an Tankstellen habe ich ihn schon gesehen.
(25.07.2006)
Frank Navissi
Grundehrlich. Grundsolide. Grundgut.
Mit diesen drei Worten kann man den Tabak schon fast umfassend beschreiben. Doch wären das wohl für ein Review wohl doch zu wenig der Worte.
Der Richmond Navy Cut ist sicherlich keiner der Tabake, die man als Spezialität, als hervorstechend, als umwerfend neu bezeichnen würde. Aber gerad das macht meiner Meinung nach seinen Charme aus. Wann immer ich Appetit auf einfachen, satten Virginia habe ist dieser Flake der erste, an den ich denke. Und so habe ich mir vor gut zwei Wochen eine Dose gekauft, geöffnet und gleich die erste damit gestopft. Und siehe! Seitdem habe ich ausschließlich den Navy Cut geraucht. Trotz einiger "Spezialitäten" im Tabakschrank.
Was mir an dem Tabak behagt ist sein gutmütiges Glimmverhalten, sein wirklich rundum ausgeglichener Geschmack und seine natürliche Unaufdringlichkeit. Er versucht nie, in die erste Reihe zu kommen; schreit nicht "Hier bin ich!", sondern versieht seinen geschmackvollen Dienst ganz ohne Gedöhns und Glimmer.
Da ich - wie ich eben bemerkte - dem Richmond bereits zwei Reviews gegönnt habe, werde ich mich tatsächlich kurz fassen.
Ich stimme mir selbst zu bei dem, was ich darüber schon schrieb. :-)
Man sollte sich ab und an an diesen wunderbar einfachen Genuss erinnern!
(12.03.2009)
Ralf Ruhenstroth
Also ich muss schon sagen: Die Aufmachung, bzw. das farbenprächtige
Erscheinungsbild (das ist Rock'n'Roll!!!) der Dose lässt mich nicht
vermuten, welch großartiger Virginia-Genuss sich darin befindet. Nicht
nur rein äußerlich ist der Richmond „Navy Cut“ ein Klassiker.
Denn schon beim Öffnen deutet alles genau darauf hin, was ich mir immer
wünsche. Es duftet nach Brot, vorzugsweise nach etwas Früchtebrot und
ich finde übereinander gelegte, recht breite, aber flache Flakescheiben
(7 cm lang, 4 cm breit), hell – mittelbraun.
Und es geht vollkommen unkompliziert weiter. Nicht zu feucht, nicht zu
trocken. Einfach entnehmen, entsprechende Portion abreißen und dann als
Ganzes, geknickt und gefaltet in die Pfeife. Da wundert das
leichtgängige Anbrennen kein bisschen, und sofort stellt sich ein sehr
süßer, wenig bis gar nicht aromatisierter Geschmack ein. Eben
naturbelassen. Klar, langsam ziehen, sonst wird die Pfote heiß. Aber
ansonsten gibt es da kaum etwas zu beachten.
Dieser Flake ist anfängergeeignet und offenbart einen großartigen
Genuss. Der Tabak ist mittelstark, haut also niemanden aus den Fugen,
und er verfügt über ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Dass der kleine
Tabakdealer direkt neben der Firma den „Navy Cut“ auch noch im Angebot
hat, führt eben dazu, dass ich ihn fast immer im Hause habe. Ein
Top-Tabak für Virginia-Fans und solche, die es werden wollen. Wer
braucht da noch ready rubbed? Mehr gibt es dazu von mir nicht zu sagen.
(05.09.2011)