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Rotary Navy Cut Flake
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Rotary |
| Hersteller: | Kohlhaase und Kopp |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | Flakes |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 50g Rechteckdose |
| Preis: | 7,55 Euro |
Rolf Öttking
Ein Tabak für Ordnungsliebhaber: Die Im Vergleich (z.B.) zu Erinmore Flake etwas trockeneren Flake- Scheibchen liegen ordentlich in zwei Stapeln in der Dose und sind in keiner Weise beschädigt oder geknickt, oder angemackt oder...
Leider müssen wir, um sie in die Pfeife zu applizieren, dieses Bild, Scheibe für Scheibe zerstören, welches von heller bis mittelbrauner Farbe reicht, und IMO aus den Virginias verschiedener Provenienzen herrührt. Zwei Scheibchen reichen für eine Pfeifenfüllung nach der Falt-Knick-Schraub-Methode, besser, so denke ich, bekommt dem Tabak eine etwas deutlichere Zerfaserung. Letztere Methode schwächt auch die Anzündwehen, die man bei aufrecht stehenden Flakes immer mal hat, gut ab, man kommt meist mit zwei bis drei Streichhölzern aus, zieht einige Male und der Tabak kann, nach leichter Entfaltung, erst einmal wieder geglättet werden. Das nachfolgende Wiederentzünden kann, beim regelmäßigen Ziehen, das letzte sein.
Geschmacklich ist der Tabak recht ordentlich, die Virginias sind deutlich, aber nicht streng, er beißt nicht und verhält sich auch sonst recht raucherfreundlich: ein Flake zum Üben, sowohl in der Flake- als auch in der VA- Richtung. Im Vergleich zu anderen Flakes ist hier kein Casing spürbar (wie beim Erinmore Flake), er ist auch deutlich milder als dieser, erst recht also als der Marlin Flake oder gar der Skippers Flake.
Der Tabak macht während des Rauchens allerdings eine Entwicklung durch, eine anfangs vorhandene Süße tritt ab der Hälfte der Füllung zugunsten einer mehr tabakigen Komponente (Virginia- „Heu"- Note) in den Hintergrund. Beide Noten sind zwar die ganze Füllung hindurch vorhanden, lösen aber einander in der Gewichtung ab. Der Tabak produziert eine trockene Asche, die leicht aus der Pfeife fällt.
Fazit:
ein nicht zu schwieriger Flake, an dem auch der Anfänger etwas über VA's lernen kann, ohne durch Geschmackspotpourris mit übervielen Noten überfordert zu sein. Die Rechteckdose hält allerdings nicht allzu dicht, so dass die Gefahr des Austrocknens bei dem ohnehin nicht zu feuchten Tabak leicht gegeben ist. Dann neigt der Tabak zum Heißrauchen und damit zum Geschmacksverlust. Ich hoffe, diesen Tabak auch in Zukunft irgendwo- und sei's von einem anderen Hersteller- vorzufinden, leicht zu erstehen ist er derzeit ohnehin schon nicht. Empfehlenswert.
(03.01.2001)
Frank Nicolai
Der Rotary ist ein recht seltener und kaum bekannter Flake. Und so war es eher Neugierde denn Ahnung, die mich den Tabak kaufen ließ. Die Dose in edlem Dunkelblau, die Schrift golden darauf wirkt elegant. Und da von Kohlkopp und preislich im Rahmen konnte nicht viel schiefgehen.
Die Flake-Scheiben sind zwar ziemlich fest in die Dose gepresst, aber teilweise schon etwas ausgefranst. Mich stört das nicht sonderlich da ich Flakes prinzipiell aufrubbe. Die Farbe spielt von mittelbraun bis hellgelb. Vogelaugen sind fast keine zu sehen - ein Zeichen dafür, dass keine Rippen verwendet wurden und der Tabak nicht zu leicht sein dürfte.
Im Geruch findet sich etwas dezent-fruchtiges, dass mich an Beeren erinnert oder Trockenfrüchte. Allerdings ist das unter dem Virginia-typischen Heugeruch kaum wahrnehmbar. Auf der Dose steht: "...drei verschiedene leicht süßliche Virginia-Tabake zusammen mit einem außergewöhnlichen Top-Flavour..." Nun gut, das Wort "außergewöhlich" trifft es nun nicht wirklich; man kennt dieses Aroma von etlichen dänischen Tabaken. Und das ist das Stichwort: Man hat es hier mit einem waschechten Dänen zu tun.
Von Beginn an ist dieses sehr angenehme, leicht süße Aroma zu schmecken. Diese Süße überlagert jedoch nie den rauchigen Tabakgeschmack. Insbesondere beim filterlosen Rauchen kann man den reinen Tabakgeschmack sehr gut nachempfinden. Merkwürdigerweise hatte ich das Gefühl, das Filter vor allem das Aroma und weniger vom Tabakgeschmack durchlassen.
Der Rotary ist ein sehr gleichmäßiger Tabak. Das meint: von Beginn bis Ende der Füllung bleibt der Geschmack relativ gleich und gut. Er wird zum Ende hin ein klein wenig kräftiger - ist insgesamt aber eher als leicht-medium einzustufen.
Es tut dem Tabak gut, wenn er ein wenig abtrocknet - er schmeckt richtig gut erst drei vier Tage nachdem die Dose geöffnet wurde (die nicht sehr dicht schließt, wenn sie einmal geöffnet ist).
Der Rotary brennt ohne Mucken bis zum Ende aus grau-weisser Asche klaglos herunter. Anfangs musste ich einige Male den Reiniger bemühen; je trockener der Tabak in der Dose wurde desto weniger war
das jedoch notwendig.
Der Raumduft ist überwältigend. Ich mag diesen satten, süßen Rauchgeruch der selbst, wenn er erkaltet ist, nicht stinkt sondern aromatisch ist.
Fazit:
Diese Dose Rotary war nicht meine letzte. Sicherlich kein Tabak, an dem sich die Geister scheiden, keiner, vor dem man kniet. Aber einer, der grundsolide, ehrlich und gut ist.
Er ist jeden der 665 Cent wert und sollte von allen Flake-Freunden einmal versucht werden.
(26.05.04)
Winfried Keisinger
Der Rotary Navy Cut Flake wird von Kohlhase & Kopp (Steuernummer 26602) hergestellt. Die Flakescheiben von mittelbrauner Farbe mit wenigen hellen Einsprengseln liegen sauber gestapelt in einer schlichten rechteckigen Dose. Nähere Informationen über den Tabak sind auf der Dose nicht vorhanden. Im Laden wird der Tabak wohl eher seltener zu haben sein (zumindest ist er mir noch nirgendwo aufgefallen), und auch bei Onlineshops muss man ein wenig suchen.
Der Rotary riecht in der Dose schlicht und einfach nach VA mit einem Hauch von Sommerwiese, eine Aromatisierung ist nicht feststellbar. Anfangs noch recht feucht und im Geschmack eher nichtssagend entwickelt der Flake im Laufe der Zeit mit zunehmender Trocknung immer mehr Aroma. Fast schon zu trocken ist anscheinend der Idealzustand für diesen Tabak. Er bietet dann einen sehr schönen VA-Geschmack, nicht säuerlich-spritzig, sondern eher natürlich süß.
Ich habe den Tabak meistens mehr oder minder aufgerubbelt geraucht unter Verwendung eines Aktivkohlefilters. Stopfen und Anzünden sind unproblematisch, die Raucheigenschaften (zumindest in etwas trockenerem Zustand) tadellos. Der Rotary brennt ohne Probleme ab, kein Sottern, kein Zungenbrennen. Die Tabakbasis scheint recht gut zu sein. Viel Aufmerksamkeit ist nicht vonnöten, um die Füllung in ein Häufchen heller Asche zu verwandeln. Sein natürliches Aroma bleibt über die gesamte Rauchdauer erhalten. Die Stärke würde ich knapp im mittleren Bereich ansiedeln.
Sicherlich gibt es vielschichtigere und spannendere Tabake. Der Rotary ist geschmacklich eher einfach gestrickt. Ein guter VA - gerade heraus, ohne große Überraschungen.
Fazit:
Einfach, aber gut und seinen Preis durchaus wert. Bei Gelegenheit werde ich mir sicherlich wieder ein Döschen bestellen. Eine echte Empfehlung für alle VA-Liebhaber oder diejenigen, die mal die unaromatisierte natursüße Richtung testen wollen. Auch Flakeanfänger dürften mit dem Tabak gut zu recht kommen.
(02.05.2010)