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Neumarkt Special 2002

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Tabak Jurewicz Neumarkt Special 2002

(Pfeifentabak)

Markenname:Tabak Jurewicz
Hersteller:K&K
Mischung:Virginia
Schnittbreite:ca. 1,5 mm dicke knapp 18cm lange Flakes (6
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:medium
Verpackung:100g im Acryl-Vorratstopf (!)
Preis:16,10 Euro

Peter B. Schmidt

Auch Herrn Jurewicz ging ich mit meinem Wunsch nach einem schönen, leichten Virginia zum Sommer an, der Richmond Navy Cut war ihm allerdings auzsgegangen - so riet er mir zu seiner Hausmischung "Neumarkt Special 2002", wegen der er, wie er mir augenzwinkernd versicherte, kaum noch Orlik Golden Sliced verkauft.

Der Tabak kommt in einem dieser praktischen Acryl-Voratstöpfen daher, was man bei der Bewertung des Preises nicht vergessen sollte, und ist damit ideal verpackt.

Im Topf finden sich "Teppichstreifen" von ca. 15-18 cm Länge und einer Schnittbreite von ca. 1,5 mm. Die Flakes sind hell- bis rötlichbraun mit vielen hellen Einsprengseln. Der Dosengeruch erinnert tatsächlich an den Orlik Golden Sliced, wenn auch mit etwas mehr "Süße" und "Frucht"; der für den Orlik Golden Sliced so typische Anisgeruch (zuindest mal bei der Dosenware) ist nur zu ahnen, wenn man danach sucht.

In passende Flakes "geschnippelt" ("Sag mal, ist das ... Tabak auf dem Küchenbrettchen? Iiiih!") und in eine wartende Pfeife geknickfalstopft ist der Neumarkt Special 2002 schnell entzündet (zünden, planieren, zünden, passt) und entfaltet erstaunlich klare Virginia-Geschmacksnoten in fülligem Rauch. Prima!

Im Rauch kann man auch etwas "Frucht" (Zitrus? Bergamotte?) erahnen, aber das Topping unterstützt subtil und unterschwellig den vollen Geschmack des Basistabaks, den ich als hochwertigen Virginia beschreiben würde - ein nuancenreicher Tabak, mit mehr Tiefe als im Richmond Navy Cut. Das Topping prickelt noch ein kleines wenig dazu, damit ist sein Job (perfekt!) getan.

Im Unterschied zum Orlik Golden Sliced (Pouch wie Dose) kommt vom Neumarkt Special 2002 nicht die "Aniskeule", die den Orlik Golden Sliced schon fast Mundwasserqualitäten verleiht: den Ton gibt der Tabak an, sonst keiner. Und der ist gut, sehr gut sogar. Auch wenn es mir schwer fällt, das Topping wegzudenken, bin ich trotzdem der Meinung, dass der verwendete Virginia durchaus in der Lage ist, dem Richmond Navy Cut und dem Skippers Flake in Sachen "pure Quality Virginia" eine lange Nase zu drehen - OK, ist ja auch eine Frage des Preises, der Richmond und der Skippers im "Vorratssack" wären unfair behandelt, wenn man ihnen eine "minderwertigere" Tabakbasis im Vergleich zum Neumarkt Special vorwürfe.

Der Neumarkt Special 2002 ist nicht so süß wie der Skippers und nicht so "kräftig" wie der Richmond, seien Qualität kommt als Understatement daher, wie es so typisch ist für Bewohner des Frankenberger Viertels in Aachen (dort findet man das Pfeifenstudio des Herr Jurewicz, ich hoffe, dass Aachener hier gerade geschmunzelt haben, Auswärtige mögen mir den lokalkolorierten Kalauer verzeihen).

Nein, der Neumarkt 2002 ist nicht einfach ein "Orlik Golden Sliced aut idem", er ist ein eigenständiger Tabak, eine Variation des Themas. Als "Hallowach und Guten Morgen" tendiere ich eher zum Orlik , das Produkt aus dem Hause Jurewicz findet bei mir seine Anwendung eher für erfrischende, aber dennoch besinnliche Rauchopfer, die etwas bewusster gestaltet werden als die morgendliche Orlik-Dusche.

Als Flake hängt der Abbrand natürlich von den Stopfkünsten und dem Stopfgeschick ab - ab und an hat man dann doch noch ein paar Fasern in der erloschenen Asche, meist brennt er aber klaglos und fordert auch beim "Nebenherrauchen" weniger "Anfeuerung" als viele andere Flakes - das hat er mit dem zitierten "Vorbild" gemein. Mit Geschick und glücklichem Händchen glimmt der Neumarkt Special 2002 bis zum süßen Ende und hinterläßt dem Raucher nur ein Häufchen recht heller Asche, Kondensat und Sotter braucht man nicht zu befürchten.

Zur Raumnote kann ich wenig sagen, mir scheint er im Raum etwas "leichtere" Spuren zu hinterlassen als sein "Vorbild", Alles in Allem also angenehm für die, die würzigen Tabakrauch mögen ;-) mit etwas Süße für die, die sich an würzigen Tabakrauch noch gewöhnen wollen. Alle anderen reißen das Fenster auf :-P

Ich würde den Neumarkt Special als "Leicht-Medium" einstufen - leichte Tabake rauche ich selber eigentlich nicht, der Neumarkt Special 2002 ist ein Tabak für alle Tageszeiten, es sei denn, man möchte die "Keule".

Fazit:
Eine sehr gelungene Variation des Themas - darbgeboten in uriger Form und mit genug eigenem Character, um mit seiner Inspiration gemeinsam in meiner Tabakbar einen Platz zu erobern. Lobenswert, dass nicht nur ein "mee too"-Mix entstanden ist, sondern eine eigenständige Variante. Daumen hoch, der Neumarkt Special 2002 wird bei mir noch öfter glimmen.


Frank Nicolai

Dieser Tabak wurde mit vier weiteren an drei d.a.f.t'er verschickt, die im Blindreview folgende Urteile abgaben:


Beim zweiten Test-Tabak handelt es sich um einen wunderschön aussehenden Flake. Die Nase verrät: das ist reiner Virginia! Der Tabak hat leider ein paar ziemlich harte Blattstrünke dabei (in der Probescheibe, die ich hatte, befanden sich zwei solcher Teile) Das ist schade. Aber wenn man die beim Stopfen (leicht aufrubben oder Knick-Falt mit viel Luft in die Pipe stopfen) aussortiert lässt sich der Tabak gut entzünden und bis zum Ende problemlos durch rauchen.

Der Geruch des Tabaks ist geprägt von einem als strohig wahrgenommenen Duft wie er charakteristisch ist für die eher herberen Virginias. Doch Erstaunliches zeigt sich schon bei den ersten Zügen: der Tabak hat eine grundsolide Grundsüße! Gut. Und er ist um einiges kräftiger als der Geruch vermuten lässt. Im Laufe der Pfeifenfüllung wird er immer kräftiger; aus (zu) großen Pfeifen geraucht vermute ich ein gewisses "Kawumm-Erlebnis".

Eigentlich unterscheide ich bei Virginia-Flakes immer zwischen herben und süßen - bei diesem Tabak gelingt mir das nicht ganz. Denn er ist beides. Gerad beim filterlosen Rauchen zeigt er herbe Spitzen über einer weiter hinten liegenden Süße - ein sehr interessanter (und schmackhafter) Effekt. Ein AK-Filter nimmt beides ziemlich weg - der Tabak bleibt aber trotzdem gut und süffig.

Die Asche ist eine puderförmige Freude (wenn man die oben angesprochenen Strünke entfernt hat) und der Raumduft ist... eher bitter (sagt meine Frau) - und rauchig. Nicht sonderlich aufregend...

Fazit:
Der Petersche Flake ist eine tolle Überraschung geworden. Davon möchte ich mehr!


Stephan Beeck

Mischung: Goldgelber Virginia
Schnittbreite: Flake

Der Tabak duftet nach Heu, virginiatypisch nach etwas Zitrusfrucht aber auch leicht nach Nelken. Das Tabakbild zeichnet sich durch einen goldgelben Virginia aus, der einem wunderschön entgegenstrahlt. Ich habe zum Einbringen in die Pfeife mehrere Methoden versucht, zerbröseln war IMO die beste zumal der Tabak ohnehin nicht sehr fest gepresst war.

Nach dem Stopfen ist der Tabak etwas "mürrisch" zum anzünden, brennt aber dann, wenn er einmal glimmt gut ab. Man braucht halt nur etwas um die gesamte Oberfläche ans Brennen zu bekommen.

Der erste Eindruck setzt den Geruchstest fort, man schmeckt einen typischen, heuig-fruchtigen Virginia. Leider geht aber auch sofort ein wenig das für mich ebenfalls virginia-typische Beißen einher, welches aber nach ein paar Zügen nicht mehr so stark ins Gewicht fällt. Man merkt aber sofort, mit was man es zu tun hat.

Geschmacklich geht er für mich in die Richtung des Ashton Golden Flake, des Richmond Navy Cuts und des Capstan (gelb), aber er hat vielleicht auch etwas vom Scottish Flake von McConnell.

Der Tabak brennt für mich relativ unspektalär herunter. Es stellt sich zumindest für mich kein Aha- und Oho-Effekt ein. Virginia-Fans mögen das anders sehen. Der Geruch ist tabakecht und nicht unbedingt geeignet für Nichtraucher-Haushalte, dafür riecht er zu sehr nach "Zigarette".

Durch die Nase ausgeatmet kommen dann auch wieder die Nelken ein wenig durch, die dem Tabak ein wenig Würze und Aroma geben, ist er doch sonst recht neutral schmeckend. Das Beißen auf der Zunge setzt sich aber nach dem ersten Drittel erneut fort, bleibt aber auch hier nicht lang. Man merkt nur, daß der Tabak sich etwas verändert.

Das zweite Drittel wird dominiert von einem kräftigen Virginia-Geschmack, naturbelassen und ehrlich. Feine Nuancen vermag ich nicht rauszuschmecken. Es bleibt bei zitrusfruchtig und heuig, was sich auch nicht groß ändert. Zum Ende hin hatte ich immer ein paar Kondensat-Probleme, aber die kenne ich schon von hellen Virginia-Flakes und wunderten mich nicht. Ich führe das aber darauf zurück, daß ich nicht genug Übung habe, was solche Flakes angeht, da ich eher Mixtures rauche.

Auch wurde er mir leicht heiß, aber keinesfalls gefährlich heiß. Ich habe es nur bemerkt, daß die Pfeife leichter dazu neigte. Hierdurch wird natürlich auch ein Sottern begünstigt.

Das letzte Drittel zeichnet sich dann etwas nikotinreicher ab und der Tabak zeigt, daß er nicht gerade superleicht ist. Ich will und würde ihn nicht als "stark" bezeichnen. Da gibt es sicher andere, aber - das ist vielleicht auch Tagesform-abhängig - ich habe doch gemerkt, daß die Füllungen vielleicht etwas groß bemessen waren, auch wenn es sich "nur" um eine normalgroße Pot gehandelt hat. Für eine dritte, kleinere Füllung hat es dann aber nicht mehr gereicht, als daß ich hier einen Vergleich hätte anstellen können.

Außerdem entwickelte er ansatz- und erstaunlicherweise ein leicht fruchtiges Aroma in Richtung Beeren, jedoch nicht aufdringlich oder hervorstechend.

Zum Schluß vermengt sich die graue Asche etwas mit dem Kondensat und dann ist auch schon Schluß. Keine großen Überraschungen (mit Ausnahme des Beeren-Aromas, was aber nicht ausgeprägt genug war), keine besonderen Vorkommnisse.

Fazit:
Dieser Tabak ist ein waschechter, guter Virginia-Flake, den Liebhaber dieser Flakes sicher zu schätzen wissen. Ich für meinen Teil bleibe da aber lieber beim "Best Brown Flake" oder dem "Germain's Brown Flake", haben diese doch für mich - geschmacklich - mehr zu bieten. Dieser Flake ist mir zu langweilig virginia-typisch - für andere mag jedoch genau das den Reiz auszumachen.


Eugen Marmann

Nr.2 : Ein Flake aus leichteren Virginiasorten. Der Süßegehalt ist ziemlich hoch. Es fehlt der leichte Anisgeschmack, sonst würde ich es für den Orlik Golden Sliced halten. Ausserdem zerfällt der Flake nicht so leicht wie der OGS.

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