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No 15

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Peter Heinrichs No. 15

(Pfeifentabak)

Markenname:Peter Heinrichs
Mischung:Virginia, Latakia, Orient, Perique
Schnittbreite:ready rubbed
Typ:englisch
Stärke:medium
Verpackung:100 gr.
Preis:14,50 Euro

Frank Nicolai

Wie wir alle wissen, sind die Peter Heinrichs Tabake keine Erfindung des Hauses der 10.000 Pfeifen sondern Mischungen, die deutsche Tabakhersteller mit dem entsprechenden PH-Etikett versehen. So ist der hier reviewte No. 15 mit dem "My own Blend" von John Aylesbury identisch, der in diesem Jahr neu auf dem Markt erschien. Auch die No. 15 ist noch neu im Programm von PH - trotz der niedrigen Nummer ist er im aktuellen Tabakheftchen noch nicht enthalten.
Die Nummer 15 kommt als ready rubbed Latakia-Blend daher - also in einer Schnittart, die eher untypisch für Latakia-Blends ist. Schon Latakia-Flakes wie der Discovery von DTM oder der Bengals Sliced sind Exoten; die Nr. 15 so noch mehr. Für mich zumindest ist es die erste Begegnung mit einem ready rubbed Latakia-Blend.
Im Geruch herrscht herb-süßer Latakia vor, auch die Farbe ist tiefschwarz, durchzogen von einigen hellen Fäden. Neben diesem - ein wenig an Discovery erinnernden - Geruch klingt eine Spur Süße an, die eindeutig den verwendeten Virginias zuzuordnen ist.
Das Stopfen geht sehr leicht. Wenn der Tabak schon geraume Zeit geöffnet ist kann man dieses krümelige Gefühl zwischen den Fingern verspüren, dass mir auch beim Discovery aufgefallen ist. Es ist wie Staub - kohlenstaubfarbend. Man sollte den Tabak - insbesondere auch im unteren Teil des Kopfes - nicht zu fest stopfen - der Tabak braucht Raum und Luft zum glimmen. Hier ist ein bisschen Experimentieren vonnöten.
Der Tabak benötigt aufgrund des Schnitts (ich habe oben auf den Tabak immer ein wenig kurzfasrigen Tabak gekrümelt) nur zwei, drei Anzündevorgänge um dann bis zum Ende hin durchzuglimmen. Beim Nachstopfen sollte man vorsichtig zu Werke gehen und dabei darauf achten, dass am Rande keine Schicht nicht abgebrannten Tabaks stehen bleibt. Das passiert ab und an und ich habe diese "Rinde" einfach auf die Asche gelegt. Sie verglimmt dann mit. Den Geschmack prägt der Latakia weniger als der Geruch erwarten lässt. Vornehmlich ist die Süße der Virginias, gepaart mit einer ganz leichten, spritzigen (?) Säure der Orienttabake das tragende Element des Geschmacks. Der Latakia ist immer deutlich teerig-nussig anwesend; ohne jedoch die Oberhand zu gewinnen. Der lt. Aylesbury zugefügte Perique scheint nur das Tüpfelchen auf dem i zu sein; eine minimale Zugabe, die der Mischung Würze gibt ohne dass man den Perique jedoch schmecken kann.
Die Raumnote ist schwer-würzig und erinnert an Herrenabende am Kamin. Auf einem Schloss, dass in irgendeinem Edgar-Wallace-Film die Hauptrolle spielt. Und Nebel...

Fazit:
Der Peter Heinrichs No. 15 ist ein empfehlenswerter Engländer, dem man vieles abgewinnen kann, wenn man gelernt hat, ihn richtig - das heißt langsam - zu rauchen und richtig - das heißt locker - zu stopfen. Dann verführt er zu Träumen. Anfängern ist er deshalb eher nicht zu empfehlen. Geübte Raucher können an dem Tabak ihre Freude haben.
Er ist nicht sehr stark im Nikotin, aber im Geschmack doch schon äußerst intensiv. Beim Rauchen ohne Filter reizt er die Zunge, schmeckt aber noch würziger. Eine ganz besondere Freude war es, den Tabak aus einer Tonpfeife zu schmauchen, auch wenn (oder vielleicht weil?) er hier häufig nachgezündet werden musste. Alles in allem ein guter Tabak, den man in jedem Falle eine Chance geben sollte, wenn man im Geschmack kräftige Engländer a la Discovery mag.

(10.12.2001)


Fritz Pöppler

"Ein handgeriebener Flake für Freunde exquisiter Tabake englischer Tradition. Louisiana-Perique, Orienttabake wurden gepresst, in 2,1 mm Flakescheiben geschnitten und danach handgerieben. Verfeinert wurde diese Mischung mit pechschwarzem Latakia."

Der pechschwarze, nur von wenigen hellen Fäden durchzogene Tabak duftet in der Dose höchst appetitlich. Deutliche Würze und ein kräftig teeriger Ton bestimmen das Aroma, das von einer hintergründigen Süße abgerundet wird. Im Unterschied zu manchem Dunhill-Tabak (die ich auch gern rauche) ist der Duft des P.H. Nr. 15 nicht schwer, sondern erscheint eher frisch und spritzig.

Der Tabak ist reichlich feucht, was aber an der Charge liegen mag. Es dauerte mehrere Wochen, bis er einen problemlos rauchbaren Feuchtigkeitsgrad erreicht hatte. Da der Tabak meiner Meinung nach noch gut nachreift, war das Warten allerdings zu verschmerzen. Davon einmal abgesehen lässt sich dieser ready-rubbed Flake gut in mittlere bis große Pfeifenköpfe einbringen, wobei man auf keinen Fall zu fest stopfen sollte. Einmal an den Umgang mit ihm gewöhnt, eröffnet der Tabak einen bemerkenswerten Geschmack, der sich schon im Duft ankündigte. Mit Filter geraucht ist ein nussiger, leicht teeriger Geschmack vorherrschend, der sich im Laufe der Füllung immer wieder zu ändern scheint. Mal eher würzig, mal sehr teerig, dann wieder nussig, so dass man sich gespannt fragt, was wohl die nächsten Züge bringen werden. Im Hintergrund ist immer die leichte Virginiasüße zu erschmecken, die den Tabak so rund macht. Ohne Filter geraucht offenbart er eine geradezu süchtig machende Würze. Doch Disziplin ist gefragt, da die Zunge schnell für „gieriges“ Rauchen bestraft wird. Den P.H. Nr. 15 sollte man nicht nebenher rauchen, er verlangt Aufmerksamkeit. Anwesende „Mitraucher“ hielten die Raumnote durchaus für angenehm würzig, an Herbstfeuer erinnernd.

Diesen Tabak, der angenehm kühl verglimmt, kann ich allen Latakiafreunden empfehlen, auch jenen Rauchern, die mal mit englischen Mischungen experimentieren möchten, ohne gleich die „grobe Keule“ zu probieren. Wie bereits bei Daft erwähnt ist Peter Heinrichs Nr. 15 auch als John Aylesbury`s Own Blend erhältlich.

(01.02.2010)

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