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Vauen No. 15 - English Blend
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Vauen |
| Hersteller: | Laut Steuernummer: Kohlhase & Kopp |
| Mischung: | Virginia, Burley, Oriental, Perique und Latakia. |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 50 Gramm Dose |
| Preis: | 7,70 Euro |
NN
Eintrag gelöscht
Frank Nicolai
Mir geht es wie etlichen Pfeifenrauchern: Man ist ständig auf der Suche nach DEM einen Tabak. Und so bleibt es nicht aus, dass man ständig neue Tabake raucht und testet.
So kam der Vauen #15 eher zufällig in meine Hände. Ich hätte die recht einfache und schmucklose Dose sicherlich übersehen. Und dabei beherbergt sie einen kleinen Diamanten.
Der Vauen ist ein klassischer Engländer im besten Sinne. Ganz in der Tradition solch großartiger Tabake wie Balkan Sobranie oder auch Rattray's Red Rapparee besteht er aus leicht herben Virginias mit hintergründiger Süße, leicht sauren Orientals und einer würzenden Menge Latakia, möglicherweise auch einer Spur Perique.
Als ich die Dose, die das Format einer normalen 50 Gramm-Dose hat, das erste mal öffnete, war ich sehr irritiert über die geringe Menge Tabak, die in ihr war. Klar, es waren ja auch nur 25 Gramm in der Dose - stand ja draußen drauf. Mir ist - zumal nach dem Rauchen - in keiner Weise klar, weshalb Vauen das macht. Dieser Tabak dürfte auch gern in 200-Gramm-Dosen bei mir stehen und würde nicht austrocknen. Das sicherlich sowieso nicht; denn er kommt pitschepatschenass an. Die erste Füllung war eine mittelmäßige Katastrophe, weil kaum am Brennen zu halten und wirklich nur deshalb geraucht, weil Wolf vom Tabak schwärmte.
Ich habe die Dose einen Tag lang geöffnet stehen lassen; der Tabak trocknete zwar nur oberflächlich ab, der Abbrand wurde dadurch aber bedeutend verbessert. Leider bleibt bei nur 25 Gramm nicht viel Zeit und Muße, um herumzuexperimentieren - aber IMO raucht sich der Tabak am besten, wenn er nur leicht gestopft wird und nicht aus allzugrossen Pfeifen geraucht wird.
Nun hab ich genügend über seine "schlechten" Seiten gesagt... denn jetzt kommt der Genuss. Der Tabak ist vollmundig, "körperreich" wie der Weinkenner sagt und sehr weich im Geschmack. Obwohl der Latakia im Geruch (und auch in der Raumnote) deutlich erkennbar ist, ist er im Rauch nur Würze. Die Virginais spielen alle süßen Trümpfe aus und die Orientals halten mit einer leichten Säure dagegen. Wer den BS mag, muss diesen Tabak ähnlich gern haben. Er ist nicht ganz so "frisch-spritzig" wie ich den BS in Erinnerung habe - aber er bietet mir mehr Fülle IMO, wobei er aber als medium-Tabak in meine Kartei eingeht.
Fazit:
Eigentlich kaum noch vonnöten, wenn ich gestehe, dass ich die Dose innerhalb von 4 Tagen fast geleert habe (na ja, 25 Gramm sind nicht viel) und das bei etwas über 30 Tabaken im Schrank. Einer der wenigen Tabake, die ein "uneingeschränkt empfehlenswert" von mir erhalten.
(11.07.2000)
Wolf-Rüdiger Jürgens
Es ließ nicht nur mich stutzig werden, auch mein lokaler Händler fragte ungläubig "Was Vauen ? Die machen auch Tabak ?". Dank an Manfred Luedtke der ob seiner guten Beziehungen zu Linzbach in Düsseldorf, mich in die Lage versetzt hat diesen tollen Tabak kennenzulernen. (Mein Händler versucht jetzt aber ihn auch zu besorgen ;-) )
Der Vauen No.15 ist etwas Besonderes in vielerlei Hinsicht. Erstens treibt er es ökologisch gesehen auf die Spitze, 25g in einer Dose die locker mit 50g gefüllt werden könnte. Dafür gäbe es nur eine Entschuldigung, der Tabak braucht tatsächlich mehr "Luft" zum Gedeihen. Zweitens man glaubt nicht an den Markterfolg dieses Tabaks, und lässt deshalb nur kleine Mengen produzieren. Drittens es gibt keine kleineren Dosen bei K&K, wo er laut Steuernummer abgepackt wird. Viertens man will den Verbraucher nicht mit hohen Preisen konfrontieren, denn als 50g Abpackung müsste er um die 15DM kosten.
Sei es wie es sei , trotz aller Kritik der Tabak ist gut, sogar sehr gut IMHO. Am Erstaunlichsten finde ich dass eine Firma wie Vauen heute noch den Mut hat einen neuen Tabak der englischen Richtung auf den Markt zu bringen, wo doch immer mehr traditionelle Blends wie der BS 759 oder Escudo angeblich wegen zu geringer Nachfrage vom Markt verschwinden. Sehe ich da einen Silberstreifen am Horizont ?
Der Vauen No.15 reiht sich jedoch würdig in die Ahnengalerie der englischen Blends ein. Beim Öffnen der Dose erblickt man eine sehr dunkle, fast gänzlich schwarze Tabakmischung. Diese besteht aus Virginia, Burley, Orient, Latakia und Perique. Der Geruch aus der Dose erinnert mich stark an den Balkan Sobranie. Eine hohe Feuchtigkeit lässt mich einen schlechten Abbrand vermuten, doch in überraschender Weise glimmt der No.15 problemlos. Es wird sich also um etwas aus dem Chemielabor( PG ? ) handeln, womit der Tabak befeuchtet wird. Stopfen lässt er sich sehr leicht, in mittleren Pfeifen gelingt der richtige Zug auf Anhieb. Der Geschmack entfaltet sich von Anbeginn, sehr würzig, süße Untertöne, und eine leicht säuerliche Note vermutlich vom Orient. Vom Perique ist nichts vordergründig zu bemerken, das muss aber kein Fehler sein, Perique sollte IMHO nur das Salz in der Suppe sein. Der Geschmack lässt mich an den Balkan Sobranie denken, erreicht aber tatsächlich nicht dessen Komplexität. Am ehesten lässt er sich mit den Latakia-Blends von Rattray vergleichen(7 Reserve, Red Rapparee). Zumindest der Grundgeschmack und die Süße lassen mich diesen Vergleich finden.
Der Vauen No.15 verbrennt bis auf feine weiße Asche , bei mir war der Filter nicht sehr feucht nach dem Entfernen desselben.
Das Raumaroma wird von meiner Familie nicht gelobt, es erinnert stark an "Discovery" ohne dessen Intensität zu erreichen.
Fazit:
Ein ausgezeichneter "Engländer", den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Selbst Einsteiger in die englische Richtung sollten ihre Freude an ihm haben. Weiter so liebe Tabak-Produzenten, es gibt noch (oder schon wieder ?) Pfeifenraucher die nichts von den Löschblatt-mit-Fruchtgeschmack-Mischungen halten, sondern an den traditionellen Tabaken Gefallen finden.
(11.07.2000)
Detlev Büscher
Der Vauen No 15 wird in einer kleinen Runddose verkauft, die aufgrund des Inhalts von 25g nur halbvoll ist. Dadurch bietet sich nach dem Oeffnen des Deckels ein nicht ganz so schoener Anblick. Das feuchte Einlagepapier umknautscht ein paar noch feuchtere, dunkle Tabakbroesel, der Rand der Dose ist stark angerostet.
Im Mischungsbild dominieren dunkle Brauntoene und schwarz. Wenige mittelbraune Fasern vermoegen es kaum aufzuhellen. Der Schnitt ist eher schmal und wirkt aufgrund der unterschiedlichen Laengen ein wenig unordentlich. Der Tabakduft wird von der Rauchigkeit des Latakias gepraegt und erscheint dem Latakiakenner angenehm appetitlich, dem Unerfahrenen im Fall eines Erstkontakts aber wohl eher befremdlich.
Aufgrund der hohen Feuchtigkeit, (Ist der Tabak von K&K? - Tatsaechlich!) sollte man die Dose nach dem ersten Oeffnen erstmal wieder schliessen und fuer ein paar Tage, es duerfen auch Wochen sein, zurueck in den Tabakschrank legen.
Da der Schnitt im Grunde unkompliziert ist, gelingt es, auch den frisch geoeffneten Tabak in Brand zu setzen. Doch die Raucheigenschaften und letztendlich auch der Geschmack sind im Zusammenhang mit dem Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks zu sehen, wobei die individuelle Stopf- und Rauchtechnik ebenfalls zu beruecksichtigen ist. Zu fest gestopft und zu schnell geraucht, duerfte eine Fuellung Vauen No 15 alles andere als ein reines Vergnuegen sein.
Die ersten Zuege unter Feuer sind entsprechend der Tabakbeschreibung tatsaechlich "fein" und "mild" und "leicht im Geschmack". Zu diesem Zeitpunkt wuerde ich noch nicht von flach und langweilig sprechen. Doch je feuchter der Tabak ist, desto eher laesst sich diese Tendenz erkennen. Auch wenn latakiabegeisterte Raumnotentester den Raumduft des Tabaks lobten, konnte mich der Geschmack, insbesondere im Vergleich mit anderen Latakiablends, nicht ueberzeugen. Die ersten Minuten sind zwar vielversprechend, doch leider bleiben die Erwartungen unerfuellt. Nach kurzer Zeit erreicht der Tabak ein gleichfoermiges, nicht sonderlich interessantes Geschmackniveau. Es schmeckt zwar nicht schlecht in dem Sinne, dass das Rauchen zur Qual wird, aber andererseits auch nicht so gut, dass man fuer dieses Erlebnis Zeit aufwenden, Geld ausgeben und Pfeife putzen moechte. Das letzte Drittel wird von einem Eindruck gepraegt, den ich gerne mit "hohl" umschreibe. Ein Effekt, den ich auch bei einer anderen Latakia-Burley Mischung, dem Syrian Latakia Blend von Planta bemerkte.
Die Asche, sofern das noch eine Rolle spielt, ist hellgrau.
Raucht man den Vauen No 15 im Wechsel mit anderen Latakiamischungen aus der gleichen Pfeife, zeigt er geschmacklich (noch) weniger Charakter. Man kann ihm etwas mehr abgewinnen, wenn man eine Pfeife wenigstens bis zum Ende der Dose fuer ihn reserviert.
Der Vauen English Blend ist viel zu feucht, preislich nicht unbedingt ein Sonderangebot und geschmacklich nicht gerade herausragend. Er ist vielleicht nicht wirklich schlecht, aber ich koennte sicher dreissig andere Latakiamischungen nennen, die mir besser gefallen.
Fazit:
Falls jemand auf extrem feuchte Latakia-Burley Blends in verrosteten 25g Dosen steht, - zugreifen! ;-)
(11.11.2003)