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McClelland #2020 Matured Cake Mixture
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | McClelland t.c. |
| Mischung: | Virginia, Xanthi (Oriental), Latakia |
| Schnittbreite: | Ready Rubbed |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 4 oz (112 g) |
| Preis: | $ 6,75 (ca. 13 DM) |
Björn Hollensteiner
Der Mc Clelland 2020 erinnert beim Öffnen des vakuumverpackten Beutels sehr an DTM "Hollys Discovery". Tiefdunkle Flakebruchsstücke und ein etwas würzig, teeriges Aroma. Laut Hersteller werden die drei Tabaksorten als ganze Blätter zusammen zu einem Flake gepresst und gealtert. Dann werden daraus Flakescheiben geschnitten und diese aufgerubbelt. Die Anwesenheit von Orientals ergänzt allerdings die vom Discovery bekannte rein teerige Note, fügt ihr eine nicht zu verachtende Würze zu. Die Amerikaner würden "spicy" dazu sagen. So muss ich sagen, dass mir dieser Tabak schon alleine vom ersten Dufteindruck mehr angesprochen hat, als der Discovery. Das Stopfen ist etwas kompliziert, da die Flakebruchstücke recht dick und fest sind. Man sollte sie in jedem Fall etwas zerkleinern, um die Bildung von Luftlöchern im Kopf zu vermeiden. Das Anzünden ist auch eine recht mühselige Angelegenheit, da der Tabak noch etwas feucht ist. Nach mehreren Anzündevorgängen glimmt der Tabak zwar zufriedenstellend, geht aber bei mangelnder Konzentration des Raucher auch schnell wieder aus. Erst in der zweiten Hälfte der Füllung bessern sich die Raucheigenschaften zusehend. Der Duft ist süß-würzig und vielschichtig. Die Aromen verschmelzen sehr miteinander, ohne dass sich ein Tabak in den Vordergrund drängen würde. Die Raumnote ist nicht sehr angenehm. Der Tabak verbrennt zu feinstem hellgrauen Staub.
Fazit:
Ein sehr leckerer Tabak, den ich für besser halte, als den Discovery, vor allem wegen der Vielschichtigkeit der Aromen. Wären die Versandkosten nicht, wäre der Tabak auch preislich unschlagbar günstig. Hohe Qualität!!
(09.04.2000)
Frank Nicolai
"2020 combines the characteristic sweetness and zest of a fine matured Virginia with the unique aroma, softness and rich, nutty flavor of a distinctive Oriental mixture. A refined mixture that is not heavy." (Quelle: http://www.tobaccomkt.com/)
Vor langer Zeit hat mir Ole mal eine Pfeifenfüllung des #2020 gegeben. Seitdem habe ich immer wieder versucht, diesen Tabak zu erhalten - bis ein Daftler mir eine große Menge des Tabaks verkauft hat. Meine Erinnerung an diese eine erste Füllung hat mich nicht getäuscht: ich mag den Tabak auch jetzt noch, nachdem ich ihn in über fast 30 Pfeifen zu Asche verrauchte.
Der Tabak kommt als gebrochener Flake daher - tiefschwarz, teerig im Geruch und ein wenig staubig an den Fingern - ganz wie der Discovery (mit dem er verwand zu sein scheint) und doch ganz anders.
Das Stopfen ist - wie Björn schon schreibt - nicht ganz einfach. Man muss darauf achten, die etwas größeren Flake-Bruchstücke zu zerkleinern. Das erleichtert das Entzünden und auch den gleichmäßigen Abbrand. Ich habe dem #2020 eine eigene Pfeife gegönnt - eine weite und große Winslow E. Und er mag diese Pfeife. Versuche, ihn in engköpfigen Pfeifen zu rauchen scheiterten daran, dass er ständig ausging. Und was mir den Tabak so angenehm macht ist, dass er sich sehr kühl rauchen lässt - und das Nachentzünden ist dem nicht zuträglich.
Wenn im Geruch des Tabaks kaum etwas anderes als teeriger Latakia zu erkennen ist so wird man vom ersten Zuge an jedoch eines Besseren belehrt. Björn hat schon versucht, den Unterschied zum Discovery herauszuarbeiten; ich kann ihn nur wiederholen. Beim #2020 verbinden sich die kräftig-rauchige Würze des Latakias mit einer sehr dezenten, wie spielerisch weichen Süße des Virginias und einer winzigen Spur Säure aus dem Orientblatt. Und immer wieder schmeckt einer der Tabakanteile, der Geschmacksanteile vor. Mal hat man das Gefühl, in ein Stück Teer zu beißen, dann wieder ist es, als beiße man einen süßen Kuchen an. Der Tabak ist ausgeglichen im Geschmack und steckt voller Überraschungen - ich weiß, dass sich das eigentlich widerspricht.
Leider zeigt er aber auch Schwächen was seine Abbrandeigenschaften angeht. Wenn man nicht ständig an der Pfeife zieht - sie einen Moment nur ablegt - geht der Tabak aus. Allerdings zerstört ein Neuentzünden nichts vom Geschmack. Macht den Rauch nur kurzzeitig heißer. Der Tabak ist nicht sehr nikotinreich - hat aber durch seine Fülle an Geschmack doch den Anschein, als wäre er viel mehr als medium. Die Asche ist sehr fein, trocken und von dunklem Grau.
2020-rauchen kann einsam machen, denn die Raumnote ist dazu angetan, Fliegen, Hunde, Katzen und leider auch Frauen zu vertreiben
Fazit:
Der #2020 Matured Cake Mixture ist ein wunderbarer Tabak für den, der sich vor dem Geruch und dem teerigen Geschmack nicht fürchtet. Sicherlich kein Anfängertabak - obwohl der Tabak nur sehr wenig Kondensat bildet und auch ohne Filter geraucht kaum mehr als einen Reiniger benötigt. Das diffizile Spiel der Virginias und des Latakias zu erschmecken ist immer wieder eine Freude und ein Genuss.
Ich kann den Tabak uneingeschränkt empfehlen - mit einer einzigen Einschränkung: alles, was man danach raucht, schmeckt nach nix. Denn der Geschmack ist nicht nur einzigartig, er ist auch bleibend. (Das gilt auch für den Geruch im Zimmer.)
(14.09.2001)