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No 900

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Kärnbach No. 900

(Pfeifentabak)

Markenname:Kärnbach
Hersteller:Kohlhaase & Kopp
Mischung:Virginia, Latakia
Schnittbreite:broken Flake
Typ:englisch
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50 g Runddose
Preis:8,10 Euro

Frank Nicolai

Die Hausmischung 900 ist eine ready-rubbed-Version des nicht mehr erhältlichen Bengal Sliced. Wer diesen Tabak mochte, könnte den Kärnbach 900 auch mögen. Es gibt ihn unter anderen Namen auch bei anderen Händlern als Hausmischung. K&K hat den Bengal Sliced vertrieben und - nach Einstellung dessen diese Hausmischung kreiert.

Allerdings meine ich, dass der Bengal Sliced eine Art Krumble Cake war - in der Dose hochkant stehende Flakescheiben, die auseinanderbrachen (wie beim Penzance). Die Nummer 900 besteht jedoch aus einem grob gerubbten Flake. Die Stücken sind teilweise 6 cm lang.
Und - das gleich als Kritik - es scheinen die VA-Blätter mitsamt Mittelrippe verarbeitet zu sein: solche Strünke wie in diesem Tabak hier hatte ich noch nirgens. Die Stücke sind dick und knochenhart.
Der Tabak ist - nach dem Öffnen der Dose - pitschenass und unrauchbar. Ich habe die Dose 24 Stunden geöffnet im warmen Zimmer zu stehen gehabt - erst dann war der Tabak rauchfertig. Sehr lobenswert von K&K, dem Kunden keinen trockenen Tabak anbieten zu wollen... aber man kann es wirklich übertreiben. Und bei der 900 wurde arg übertrieben.

Die Flakestücke in der Dose sind tiefschwarz-dunkelbraun mit einigen wenigen hellen Stippen. Es riecht nach... süßlichem Teer. Der Discovery ist im Geruch und Geschmack etwas herber und kräftiger als die 900 und der Penzance ist sowieso ganz anders.

Der Tabak schmeckt, wenn man ihn mit etlichen Streichhölzern davon überzeugt hat zu glimmen, sehr sehr englisch. Der Latakiaanteil ist nicht gerad gering. Allerdings ist dieser nicht herb. Unterstützt von der Süße der Virginias erinnert mich der Tabak geschmacklich eher an den Kong Frederick Full als an den Bengal Sliced (wobei mir hier auch die Erinnerung einen Streich spielen kann, den BS habe ich das letzte mal vor 1 1/2 Jahren geraucht.)
Als ich das schwarze Kraut in der Dose sah hab ich erst einen sehr nikotinreichen, kräftigen Tabak erwartet. Aber im Gegentum ist die 900 mal gerade so medium zu nennen. Und auch das nur, weil der Tabak zum Ende hin noch einmal kräftig zulegt. Das nenne mich nun aber wirklich K&K-like :-) Insofern bietet es sich an, den Tabak aus großen, tiefen Köpfen zu rauchen, wenn man ihn Abends zum Whisky genießen will.

Zum Geruch zitiere ich aus einem Discovery - Review: "Stell Dir vor, Du fährst hinter einem Auto her, dass gerad die Strasse teert." Ich kann mir vorstellen, dass der Kärnbach 900 einsam macht :-)

Fazit:
Hmm, ich bin mir nicht sicher. Er schmeckt. Aber irgendwie überzeugt er mich nicht ganz. Mich stört, dass er zu Beginn kaum Fülle bietet und vor dem Erlöschen davon fast zuviel abgibt.
Er ist sicherlich ein Exot unter den angebotenen Tabaken (obwohl es inzwischen einige Latakia-Flakes gibt) und daher einen Versuch wert. Aber dauerhaft glücklich macht (mich) der Tabak nicht.

(13.10.03)

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