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Timms No Name Orange
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Timms |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virginia, Orient |
| Schnittbreite: | ready rubbed |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50g Dose |
| Preis: | 5,11 EUR (Nov. 2000) |
Detlev Büscher
Zuerst bin ich durch die Dobie's Four Square Serie auf die meiner Ansicht nach interessante Kombination von Virginia und Orient aufmerksam geworden. Und da der Dan Pipe Katalog auch für den TNNO sechs verschiedene, meist süße Virginias und Orienttabak als Mischungsbestandteile nennt, war mein Interesse natürlich geweckt. Hinzu kommt, dass ich eigentlich immer auf der Suche nach unkomplizierten Einrauchtabaken bin, die keine allzu süßen Aromen in der Pfeife hinterlassen und auch keinen Latakia enthalten. Allerdings sollten sie nicht nur Mittel zum Zweck sein, sondern dem Raucher auch Genuss bieten und außerdem möglichst noch preisgünstig sein, damit es nicht allzu ärgerlich ist, wenn eine neue Pfeife längere Zeit einfach nicht schmecken will. Erfreulicherweise treffen diese Kriterien auf den TNNO zu, der aber auch unabhängig von seiner Eignung zum Einrauchen genug zu bieten hat, um die Tabakbar zu bereichern.
Der Tabak zeigt eine ganze Skala von Brauntönen, vereinzelt entdeckt man auch ein paar grau-grünlich schimmernde Fasern, der Duft ist tabakecht-süßlich mit pikanter Note. Die Süße erinnert ein wenig an den Timm "No Name" Gold, wirkt hier aber nicht so kuchig. Der Katalogtext spricht von "zart-herb abgetönt" und trifft den Nagel hier schon ganz gut auf's Auge.
Das Stopfen und Anzuenden der schmalen und teilweise auch recht kurzen Tabakfasern geht leicht von der Hand. Der Abbrand könnte aufgrund der relativen Trockenheit des Tabaks für manchen vielleicht sogar schon zu gut sein. Hochgeschwindigkeitsraucher sollten hier vorsichtig sein, sonst könnte es etwas heiß werden. Dafür kann man Pfeifen mit etwas größerem Brennraumdurchmesser auch schon mal für ein paar Minuten zur Seite legen, ohne dass sie ausgehen, (aber auch erst mal nicht abkühlen, falls sie zu warm geworden sind).
Auch wenn die ersten Züge möglicherweise noch etwas leicht erscheinen, so dauert es jedoch nur wenige Minuten, bis der Tabak sein persönliches Profil offenbart. Er ist beispielsweise lange nicht so ausdruckslos wie z.B. die Kansas Mixture von Stanwell, die lt. Holtappels ebenfalls aus Virginia und Orient bestehen soll. Andererseits erreicht er aber auch nicht ganz die vollmundige herbe Würze, die z.B. den Dobie's Four Square Blue -Original Mixture- auszeichnet. Er hat aber im Vergleich zu diesem auch mehr tabakechte Süße zu bieten und könnte dadurch für die Raucher interessant werden, die es nicht ganz so herb und "orientalisch" mögen. Für einen Vertreter der Virginia/Orient-Richtung hat der TNNO auf jeden Fall genügend Charakter und Eigenständigkeit. Auch die Raumnote kann durchaus als Bereicherung der Atemluft betrachtet werden. ;-) Jedenfalls wird sich niemand von künstlichen Aromastoffen belästigt fühlen. Der Tabak verbrennt problemlos zu hellgrauer, fast weißer Asche, wobei das Kondensataufkommen von der Temperatur und damit von der Rauchgeschwindigkeit abhängig ist. Angemerkt sei noch, dass auch die Tests mit White Elephant Aktivkohlefiltern geschmacklich sehr zufriedenstellend ausfielen.
Fazit:
Ein unkomplizierter, interessanter und preiswerter Tabak der Virginia/Orient-Richtung. Vielleicht nicht unbedingt ein Ersatz für den Dobie's Four Square Blue, aber immerhin einen Versuch wert.
(06.01.2001)
Frank Nicolai
Der No Name Orange ist einer der beiden Tabake, die ich vor längerer Zeit rauchte, um erstmalig den Geschmack von unaromatisierten Tabak kennenzulernen. Damals empfand ich den Tabak als recht gut. Deshalb habe ich mir bei der letzten DP-Bestellung eine Dose mitgeordert, um meinen damaligen Eindruck zu überprüfen.
Beim Öffnen der Dose fallen mir sofort die grünblättrigen Anteile auf, die das helle Braun des Virginia- Blattgutes beleben. Sie sind zwar nur vereinzelt zu sehen, durch die Farbe jedoch wirklich auffällig. Selten gesehen ist auch die Art des Schnittes: die Blätter sehen wie gerissen aus. Das Stopfen und Entzünden ist sehr einfach. Ich habe den Tabak in die Pfeife fallen lassen und nur sehr leicht nachgestopft. Durch seine Schnittart wird er schnell zu fest in der Pfeife und glimmt dann nicht gleichmäßig ab.
Den Geschmack prägt ein herber Virginia, leicht untermalt von einer wohl dem Orient geschuldeten Säure. Die oft dem Virginia zugesprochene Süße ist in nur geringem Maße vorhanden - ist jedoch vorhanden, aber nur beim Rauchen mit Filter zu erschmecken - offensichtlich nimmt der Aktivkohlefilter dem Tabak etwas von dem herben Geschmack.
Der Tabak brennt leicht und problemlos herunter und hinterlässt ein wenig graue grobe Asche in der Pfeife. Er ist leicht und nicht sehr nikotinhaltig. Vorsicht ist geboten beim Heißrauchen. Abgesehen davon, dass man sich leicht die Zunge verbrennen kann wird der Tabak bei zu großer Hitze schnell bitter und erholt sich davon auch nicht wieder. Zudem fängt er dann auch an, Mengen an Kondensat abzusondern. Beim normalen Rauchen kribbelt mir der Rauch zwar ein wenig auf der Zunge, verbrennt sie aber nicht. Die Raumnote ist sehr tabakecht und sicherlich nicht jedermanns Sache.
Fazit:
Während mir der No Name Orange damals den Weg ebnete in die Welt der naturbelassenen Tabake ist er mir heute doch zu langweilig und zu unspektakulär. Er hat aber in jedem Falle seine Berechtigung auf dem Tabak-Markt , da er Neugierigen die naturbelassenen Tabak nahe bringen kann. Der Geschmack reinen Virginias - gewürzt mit der Säure der Orients - hat etwas für sich. Mir mangelt es ein wenig an Überraschungen und dem Besonderen. Auch vermisse ich ein wenig Fülle, wie ich sie von Virginia-Flakes her kenne. Trotzdem ist der No Name Orange sein Geld in jedem Falle und eine Empfehlung wert.
(13.09.01)