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Eigenmischung Oetti's Own Havanna
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Eigenmischung |
| Hersteller: | Grundtabake: DTM |
| Mischung: | Virginia, Latakia, Kentucky, Perique, Havanna-Scraps |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | englisch |
Rolf Oettking
Zunächst eine Bemerkung vorab:
Ich hatte schon einige Zeit mit einem eigenen Einrauchtabak herumzuexperimentiert, um zugleich auch ein wenig über die üblichen Grundtabake zu lernen. Ich wollte einen Tabak, der nur wenig Latakia hat, gleichzeitig aber auch ein wenig Tiefe (und Stärke) besitzt.
Das Ergebnis ist der von Nic bereits einmal beschriebene Oetti's Own.
Aus diesem Review lernte ich, daß dem Tabak noch eine Nuance irgendetwas fehlen könnte. Da ich netterweise mal an eine ziemliche Menge Havanna-Tabak gekommen bin, den ich nicht pur rauchen wolte, kam mir die Idee, die ursprüngliche Mischung mit diesem etwas zu "würzen". Ob's mir gelungen ist?
Hier das Rezept:
45g Virginia (Mysore 1.6mm, Mysore 4mm, Virginia Zaire 1.6mm, alles DTM)
1.5g Kentucky (WD)
1.5g Perique (DTM)
4.5g Latakia Syrien (DTM)
5g Havanna-"Fetzen"
Dieser Tabak wurde als Blindtest an drei Raucher verschickt.
Uwe Lohr:
Wie schon angekündigt, ein naturbelassener Tabak. Ich schätze mal, es handelt sich um eine reine VA-Mixture, da das Farbspektrum sich bei allen Bestandteilen zwischen braun und dunkelbraun bewegt: BC ist keiner zu sehen; wenn Burley enthalten ist, dann nur ein kleiner Anteil. Sollten Würztabake mit im Spiel sein, hat mich meine Nase an sich selbst rumgeführt.
Meine Assistentin in diesem Test ist eine „Bruyere Garantie“ mit ziemlich kleinem Füllvolumen – wie beim Flake kommt auch hier kein Filter zum Einsatz.
Auch in die kleine Pfeife lässt sich der Tabak problemlos stopfen. Das Anzünden ist ebenfalls „anfängerfreundlich“: nach dem nachstopfen noch einmal nachzünden, dann entspannt zurücklehnen und fertig rauchen.
Dieser Tabak raucht sich sehr kühl und sehr trocken. Ich konnte selbst nach einer direkten Neubefüllung der Pfeife bis zum Schluss keine bzw. nur ganz minimale Kondensatbildung feststellen – auch ohne Filter kam es hier nicht zu den typischen Shisha-Geräuschen. Man ist aber auch vergleichsweise schnell fertig und die Pfeife leergeraucht.
Der Geschmack erinnert von Anfang an Zigarre; sowohl auf der Zunge als auch im Raum entwickelt sich das typische Aroma einer Sumatra. Eine etwaige tabakeigene Süße tritt hier in keinster Weise in Erscheinung. Der Rauch „beißt“ nicht auf der Zunge, sondern entwickelt eine gewisse geschmackliche Schärfe – in etwa wie bei „Döner mit scharf“. Ich hoffe, den Unterschied konnte ich halbwegs nachvollziehbar rüber bringen.
Der Nikotingehalt hält sich in Grenzen und selbst nach den beiden direkt aufeinander folgenden Füllungen habe ich als Gelegenheitskonsument und „noch-nie-Zigaretten-Raucher“ kaum eine Wirkung festgestellt – ganz im Gegensatz zum Flake der Probe1, der mich schier umgehauen hat.
Dies hier ist meiner Meinung nach der ideale Tabak, um Zigarrerauchern mal das Thema Pfeife etwas näher zu bringen.
Probe 2 ist auf jeden Fall kein Tabak, den ich nicht mehr rauchen würde, aber bei einer gewissen Auswahl wäre er auch nicht gerade meine „first choice“. Ich persönlich gönn mir, wenn ich schon mal Zeit und Muße für eine Zigarre habe, lieber eine Havana als eine Sumatra. So geht es mir auch irgendwie mit der vorliegenden Probe 2.
Er ist aber perfekt, wenn man vor seiner Bar steht und sich nicht entscheiden kann, welche Richtung denn nun mal als nächstes dran kommen soll. Außer, man steht nur auf „dany + nici“, dann sollte man hier die Finger weg lassen…
Am Ende bleibt dann ein Häufchen dunkelgraue Asche zurück, gemischt mit einigen unverbrannten Resten.
(30.06.2008)
Frank Kalinowski:
Vorab einige erklärende Worte:
Ich bin Überzeugungssüßpanscher! Sollte ich also mit der Zusammensetzung dieser Mixtur völlig danebenliegen, so ist es tatsächlich Unwissenheit meinerseits. Meine letzte ernsthafte Zusammenkunft mit der dunklen Seite der Macht ist gut und gerne 18 Jahre her. Geraucht wurde Probe Nr. 2 aus einer höchsten dreimal benutzten Stanwell, die seit mindestens zwei Jahren inaktiv ist. Wieweit es zu einem Crossover gekommen ist kann ich nicht wirklich beurteilen, glaube aber nicht das es das Review nennenswert beeinflusst hat.
Probe Nr. 2:
Das Aussehen/Geruch
Ich finde einen klassischen Mixturschnitt vor, im wahrsten Sinne des Wortes. Kurz geschnittenes Blattgut in allen nur möglichen Brauntönen und Schnittbreiten. Neben verschiedenen Virginiagrades, vermute ich noch einige Orientanteile und einige wenige Tupfen Latakia. Ich empfinde ihn als etwas zu trocken, aber die Fasern federn elastisch zurück, was meinen Eindruck Lügen straft. Obwohl noch angenehm zurückhaltend, kann und will dieser Tabak seine englische Herkunft nicht verleugnen.
Das Stopfen stellt erwartungsgemäß kein Problem da. Die kurzen Fasern lassen sich problemlos in den Pfeifenkopf verfrachten, wo sie sich, fast wie von allein gleichmäßig verteilen. Beim Anzünden zeigt sich das hier keinerlei Brandbeschleunigende Zusätze benutzt wurden. Zwar reicht ein einzelner Streichholz um ihn zu entzünden, doch es
dauert eine Weile bis sich die Glut gleichmäßig verteilt und einen hübschen weißen Deckel bildet. Einen Zeitraum den ich nutzen konnte, die von mir vermuteten Orientanteile zu streichen und durch Kentucky- oder vielleicht sogar Havannablattgut zu ersetzen.
Der Geschmack
Ich gestehe, die ersten drei, vier Züge habe ich überhaupt nichts geschmeckt, dann spielte der Kentucky für eine Minute mit seinen Muskeln, wurde aber schnell von dem, durchaus süßen, Virginia in die Schranken verwiesen. Der Latakia spielt meinem Empfinden nach nur eine untergeordnete Rolle. Das Ganze verbindet sich dann, zugegeben recht harmonisch, zu einem netten Gesamtbild.
Ich hatte immer den Eindruck eine süße, extrem leichte Zigarre zu rauchen. (So leicht, daß ich unmittelbar nach der ersten Füllung das Bedürfnis hatte eine Zigarette zu rauchen um auf meinen Nikotinspiegel zu kommen) Wie bei einer Naturbelassenen Mischung zu erwarten bleibt dieser Eindruck die gesamte Füllung erhalten, bis sie sich in ein kleines hellgraues Aschehäufchen verwandelt hat.
Mein Fazit zu diesem Tabak: Ohne Fehl und Tadel. Es wurden sicherlich hervorragende Grundtabake benutzt, aber auch ohne Ecken und Kanten. Zur Raumnote kann ich, da ich ihn sicherheitshalber alleine geraucht habe, nur folgendes sagen: Normalerweise sitzen mindestens eine meiner beiden Katzen neben mir wenn ich Pfeife rauche, wohlwissend das ich dann die nötige Zeit und Ruhe für Streicheleinheiten habe. So auch diesmal - für etwa 30 Sekunden, dann verließ sie, tatsächlich niesend, den Raum und wart erst drei Stunden später wieder gesehen...
Rauchtechnisch gesehen ist Probe Nr. 2 absolut keine Herausforderung. Eben eine Naturbelassene Mischung. Analog zum neuen Subnotebook von Asus dem eeePC würde ich ihn genauso bezeichnen. Einfach zu rauchen, einfach lecker - und einfach Einsam. Augenzwinkern
(30.06.2008)
Oliver Ramm:
Tabakbild: Bei der zweiten Probe handelt es sich um eine Mixture von mittelbrauner Farbe, die zwar sehr gleichmäßig aber auch sehr fein geschnitten ist. Vom Geruch kommt dieser Tabak eher neutral daher, es ist keine Aromatisierung zu bemerken. Die Feuchtigkeit ist genau richtig, nicht zu feucht und nicht zu trocken.
Stopfen und Anzünden: Dieser Tabak lässt sich gut stopfen, obwohl man schon darauf achten muss, dass man ihn auf Grund seines feinen Schnittes nicht zu fest stopft.
Rauchphase: Ehrlich gesagt, weiß ich nicht was ich von diesem Tabak halten soll, für mich bietet er wenig Höhen und Tiefen, und kommt eher langweilig daher. Da er sehr fein geschnitten ist, muss man beim Nachstopfen sehr aufpassen, da man sonst schnell zu fest stopft und es zur Pfropfenbildung kommt.
Erfreulich an diesem Tabak ist die geringe Kondensatentwicklung.
Insgesamt ist er mir zu flach, und bietet mir nichts was ich von einem Spitzentabak erwarte. Die Grundtabake sind meiner Meinung nach von ordentlicher Qualität, dies kann aber die Langeweile, die bei mir während des Rauchens aufkam nicht wett machen.
Ein besonderes Genusserlebnis stellt sich bei mir leider nicht ein.
(30.06.2008)