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Old English-Cuve Cut

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Orlik Old english - Cuve cut

(Pfeifentabak)

Markenname:Orlik
Hersteller:Orlik
Mischung:Burley
Schnittbreite:Flake
Typ:naturbelassen
Stärke:stark
Verpackung:50 Gramm Rechteckdose

Frank Nicolai

Die Dose ist so unscheinbar, dass es wohl als Zufall gewertet werden kann, wenn man sie im Laden (in Dänemark) entdeckt. Ich habe die angebrochene Dose jedoch geschickt bekommen von Peter mit der Bitte, mal was zu dem Tabak zu sagen. Also bitte:

Beim Old english handelt es sich lt. Hersteller [1] um einen reinen Burleytabak. Das machte mir den Tabak schon spannend. Die Flakescheiben sind 7,5 X 5,5 cm groß - füllen also die Dose bis zum Rande aus. Die Farbe ist ein Chaos in Braun - von hellen Fasern und quer geschnittenen Blattachsen bis zu tiefdunkelbraunen Strähnen ist alles enthalten. Im Geruch habe ich den für Burley als typisch vermuteten Kakaogeruch erwartet - stattdessen riecht der Tabak eher säuerlich - so, als wäre Perique darin. Der Geruch erinnert mich in den Grundzügen an den erst kürzlich reviewten Solani Virginia Flake with Perique (The Blend 633) . Beim Old Englisch jedoch dumpfer.
Das Stopfen und Entzünden ist flake-like nicht ganz einfach. Ich habe den Tabak in grobe Streifen gerissen, diese in die Pfeife gefaltet und obenauf fein gerissenen Tabak gelegt (ohne zu stopfen) und konnte ihn so relativ gut entzünden. Von Beginn an setzt sich im Geschmack das fort, was der Geruch verspricht. Eine als dumpf empfundene Muffigkeit begleitet die gesamte Füllung. Der Tabak hat keine Süße sondern bietet nur Strenge und heiße Luft. Diese jedoch ist sehr stark. Wenn der Tabak auch jeglichen Geschmack vermissen lässt bietet er jedoch eine Menge Nikotin. Da ich aber nicht (zumindest nicht Pfeife) rauche, um meinem Nikotinbedarf zu befriedigen, sondern um Genuss aus dem Zusammenspiel von Pfeife zu Tabak zu erfahren ist mir das viel zu wenig. Der Tabak ist in seiner dumpfen Strenge viel zu langweilig.
Er brennt nicht besonders gut ab - verkrustet zu oft, so dass man mit dem Stopfer den Tabak häufig auflockern muss und bildet - trotz seiner relativen Trockenheit - zu viel Kondensat. Da er auch schnell zu heiß wird (das liegt meiner Meinung nach daran, dass sich dadurch, dass sich die obere Ascheschicht verkrustet sich unter dieser Hohlräume bilden, in der der Tabak zu schnell heiß wird) ist ein filterloses Rauchen sehr schwierig, denn der Tabak geht dann entweder aus oder aber man verbrennt sich die Zunge. Die Raumnote ist eher nichtssagend - viel Qualm ohne nennenswerten Geruch.\\Interessanterweise hat mir der Tabak unangenehm in der Nase gekribbelt, wenn ich ihn durch diese ausstieß. Wenn man den Tabak dennoch versuchen möchte empfehle ich in jedem Falle kleine Pfeifen mit geringem Füllvolumen da die schlechten Eigenschaften des Tabaks proportional zur Rauchzeit zunehmen.

Fazit:
Der Old english ist ein langweiliger Tabak, der mir nicht mal ansatzweise schmeckt. Das gleichmäßig Dumpfe des Geschmacks, das keinerlei Höhen und Tiefen kennt und dazu auch noch schlechte Abbrandeigenschaften bietet ist das Geld einfach nicht wert. Wenn man diesen Tabak raucht und sich dabei in Erinnerung ruft, dass auch der MB Navy Flake zu einem Großteil aus Burley besteht, verwundert das schon sehr. Der Old english würde meiner Meinung nach gewinnen, wenn man ihn etwas aromatisiert - allerdings würde dann der Name nicht mehr stimmen ;-)
Ergo: Nicht alles, was aus Dänemark kommt und Tabak heißt, ist es wert, dass wir darum weinen, wenn es ihn in Deutschland nicht gibt. Bei diesem Tabak ist das zumindest kein Verlust.

[1] "En blanding af fyldige burleytobakker omhyggeligt udvalgt efter smagsfylde, styrke og farve. Tobaksblandingen er presset til kager og skåret i flakes efter lagring. Denne karakteristiske tobak har sin helt unikke burleysmag."

(11.09.2001)


Manuel Evertz

Ich sammle schon seit einiger Zeit die Eindrücke zu diesem Tabak zusammen. Bevor ich das Review geschrieben habe, habe ich versucht noch ein paar Informationen wie z.B. den Hersteller dieses Tabaks zu ermitteln, aber bis auf den Hinweis "strong Burley Flake" auf der Seite des Versenders und ein paar antike Tabakdosen mit der Aufschrift "The American Tobacco Company" konnte ich leider nichts finden. Das ist sehr schade, den der Tabak ist ein ganz besonderes Kraut. Schon beim Öffnen der Dose kommt mir ein sehr leckerer Geruch entgegen. Typisch für Burley ist die Grundnote Kakao. Aber nicht Milka sondern eher diese exotische Schokolade wie man sie in einer Chocolaterie bekommt. Die mit dem hohen Kakaoanteil und Chilli oder anderen exotischen Gewürzen. Ja, ein ganz klein wenig riecht es nach Chilli und dazu kommt eine fein säuerliche Fruchtnote die an Trauben erinnert. Das erstaunliche daran ist, dass es keinen gesoßten Einduck macht, dazu riecht es zu natürlich, ich glaube fast, diese feinen Gerüche kommen vom Tabak selbst und sind ähnlich wie bei einem guten Whisky durch die Lagerung entstanden. Auch das spätere Rauchen weißt auf keine Soßierung hin, aber erst will ich noch ein bisschen schnüffeln, das riecht echt phänomenal.
Die Flakescheiben sind dunkelbraun bis schwarz und haben ein paar wenige gelbe Einschlüsse, daraus schließe ich, dass ich keinen Burley pur rauche, wenn ich ihn mir jetzt per Knick und Falt in die Pfeife drehe.
Schon beim ersten Anzünden umschmeichelt dieser burleytypische cremige Rauch die Zunge und man merkt direkt, das ist ein Tabak mit einem vollem Mundgefühl, der hat Körper, da kommt wirklich was an. Von Chilli oder Trauben ist beim rauchen nichts zu schmecken, das war nur
der nasale Eindruck, aber dieser cremige andeutungsweiße schokoladige Geschmack des Burleys begeistert mich immer wieder auf's neue und ich habe ihn selten so intensiv geschmeckt wie bei diesem Tabak. Er legt sich wie ein Film über die Zunge und bleibt dort auch noch, wenn die Pfeife lange kalt ist.
Der Tabak will mit Bedacht geraucht werden, er beisst zwar nicht wenn man zu heftig zieht, aber ist dann nicht mehr so vollmundig. Das Erlebnis wird mit abnehmender Füllung noch intensiver wobei kein Sottern oder Zungenbeissen oder sonst irgendetwas aufkommt, was mich an eine starke Aromatisierung denken lassen würde.
FF Pipes spricht auf seiner Webseite von einem strong Burley Flake. Das Strong kann ich auf die starke Anwesenheit des Burleys beziehen, nikotinmässig ist er eher im Mittelfeld anzusiedeln. Das Kraut kommt auch als erste Pfeife des Tages sehr lecker und haut einen nicht aus den Socken.

Als Fazit möchte ich den Tabak als echten Glücksgriff auf meinen Reisen durch ausländische Online Stores bezeichnen und werde ihn auf jeden Fall wieder bestellen. Zu beziehen bei http://www.ff-pipes.com.

(12.10.2007)

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