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Rattray's Old Gowrie
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Blended for Charles Rattray, Perth, Scotland |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | Broken Flake |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 100g Dose |
| Preis: | 16,00 Euro |
Ingo Gebert
Der Tabak wird wie folgt beschrieben: "Old Gowrie ist ein Virgina-Tabak, der nach alter Art entweder als "broken Flake" oder als rubbed hergestellt wird für jene, die einen feineren Schnitt vorzeihen. Bei der letzteren Art kommen die verschiedenartigen Schattierungen besonders vorteilhaft zur Geltung. Sein wesentlicher Charme ist seine Kühle und seine beruhigenden Eigenschaften. Er hat seinen Weg überall in der Welt gefunden, wo immer sich ein Engländer aufhält. Er ist sein Handbuch."
Nach dem Öffnen der Dose konnte ich dunkle zum Teil sogar tiefbraune, fast an das Schwarze grenzende Flakestücke erblicken. Vom Geruch her konnte ich keinerlei Aromatisierung feststellen, ich fühlte mich entfernt etwas an den Geruch frischen Brotes erinnert. Der Tabak lässt sich problemlos in die Pfeife einbringen, und einmal in Brand gesetzt, glimmt er gutmütig vor sich hin. Während der ersten Zügen ist der Tabak noch etwas mild, und eine dezente Süße umschmeichelt die Zunge. Doch dieses ändert sich, nach dem ersten drittel der Pfeife wird der Tabak kräftiger, ohne jedoch, dass die Süße vollends verschwindet. Gegen Ende hin hat der Tabak seinem höchsten Wirkungsgrad erreicht, was die Stärke anbelangt. Auch sollte man nicht zu kräftig an der Pfeife ziehen, da der Tabak sonst etwas bissig zur Zunge reagiert. Ich habe diesen Tabak nur ohne AKF geraucht, ein solcher Filter würde diesem Tabak meiner Meinung nach doch zu viel seiner Nuancen nehmen.
Fazit:
Daumen hoch, wenn man als Abwechslung einmal einen "reinen", englischen Virgina probieren möchte, ist dieser Tabak sicherlich empfehlenswert.
(18.07.2002)
Frank Nicolai
Vor sechs Jahren habe ich den Tabak schon einmal geraucht. Damals notierte ich: "dem Marlin Flake sehr ähnlich, die readyy rubbed-Variante?"
Inzwischen möcht ich aber eine Verwandschaft zwar nicht ganz veleugnen, aber ich sehe sie nicht mehr so eng wie damals. Entweder hat sich mein Empfinden verändert oder aber der Tabak.
Doch das macht nichts. Denn der Old Gowrie ist gut. Einfach nur gut.
Ein straighter Virginia-ready-rubbed Tabak aus einem süßen (zuckerreichen) und sehr rauchigen Virginiablatt.
Es braucht ein wenig Übung, den Tabak so zu stopfen, dass er zum einen atmen kann und zum anderen aber auch nicht erlischt. Ich habe den Tabak immer versucht, in Ringen in die (weiten) Pfeifenköpfe zu stopen - ohne jedoch wirklich fest zu stopfen. Anderenfalls glimmt der Tabak nur mittag und am Rande bleibt ein Rand unverbrannter Tabak stehen. Allerdings kann man den Tabakrand auch problemlos auf die Glut legen.
Das Anzünden benötigt ein wenig Zeit - drei, vier Versuche brauchte ich immer. Aber wenn er denn glimmt tut er das bis zum plötzlichen Ende der Füllung. Und einige wenige Krümel Asche verbleiben im Kopf.
Der Geschmack... ist berauschend (und das im doppelen Sinne, denn der Tabak hat einen guten Anteil Nikotin dabei). Der Geschmack wird geprägt von einer feinen, immer vorhandenen und nicht künstlichen Süße. Diese wird untermalt von einer Rauchigkeit, wie ich sie nur bei guten Virginias kennengelernt habe - leider ist auch der Raumdurft ensprechend und wird von Dritten unangenehm und kratzig empfunden. Der Tabak gewinnt im Laufe der Füllung an Kraft - und ich würde ihn in jedem Falle als mehr als medium einstufen. Auf nüchternen Magen ist der Tabak kaum verträglich. Aber nach dem Essen, zu einer Tasse Kaffee... einfach himmlisch.
Fazit:
Ich kann nicht viel sagen... nur soviel: dass ich begeistert bin und nach langer Zeit mal wieder einen Tabak geraucht habe, bei dem ich fast ausschließlich eine Sorte rauchte...
Nun möchte ich den Hal O The Wynd noch einmal probieren und entscheiden, welchen der beiden ich den Vorzug gebe. Im Moment ist es der Old Gowrie.
(31.07.2006)