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Old Scotch

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Radford Old Scotch

(Pfeifentabak)

Markenname:Radford
Hersteller:Pöschl
Mischung:Virginia, Burley, BC
Typ:aromatisiert
Stärke:leicht
Verpackung:50g Pouch
Preis:8,90 DM

Heinz Gunia

Sichtung und Geruch:
Der Tabak verströmt beim Öffnen einen angenehmen Duft von Honig und etwas Alkoholischem. Direkten Geruch nach Whisky kann ich schwer erkennen, wenn, dann ist er sehr sparsam aufgebracht. Das Tabakbild ist sehr hell gehalten mit strahlend hellen Virginiaanteilen. Der Wild Cut ist typisch Poeschl und in fast jedem Radford´s zu finden. Nicht ein Zeugnis von Einfallsreichtum. Die Konsistenz ist gerade richtig zum Rauchen, nicht zu feucht und nicht zu trocken. Der Tabak trocknet aber relativ schnell aus.

Der Genuss
Der Tabak lässt sich gut stopfen und problemlos in Brand setzen. Er brennt gut, aber sehr flott. Die Gefahr des Heißrauchens und des Zungenbrandes ist sehr hoch. Nimmt man einen AK-Filter, entfällt der Zungenbrand, die Pfeife wird aber dann zum Kochwerkzeug. Der Geschmack ist anfangs angenehm und die Raumnote gut, allerdings mit einem Hauch von "Parfümierung". Der Whisky, der angeblich Chevas Regal sein soll, lässt sich nur erahnen. Ab der Mitte der Pfeife verliert der Tabak das letzte Geschmacksattribut und wird immer seifiger im Geschmack. Ohne Filter ist er nicht durchzurauchen.

Fazit
Ein Tabak von IMO nicht gerade herausragender Qualität. Dies dürfte aber schon am Preis erkennbar sein. Wer Pfeifenrauchen als Genussrauchen versteht, wird mit diesem Tabak wenig vom selbigen erfahren. Ein "Konsumpfeifentabak" für Filterraucher, denn ohne den geht es hier nicht. Trotz der IMO bescheidenen Qualität des Blattgutes immer noch im Bereich der Poeschl-Tabake eine gute Wahl, wenn´s nichts anderes gibt (in der Pampa). Ich persönlich würde es aber lassen und mir eine Ruchpause verordnen, denn süchtig werden wir ja nur nach Pfeifen. At least: IMO nicht empfehlenswert!

(06.07.2000)


Alex Neumann

An den Tabak bin ich eher zufällig geraten: Auf der Rückfahrt von Tschechien wollte ich im Dutty Free meine letzten Kronen loswerden. Eine Flasche Whiskey lag schon im Einkaufskorb, ein paar Kronen waren noch übrig und die Dose stach mir ins Auge. Also dachte ich mir: Whiskey-Tabak passt gut zu Whiskey-Flasche und legte auch noch die Dose in den Einkaufskorb.
Danach lag die Dose erst mal ein halbes Jahr rum, bis sie endlich an die Reihe kam. Direkt nach dem öffnen entströmt der Dose ein ziemlich süßer Geruch, er erinnert mich weniger an Whiskey sondern mehr an Southern Comfort, den Whiskey-Likör.
Das Tabaksbild ist ziemlich hell, fast schon glänzend. Es finden sich nur wenige schwarze BC-Punkte. "Wild Cut" trifft die Schnittart ziemlich gut, von dünnen Tabak-Fäden bis zu gerissenem Blattgut ist fast alles vorhanden.
Da die Feuchtigkeit genau richtig erschien, habe ich mir sofort ein Pfeifchen gestopft. Durch die unterschiedlichen Schnittbreiten ist er für Pfeifen jeder Größe geeignet, allerdings muß er immer etwas fester gestopft werden. Wird der Tabak zu locker in die Pfeife gefüllt, entwickelt er eine Neigung zum Heißrauchen. Das gilt auch für das spätere Nachstopfen. Also eher ein Tabak für Grobmotoriker, der Pfeifenstopfer kann hier seinem Namen mal Ehre machen. Zum anzünden reicht ein Streichholz aus. Ohne langes rumgezicke fängt der Tabak an zu glimmen und ist dann auch problemlos in Brand zu halten. Wenn man merkt, das der Rauch weniger wird, einfach kräftig nachstopfen.
Der Geschmack ist zum Glück nicht so süß wie der Geruch des Tabaks befürchten ließ. Der Whiskey läßt sich durchaus rausschmecken, alles in allem gar nicht schlecht. Auch die Raumnote findet Zustimmung. Eigentlich vermisse ich nur das Nikotin.
Stopft man regelmäßig nach, läßt sich der Old Scotch ohne nennenswerte Kondensatentwicklung bis zu einem Häufchen weißer Asche runterrauchen. Allerdings geht der Geschmack irgendwie auf dem Dienstweg verloren. Das letzte Drittel kann man sich sparen, er schmeckt dann weder gut noch schlecht sondern einfach nach gar nichts mehr. Das dauert allerdings auch nicht lange den der Tabak verglimmt ziemlich rasant. Ich glaube, ich habe noch nie einen Tabak geraucht, der sich so schnell verflüchtigte. Komisch, das er trotz allem kühl bleibt und zumindest mit Meerschaumfilter auch nicht auf der Zunge beißt.

Fazit:
Na ja, es gibt besseres. Da das Handling alles in allem eher unproblematisch ist, kann ein Anfänger den Griff durchaus wagen. Für den Gourmet gibt es besseres. Auch wenn man von dem geschmacklosen letzten Drittel absieht, kann ich mit dem Tabak irgendwie nichts anfangen: Von der Stärke her passt der Tabak eher in den Vormittag, aber Whiskey zum Frühstück ist nichts für mich. Und für den Abend, wenn der Geschmak passt, ist der Old Scotch zu leicht.

(10.06.2003)

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