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Bentley Orange Oriental Type
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Bentley |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virgina, Orient, Latakia |
| Schnittbreite: | ready rubbed |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50 Gramm Dose |
| Preis: | 8,50 Euro |
Frank Nicolai
Dieser Tabak wurde als Blindtest verschickt. Die folgenden drei Reviews sind die Ergebnisse des Tests.
Herstellerbeschreibung:
''Feinste Orient- und Virginia-Proveniezien, in der Presse fermentiert, mit
einer kleinen Prose Latakia zur Verfeierung des Geschmacks veredelt und
danach für mehrere Monate bis zur vollen Reife gelagert. Eine superbe
Mixture: Sanfter Genuß mit klassisch-würzigen Tönen.''
Heinz-Günter Döteberg
Tabak-Typ: naturbelassen
Tabaksorten: Virginia, Kentucky, evtl. Perique
Stärke: medium
Schnittart: Mixture
Aromatisierung: keine
Zungenfreundlichkeit: gut
Abbrandeigenschaften: sehr gut
Kondensatbildung: wenig
Aromabeständigkeit: --
Schnittqualität: gut
Stopfbarkeit: sehr gut
Feuchtigkeit: gut konditioniert
Anzünden: sehr gut
Kurzbewertung: gut +
Referenztabak: OGS Dark Strong Kentucky
Beschreibung des Tabakbilds
Mittel- bis dunkelbraune Mixture, evtl. mit einem Anteil, dann aber feinen, ready rubbed Flake. Ich würde Virginia und Kentucky vermuten, vielleicht noch eine Spur Perique. Der Tabak riecht mittelkräftig-würzig, naturbelassen.
Das Stopfen
Der Tabak lässt sich gut stopfen. Ich habe meine bevorzugte Methode genommen: Ein paar Krümel nach unten, mehrere Portionen zu Kugeln gedreht Stück für Stück leicht in die Pfeife gestopft und ein paar Krümel obendrauf. Nicht zu fest gestopft, da er mir den Eindruck macht, noch Platz zu brauchen...
Das Anzünden
Der Tabak brennt auf Anhieb gut an. Einmal mit der Streichholzflamme über die Oberfläche gestrichen, kurz mit dem Stopfer planiert und ohne Nachzünden bis zum Ende weiter geraucht.
Raucheigenschaften
Nach den ersten Zügen macht sich Virginia mit den für mein Empfinden leicht säuerlichen Spitzen und leichtem Prickeln auf der Zunge bemerkbar. Aber auch ein mittlerer bis kräftiger Würztabak (Kentucky?) mit leicht nussigem Geschmack, meine ich zu bemerken. Der Tabak schmeckt ähnlich wie der Dark Strong von Peter Heinrichs (Orlik Dark Strong Kentucky), aber nicht ganz so intensiv. Der Abbrand ist langsam und gleichmäßig, wobei der Tabak geschmackbeständig ist. Der Tabak schmeckt recht gut, da die Virginia-Spitzen sich eher im Hintergrund halten. Nach dem Geschmack würde ich fast tatsächlich auf einen kleinen Perique Anteil tippen, aber sicher bin ich mir da nicht... Der Tabak verglimmt mit wenig Kondensatbildung zu einer Mischung mittelfeiner grauer und weißer Asche ohne großartigem Hang zum Heißrauchen.
Raumnote
Wie naturbelassener Tabak, etwas nussig vielleicht, aber m. M. nach deutlich ohne Aromatisierung! In der Raumnote liegt der Tabak zwischen Brown Clunee und Dark Strong - nicht ganz so leicht wie ersterer und nicht ganz so würzig wie der zuletzt genannte. Die Raumnote ist nicht unangenehm und eher gesellschaftsfähig.
Gesamtbewertung
Ein ausgewogener, naturbelassener Tabak mittlerer Stärke mit deutlicher Würze. Angenehm im Abbrand, Geschmack und Raumnote. Ein geeigneter Tabak zum Nebenbeirauchen, da er eher gutmütig in Bezug auf Kondensat und Heißrauchen ist. Wäre nicht der Dark Strong im Hause, könnte dieser Tabak mein "Arbeitstabak" sein...
Empfehlung Sehr Empfehlenswert
(31.01.2007)
Stephan Beeck
Mischung: Virginia, wenig Latakia(?)/Orient-Anteile
Schnittbreite: ready rubbed
Typ: naturbelassen
Stärke: Leicht-Mittel
Als erstes fiel mir auf, dass der Tabak, wenn man ihm riecht extrem süß daher kommt. Fruchtanteile könnten vermutet werden, wüsste ich nicht aus der Ankündigung zum Blindtest, daß es sich um eine englische Mischung handelt, ich hätte ihn für eine Aroma-Bombe gehalten.
Beim Anzünden dann aber ein Aha-Erlebnis. Hat man bei den ersten zwei drei Paff-Zügen noch das leichte Aroma im Mund, verschwindet das nach wenigen Sekunden vollständig und zurück bleibt das, was angekündigt wurde. Eine kräftige aber nicht sehr starke Mischung mit würzigen Nuancen und gutem Abbrand.
Dieser gestaltet sich trotz eines eigentlich als störrisch bekannten Schnitts nahezu problemlos, der Tabak scheint gut konditioniert und ein gelegentliches, behutsames Nachstopfen und ab und an ein Wiederanzünden bescheren einem ein problemloses, kondensatarmes und genussvolles Rauchopfer.
Geschmacklich nimmt der Tabak eine interessante Laufbahn ein, startet er recht würzig, wird er ab der Hälfte der Füllung durchaus süßer, was ich dem hohen VA-Anteil zuspreche. Englisch ist mit Sicherheit zwar als grobe Richtung ein guter Hinweis, jedoch vermag ich nur marginale Anteile von Latakia zu erahnen, von schmecken kann keine Rede sein. Der Tabak ist wie gesagt ab der zweiten Hälfte würzig und süß zugleich, was für das Geschmacksempfinden sehr zuträglich ist und den Tabak zu einem leckeren Kraut macht, daß man wunderbar rauchen kann, auch wenn man sonst eigentlich eher ein Latakia-Verfechter ist.
Zum Ende der Füllung hin flacht der Tabak zwar etwas ab, was aber der Gesamtbewertung keinen Abbruch tut, da man durchaus noch spüren kann, dass man Tabak raucht und keine Pappe verbrennt.
Fazit:
Wie schon gesagt, dieser Tabak ist kein Engländer in dem Sinne, was ich unter englischen Mischungen verstehen, aber dennoch gerade für den Freund dieser Geschmacksrichtung ein wirklich gut geeigneter Tabak um ein wenig Abwechslung in das Geschmacks-Einerlei zu bringen. Er ist nicht wirklich den Virginias zuzuordnen, aber eben auch nicht den Engländern. Somit bietet er für Anhänger beider Richtungen einen geeigneten Kompromiss. Ein guter, ehrlicher und geschmackvoller Tabak.
Daumen hoch!
(11.02.2007)
Eugen Marmann
Tabak-Typ: Flake
Stärke: 5 (0-10)
Schnittart: ready rubbed
Aromatisierung /Casing: aromatisiert/fruchtig
Stopfbarkeit: gut
Feuchtigkeit: ideal
Anzünden: leicht
Abbrandeigenschaften: gut/gleichmäßig
Kondensatbildung: stärker
Aromabeständigkeit: durchgehend
Vergleichstabake: Daddys Favourite Baccy
Kurzbewertung: starke aber angenehme Aromatisierung
Beschreibung des Tabakbildes:
Das Stopfen: regelmäßiges Nachstopfen nötig
Das Anzünden: kein Nachzünden nötig
Raucheigenschaften: problemlos
Raumnote: angenehm
Gesamtbewertung/Fazit:
Der Tabak liegt als broken Flake, also ready rubbed vor. Die Farbe ist ein mittleres braun, mit hellen punktuellen Einschlüssen. Der Tabak lässt sich gut stopfen und problemlos entzünden. Die Aromatisierung ist angenehm und etwas fruchtig, steht mir aber zu sehr im Vordergrund. Der ursprüngliche Tabakgeschmack ist noch zu erschmecken, aber nicht weiter zu identifizieren, obwohl ich mir einen Hauch von Latakia einbilde. Ich kann mich aber auch täuschen. Die Aromatisierung erhält sich bis zum Ende und der Tabak verbrennt zu einer pulvrigen Asche. Insgesamt bildet er mir etwas zu viel Kondensat.
(11.02.2007)
Winfried Keisinger
Der Tabak kommt in einer kleinen Runddose daher. Einheitliches dunkles Braun mit ein paar helleren Einsprengseln beherrschen das Bild. Der Schnitt: Überwiegend fein und kurz. In der Dose riecht der Bentley Orange Oriental Type einfach nur lecker und macht seinem Namen alle Ehre. Der deutlich wahrzunehmende Geruch nach Orangen/Zitrusfrüchten läßt einen an eine Aromatisierung denken. Ob das alles nur Natur ist, kann man sich irgendwie schwer vorstellen - eine Aromat ist der Tabak aber eindeutig nicht. Latakia ist zwar in wahrnehmbaren, aber doch nur sehr geringen Mengen enthalten. Das Attribut "english" passt daher nicht so recht, zumindest dann nicht,wenn man damit besonders Latakia-haltige Mischungen assoziert. Der Tabak erscheint perfekt konditioniert. Auf Grund des kurzfaserigen, mittelbreiten Schnitts gestaltet sich das Stopfen unproblematisch.
Gleiches gilt für das Anzünden.
Mein Erstkontakt: Der bereits erwähnte Geruch in der Dose ließ mich einen weichen, süßen Rauch erwarten. Was folgte, war doch eher eine herbe Enttäuschung, da sich nach kurzer Zeit heftiges Zungenbrennen einstellte. Um die Wahrheit zu sagen: Der Tabak ist ein echter
Zungengriller. OFi ist er - auch bei ganz langsamen Rauchen - für mich faktisch nicht zu genießen. Mit Filter geht es, aber allzu heftiges Ziehen sollte man auch hier vermeiden. Anfangs hatte ich auch mit Filter noch ein ziemliches Zungenprickeln, das aber mit zunehmender Zahl der Rauchopfer geringer wurde. Das lag aber weniger an der nachlassenden
Empfindlichkeit meiner Zunge, sondern eher daran, dass der Tabak trockener wurde und damit zungenverträglicher. Ich würde empfehlen, die Dose mal 1 bis 2 Tage offen zu lassen, damit der Tabak abtrocknen kann.
Am besten schmeckte mir der Bentley Orange Oriental Type in einer mittelgroßen Meerschaumpfeife und in Pfeifen mit eher kleinen Kopf. Hier kamen die Orangennoten und später auch etwas von der Süße des Virginias deutlicher zum Tragen, was durchaus gut mit der irgendwie ungewohnten, manchmal eben auch etwas agressiven Würze harmonierte, die vermutlich von den Orienttabaken kommt. Aus größeren Köpfen geraucht empfand ich den Geschmack irgendwie säuerlich und unharmonisch. Das Abbrandverhalten ist in Ordnung, man kann die Füllung ohne Sottern restlos zu Asche verwandeln. Das spricht für eine gute Qualität der verwendeten Rohtabake. Die Stärke würde ich knapp unter medium einstufen. Die Raumnote ist ausgesprochen angenehm.
Fazit:
Ich bin etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite steht dieses geniale Dosenaroma und der durchaus angenehme würzige Geschmack des Tabaks, auf der anderen Seite die Neigung zum Zungengrillen, die aber mit zunehmendem Abtrocknen des eigentlich nicht zu feuchten Tabaks stetig besser wurde. Für Anfänger erscheint mir der Bentley völlig ungeeignet. Zum Nebenherrauchen taugt er auch nichts. Hinzu kommt der Preis, der mit 9,50 Euro nicht gerade günstig ausfällt. Und trotzdem: Bei Gelegenheit werde ich wohl wieder eine Dose erwerben.
(02.12.2007)