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John Aylesbury Pearl Cut
(Pfeifentabak)
| Markenname: | John Aylesbury |
| Hersteller: | Planta (für die J. Aylesbury-Gruppe) |
| Mischung: | Virginia |
| Schnittbreite: | Cube-Cut |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 50 gr. Dose |
| Preis: | 12,25 DM (=6,26 EURO) |
Frank Nicolai
Vorab die Herstellerbeschreibung: "Der außergewöhnliche Charakter dieser Tabakmischung wird erreicht durch die ausschließliche Verwendung edelster Virginia-Tabake und durch Zugabe einer Spur feinster Vanille. Unter Druck und mildem Temperatureinfluß reift diese Mischung zu einem Tabak, der - durch seinen speziellen Würfelschnitt begünstigt - sein feines Aroma bei einem gleichmäßig kühlen Brand entfaltet."
Es war eher Zufall, dass ich eine Dose dieses Tabak gekauft habe - und inzwischen meine ich, dass ich das Geld doch eher hätte sparen oder für "richtigen" Tabak ausgeben sollen. Langsam wird es mir richtig unangenehm, aber ich komme einfach an Planta-Tabake nicht heran - und versuch es doch immer wieder. Es könnt ja sein, dass ich doch noch einmal einen Tabak erwische, der - wie der Holger Danske Navy Flake - nicht nach Planta, sondern nach Tabak schmeckt. Der Pearl Cut jedenfalls fällt leider nicht darunter.
Der Tabak gehört der "Danish Aromatic"-Serie von J. Aylesbury an - verspricht also von vornherein eine starke Aromatisierung. Diese schlägt einem beim Öffnen der Dose auch sofort entgegen. Wenig nach Vanille duftend, aber viel nach dem typischen Planta-Aroma riechend. Mir kommt es so vor, als wäre eine Spur von Kirsch-Aroma dabei. Auch ist der Tabak in der Dose in einer Plastetüte verpackt. Die Dose selbst lässt sich nicht - wie gewohnt - durch Drehen des Deckels öffnen sondern funktioniert nach dem Federprinzip: Man drückt in der Mitte des Deckels auf diesen um die Dose zu öffnen. Vor dem Schließen ist der Deckel dann wieder in die andere Richtung zu drücken. Immerhin zeigt Planta wirklich Ideen bei seinen Verpackungen: der DBV mit der Pfeifenablage, der The Bankers mit einer Dose, die nur halbe Halter hat und nun diese mit dem Feder-Deckel. Ich allerdings schlage den Berlinern vor, sich mehr darum zu kümmern, dass der Doseninhalt besser wird.
Der Pearl Cut sieht aus wie geschnittener Plug - logisch; nicht anders wird er hergestellt; nur, dass hier kein handbetätigtes Messer sondern eine Maschine zum Schneiden genutzt wird. So sind die Würfel alle sehr gleichmäßig groß (ca. 3mm x 3mm x 3mm). Das Stopfen ist eher ein loses Reinwerfen der Krümel; das Entzünden ist erstaunlich einfach. Allerdings ging mir der Tabak nach einer halben Füllung regelmäßig aus und war dann nur schwer wiederzuentzünden. Er bildet auch beim langsamen und kühlen Rauchen (auch ohne Filter) reichlich Kondensat, das sich dann in den unten liegenden Cuts absetzt und das Brennen schier unmöglich macht. So kam es dazu, dass ich nur selten eine Füllung bis zum Ende durchrauchen konnte. Die Asche ist inhomogen; man kann - wenn man nicht rührt - genau erkennen, dass der Tabak an den Kanten der Würfel gut und mit heller Asche glimmt, aber das Innere der Würfel nicht ordentlichdurchglimmt, denn hier ist die Asche schwarz und macht einen feuchten Eindruck. Daraus schließe ich, dass entweder der Tabak nicht gut ist oder aber die Würfel noch zu groß. Aus dem unteren Teil des Pfeifenkopfes fallen mir beim Leeren immer ein paar nur angekohlte Tabakwürfelchen entgegen - wie gesagt - ich habe nicht eine Füllung bis zum Ende durchrauchen können.
Der Geschmack... nun ja, wenn das Vanille ist, dann gewöhne ich mir das Puddingessen ab. Eigentlich schmecke ich nicht viel mehr als das dumpfe Planta-Aroma; gepaart mit etwas, dass ich bei der Geruchsbeschreibung als Kirscharoma definierte. Hier ist offensichtlich die selbe Soße benutzt worden, die beim Danish Black Vanilla eingesetzt wird - mich ekelt es vor diesem Geschmack. Aber mutig und aufopferungsvoll wie ich bin, habe ich 10 Füllungen geraucht und dann den Rest mitsamt der Dose entsorgt.
Selbst die Raumnote wird einfach nur als künstlich wahrgenommen, und das nicht nur von mir.
Fazit:
Dieser Tabak ist Müll in einer schönen Dose.
(07.11.2001)