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Penzance

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Esoterica Tobaciana Penzance

(Pfeifentabak)

Markenname:Esoterica Tobaciana
Hersteller:J.F.Germain & Son Ltd.
Mischung:Virginias, choice Turkish and Orientals and Cyprian Latakia
Schnittbreite:Krumble Kake
Typ:englisch
Stärke:leicht
Verpackung:2oz. Flake Dose und im Bulk erhältlich
Preis:$8.50 für 2 oz.- Dose, un

Martin Steinthaler

Als ich den Penzance einmal Peter Matzhold zum kosten gab sagte er mir, er erinnert ihn an einen Dänischen Tabak. Peter raucht gerne den 965 und dadurch kann man erahnen, wie mild und weich der Penzance ist. Mit Penzance habe ich auch angefangen öfters ohne Filter zu rauchen da man diesen Tabak sehr angenehm ohne Filter rauchen kann. Wenn er richtig gestopft wird. So wie Pascal beschrieben hat raucht er sich absolut kühl und es bleibt nur eine helle graue fast weise Asche übrig. IMO ist das der einzige Esoterica aus der Dose den man nicht trocknen muss vor dem Rauchen. Die Raumnote ist zwar "Englisch" aber Tanja (meine) lässt diesen Flake immer durchgehen :-) Als Subsitut zu Penzance kann ich mir auch den Discovery und den Plantation Evening von C&D vorstellen. Discovery ist etwas schärfer und der Plantation Evening hat Perique dabei. Der Grundgeschmack oder besser die Basis ist jedoch miteinander zu vergleichen.


Wolf-Rüdiger Jürgens

Seit ich daft lese , las ich immer wieder diesen Namen "Penzance" und er faszinierte mich. Schon der Hersteller "Esoterica" weckte Assoziationen in mir. Ich war mir sicher diesen Tabak musst du eines Tages mal rauchen. Natürlich war er bei meiner ersten USA-Bestellung ganz oben auf der Liste. Endlich war es soweit , ganz gespannt gespannt öffnete ich die Dose. Der Tabak war in öliges Papier eingepackt und verströmte einen sehr seltsamen Geruch. Der Geruch erinnerte mich an Moor, oder teilweise an Islay Malt Whisky. Ich nehme auch stark an, dass er mit einem dieser Single Malts gecased ist, dieses Aroma nur vom verwendeten Tabak abzuleiten erscheint mir nicht real. Der Flake ist in 2mm dicke Scheiben geschnitten, die anders als beim üblichen Navy-Flake hochkant in der Dose stehen. Das Füllen gestaltet sich problemlos , einfach 2 Scheiben zusammen hochkant in die Pfeife drehen, und die überstehenden Teile "abzipfeln" (dieses Wort trifft es genau, irgendwer in daft verwendete es mal). Ein wenig angedrückt und schon kann er entzündet werden. Die Betonung liegt auf kann, er lässt sich gar nicht so einfach entzünden , manchmal habe ich 5 und mehr Zündhölzer gebraucht. Die Abbrandeigenschaften sind erstklassig, er neigt nicht zum Heißrauchen. Die ersten Male war ich ziemlich enttäuscht, dieses Aroma gefiel mir nicht, es war irgendwie künstlich , gar nicht das was ich erwartet hatte und sicher war meine Erwartungshaltung dem "Penzance" gegenüber zu hoch gewesen. Eines Abends nahm ich meine Peterson Donegal zu Hand, und dachte mir versuch es mal mit dieser Pfeife. Und plötzlich schmeckte er , die Peterson hat eine große Kopfbohrung , daran muss es wohl liegen. Die Male zuvor hatte ich ihn in eher kleinen Köpfen geraucht, was sich als Fehler herausstellte. Seitdem habe ich ihn nur noch aus großen Köpfen (Stanwell/Kallenberg Pfanne) geraucht. Es bleibt anzumerken, ein wenig beeinflußt er die danach in der selben Pfeife gerauchten Flakes, mit seinem "esoterischem" Geschmack. Kurz und gut der "Penzance" hat sich mir erschlossen, ich kann ihn nicht ständig rauchen aber Abends bei einem Glas Single Malt ist er schon ein besonderes Erlebnis. Qualitativ hochwertig, aber nicht so einfach zu handhaben , Einsteiger sind vielleicht ein wenig überfordert. Jemand in asp meinte mal man bräuchte schon eine gut entwickelte Zunge um am Penzance Gefallen zu finden.


Björn Hollensteiner

Nachdem ich gerade die letzten Krümel Penzance in Rauchwölkchen verwandelt habe, denke ich, dass ich auch etwas dazu sagen sollte, auch wenn es schwer ist. Penzance ist ein Tabak, der in mir sehr gemischte Gefühle ausgelöst hat. Ich habe nun fast zwei Monate für die 50 g gebraucht, was zeigt, wie selten ich zu ihm gegriffen habe. Woran liegt das? Nun, zum einen ist Penzanze nicht leicht zu rauchen. Mit Filter ist sehr schnell der Zugwiderstand hoch und der Rauch wird heiß. Ohne Filter muss man so langsam rauchen, dass der Tabak ständig ausgeht. Der Tabak ist so locker gepresst, dass er beinahe zu Staub zerbröselt, wenn man ihn in die Pfeife tut, also ist normales Stopfen, wie man es von Flakes kennt beinahe unmöglich. Zum anderen waren die Erlebnisse beim Rauchen jeweils unterschiedlich. Manchmal war ich hellauf begeistert, manchmal ganz angetan aber manchmal auch angewidert, vor allem wenn er heiß wurde und meine Zunge grillte. Keine Frage, das Aroma ist interessant und komplex, so etwas kannte ich noch nicht. Am besten entfaltet es sich bei gaanz langsamem Rauchen aus einer großen Pfeife ohne Filter, die man zwischendurch ein paar mal ausgehen lässt.

Fazit: Ein Tabak, den man in jedem Fall mal geraucht haben sollte. Ein All-Day-Smoke würde er bei mir sicherlich nicht werden. Komplikationsfaktor hoch!!

(27.04.2000)


Frank Nicolai

Gütige Geister haben mir, der ich nicht in den USA bestellen kann, genügend dieses oft gepriesenen Flakes gegeben so dass ich denke, eine Art Review schreiben zu können. Der Penzance ist etwas Besonderes. In jeder Hinsicht. Das fängt mit der Form, Farbe und der Konsistenz der kleinen Flake-Scheiben an, die bei bloßer Berührung zu zerbröckeln drohen. Der Geruch des Tabaks ist einzigartig; ich würde diesen Tabak aus 100 anderen allein am Geruch wiedererkennen. Zugegeben: der Geruch ist gewöhnungsbedürftig. Manchmal wirkt er abstoßend, dann wieder pawlowsch Speichel fördernd. Es riecht irgendwie muffig, wie Keller ganz hinten, wo die Wände schon feucht sind und sich Salpeter absetzt. Irgendwie erinnert er mich im Geruch an Retsina, den geharzten griechischen Wein, den Freunde oft nur "Kellerassel-Pisse" (Sorry) bezeichnen. Und doch... obwohl das alles sehr abstoßend wirkt: und doch habe ich mir den Tabak für die ganz gemütlichen Stunden zuhaus vorbehalten. Man muss das Ungewöhnliche mit allen Fibern genießen; obwohl der Penzance sicherlich vom Rauchverhalten her ein All-Day-Smoke ist, denn er raucht sich (wenn er denn entzündet ist) ruhig und ohne zuviel Aufmerksamkeit zu erheischen bis auf einen kleinen Ascherest herunter. Im Geschmack findet sich dieses Ungewöhnliche wieder: mit jedem Zug wird man daran erinnert, dass dieser VA/Oriental/Latakia-Flake aromatisiert ist. Wenn ich nur wüsste, was eine Tonka-Bohne ist... Die wachsen sicherlich unter Lichtabschluss in finsteren amerikanischen Kellern ;-) Fazit: Wahrscheinlich spielt es eine Rolle, dass der Tabak für mich etwas Exotisches hat, dass ich ihn verehre. Und das ist etwas anderes, als hätte ich gesagt: dass ich ihn liebe. Verehrung scheint mir (hinsichtlich eines Tabaks) weniger flüchtig zu sein. Der Pencanze hat wie eine spröde Braut mein Herz erobert und findet immer wieder Platz und Unterkunft bei mir. Heiraten würd ich ihn sicherlich nicht; denn er soll etwa Besonderes bleiben.

(05.10.2000)


Hans – Ulrich Dombrowsky

Bei einem kürzlichen Besuch verschiedener Tabakwaren-Händler in Manhattan stieß ich bei Barclay-Rex unweit der Wall Street auf den von Butera vertriebenen, jedoch bei Germain auf Jersey hergestellten Flake, den ich noch nicht kannte. Das war insoweit eine Überraschung, da alle von mir besuchten Tabakwaren-Händler ihren Schwerpunkt auf Zigarren haben, und außer einigen Hausmischungen nur deutsche und dänische Importe führten – die Auswahl an Pfeifentabak schien mir sehr beschränkt.

Auf der Dose findet sich der Aufdruck „Finest English Mottled Flake“, also ein gesprenkelter oder marmorierter Flake. Beim Öffnen der Dose strömte mir herber Latakia-Geruch entgegen; die recht dick geschnittenen, umbrafarbenenen Scheiben waren in der Tat marmoriert. Weil ich mich nicht zu den unbedingten Verehrern von Latakia zähle, griff ich zu einer Meerschaumpfeife, um ein zu erwartendes Crossover in einer Bruyerepfeife zu vermeiden. Der Tabak war noch recht feucht, ließ sich aber gut entzünden.
Sofort wurde der Tabakgeschmack von herbem Latakia-Noten dominiert. Dieser Geschmack blieb bis zum letzten Krümel, obgleich sich bei vorsichtigem Ziehen durchaus auch Virginia und Orient-Noten bemerkbar machen. Diese Töne – auch die Süße des Virginias - klingen aber nur sehr verhalten an und verlieren sich schnell. Raucht man den Tabak zu heiß, kommen sie überhaupt nicht zum Vorschein. Eigentlich sollte dieser Tabak vielschichtig und geschmacklich ebenso heterogen sein, dem ist aber meiner Meinung nicht so. Er ist vom Anfang bis zum Ende vom recht herben Latakia geprägt. Trotz seiner herben Eigenschaften raucht er sich weich.
Der Flake entwickelt wenig Kondensat und zerfällt zu weißer Asche. Von der Stärke würde ich ihn als mittel bis kräftig einordnen. Die Raumnote ist vom Latakia geprägt und wird nicht jedem Zeitgenossen gefallen – Latakia eben.

Fazit: Ein herber Flake für Latakia-Freaks und auch nicht für Anfänger geeignet. M. E. gibt es geschmacklich weniger ausgeprägt monochrome Latakia-Flakes gerade aus England.

(18.12.2011)

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