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Peretti Oxford Flake
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | L.J. Peretti Boston |
| Vertrieb: | www.peretti@ljperetti.com |
| Mischung: | verschiedene Virginias |
| Schnittart: | Flake |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | Bulkpack 8 oz |
| Preis: | 21 USD |
Hans Wiedemann
| Zungenfreundlichkeit: | weitgehend zungenmild |
| Abbrandeigenschaften: | sehr gut |
| Kondensatbildung: | sehr gering |
| Aromabeständigkeit: | im Rauchverlauf wechselnd |
| Schnittqualität: | sehr dick geschnittene Flakes |
| Stopfbarkeit: | sehr gut |
| Feuchtigkeit: | optimal konditioniert |
| Anzünden: | eher problematisch |
Herstellertext:
Here we have a most traditional of Virginia flakes. A blend of several mature Virginias combined to provide a rich, cool, slow burning smoke.
(Sinngemäß: Hier haben wir einen sehr traditionellen Virginia-Flake. Ein Blend aus verschiedenen gereiften Virginias bietet einen reichen, kühlen, langsam glimmenden Rauchgenuss.)
Das Stopfen
Nachdem der POF doch sehr dick geschnitten ist, habe ich ihn nur
aufgerubbed geraucht. Da ich für den POF ein Jacopo Shape mit 19er
Bohrung, die zudem noch konisch verläuft, im Einsatz hatte,schien mir nur
diese Methode angebracht.
Stopfen sollte man ihn locker, dann brennt und schmeckt er am besten.
Das Anzünden
Der POF lässt sich aufgrund der dick geschnittenen Flakes relativ
schlecht anzünden. Es bedarf schon 3-4 maliges Nachfeuern bis er in Gang
kommt.
Raucheigenschaften
Als ich den Probepack von Lothar öffnete,entsrömte diesem ein mir
wohlbekannter Essig - Ketchup Geruch. Die Vermutung,dass es sich um einen
Mc Clelland Tabak handeln muss,bestätigte die anschliessende
Internetsuche jedoch nicht. Peretti ist einer der ältesten
amerikanischen Handblender und ein Bezug zu Mc Clelland liess sich nicht
herstellen.
Beim POF handelt es sich um einen dunkelbraunen, von schwarzen
Einsprengseln durchzogener Flake. Dass er sehr dick geschnitten ist habe
ich ja schon erwähnt.
Total neugierig auf diesen Flake habe ich in einer ruhigen Minute sofort
eine Pfeife gestopft. Mein erster Eindruck war sehr verhalten und das
Urteil kam über ein "Naja" nicht hinaus. Deshalb wanderte der Tabak ins
Schnappdeckelglas und fand fast 2 Wochen keinerlei Beachtung.Erst als
ich mich "aufraffte" die 2. Pfeife mit diesem Tabak zu
rauchen, schliesslich muss er ja auch weg, empfand ich deutlich mehr
Gefallen an dem POF. Dieses Gefühl verstärkte sich von Pfeife zu Pfeife.
Der POF entwickelt, sofort nach dem Anzünden, einen wunderschönen cremigen
Tabakgeschmack gepaart mit einer leichten Frucht und Säurenote. Diese
Fruchtigkeit darf man keinesfalls mit den hierzulande angebotenen
"Obstgarten" Tabaken vergleichen. Ich empfinde sie eher wie den
Geschmack aromatischer "Cherrytomaten".
Die ausgeprägte Süsse der Virginia Tabake in Verbindung mit dieser
fruchtigen Aromatik, ergibt eine tolle Kombination, die so herrlich anders
schmeckt.
Nachdem anfänglich die Aromatisierung dominiert, gewinnt der
Tabakgeschmack im fortschreitenden Rauchverlauf immer mehr die Oberhand.
Als angenehm empfinde ich auch das sanfte Prickeln auf der Zunge, welches
der POF bei mir hervorruft. Dies hat aber nichts mit Zungenbrand zu
tun, sondern verleiht dem Tabak seine Spritzigkeit.
Raumnote
In der Raumnote ist der POF absolut unproblematisch, da er sich sehr
neutral verhält.
Gesamtbewertung:
Bei dem POF war es bei mir keine "Liebe auf den ersten Blick".
Er bietet kein vordergründiges Geschmacksfeuerwerk und ihm fehlt auch
die oft beschworene Vielschichtigkeit. Er glänzt mit dem was er kann: Ein
grundehrlicher Tabak der seinen Charme durch die IMO sehr gelungene
Kombination aus Fruchtaromen und Virginia Süsse entwickelt.
Er hat gewaltiges Suchtpotential,das sich von Pfeife zu Pfeife steigert.
Ein ehrlicher Flake,kein Blender,der das Zeug zum langjährigen Begleiter
hat.Und vielleicht gerade deshalb mag ich ihn.
Ich hoffe,dass Synjeco ihn in sein Programm aufnimmt, denn es ist ein
klasse Tabak mit dem Zeug zum Klassiker.
Geraucht habe ich den Tabak wie immer ohne Filter und kann ihn deshalb
nur so empfehlen.
(05.03.2006)