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Nils Thomsen Pfeifenmachertabak Nummer 9
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Nils Thomsen |
| Hersteller: | Kohlhase & Kopp |
| Mischung: | Virginia (gerissen), Burley, Black Cavendish, Curly-Scheiben |
| Schnittbreite: | Mixture + Curly |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Flavour: | dezent fruchtig / Lakritz |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 100 g Hochdose mit Klemmdeckel |
| Preis: | 14,50 Euro |
Björn Hollensteiner
Curly - Tabake sind heute selten geworden, manchmal findet man sie noch als Bestandteil von Mixtures, ganz selten allerdings in Reinform. Dieser Haustabak von Nils Thomsen Pipes in Treptow, Berlin ist ein Beispiel für erstere Mischungen.
In der Dose findet sich ein Gewirr von überwiegenden Mixture - Anteilen typischer Virginia/Burley/BC - Machart, aufgelockert von einigen Curly - Scheiben. Es duftet einladend dezent nach Lakritze und Frucht, ohne allerdings den Vollblut - Aromaten zu geben.
Die Pfeife sollte mit diesem Tabak nach dem Dreischicht - Prinzip gestopft werden (unten locker, in der Mitte weich, oben fest). Leicht entzündlich und gut brennend ist dieser Tabak allemal.
Der Geschmack läßt Anfangs nicht viel zu wünschen übrig. Das Poucharoma kommt gut durch und wird durch einen feinweichen Rauchduft ergänzt, welcher auch Tabak erschmecken läßt. Wie schon gesagt ist der Abbrand zunächst sehr gutmütig. Einzige Krititk bietet leider das letzte Drittel der Füllung. Hier kann der Tabak bei gemütlichem Rauchen schon mal öfter ausgehen, nach dem Nachfeuern kommt dann erst mal einige Züge nicht mehr viel Geschmack rüber. Für beste Tabakqualität spricht das leider nicht, allerdings kann man auch keineswegs von Rauchzellulose sprechen. Vielleicht liegt es daran, daß ich dem filterlosen Rauchen den Vorzug gebe. Zungenmild ist er in jedem Fall.
Fazit:
Ein guter Kohlhaase - Durchschnittstabak, der Freunde finden dürfte.
Ich rauchte und rauche ihn ganz gerne als "change of pace", wie Jim Beard es auszudrücken pflegt. Eine bessere Virginiapartie würde nicht schaden und wäre dem Preis des Tabaks auch angemessener.
(22.03.2004)
Frank Nicolai
Eigentlich hat Björn ins einem Review schon alles zum Tabak gesagt. Einzig über die Aromatisierung könnte man geteilter Meinung sein.
Der NTP 9 ist ein typischer Aromat dänischer Prägung aus dem Hause K&K - ein Tabak, wie es ihn in Nuancen abgewandelt sehr häufig gibt. Beim Öffnen der Dose dominiert der Geruch nach Vanille, dezente Früchte und einer Spur Karamell. Björn erkennt hier noch Lakritze; die ich nicht in Frage stelle aber wirklich nur dann finde, wenn ich danach suche. Vielleicht ist meine Assoziation von Lakritze aber auch eine andere als die von Björn - ich denke dabei immer an die Stangen, die es in meiner Kindheit gab. Und die waren viel herber in Geruch und Geschmack als das, was uns heut unter diesem Namen begegnet.
Der Tabak läßt sich sehr leicht stopfen und entzünden - die vereinzelten Curlies können im Ganzen in die Pfeife gestopft werden; sie sind sowieso recht lose gesponnen. Von Beginn an umspielt ein leichter und weicher Rauch die Zunge. der Tabak kann gleich nach dem Aufstehen und vor dem Frühstückskaffe geraucht werden ohne zu belasten. Er ist sehr leicht. Am späteren Abend kam er mir immer langweilig vor - aber da rauche ich meist englische Mixturen. Und nach solchen kann man vom NTP 9 nichts mehr erschmecken außer warmer Luft.
Doch ohne diese Vor-Raucherei ist der NTP 9 kein schlechter, aber eben auch kein richtig guter Tabak. Mittelmaß auf ganzer Linie. Er hat keine Stärken; aber eben auch keine Schwächen.
Für den Tagesbeginn und zum Nebenherrauchen ein hervorragender Tabak. Denn er braucht keine Aufmerksamkeit: Anzünden, Nachstopfen, Anzünden, Durchrauchen. Übrig bleibt ein kleines Häufchen feiner Asche und ein angenehm dezenter Geruch im Zimmer.
Fazit:
Der NTP No. 9 ist ein recht angenehmer Däne der sicherlich fast Jedem zu empfehlen ist, der deutsche Hocharomaten nicht mag oder den Tag nicht mit hammerharten englsichen Mixturen beginnen möchte.
Ich vergleiche ihn mit dem Sun of Kentucky, dem Montgolfiere und der Nummer 7 aus der Hausmischungsbar von Nils.
(04.04.04)