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Hans Schürch Pirite
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Hans Schürch |
| Hersteller: | Hans Schürch (Schweiz) |
| Mischung: | VA, Latakia, Perique, BC |
| Schnittbreite: | Normalschnitt, verschiedene Schnittbreiten und - arten |
| Typ: | englisch aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | Bulk |
| Preis: | 50 g 8 CHF |
Frank Nicolai
Auf der Homepage von synjeco, dem Lieferanten der Schürch-Tabake liest sich das so: "This is the mixture that got Hans Schürch into making more and more "Modern English" mixtures. It's as sweet-smelling as an aromatic tobacco though it's far from being one. The sweetness of the taste and aroma comes from the first-class, sweet Black Cavendish used."
Der Pirite hat mich überrascht. Und das in mehrfacher Hinsicht. Es ist bekannt, dass ich ein großer Freund der Schürch-Tabake bin. Ich kenne einige und die ich kenne, mag ich. Ich kenne den Schnitt, den Duft und die Leichtigkeit (mir fällt hierfür kein anderes Wort ein, obwohl die Tabake nicht leicht sind) der von H. Schürch benutzen VA's, von denen ich glaube, dass sie herauszuschmecken sind aus jeder seiner Mixturen.
Anders der Pirite. Hier hat mich beim Öffnen des Zip-Lock-Beutels die erste Überraschung erwartet: der Tabak duftet leicht fruchtig. Wie oben erwähnt ist süßer BC verwandt worden, um diesen Duft dem Tabak angedeihen zu lassen. (So ist auch vom Tabakbild her diese Mischung insgesamt dunkler als die anderen Schürchs, die ich kenne.) Doch auch der Latakia gibt seine würzigen Note dazu, die VA's kann ich leider nicht herausriechen.
Ich bin gespannt. Stopfe mir eine Pfeife mit dem Tabak, entzünde und warte ab, was mich an Geschmack erwartet. So wenig wie ich den Geruch in eine Schublade stecken kann, kann ich es beim ersten Rauchen mit dem Geschmack. Dazu bedurfte es schon einiger Füllungen, ehe ich mich zu einem Urteil durchringen konnte. Wenn ich bisher die Schürchs gerade deshalb hochgelobt habe, weil das Abbrandverhalten außergewöhnlich gut ist, so ist Pirite die Ausnahme. Wohl durch den BC-Anteil neigt der Tabak ein klein wenig zum Heißrauchen - auf jeden Fall wird die Pfeife heißer als bei anderen Schürch's. Dabei sottet der Tabak aber keinesfalls. Ich habe den Tabak aus einer Meerschaum mit Filter, einer ohne Filter sowie auch aus Bruyere-Pfeifen mit und ohne Filter geraucht. Und irgendwie erscheint es mir seltsam zu sein: aber er gefällt (mir) am Besten aus einer hölzernen Pfeife _mit_ Filter. Ohne Filter geraucht kam mir der Tabak etwas bissig vor - was wohl auf den heißeren Abbrand zurückzuführen ist. Der Filter (Aktivkohle und auch Meerschaum-Granulat) nehmen dem Tabak etwas von der bissigen Schärfe. Und: die Süße des BC kann ich mit Filter besser erschmecken. Erstaunlich aber wahr. Ohne Filter sind jedoch der Latakia und die duftigen VA's besser zu erschmecken. ... Ein Tabak, der für Überraschungen gut ist.
Die Asche ist sehr fein, luftig und der Tabak lässt sich rückstandslos bis zum Ende durchrauchen - was bei der Qualität der verwandten Grundtabake jedoch nicht verwundert.
Die Raumnote ist deutlich englisch mit einem Hauch Süße. So, als käme man in ein Zimmer, in dem man hintereinander einen Engländer und dann einen dezenten Dänen rauchte (oder umgekehrt).
Es ist noch hinzuzufügen, dass der Geschmack in jedem Falle bis zum Ende der Füllung gleichmäßig bleibt - ob man nun die englische oder die dänische "Rauchweise" bevorzugt.
Fazit:
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich den Tabak mag oder nicht. Einerseits verblüfft mich das duftig-blumige des Geschmacks wenn ich ihn mit Filter rauchte, andererseits erschreckte mich das Bissige beim Rauchen ohne Filter. Wie Pascal zum Moschita bereits schrieb: "wer sich vorsichtig am Geschmack von Latakia ran machen will, kann es mal mit Moschita versuchen." - das gilt wohl gleichfalls für den Pirite. Ein qualitativ hochwertiger Tabak, der den Spagat zwischen den Inseln England und Dänemark versucht. Ich würde ihm noch eine Chance geben, wenn ich jedoch die Wahl hätte, würde ich eher zu Torina oder Onyx greifen und auf der anderen Seite zu Larsens No. 50. Und wegen dieser meiner Unentschiedenheit bekommt der Tabak bei mir eine "neutrale" Wertung.
(31.08.2000)