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Presbyterian Mixture

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Planta Presbyterian Mixture

(Pfeifentabak)

Markenname:Planta
Hersteller:Planta
Mischung:Va/Or/La
Typ:englisch
Stärke:leicht-medium
Verpackung:100g Runddose
Preis:22,00 DM

Ole Hesprich

Zuerst einmal die Beschreibung nach den Angaben des Herstellers: "Helle und mittelbraune Virginias aus dem Old Belt District und ein feinwürziger macedonischer Orienttabak wurden mit einer geringen Menge Latakias aus Syrien gemischt. Die Virginia-Tabake vermitteln dieser eher leichten Mixture eine dezente Natursüße und eine gute tabakige Raumnote. Der kurzfaserige Schnitt sorgt für einen sauberen und gleichmäßigen Abbrand mit kühlem Rauch."
Aufdruck auf der Dose: "Eine aristokratische Mixtur, exclusiv ausgestattet unter Verwendung von erlesenen US-Virginias und Spitzengraden aus Macedonien. Ein ungewöhnlich weicher und milder Rauchgenuß."
Angeregt durch die Beschreibung und das Aussehen der Dose hatte ich mir vor einiger Zeit eine Dose Presbyterian Mixture gekauft, jedoch erst hinterher bemerkt, wer der Hersteller ist. Deshalb habe ich mich auch erst nicht getraut, die Dose zu öffnen, da mir andere Produkte des gleichen Herstellers wohl bekannt sind... Nun ja, mit etwas Unbehagen habe ich es dann doch getan, weil ich einfach neugierig war.
Beim Öffnen der Dose offenbart sich ein sehr vielfältiges Tabakbild in den unterschiedlichsten Brauntönen. Von hell bis ganz dunkel ist alles dabei. Der Orient ist deutlich zu riechen, Latakia ist jedoch nicht auszumachen. Über allem schwebt ein Geruch, den ich nicht richtig einordnen kann. Ich würde ihn einfach als "künstlich" und vielleicht etwas süßlich bezeichnen. Dieser Geruch wird im Laufe der Zeit etwas weniger, wenn die Dose bereits ein Weilchen geöffnet ist. Ein richtiges "Casing" ist nicht auszumachen.
Laut Inlay wurde dieser Tabak übrigens "um 1910 eigens und ausschließlich für den Geistlichen Dr. John White, einen Würdenträger der Schottischen Hochkirche, gefertigt. Er machte Stanlay Baldwin - britischer Premierminister in den Jahren um 1923 und später - mit dem Tabak bekannt. Dem Earl Baldwin schmeckte die Mixture so gut, dass er regelmäßig damit beliefert wurde. Er machte den Vorschlag, den Tabak PRESBYTERIAN MIXTURE zu nennen." Der Tabak hat von Anfang an die richtige Feuchtigkeit. Er lässt sich locker in die Pfeife einfüllen und wie gewohnt stopfen. Auch das Anzünden geht wie von selbst. Anfangs bäumt er sich ein wenig auf, lässt sich aber schnell und gut bändigen.
Nach dem Anzünden die Ernüchterung: wo ist die angepriesene Süße des Tabaks? Er schmeckt einfach nur fade und sehr bitter und hinterlässt im Mund einen schalen Geschmack. Nun gut, vielleicht muss man sich den Tabak erst mal erschmecken. Also weitere Pfeifen gestopft, Augen zu und durch. Doch auch nach mehreren Füllungen schmeckte der Tabak noch so wie beim ersten Mal.
An dieser Stelle wollte ich den Test abbrechen und den restlichen Inhalt der Dose der grünen Tonne anvertrauen. Aber Moment mal, wie wär's denn mit einem letzten Versuch? Diesmal mit Aktivkohle-Filter (normalerweise rauche ich ohne Filter)? Also schnell eine Filterpfeife aus dem Regal, Filter hinein und mit etwas spitzen Fingern noch einmal etwas von dem Kraut hinein, Feuer dran und - was war das? Auf einmal schmeckte der Tabak komplett anders: weg war die Bitterkeit und da war in der Tat eine hintergründige Süße, die ich bisher vermisst hatte! Der Orient trat deutlich hervor. Konnte das sein? Also noch mal einen Test und die nächste Pfeife wieder ohne Filter - bäh, nicht auszuhalten, deshalb wieder einen Filter 'rein. Wie erwartet trat erneut eine Kehrtwendung um 180 Grad ein.
Die Raumnote ist von Anfang an dezent süß, bekommt durch den Orient jedoch eine gewisse "Würze". Diese Kombination empfinde ich als sehr angenehm. Latakia ist in der Presbyterian Mixture weder zu erschmecken noch zu riechen.
Nach dem Entzünden glimmt der Tabak ohne Probleme bis zum Ende. Übrig bleibt feine graue Asche. Muss man die Pfeife doch einmal für ein Weilchen zur Seite legen, so sollte man sich mit dem Wiederanzünden nicht allzu viel Zeit lassen. Nach etwa zehn Minuten war noch keine Beeinträchtigung des Geschmacks festzustellen, nach einer halben Stunde schmeckte der Tabak einfach nur noch bitter und musste notgeräumt werden.

Fazit:
Es scheint, als wäre dieser Tabak ausschließlich für den Genuss mit Filter gemacht, also ein typisch deutscher Tabak für den deutschen Markt. Mit Filter raucht er sich erstaunlich gut und auch die Raumnote ist nicht zu verachten. Filterrauchern, die einmal einen Abstecher in die englische Richtung mit viel Orient und ohne (bzw. nicht wahrzunehmendem) Latakia machen wollen, kann ich empfehlen, diesen Tabak einmal zu versuchen. Die Presbyterian Mixture ist kein Tabak, den ich als herausragend bezeichnen würde, er ist aber deutlich besser, als ich es erwartet hatte. Für o.F.-Raucher ist dieser Tabak jedoch nicht zu empfehlen. Erhältlich z.B. bei DanPipe

(07.03.2001)


Frank Nicolai

Die Dose, die nun geöffnet neben mir steht muss schon einige Jahre alt sein; die Steuerbanderole ist kaum noch lesbar und sagt, dass der Tabak damals 21 DM /100 Gr. kostete. Der Tabak ist verpackt in einer Zellophan-Tüte, die wiederum von Papier umgeben ist.
Trotz des hohen Alters der Dose war sie noch immer luftdicht und ließ ein sattes "Plopp" hören beim Öffnen. Der Tabak fasst sich erstaunlich feucht an und ist fest in die Dose gepresst so dass es schon ein wenig Kraft braucht, um die Tabakfasern voneinander zu trennen.
Beim Öffnen der Dose schlägt einem als erstes der sehr kräftige - auch von Ole als künstlich titulierte - Geruch entgegen, der allen Tabaken eigen ist, die aus dem Hause Planta kommen. Ich gebe zu, dass mich das schon zurückzucken ließ, noch ehe ich den Tabak erstmals rauchte. Dieser merkwürdige Geruch, den ich als faulig-süß-sauer beschrieben möchte und der ein wenig an faulendes Gras erinnert ist immer präsent und wird auch beim Rauchen nie ganz verschwinden.
Wobei ich mir eben nicht ganz sicher bin, ob das nicht doch auch ein wenig der Tabak ist, der natürlich so riecht - säuerlich riechende und an Ketschup erinnernde VA-Sorten sind ja so unbekannt nicht. Möglich aber auch, dass Planta etwas dem Tabak beigibt, um die Geschmeidigkeit zu halten und die Feuchtigkeit, was diesen Planta-typischen Geruch und Geschmack ergibt.
Aber entweder gewöhne ich mich daran oder der Geschmack lässt wirklich nach einigen Zügen nach - ohne je ganz zu verschwinden - und macht einer eher natürlichen Süße Platz, die eindeutig den Virginias zuzuordnen ist. Die leichte Säure, die irgendwie erfrischend wirkt, mag von den Orienttabaken herrühren und Latakia suche auch ich vergebens im Geschmack. Der Raumduft verrät davon ebenfalls nichts.
Auf der Zunge verspüre ich an der Stelle, die vom Rauchstrom berührt wird, eine Art pfeffriges Kribbeln, das das Gefühl hinterlässt, als wäre dort etwas klebrig-feuchtes hingetropft. Ich empfinde das als unangenehm.
Der Tabak macht insgesamt einen eher leichten Eindruck. Er lässt sich ruhig bis zum Ende der Füllung durchrauchen - benötigt aber vor allem am Beginn ein paar Anfeuerungsversuche. Übrig bleibt ein wenig grau-weisse Asche, die erstaunlicherweise aussieht, als wäre sie kristallin, da sie aus kleinen Stäbchen besteht. Merkwürdig.

Fazit:
Ich werde die Dose Presbyterian sicherlich noch aufrauchen, aber nachkaufen werde ich den Tabak nicht. Reiche mir diesen Tabak ohne Fremdaroma und ich werde es mir noch einmal überlegen.
Der Tabak ist nicht schlecht - vor allem sein Abbrandverhalten spricht für ihn - aber auch nicht wirklich gut. In meiner persönlichen Bewertung von 1 bis 5 bekommt der Tabak eine 3.

(08.02.2002)


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