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Quill Gordon

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Keistler Quill Gordon

(Pfeifentabak)

Markenname:Keistler
Hersteller:Kohlhaase & Kopp für Keistler
Mischung:Virginia, Kentucky, Perique
Schnittbreite:Plug
Typ:naturbelassen
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50 g Zip Lock
Preis:7,00 Euro

Frank Nicolai

"Tradition pur bietet unser Tabakwürfel, eine Mischung aus dunklen Virginias, Dark-fired Kentucky und einem Anteil Perique. Vereint reifen die hochwertigen Tabake in der Presse, bevor sie in Würfel geschnitten werden." Der Werbetext läßt mehr Frage offen als er beantwortet. Um so gespannter wartete ich auf diesen (in Deutschland meines Wissens einmaligen) Plug.

Wer die Plugs aus dem Hause Gawith kennt wird etwas verwundert sein: der Quill Gordon ist heller und nicht ganz so fest gepresst. So ist das Schneiden nicht ganz so schwierig - ein scharfes Messer sollte aber trotzdem bei der Hand sein.

Der Würfel ist dunkelbraun marmoriert, an den Rändern ein wenig ausgefranst. Ungeschnitten riecht er nur sehr wenig. Tabakecht mit einem Hauch Süße. Anders jedoch, wenn er geschnitten und gebrochen ist. Dann tritt das volle Bouquet in Erscheinung. Der Geruch des frisch geschnittenen Tabaks erinnert mich ein wenig an den Virgina-Flake von Mac Baren. Es ist ein frischer Virginia (was nicht heisst: grüne Tabakblätter) durchmischt mit einem guten Anteil Süße. Der Perique ist für mich nicht wahrzunehmen. Auch im Geschmack nicht. Den Kentucky wiederum kann ich zwar nicht erriechen, aber meine ihn im Geschmack als leicht würzigen Hintergrund wahrzunehmen.

Wichtig erscheint mir, dass man den Tabak wirklich erst vor dem Rauchen aufschneiden sollte. Lagern von vorgeschnittenem Quill Gordon läßt ihn viel von seiner Feuchtigkeit (die im Übrigen sehr gering ist; geringer als bei vielen Flakes) verlieren. Damit geht etliches an Aroma verloren und der Tabak brennt schnell und heiss herunter. Anders frischgeschnitten: In meiner Siena 320 KS rauche ich gut 2 Stunden an einer Füllung. Und ich gebe zu: die Pfeife könnte größer sein. Denn je länger der Tabak glimmt, desto besser schmeckt er (mir). Da er so gut wie kein Kondensat absondert läßt sich jede Pfeife bis zum Grund rauchen. Ich habe sogar konische Pfeifen, die mir immer ein paar Kondensatprobleme bereiten, trocken rauchen können.

Ich gehe davon aus, dass K&K wirklich nur als Importeur des Tabaks auftritt. Denn der Tabak ist meiner Meinung nach frei von PG. Allerdings meine ich, dass der Tabak ein wenig aromatisiert ist. Vielleicht mit Brandy oder einem Hauch schottischem Whisky. Ich möchte dafür meine Hand jedoch nicht ins Feuer legen. Aber mir kommt es fast unwahrscheinlich vor, dass diese die Zunge schmeichelnde Süße natürlichen Ursprungs ist.

Der Raumduft ist überraschend süßlich. Tabakecht und süß. Viel stärker, als der Geschmack, den der Tabak vermittelt. Die Asche ist ein Gedicht. Abhängig von der Stärke der geschnittenen Scheibchen bleibt in der Pfeife wirklich nur ein Hauch pudrige Asche liegen.

Ich habe den Quill Gordon sowohl mit Aktivkohle- als auch mit Meerschaumfilter geraucht. Und knapp die Hälfte der Füllungen auch filterlos. Mir erscheint er mit Meerschaumfilter geraucht am angenehmsten. Hier kam mir der Geschmack am cremigsten, am vollmundigsten vor. Der Aktivkohlefilter nimmt ihm zuviel an Süße und Rundheit; ohne Filter wirkt der Tabak etwas strenger.
Interessant ist auch, dass der Tabak geschmacklich eher leicht daherkommt. Der Nikotinanteil ist jedoch eher medium (vom Kentucky?). Schwer zu erklären: der Wolf im Schafspelz.

Fazit:
Nicht nur, weil der Quill Gordon als Plug daherkommt, auch wegen seiner sehr guten Raucheigenschaften und seines natürlichen Gechmacks sollte jeder, dem vor VA-Flakes nicht Bange ist, den Tabak einmal probieren. Ich bin mir sicher, dass der Quill Gordon viele Freunde finden wird.
Ich denke, dass wird nicht der letzte Tabakwürfel sein, den ich bei Keistler bestellt habe.

(11.11.03)

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