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RB Plug

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Samuel Gawith RB Plug

(Pfeifentabak)

Markenname:Samuel Gawith
Hersteller:Samuel Gawith, son & co.
Mischung:verschiedene Virginas aus Afrika, pressed, steamed, flavoured etc...
Schnittbreite:Plug, ohne Schnitt einfach nur ein Quader Tabak!
Typ:stark aromatisiert
Flavour:Patchouli
Stärke:extra-stark
Verpackung:50g in einem Alubeutel
Preis:für 50g $5.40 oder CHF 8

Martin Steinthaler

Vorweg wieder die englische Beschreibung: Though this is the darkest Samuel Gawith Plug, it's one of the smoothest. The tobacco is easy to slice, rub out and pack. I believe it's best smoked slowly, in a medium- size pipe, and after dinner (I personally can't smoke it on an empty stomach!). The taste is really delicious, and the aroma is so pleasant to who smokes it, as well as to the people around him/her. If you're used to smoking medium-full natural Virginia flakes and would like to try a Plug, I recommend this one highly.
RB Plug: Dieser Plug ist IMO der stärkste unter den drei Plugs die ich versucht habe. Stark nicht nur im Tabak sondern auch im Aroma. Ich habe ja keine wie auch immer geartete Ahnung was das nur ist was den Tabak so riechen lässt. Die Parfum-Orient Komponente von Grousemoore wird hier bei weitem übertroffen und in ein Räucherstäbchen - Insektenvertilgungsmittel und 68er Generationen Aromenwirrwarr verändert und verstärkt. Zimt - Feigen - Pflaumen - Lebkuchen - Weihrauch - Marihuana - Oregano etc. alles fällt einem dazu ein aber klar beschreiben kann ich es nicht! Die Aufbereitung ist ganz gleich den anderen Plugs.
Die ersten Eindrücke des RB Plugs waren jedoch nicht so wie sein Geruch vermuten lässt. Ähnlich dem Grousemoore ist er zu Anfang etwas über meiner Schwelle an Aromen jedoch schnell kommen die guten Virginias voll durch. Für alle Tage zu viel des Aromas aber als Wechsel und aus Interesse ist er schon zu empfehlen. RB ist weicher etwas voller und sanfter auf der Zunge. Wenn einem dann der Geschmack zusagt kann man diesen Plug schon öfter im Regal finden. Die Eigenschaft dieser Plugs ab der Hälfte der Pfeife immer besser zu werden ist schon ein Anreiz weiter zu testen. Mit jedem Tag den der Plug etwas lüftet verschwinden die schlechten Anfangseigenschaften und er wird immer besser. Vielleicht gewöhnt man sich auch irgendwie daran.
Die Raumnote ist bei RB sehr aufdringlich und ist vielen schon zuviel. Tanja auf jedenfalls glaubte im Harem des Maharadschas zu wohnen :-) Die Stärke von RB ist von den drei Plugs IMO die Spitze! Bei langsamen Rauchen wiederum kann der RB ein sehr zufriedenstellender Tabak sein der genug Ablehnung sowie Interesse wecken um weiterzuforschen. Die Qualität ist wie üblich sehr gut. Kein Anfängertabak sondern eher ein lieben oder hassen Plug.

Mein Tipp:
Ein Tabak für Außenangelegenheiten. Da er so kräftig ist und so viel Volumen hat schmeckt man ihn auch bei etwas Wind hervorragend. Durch den Plug kann man auch seine Brenngeschwindigkeit gut beeinflussen. Mein Gedanke: Geil das es so was gibt :-)

WWW: http://www.samuelgawith.co.uk/
gekauft bei: http://www.pipesandtobaccos.com/
In der EU zu bestellen bei: http://www.smokem.co.uk/


Björn Hollensteiner

Der RB Plug von Samuel Gawith, Kendal UK, gilt als typisch "englischer" Aromatic, sprich: er wurde mit einer der kontinentaleuropäischen Zunge sehr ungewohnten Aromenkombination versehen. Diese besteht offenbar aus verschiedensten Blumendüften, Gewürzen und Honig, jedenfalls entsteht daraus ein Gesamteindruck, der an Parfum und Räucherstäbchen, sowie an den Weihnachtsmarkt erinnert. Außerdem wird der Tabak als sogenannter Plug angeboten, was bedeutet, dass man ein ungeschnittenes Flakestück von etwa 4 x 2 x 2 cm bekommt, welches etwa 50 g wiegt.
Ich will es nicht verhehlen: Es fiel mir vor dem ersten Rauchen sehr schwer, diesem Tabak eine Pfeife zu opfern, aber ich habe es nicht bereut. Denn dies sollte man in jedem Falle tun: Wer sich immer mal gefragt hat, was Crossover überhaupt bedeutet, der möge sich den RB Plug oder einen der Special Flakes von Gawith bestellen und nach dem Genuss in der selben Pfeife einen anderen Tabak rauchen. Da bringt auch auskratzen oder Alkohol/Salz nichts. Die Pfeife wird noch sehr lange nach dem eindringlichen Aroma schmecken, egal, was und wie viel danach darin geraucht wird.
Ein besonderes Vergnügen ist auch die Zubereitung des Plugs, also der Vorgang, ihn überhaupt rauchbar zu machen. Ich versuchte es mit verschiedenen Methoden, die besten Ergebnisse ergibt bei mir folgendes Vorgehen: Man schneide mit einem möglichst scharfen und festen Messer auf einer schnittfesten Unterlage (Brettchen) 2- 3 möglichst dünne Scheiben von dem Plug ab, etwa so, wie man Wurstscheiben abschneidet. Diese Scheiben bestehen dann aus übereinandergelegten und stark gepressten Tabakblättern, welche ziemlich aneinander haften. Nun zerfasere man die Scheiben so weit wie möglich. Als letzten Schritt vor dem Stopfen empfiehlt sich, die Fasern noch einmal zwischen Daumen und Zeigefinger zu zerreiben. Den entstandenen losen Tabak kann man dann stopfen, wobei ich die Einlage von drei Denicool-Silicakristallen auf den Pfeifenboden nur wärmstens empfehlen kann, sonst kann der Zugwiderstand enorm steigen. Filter sollten tabu sein, meiner Meinung nach, schon wegen des Zugwiderstandes.
Das Anzünden ist etwas aufwendiger, der Tabak geht aber verhältnismäßig gut an. In den ersten 10 Minuten hat man allerdings nicht das Gefühl, dass das in der Pfeife enthaltene Kraut wirklich Tabak ist. Man wird gewissermaßen vom Parfumaroma erschlagen. Dieses Aroma riecht nicht nur, sondern schmeckt auch auf der Zunge und imprägniert sich sowohl in die Kleidung des Rauchers wie auch offenbar in alle Hautpartien, mit denen der Rauch in Berührung kommt. Noch Stunden nach dem Rauchen hat man den Geschmack im Mund, riecht die Nase noch das Aroma. Wenn man nicht zu denen gehört, die an dieser Stelle eine Notausräumung vornehmen, also solche, die vermutlich auch keinen Fisch, Knoblauch oder Harzerkäse mögen ("Iiih, das stinkt doch...") und gar nicht erst probieren, dann erwartet einen allerdings ein ausgedehntes und genussvolles Raucherlebnis. Sind nämlich die schlimmsten Ausdünstungen des Aromas vergangen, tritt hinter dem Vorhang ein wahrhaft hervorragender Virginia hervor, der die Klasse dieses Tabaks endlich bestätigt. Der Rauchduft wird weich und voll, das Aroma ist zwar ständig da aber nicht mehr bestimmend. Der Tabak verbrennt mit verhältnismäßig geringer Kondensatbildung, die Asche wird so fein und amorph, dass sie mich an Magnesiumoxid (das Zeug, mit dem sich Turner die Hände pudern) erinnert. Rauchdauern von eineinhalb bis zwei Stunden sind normal und machen diesen Tabak zu einem guten "Abendtabak", wenn man richtig Zeit und Muße zum Genuss einer Pfeife hat. Das Raumaroma wird übrigens von meiner Verlobten und meiner Familie als unangenehm empfunden.

Fazit:
Ein qualitativ hervorragender Tabak mit einem äußerst gewöhnungsbedürftigen Aroma, welches meiner Ansicht nach etwas zu stark geraten ist. Ich kann diesen Tabak nicht täglich rauchen, aber so etwa ein bis zwei mal die Woche habe ich schon Lust darauf. Ich denke, dass er nicht unbedingt als Einstiegstabak in die englische Art der Aromatisierung zu empfehlen ist, denn man kann sich ganz schön abschrecken lassen. Wer einmal einen Plug rauchen möchte, aber die Aromatisierung scheut, dem kann ich nur den Kendal Plug aus gleichem Hause wärmstens empfehlen. Schon das Zubereiten des Plugs bereitet Freude und wird dem Genussgedanken, der hinter dem Pfeiferauchen steckt, wie bei keiner anderen Form des Tabaks gerecht.

(12.07.2000)


Ingo Gebert

Der RB Plug ist ein Tabak, über den man die unterschiedlichsten Meinung und Ansichten in DAFT findet. Für die einen ist er das von den Göttern gegebene Mana, die anderen würden unserem kleinen, braunen Freund unverzüglich kostenlosen Tauch- und Schwimmunterricht erteilen. Ich hatte die Gelegenheit, bei einem Ruhrpottstammtisch ein Würfelchen von diesem Tabak zu ergattern. Nachdem er dann zu Hause dann noch eine gewisse Ruhephase hatte, war die Zeit gekommen. Ich packte mir das Würfelchen, ein gutes, scharfes Taschenmesser, und einen Bierdeckel als Schneidunterlage. Mit dem Messer hobelte ich kleine Stückchen ab, welche ich dann noch anschließend zwischen zwei Fingern noch etwas aufrieb. Um diesen Tabak aufzubereiten, braucht man schon stark ausgeprägte Jäger- und Sammlergene;-).
Um denn den Tabak in Gang zu setzen, brauchte es auch einiger Anstrengungen. Der Tabak wehrte sich heftig, bis er in Brand gesetzt worden war. Ich probierte es mit unterschiedlichen Schnittbreiten und "Aufbröselungen", aber das Ergebnis ist immer das Gleiche. Auch geht der Tabak oft aus, entsprechend musste ich nachfeuern. Nach den ersten Zügen schmeckte der Tabak in etwa so, wie er roch. Das ist meiner Meinung nach ein Qualitätsmerkmal für einen Tabak, wenn der Geruch dem Geschmack nahe kommt. Aber: Man muss das Aroma mögen. Ich hatte hier einen Geschmack auf der Zunge, der mich an eine Mischung aus billigem Rasierwasser und Menthol erinnerte, und im Laufe des weiteren Rauchopfer wurde das Aroma noch kräftiger.
Die Tabakbasis von dem RB Plug ist sicherlich nicht schlecht, das konnte ich hintergründig spüren, erschmecken kann man sie indes nicht, da dieses penetrante Aroma alles übertüncht. Ich habe den Tabak aus zwei Corncobs und einer Tonpfeife geraucht, es gab ja bezüglich des Crossovers genügend Warnhinweise, seine normalen Pfeifen erst einmal außen vor zu lassen.

Fazit:
Daumen runter, wenn ich die umständliche Zubereitung, das nicht vorhandene Abbrandverhalten, und dieses extrem aufdringliche Aroma zusammennehme, bliebt mir gar nicht anders übrig. Es gibt ja auch Leute, die essen rohe Leber, wenn ich das nicht mag, muss ich das ja auch nicht zu mir nehmen ;-).

(25.11.2002)


Daniel M. Porcedda

Einleitung: Der RB wurde bereits mehrmals treffend reviewt, zudem gab es innerhalb der NG ellenlange Threads ueber dieses ganz besondere Kraut. Wozu also eine weitere Abhandlung ueber diesen Sonderpfeifentabak? Fuer einige Pfeifenraucher gilt der RB-Plug als Non-plus-ultra unter den Tabaken. Etlichen anderen wiederum scheint der RB allerhoechstens als Pfeifenrauchen-Abgewoehn- radikalmethode zu taugen.
Deshalb nachfolgend neben den unausweislichen Aspekten eines jedes Tabakreviews auch eine Art Anti-Abschreckungs-Anleitung, sofern es gelingen sollte.

Uebrigens: Ich bekam den RB geschenkt. Einem geschenkten Gaul schaut man zwar nicht ins Maul, beim RB-Vogel habe ich es trotzdem getan. Wegen dieser unflaetigen Entehrung eines Praesentes muesst ihr nun dieses lange Review ueber euch ergehen lassen. Sorry.

Also erst mal die uebliche Review-Prozedur, die womit beginnt? Na klar ...

Verpackung:
Unscheinbar. Alubeutel mit billigem rotem Aufkleber, einfarbig schwarz bedruckt. Ausser der Namensgebung des vorliegenden Rauchkrauts, RB Plug, sowie die Nennung des Herstellers, Samuel Gawith, Kendal, nichts weiter. Nichts weiter? Doch, der obligatorische Hinweis, hier in englischer Sprache, dass Tabak die Lebensauer des Konsumenten um mindestens 30 Jahre verlaengert ... oder so. Sorry, meine Englischkenntnisse sind nicht sonderlich ausgepraegt.

Die Verpackung ist also British understatement in perfection. Ach ja, ein Piepmatz ziert als graphisches Element den Aufdruck. Bin kein Ornitologe, daher kann ich den Mini-Flugsaurier nicht richtig zuordnen. Ein Adler scheint es nicht zu sein, eher eine Kreuzung zwischen Rotkehlchen und Hausspatz, mit einem Schuss Friedenstaube. Mit Schere oeffnet man die Verpackung am einfachsten. Fuer die handwerklich versierten: Trennscheibe geht auch.

Nasologisches Nr.1:
Duftbombe. Ich wollte das Zeug sofort mittels Streichholz anzuenden, als Raeucherdingsda ... nun, ein Staebchen ist es von der Formgebung her ja nicht.
Der Duft ist nicht bloss sehr ungewoehnlich fuer einen Pfeifentabak, sondern intensiv; wobei der Begriff "intensiv" eine ganz neue Bedeutung in diesem Zusammenhang erhaelt. Man kann diesen Duft nicht wirklich beschreiben, man muss ihn selber erriechen.

Optik:
Plug. Ein gepresster Tabakquader mit ca. 3,5 x 4 x 2,5 cm Kantenlaengen. Alle Braunfarbtoene sowie einige schwarze und ganz wenige sehr helle Bestandteile erschliessen sich dem erstaunten Betrachter. An der Ober- und Unterseite ein fast schwarzes Haeutchen. In meiner Kindheit gab es mal ein Gebaeck, das so aehnlich aussah, bloss groesser und roch anders ... und schmeckte vermutlich anders.

Tastologisches:
Fuer alle, die noch nie vorher einen Plug in der Hand hielten, ein ganz neues Gefuehl. Ich hielt das Ding zum ersten mal sehr lange in der Hand, begutachtete es wie ein Wissenschaftler, drueckte es zwischen den Fingern und kratzte mit dem Fingernagel daran herum. Der Plug fuehlt sich samtig an, nicht feucht und nicht trocken. Er ist sehr hart, also wirklich sehr fest gepresst. Logo, wenn man bedenkt, dass so ein winziger Quader 50 gr Pfeifentabak entspricht.

Stopfen:
Meine ersten Versuche waren: Plugscheiben schneiden und zerbroeseln, dann wie normaler Schnittabak in den Pfeifenkopf fuellen. Das scheint allerdings barbarisch, wenn man einigen Plugadepten Glauben schenken moechte. Ein Plug gehoert also anders in den Pfeifenkopf eingebracht. Gluecklicherweise gibt es helle Koepfe (menschliche, nicht Bruyere), die herausgefunden haben, wie ein Plug sein Aroma am besten entfaltet und einen noch laengeren Rauchgenuss beschert.

Ich verweise auf folgende Links:
http://www.pfeife-tabak.de/Artikel/Tabakkunde/Plug/plug.html , sowie http://www.daft.de/artikel/a1/plugs_rauchen.html , beide Artikel geschrieben von Joachim Acker.

Ich verwende zum Plugscheiden einen Kartoffel- resp. Spargelschaeler. Dies erscheint mir weitaus ungefaehrlicher als andere Instrumente, wie z.B. Jagdmesser oder Skalpell. Wer mit einer guten Portion Geschick und Zielgenauigkeit von der Natur ausgestattet wurde, kann es auch mit Wurfmesser oder Tomahawk versuchen. Dazu einen Partner, der den Quader zwischen den Fingern einer Hand haelt, und man hat eine zirkusreife Methode zum Plugschneiden entwickelt. Bis zu einem kleinen Rest kann ich den Plug mit meinem gebrauchsentfremdeten Kartoffelschaeler in duenne Flakescheiben zerteilen. Den uebrigen Rest des Plugs, den ich mittels meines Handgeraetes nicht mehr bearbeiten kann, ohne dabei meine Fingerkuppen spaeter mitzurauchen, zerkleinere ich mit einem Messer und verwende diese Stuecke zum Aufrubbeln, die dann als Bodenfuellung sowie zum Obendraufpacken auf die Flakescheiben zwecks leichteren Entzuendens dienen.
Und genau so gehe ich auch vor: Einige selbst fabrizierte Flakestuecke aufeinanderlegen und in den Kopf reindrehen ... den Pfeifenkopf. Vorher einige Broesel auf den Pfeifenboden und abschliessend noch einige ueber die homemade Flakescheiben. Das wars.

Kleine Anekdote am Rande: Immer, wenn meine BH sah, dass ich den Kartoffelschaeler aus der Schublade nahm, fragte sie: "Na, wie willst du die Kartoffeln heute zubereitet haben? Als Bratkartoffeln oder Puree oder Pommes?" Dabei muesst ihr wissen, dass das Kartoffelschaelen zu meinen obligatorischen Haushaltstaetigkeiten zaehlt. Ich bin mittlerweile der Kartoffelschaeler per excellence. Seit ich aber den RB-Plug habe, lautet die Frage seitens meiner BH anders: "Willst du heute was zu essen haben, oder wirst du dich mit der Pfeife begnuegen?"

Erstanzuenden:
Das ist "ein Fall fuer zwei" ... zwei Feuerzeuge. Nach etlichen pyromanischen Versuchen glimmt der Tabak dann endlich. Aber nicht fuer lange, deshalb gleich weiter mit dem ...

Rauchvorgang:
Die Pfeife ist schon wieder ausgegangen. Ja, mein Gott, wo geht sie denn immer hin? Irgendwie strebt sich der RB, in Rauch aufgeloest zu werden. Das Voegelchen fliegt immer wieder davon. Verdammt noch mal. Nicht mit mir, du Spatz. Nachfeuern, ach was, kraeftig einheizen mit meinem Mini-Flammenwerfer. Und nun? Das Kraut glimmt. Tatsaechlich. Wenn bloss mein Schweissausbruch die Pfeife jetzt nicht zum Erloeschen bringt.

So erging es mir bei meinen paar ersten Pfeifenfuellungen mit dem RB. Uebung macht auch hier den Meister. Und ein RB-Meister zu werden scheint wirklich erstrebenswert. Mittlerweile klappt es schon sehr gut, auch wenn ich vom Meisterbrief noch ein gutes Stueck entfernt bin.
Die Muehen lohnen sich allemal. Glimmt der RB erst mal richtig, waehrt die Rauchfreude (fast) endlos. So kommt es einem zumindest vor. Zwei Stunden sind vergangen und ich rauche immer noch an der gleichen Pfeife. Bin ich etwa mittlerweile eingeschlafen? So lange habe ich noch nie an einer Pfeifenfuellung geraucht. Da wird mir doch nicht heimlich jemand immer wieder Tabak nachfuellen?

Der RB raucht sich erstaunlich kuehl, wenn man bedenkt, wie ihm eingeheizt wurde. Ich hatte trotz erheblicher anfaenglicher Zugtaetigkeit, um den Tabak am Glimmen zu halten, kaum Probleme mit Kondensatbildung.
Immerhin bin ich heuer schon reif fuer die RB-Gesellenpruefung. Bis zum Meisterbrief hin werden noch ein paar RB-Voegel geschlachtet werden muessen ... Pardon an die Tierschuetzer.

Geschmack:
Er schemckt so wie er riecht. Das an sich ist schon aussergewoehnlich. Meist riecht ein Pfeifentabak ja besser oder zumindest anders als er hinterher schmeckt. Beim RB ist das erfreulich anders.
Wonach er schmeckt? Der Geschmack ist undefinierbar. Igendwie eine Mixtur von exotischen Fruechten, verquirlt mit kleingeriebenen Raeucherstaebchen, ein paar Tropfen Blumennektar, Honig sowie einer Messerspitze orientalischer Gewuerze. Oder so aehnlich oder auch ganz anders.
Aber wem es schmeckt, dem schmeckt es richtig gut. Uebrigens tut es dem Geschmack des RB keinen Abbruch, ihn mal in der Pfeife erkalten zu lassen. Auch eine halbe Pfeifenfuellung, die fast zwei Tage im Kopf meiner extra reservierten RB-Pfeife auf ein neues Entfachen harrte, wurde vom Vogel nicht mit einer Geschmackseinbusse quittiert. Er schmeckte mir eher noch besser. Sympathisches Federvieh.

Ein Tip fuer Neueinsteiger in die RB-Welt: In ganz frischem Zustand ist der RB geschmacklich sehr heftig. Die Packung oeffnen, ein oder zwei Tage liegen lassen und erst dann rauchen, ist eine erste Vorsichtsmassnahme, um nicht gleich bei der ersten Pfeifenfuellung den groessten Geschmacksschock in seiner Pfeifenraucherkarriere zu erleben. Der intensive Geschmack wird dem RB-Neuling stundenlang auf der Zunge haften bleiben. Alle Versuche, mittels Getraenken oder Essbarem sich dem Geschmack zu entledigen, schlagen fehl. Nach dieser ersten nachhaltigen Erfahrung ist eventuell eine mehrtaegige Pause anzuraten. So tat ich es. Die zweite Pfeifenfuellung hat mir dann auf Anhieb gemundet.
Uebrigens schmeckt der RB ganz besonders gut, wenn ausser Hause in frischer Luft verkonsumiert. Ich tat es bei Minusgraden und der RB schmeckte so gut wie noch nie. RB-maessig gesehen koennten die Winter also ruhig laenger dauern.

Zungenspiele:
Ausserordentlich sanft zur Zunge, trotz manchem Heissrauchen, insbesondere am Anfang meiner Lehrzeit. So intensiv das Aroma, so weich der Tabak. Sagenhaft.

Ashes:
Verschieden, je nachdem, wie man den RB in den Pfeifenkopf eingebracht hat. Manchmal bleibt bloss hellgraue sehr feine Asche ueber, manchmal auch ein paar ungerauchte Tabakstuecke. Die einzig gesicherte Kenntnis: Asche faellt auf jeden Fall an.

Nasologisches Nr.2:
Holland-Blumenbeet im Zen-Budhismus-Tempel !!! Interessanterweise haben bislang alle Mitschnupperer das Aroma als wirklich angenehm empfunden. Nein, ich bewege mich nicht ausschliesslich in Kifferkreisen ;-)

Noch nen Tip:
Die RB-Genussdimension muss langsam erarbeitet werden. Aber bereits nach wenigen Versuchen eroeffnet sich einem ein Rauchvergnuegen der Sonderklasse.
Zum all-day-smoke wird er wohl bei den wenigsten heranreifen. Macht nichts. Ich wuerde auch nicht jeden Tag Cordon-bleu creme champignon flambiert verspeisen. Aber mehrmals die Woche als Tagesabschlusspfeife ist der RB absolut zu empfehlen. Staerkebedingt werden die meisten ihn sowieso vorrangig am spaeten Abend verrauchen.
Der RB-Plug ist mehr als eine Versuchung wert. Dazu eine Pfeife aussuchen, die nur fuer den RB reserviert ist. Der Vogel mag naemlich keine Konkurrenz in seinem Jagdrevier. Er bestraft dies ansonsten mit einem Crossover, der es gewaltig in sich hat. Die Pfeife wird fuer laengere Zeit keinem anderen Aroma weichen.

Fazit:
Absolut probieren. Das Kraut muss man einmal in seinem Pfeifenraucherleben geraucht haben. Der RB gehoert zweifelsohne zu den exotischsten Pfeifentabaken. Nur Mut. Der RB-Vogel ist zu baendigen.

Laaanges Review entspricht dem zu erwartenden laaangen Rauchgenusses vom RB-Plug. Solch langer Rauchgenuss fuer so wenig Geld duerfte nur mit Plugs moeglich sein. In diesem Sinne ist der RB auch ein sehr oekonomisches Rauchvergnuegen.

Hergestellt wird der RB Plug von Samuel Gawith/Kendal/GB Erhaltlich u.a. bei: Synjeco (http://www.synjeco.ch)

(26.01.2003)


Martin Farrent

A previously unsmoked, rusticated Viprati. A block of something very dark, almost like hashish, only more of it than you could ever afford in those days. The smell of patchouli rises from this bricklet, even before you slice off a few thickish flakes and cut them into tiny cubes. Once it's lit (not easy), the first impression is that you're smoking a joss stick. Exhale through the nose and you will detect almost no tobacco aromas whatsoever.

Within ten or so puffs, not more, you're in heaven. The patchouli aroma begins to subside to within any limits your preference dictates to it; a dark, sweet, treacle-like Virginia flavour takes over. The closest comparison I can think of is the "bottom layer" of Escudo's complex smoke, only twice as strong.

For a tobacco so hard to light, it stays lit astoundingly gracefully. The spicey topping (patchouli and other bazaar smells) is there to be revisited whenever you like. Alternate between concentrating on this unique aroma and exploring the roundness of the Virginia flavour underneath. Discover whatever you like (honey, nuts, chocolate, coffee?), this one is there to be defined by the smoker.

Nicotine junkies will find their wildest dreams fulfilled. An S. Gawith plug which rivals St. Bruno and Royal Yacht for pure satisfaction of addiction, while smoking more easily and chattily than either. The archaic block of tobacco and the preparations it neccessitates throw you back a few decades - not to the 60s (despite the Grateful Dead concert comment someone once made), but to the 20s or 30s. Imagine yourself as a British colonial official now retired to England, but yearning for the smells of the Orient and his prime.

I'm no good at reviews and don't normally write them. But I wanted to get you interested in this brand.

(15.02.2003)

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