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Ravens Wing

G.L. Pease Raven's Wing

(Pfeifentabak)

Markenname:G.L. Pease
Hersteller:G.L. Pease
Typ:englisch
Stärke:stark
Preis:könnten 7,50 $ sein

Bastian Scherbeck

Hier zuerst einmal die Herstellerbeschreibung: - Raven's wing is for the lover of full latakia mixtures. A generous proportion of cyprian latakia is spiced to perfection with its spicier syrian cousin. While rich, matured red, bright and orange virginia tobaccos provide Structure and a wonderfully delicate sweetness. And exotic small leaf oriental tobaccos lend richness. Bold and assertive, Raven's wing possesses an intricacy and complexity not often found in heavier mixtures.

Ok, los gehts. Ich habe mir vorgenommen dieses generöse Geschenk von Ron "da Bear" Graves einmal ohne Filter zu probieren. Bricht dieses Review irgendwann ab, fange ich an zu stottern oder scheinen irgendwelche Tasten zu prellen - bitte möglichst schnell das Gegenmittel bestellen und mir schicken - wenn es denn ein solches gibt. Beim Öffnen der Dose kommt einem der wunderbar typische Latakia Geruch entgegen, rauchig, herb, charakteristisch. Die Farbe der Tabake variiert von Hellbraun bis tiefschwarz, schmal geschnitten - (Krüllschnitt?) und in einem 1 A Zustand. Die Feuchte ist gut, der Tabak elastisch. Das erste Stopfen geht problemlos. Es wird also gezündet. Beim ersten Anzünden bäumt sich der Tabak sehr auf, so dass er des 2. Zündens bedarf. Danach brennt er problemlos runter. Schon nach den ersten Zügen: Was für eine Offenbarung! Diese Latakia Mischung ist wunderbar ausbalanciert, der Tabak ist ganz deutlich Latakialastig also heavy was den Latakia angehen mag, der Nikotinlevel ist aber eher niedrig - verglichen mit dem Skippers Flake geradezu harmlos. Von Zungenbrand selbst ohne Filter nicht die geringste Spur. Der Geschmack? Himmlisch, vielleicht ein wenig nussig, herb, herzlich ich würde sogar sagen freundlich, wenn man das über einen Tabak sagen kann. Der Abbrand ist regelmäßig. Selbst bei ein wenig schnellerem Rauchen - ich muss sagen es fällt mir schwer mich zurückzuhalten - kein Zungenbrand, kein Sottern, kein Schmurgeln, die Pfeife wird noch nicht einmal furchtbar heiß, es raucht sich himmlisch kühl. Ich frage mich ob die großen Tabakgötter Greg auf die Erde gesandt haben um auch den letzten Nichtraucher zu bekehren, dieser Tabak wird meine Pfeifenrauchfrequenz beträchtlich erhöhen. Meine Visacard ist gerade heute angekommen und wird wohl bald ihren ersten Einsatz erleben.

Fazit: Für den Latakia Liebhaber ein echtes Muss, aber auch , trotz des "Heavy", perfekt geeignet um sich die Latakia Welt näher zu betrachten. Dieser Tabak ist der Himmel auf Erden.

(07.12.2001)

Frank Nicolai

Die Dose Ravens Wing habe ich gemeinsam mit einer Dose Samarra geschenkt bekommen. Sie stand sehr lange in meinem Vorratslager - ich hab mich an diese Besonderheit nie herangetraut, wer weiß, wann ich diesen Tabak jemals wiederbekomme. Nun also habe ich den Tabak geöffnet - er war noch immer hervorragend konditioniert - und schwelge. Das kann ich gleich vorweg schicken: Ich habe Gregory Pease eine Dank-Mail geschrieben für diesen Tabak. Und das habe ich noch nie zuvor getan. Bei Öffnen der Dose schaut man auf eine zwischen dunkelgelb und schwarz spielende Mixture, die auch im Geruch ihren englischen Charakter nicht versteckt. Der Geruch macht mir großen Appetit. Sofort die filterlose Les Wood aus dem Pfeifenständer gerissen, locker gestopft und angezündet. Schon die ersten Züge: eine Offenbarung. Süß und würzig, ein wenig strohig und dunkel kommt der Tabak daher. Und dieser mich an Herbst, Falllaub und Kartoffelfeuer erinnernde Geschmack bleibt vom ersten bis zum letzten Zug vorhanden. Ich kann nur dazu raten, den Tabak ohne Filter zu rauchen - sowohl Aktivkohle als auch Meerschaum rauben dem Tabak die Nuancen, machen ihn gleichförmiger. Der Geschmack ist eine Sinfonie aus bitterlich-würzigen Tönen, grandios vermischt mit herb-frischer Süße und Spuren von Säure. Einfach umwerfend. Der Rauch ist dicht und den Mundraum füllend. Ich stellte mir nie die Frage: rauche ich oder nicht - wie das häufig bei Main-Street-Tabaken der Fall ist, die mir oft zu leicht sind. Und obwohl auf der Dose ein dickes "full" steht - geschmacklich ist er overfull - von Nikotingehalt aber eher medium. Diesen Tabak kann man den ganzen Tag über rauchen. Wenn "full" frei übersetzt mit "füllig", "vollmundig" zu übersetzen wäre, dann stimmt die Beschreibung allerdings. Er benötigt schon etwas Aufmerksamkeit beim Rauchen. Er möchte "zärtlich" geraucht werden; nippend. Kräftige Züge mag er nicht, dann verkrustet die Asche oberhalb der Glut schnell und wird fest und läßt den Raucher Hohlwangen kriegen. Zu heiß allerdings kann man den Tabak nicht rauchen. Auch bleibt die Kondensatbildung - trotz des feuchten Griffes - absolut unter dem Rahmen. Die Asche ist fein-weiß. Die Raumnote himmlisch (für den, der Latakiageruch mag).

Fazit: Der Ravens Wing ist ein ganz Großer. Wer immer mal in den Staaten bestellt: mitbestellen! Nur ein Tabak? Ein Gedicht von einem Tabak. Leider leider sind 50 Gramm viel zu wenig. Und mir fällt kein Tabak auf dem einheimischen Markt ein, der vergleichbar ist. Leider nicht. So habe ich mir nur jeden Tag eine einzige Pfeife Rabenflügel gegönnt, um ihn länger genießen zu können. Aber ich gebe es zu: nun bin ich auf den Samarra gespannt.

(03.07.2002)

Peter Friedl

Der Raven's Wing kommt in einem für hiesige Verhältnisse unscheinbaren, doch schnuckeligen Döschen mit 56g ( = 2 Oz ) daher. Auch nach dem Öffnen stapelt er tief - ein normaler, aber sehr zurückhaltender Englischer Duft. Wenn man den breit geschnittenen, von dunklen Streifen dominierten Tabak stopft, fällt einem allerdings die perfekte Konsistenz auf, eine stoffartige Weichheit, die auf eine perfekte Konditionierung bezüglich der Feuchtigkeit hinweist. Beim Anzünden glimmt er willig auf, jedoch bedarf es mehrerer Anläufe, ehe ein geregelter Betrieb läuft. Dann flutet ein unaufdringliches Aroma den Gaumen, füllt ihn mit einer raffinierten Mischung. Zunächst typisch Englisch, aber deutlich weicher, samtiger als jeder andere Tabak dieser Art, den ich bisher probiert habe. Bei näherem "Hinschmecken" erahnt man eine Vielzahl einzelner Geschmackskomponenten, keine einzige dominierend. Nachdem ich vielleicht eine gewisse "Nussigkeit" zu schmecken vermeinte, schälte sich nach etwa der Hälfte der Füllung ein armagnacartiger Geschmack heraus - wahrscheinlich eine höchst subjektive Wahrnehmung, aber sicher eine sehr köstliche. Der Tabak läßt sich problemlos bis zum letzten Krümel herunterrauchen. Ich bin mir sicher, daß ich bei weiteren RW-Sitzungen noch diverse andere Aromen erleben werde, denn dieser Tabak besitzt eine großen Fülle, kommt dabei jedoch gleichzeitig elegant und leichtfüßig daher wie eine Komposition von Mozart in Moll. Man sollte ihn recht locker stopfen, dann entfaltet er sich am besten. Bei zu dichter Packung entwickelt er eine ganz leichte Bissigkeit, auch das sehr verhalten. Aber es reicht aus meine Sensibelchen (=Schleimhäute) nachhaltig zu reizen - trotz Filter. Ich bin allerdings diesbezüglich leider sehr empfindlich und echte Hardcore Raucher werden da sicher nichts merken.

Fazit: ein hervorragender Tabak und ein Jammer, das sich bisher hierzulande kein Importeur dafür gefunden hat. Wer immer die Gelegenheit hat, eine Dose aufzugablen sollte die Chance nutzen.

p.s. ich habe noch 7 andere Tabake von GL Pease erstanden und werde Weiteres berichten.

(07.11.2003)

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