Pöschl Red Bull Aromatic
(Schnupftabak)
| Hersteller: | Pöschl |
| Typ: | naturbelassen |
| Verpackung: | Snuff-Tüte 10 Gramm |
Detlev Büscher
Herstellerbeschreibung:
"Red Bull" ist eine wohlabgestimmte Mischung aus mild-würzigen Tabaken. Erlesene Pfefferminze sowie weitere natürliche Pflanzenextrakte ausgesuchter Regionen ergeben das herrlich frische Aroma. Ein aromatischer Snuff, der dem Bergmann ein besonderes Frischegefühl vermittelt.
Nach meinen Informationen ist der vorliegende Snuff nicht in einer der üblichen Boxen oder Runddosen sondern nur in der Nachfüll-Tüte zu bekommen. Möglicherweise soll dadurch ja vermieden werden, dass ein absoluter Neuling in der Welt des Schnupftabaks seine ersten Schritte mit "Red Bull" unternimmt und direkt auf die Nase ;-) fällt. Ein Anfänger wird beim Erstkauf kaum zu einer Zehngrammtüte greifen, eher zu einer der vielen bunten, kleinen, praktischen und vor allem wieder verschliessbaren Döschen. Den fortgeschrittenen Schnupfer, der schon das eine oder andere Behältnis geleert hat, wird's nicht weiter stören. Auf der Website des Herstellers http://www.poeschl-tobacco.com ist der "Red Bull" genauso wenig aufgeführt wie weitere, mir bekannte Snuffs in 10g-Tüten.
Möglicherweise unterliegt der Vertrieb dieser Sorten gewissen regionalen Einschränkungen, doch dieser Gedanke ist momentan reine Spekulation.
Rein optisch ist der "Red Bull" von anderen gängigen Sorten nicht zu unterscheiden. Er ist snufftypisch fein gemahlen und mittelbraun. Vom "Ozona Raspberry" oder auch vom "silverstone orange+" hebt er sich farblich nicht ab. Um zu dieser einzigartigen Erkenntnis zu kommen, habe ich mir einfach mal drei verschiedene Prisen auf die Hand geklopft. Und was macht man nun mit drei verschiedenen Prisen auf einmal? Genau! Der Sieger des ersten schriftlich dokumentierten d.a.f.t.-Parallel-Schnupf-Experiments war eindeutig der "Red Bull".
Die Aromen der beiden Kollegen traten dermaßen in den Hintergrund, dass man höchstens unter Aufbietung sämtlicher Riechmuskeln... nein, "Red Bull" hat das Feld ganz eindeutig dominiert.
Wie schon erwähnt, ist der "Red Bull" nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Auch die Herstellerbeschreibung deutet das schon an. Immerhin ist dort von einem Bergmann die Rede, und das ist in der Regel ein Profischnupfer. Die fehlende Anfängereignung ist simplerweise dem hohen Mentholgehalt zuzuschreiben, denn der "Red Bull" ist ein echter Mentholhammer. Aber auch daran kann man sich gewöhnen. Selbst wenn man während der ersten Prisen anfänglich ein merkwürdiges Gefühl im Bereich der Kopfhaut verspüren mag, nimmt man später einfach nur einen angenehmen Extra-Frischeschub im Vergleich zu den gemäßigteren Snuffvarianten wahr.
Minze ist aber lange nicht alles, was der "Red Bull" zu bieten hat. Vielleicht braucht man jedoch zwei, drei Prisen, bis man sich soweit "eingeschmeckt" hat. Wenn die orkanartige Menthol-Brise erstmal zum schweren Sturm abgeflaut ist, kommen die "natürlichen Pflanzenextrakte" der Herstellerbeschreibung allmaehlich besser zur
Geltung. Und damit ist eine Duftnote aus der Kräuterabteilung gemeint, die füer meinen Geschmack einen Menthol-Snuff gut abrundet.
Das Aroma "hinter" der massiven Menthol-/Pfefferminz-Mauer, das an Hustenbonbons oder gesüßte Kräuterteeaufgüsse denken läßt, hat meiner Ansicht nach ganz deutlich etwas mit Lindenblüten zu tun, und Anis dürtte ebenfalls mit von der Partie sein.
Und was ist mit dem Tabak an sich? Eine ganze Menge. Nach der initialen Mint-Explosion mit nachfolgender herbaler Note neigt man dazu, den recht lang anhaltenden Tabakduft anfänglich nicht so richtig zu bemerken. Als ob man während der ersten Prisen nicht damit rechnet, dass der "Red Bull" noch in eine dritte Phase geht. Diese "dritte Phase" beginnt normalerweise dann, wenn man den Tabak bereits wieder aus der Nase entlassen hat.
Hat man an einem Tag erstmal mit dem "Red Bull" begonnen, empfiehlt es sich, insbesondere bei regelmäßigem Griff zur Prise, bis zum Abend dabei zu bleiben. Es sei denn, man legt zwischendurch eine etwas längere Schnupfpause ein. Denn der "Red Bull" hat die Eigenschaft, anderen später genossenen Tabaken ein wenig den Glanz zu nehmen bzw. die Wahrnehmung in bezug auf den Mentholgehalt geringfügiger geminzter Tabake herabzusetzen. Andererseits wäre es aber auch möglich, gerade an diesem Crossover-Schnupfen Spass zu haben, da bekannte Sorten im Schatten des "Roten Bullen aus Geisenhausen" eben
etwas anders empfunden werden.
Fazit:
Nicht unbedingt etwas für Anfänger, aber ansonsten durchaus empfehlenswert. Die Kombination Menthol und Kräuter ist nicht gerade selten, aber diese krftige Variante geht schon mal in Ordnung.
(23.08.2002)