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Rattray's Red Rapparee
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Blended for Charles Rattray, Perth, Scotland |
| Mischung: | Virginia, Latakia, Orient |
| Schnittbreite: | ca. 1,3 mm, kurzfaserig |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | stark |
| Verpackung: | 100 g Vacuum-Dose |
| Preis: | 30,50 DM / 100 g |
Thomas Schoke
Wer die Charakterisierung dieses Tabaks in Holtappels Tabakbrevier nachschlägt, findet die Formulierung: "Eine sehr angenehme Latakia-Mischung für alle Raucher, die zum vollen Geschmack des Latakia neigen".
Ich habe mich immer gefragt, ob da nicht eine Verwechslung vorliegt. Gerade Red Rapparee ist einer der Tabake von Rattray, bei denen der Latakia seine Rolle eher im Hintergrund spielt. Was nicht heißen soll, dass nicht eine gewisse Portion Latakia enthalten wäre, im Vordergrund steht aber die Kombination verschiedener Virginias mit relativ viel Orienttabak. Wer aber kräftigen Latakia Geschmack sucht, sollte nicht zu Red Rapparee sondern zu Black Mallory greifen.
Red Rapparee ist ein kräftiger, naturbelassener Tabak der in Richtung "full" geht und nicht ganz zungenmild ist. Der Virginaanteil dominiert den Geschmack, der Orient würzt und der Latakia rundet ab. Die Virginias haben nur geringe Süße, so dass der Tabak etwas herb wirkt. Der Abbrand ist vorzüglich, die Kondensatbildung mittel, es bleibt nur feine, weiße Asche. Red Rapparee dürfte eher für erfahrene Zungen geeignet sein, dem Anfänger wird der Tabak scharf und ziemlich "beißend" erscheinen. Red Rap rauche ich am liebsten aus kleinen bis mittelgroßen Pfeifen gegen Ende des Tages.
Der Tabak wird in einer hohen 100 Gramm Dose vaccuumversiegelt angeboten.
Wolf-Rüdiger Jürgens
Neugierig wurde ich auf diesen Tabak durch die Bewertung von Thomas Schoke. Vor allen Dingen die Bemerkung, dass der Latakia nicht die dominierende Rolle bei diesem Tabak spielt.
Nachdem ich mit "Bill Bailey´s Best Blend" eigentlich gute Erfahrungen auf der "anderen Seite" gemacht hatte, besorgte ich mir den Red Rapparee. Und ich war sehr angenehm überrascht. Der Latakia ist deutlich wahrnehmbar, aber da war noch mehr, die "Orientals" drängten sich von Füllung zu Füllung immer mehr in den Vordergrund und unterstützt vom Latakia ergibt sich ein sehr aromatischer Geschmack. Aber Aroma im positiven Sinne, als Aroma das ausschließlich vom Tabak kommt ohne Flavour oder sonstige Beigaben. Da mir die Erfahrung fehlt, kann ich aber dieses Aroma schwer analysieren, es schmeckt einfach würzig. Bei den anderen englischen Blends die ich probierte, dominierte immer der Latakia mit seinem kräftigen, dunklen Aroma, den ich nicht immer mag. Das liegt sicher mit daran, dass ich sonst mehr aromatischen Tabak rauche.
Der Red Rapparee raucht sich problemlos und kühl in kleinen bis mittleren Pfeifen. Allerdings sollte man den RR langsam rauchen, sonst wird er schnell scharf und beißt in die Zunge. Außer ein wenig weißer Asche bleibt nichts übrig, man kommt in der Regel mit 2 Streichhölzern aus, da er sehr gute Abbrandeigenschaften besitzt. Für mich war Red Rapparee eine sehr positive Erfahrung unter den englischen Blends. Er hat einen festen Platz in meiner Tabakbar gefunden. Bemerkenswert fand ich noch, dass er mir zusammen mit einer Tasse starkem Kaffee den höchsten Genuss gab.
Björn Hollensteiner
Beim Red Rapparee handelt es sich um einen der bekanntesten Tabake Rattrays´, und um einen, den es schon sehr lange gibt. Es ist eine klassische Virginia-, Oriental-, Latakiamischung. Der Orientalanteil ist recht hoch. Der Dose entströmt ein deutlich würziger Orientalduft, der durch rauchigen Latakiaduft und eine feine Süße im Hintergrund ergänzt wird.
Der Schnitt ist fein, etwa 1 - 2 mm würde ich sagen. Die Mischung besteht aus hellem, braunem und fast schwarzem Blattgut. Der Tabak lässt sich leicht stopfen: einfach einfüllen, leicht andrücken und es kann losgehen. Der Rauchduft ist voll, würzig und typisch "englisch". Ich empfinde ihn ebenfalls etwas herb, was vor allem an den Orientals liegen dürfte. Doch auch Virginiasüße ist dabei.
Der Tabak hat einen hervorragenden Abbrand, problemlos schafft man es meist eine Füllung komplett ohne neues Anzünden zu rauchen. Übrig bleibt feine grauweiße Asche. Der Tabak ist in seiner Stärke medium, Probleme mit Zungenbrennen hatte ich allerdings nur bei ungeduldigem Rauchen. Die Raumnote wird leider von Mitrauchern nicht sehr geschätzt. Im Vergleich zum No. 7 Reserve des gleichen Herstellers ist das Aroma voller und umfangreicher in seiner Ausprägung. Der Latakiaanteil ist eindeutig höher. Rattrays bleibt seiner Tabakbeschreibung treu.
Fazit:
Ich rauche den "RRR" zu jeder Tageszeit gerne. Er hat etwas Sättigendes, so dass man danach erst einmal eine Stunde Pause macht. Wer nach einem klassisch "naturbelassenen Tabak mit Latakia" sucht, der liegt beim RRR genau richtig.
Alexander Bierstedt
Anfang August diesen Jahres kaufte ich Tabak ein, und entschied mich dabei für den Red Rapparee, den ich früher einmal sehr geschätzt hatte. Ich erwarb gleich zwei Dosen zu je 100 Gramm und machte mich auf nach Hause.
Jetzt, Anfang September, ist der Tabak noch nicht einmal zu einem Drittel aufgebraucht. Das ist seltsam, rauche ich doch bestimmt in einem Monat leicht 200 Gramm oder mehr. Die Ursache dafür ist, daß der Tabak zuviel Stresspotential hat, ich weiss nicht, ob er das früher auch schon hatte; sei es, wie es sei, jedenfalls neigt der Tabak zum Bitterwerden, wenn er auch nur eine Spur zu heiss geraucht wird. Ist man vorsichtig, dann schmeckt er wie ein leicht bitterer süsslicher Virginia. Ja, das macht der Orient! Gut, der Orient. An das Heissrauchen schliesst sich gleich das nächste Übel an: man kann eine mit diesem Tabak gestopfte und angerauchte Pfeife nicht wieder anzünden, sie schmeckt nicht mehr. Zu bitter, zu aschig der Rest, so daß ich oft genug halbe oder fast ganz volle Pfeifenfüllungen entsorgen muss.
Somit kommt dieser Tabak, obgleich rein äußerlich von hervorragender Qualität, meinen Rauchgewohnheiten nicht entgegen: Ja, ich ziehe manchmal etwas heftiger. Und: ja, ich lasse meine Pfeifen manchmal stundenlang liegen, ehe ich sie wieder anstecke.
(01.09.2006)