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Reserve Crûe No 6

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Peter Heinrichs Reserve Crûe No. 6

(Pfeifentabak)

Markenname:Peter Heinrichs
Hersteller:K&K (?)
Mischung:Red Mottled Virginia, Carolina Leaf, Turkish Havana, Kentucky
Schnittbreite:Flake als ganzer Block
Typ:naturbelassen
Stärke:medium
Verpackung:100g
Preis:15,70 Euro

Sebastian Adt

Bei meinem letzten Köln-Trip ließ ich natürlich nicht die Gelegenheit aus, auch wieder bei Peter Heinrichs vorbeizuschauen. Neben einer neuen Pfeife, nahm ich auch drei Tabakproben mit nach Hause. Bei der ersten, die ich hier beschreibe, geht es sich um den Reserve Crue Nr. 6.

Bei diesem Tabak handelt es sich um einen Flake, der im ganzen Block gepresst verkauft wird. Ne Interessante Geschichte, die man nicht wirklich oft findet. Ich bin gespannt, da ich einen Tabak, der im Block verkauft wird, noch in geraucht hab. Die Farbgebung ist wenig spektakulär; viele Brauntöne und wenige schwarze Tupfer bestimmen das Mischungsbild. Der Tabak fühlt sich recht trocken an, was aber wohl daran liegen mag, dass es sich um eine Probe aus dem Tabaktopf handelt. Die Qualität scheint recht ordentlich.

Bevor ich nun den Tabak in die Pfeife stopfe, versuche ich erstmal den Geruch zu erörtern. Ich würde ihn als blumig und warm beschreiben, kombiniert mit einem Unterton aus getrockneten Aprikosen und Schokolade. Irgendwo dazwischen meine ich auch den Havana zu riechen... Also irgendwie gar nicht VA-typisch. Da drängt sich mir die Frage auf, ob nicht doch mit einer leichten Aromatisierung gearbeitet wurde. Ich nehme die Antwort schon mal vorweg: Mein Verdacht hat sich beim Rauchen nicht bestätigt. IMO handelt es sich um einen absolut naturbelassenen Tabak.

Zum Rauchvorgang: Ich verwende eine Pfeife mittleren Füllvolumens mit 9mm-Bohrung, allerdings rauche ich mit Papierfilter (Größe 1 von Vauen). Ich schneide ein Stück des Flakeblocks ab und reibe es auf. Die kleinen Tabakstückchen drücke ich in der Pfeife nur leicht an. Zwei Zündhölzer sind nötig, um das Rauchkraut gut zum glimmen zu bringen.

Zu Anfang der Füllung würde ich den Geschmack als leicht würzig beschreiben, untermalt von der natürlichen Süße des VA, die aber gegen Mitte der Füllung in den Hintergrund rückt. Der Tabak legt jetzt etwas an Würze zu und wird voller im Geschmack, wofür mir der Kentucky und der Havana verantwortlich zu sein scheinen. Im letzten Drittel kommt wieder etwas mehr Süße ins Spiel, die mit der Würze aber gut harmoniert.

Zu den Raucheigenschaften muss ich sagen, dass der Tabak schnell zum Ausgehen neigt, schenkt man ihm nicht genügend Aufmerksamkeit. Abrauchen lässt er sich aber kühl und trocken und neigt auch nicht zu Kondensatbildung, selbst bei etwas hektischerem Ziehen. Zurück bleibt feine, weiße Asche.

Was die Stärke betrifft, stimme ich nicht ganz der Heinrichs-Beschreibung zu, wo von mittelstark die Rede ist. Ich würde den Tabak eher leicht bis mittelkräftig einstufen.

Die Raumnote wird mir als tabakecht, herb und rauchig(??) beschrieben.

Fazit:
Ich würde mal sagen: Daumen hoch! IMO sicherlich keiner der spektakulärsten Tabake, aber auf jeden Fall eine sehr interessante Abwechslung, nicht zuletzt weil der Flake im Block angeboten wird. Für Anfänger empfehle ich den Reserve Crue Nr. 6 allerdings nicht.

(23.09.2004)


Manfred Arenz

Herstellertext:
Eine Grundmischung aus Red Mottled Virginia und Carolina Leaf,der kleine Mengen Turkish Havana und mittelstarken Kentucky beigemengt werden,um einen ausgewogenen Effekt zu erzielen. Alles wird gemischt,einige Tage gelagert,um voll intergiert zu sein. Dann wird diese Mischung in 10 Pfund-Stücken geteilt und mehrere Wochen lang kalt gepreßt. Während dieses Prozesses wird auf natürliche Weise eine Harmonisierung erlangt und ein sehr langsam abbrennender Flake hergestellt.

Dieser Tabak ruht schon einige Jahre bei mir, nach dem Kauf hatte ich ihn weggepackt und irgendwann vergessen - zu Unrecht !

Es ist ein naturbelassener Virginia, welcher mit Spuren von türkischem "Havanna" (was immer das sein soll...) und Kentucky zu einem Block gepresst und danach eben nicht zu Flake geschnitten wurde - ein Plug.

Vor dem Rauchen ist also erst Arbeit angesagt: Man kann einen Plug zu Würfeln schneiden, Flakestreifen abschneiden oder die geschnittenen Stücke auch noch zu stopfbereiten Einzelblättchen aufrubbeln.

Ich habe die letzte Art benutzt, da man so nicht so genau schneiden muß und der Tabak so für jede Pfeife passend auf Größe gebracht werden kann.

Das jahrelange Ruhen hat dem Reserve Crue nicht geschadet, er duftet reif nach mittelstarkem Virginia. Havannanoten sind nicht auszumachen, der Kentucky bleibt ebenfalls im Hintergrund. Erdig, nach Kartoffelkeller und Brot würde ich den Duft bezeichnen.

Einmal entzündet brennen die Plugstücke sehr willig ab und erfordern beim Rauchen kaum Aufmerksamkeit.

Im Geschmack findet sich eine Red-Virginia-Mischung mit etwas "Pfeffer" durch den Kentucky, rund und mit leichten würzigen Spitzen - nicht bissig aber den Gaumen schon beschäftigend. Ab der Mitte der Füllung legt die Stärke etwas zu, ich empfinde diesen Plug medium bis stark.

Nach dem Rauchopfer finden sich ein paar angekokelte Klumpen, wenig Kondensat und eine geforderte (aber nicht überforderte) Zunge.

Fazit:
Zum Einen natürlich als Plug schon einmal Neugier weckend, aber auch ein schmackiges Rauchkraut mit konstanter Würze, aber wenig Überraschungen.

(15.03.08 )

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