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Holger Danske Royal Navy Flake
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Planta GmbH & Co., Berlin |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50 Gramm Dose |
| Preis: | 14,50 DM / 50 g |
Thomas Schoke
Ein neuer Flake auf dem deutschen Pfeifentabakmarkt kommt unter dem Handelsnamen "Holger Danske Royal Navy" von Planta aus Berlin. Beim Öffnen der Packung eine Überraschung: Das Produkt sieht Larsens Millenium Tabak zum verwechseln ähnlich und riecht auch so! Kann das Zufall sein???
Auch die Schnittbreite entspricht dem Larsen Tabak, nur ca. 1 - 1,2 mm dünne Flakescheiben, mittelbraun mit etwas dunklen, hellen und fast weißen Blattgut. Der Tabak verströmt fast kein Flavour, allenfalls ein ganz schwacher Duft nach Gewürzen (meine Frau meint: Kardamon).
Ich muss zugeben, dass Planta Tabake mich bisher durch die Bank nicht begeistern konnten aber mein Pfeifenhändler hat mir die Probe einfach in die Hand gedrückt. Beim Stopfen der Pfeife war ich ziemlich kritisch. Royal Navy läßt sich in mit wenigen Handgriffen zerreiben. Der Tabak wirkt weder zu trocken noch zu feucht, trotzdem brauche ich drei Streichhölzer, bis die Pfeife richtig in Gang ist. Einmal in Brand ist der Tabak unkompliziert zu rauchen und glimmt sehr gleichmäßig.
Wider erwarten: der Geschmack ist angenehm, typischer Virginia, leichte Tabaksüße, dezentes Gewürzaroma. Der Tabak ist keinesfalls als "Weihnachtstabak" anzusehen, kein Pfefferkuchenaroma oder so... einfach ein unaufdringliches Gewürzaroma. Die Stärke von Royal Navy liegt zwischen leicht und medium, der Tabak besitzt nicht die Fülle von Escudo oder Three Nuns, wirkt aber auch nicht flach oder gar langweilig. Bis zum letzten Zug bleibt der Geschmack des Tabaks erhalten. Wie alle Flakes habe ich Royal Navy aus Pfeifen mit eher kleinen Köpfen geraucht.
Fazit:
Ich bin erstaunt! Ein Flake von Planta mit angenehmen Aroma und guten Raucheigenschaften! Der Tabak gefällt mir wegen seiner dezenten Nuancen, seiner natürlichen Süße. Royal Navy ist für Flake-Neulinge gut geeignet und sollte auch empfindlichen Zungen keinen Schaden zufügen. Im Gegensatz zum Aroma-Overkill von "St. Bruno" ein Flake für jede Gelegenheit. Ob ich dauerhaft Gefallen an diesen Tabak finden werde, weiß ich noch nicht aber eine Packung muss ich kaufen!
Dieser Tabak wurde an 4 Mitglieder von daft geschickt, die nicht wussten, um welchen Tabak es sich handelt. Die Ergebnisse des "Blind Test":
Manfred Lüdtke
Hersteller: ?
Mischung: Englische Mischung bestehend aus hellen und dunklen Virginiatabake mit Anteilen von Perique.
Schnittbreite: Navy-Cut in Plattenform. Die Flakescheiben sind ca. 55 x 40 x 1,5 mm groß
Farbe: Bei dem Tabakbild dominieren dunkle und mittelbraune Töne sowie dunkle Anteile von Perique. Aroma/Typ/Flavour: Mit natürlichen Aromastoffe soßiert, die ergeben eine kräftige und rauchige Würze mit einem großen Bouquet. Der Tabak besitzt relativ viel Feuchtigkeit, lässt sich aber leicht zerreiben.
Stärke: zwischen medium-full
Leider waren es nur zwei Pfeifen, wo ich diesen Tabak verkosten konnte. Nach der Betrachtung der zwei Scheiben, bin ich der Meinung, dass es sich bei dem Tabak um sich um eine Englische Mischung handelt. Bei dem Tabakbild dominieren dunkle und mittelbraune Töne sowie dunkle Anteile von Perique. Vom Geruch her ist kein künstliches Aroma wahrnehmbar. Die Flake-Scheiben (Navy-Cut) ca. 55 x 40 x 1,5 mm groß und dick. Der Flake lässt sich leicht zerreiben, obwohl er relativ feucht ist. Nach dem Anzünden kommt richtig Freude auf, große Aromafülle und ein kräftiges Volumen, ist dem Escudo nicht unähnlich. Der Tabak ist mit natürlichen Aromastoffen soßiert. Dadurch erhalten die hellen und dunklen Virginias und der Perique ihre kräftige und rauchige Würze mit einem großen Bouquet und einem sehr guten Geschmack, wobei von letzterem sicherlich mehr als nur eine Prise enthalten ist. Das Aroma wird immer besser, je mehr sich die Pfeife dem Ende neigt. Genau das Richtige nach einem opulenten Mahl. Ich bin beeindruckt von der Fülle und dem Geschmack. Die Kondensatbildung ist gering und raucht sich trocken. Der Abbrand ist unproblematisch, übrig bleibt eine weißgraue Asche.
Fazit:
Dieser Tabak, obwohl ich erst zwei Pfeifen davon geraucht habe, wird in meiner Hitliste nicht mehr fehlen. Der Tabak ist mittelkräftig bis full mit Fülle und Volumen aber gleichzeitig auch weich und mild. Auch im letzen Drittel der Pfeife schmeckt der Tabak gut. Zweifellos einer der besten Flakes, die ich bisher geraucht habe. Der Tabak hat mir so gut geschmeckt, das ich direkt die zweite Pfeife danach rauchen musste. Für Anfänger ist dieser Tabak, wegen seiner Stärke nicht unbedingt zu empfehlen.
Björn Hollensteiner
Probe No. 1 ist ein recht heller Flake, der aus mittelbraunen bis hellen Blattanteilen besteht. Der undefinierbar süße Geruch deutet auf ein gewisses Casing hin. Ich tippe aufgrund des Aussehens auf einen gecasedten Straight-Virginia-Flake. Leider reichen die beiden Scheiben nur für eine Füllung. Ich nehme dazu meine neue Holly Handmade m.F., in die ich die recht fest gepressten Flakescheiben hineindrehe. Oben drauf noch die letzten Krümel und angezündet. Der Anzündvorgang ist aufwendiger, wenngleich im normalen Bereich von Flakes. Richtig glimmen tut er erst nach 4-5 Feuerungen. Der Flake brennt zufriedenstellend, ich bin etwas vorsichtig damit, weil sich die Pfeife noch im Break-In befindet. Also lasse ich ihn ein paar mal ausgehen, was sich bei Flakes sowieso empfiehlt. Der Rauch duftet etwas nach Virginiaaroma, süßer als der Veermaster aber erheblich weniger würzig als der Medium Virginia Flake. Die Süße wirkt irgendwie künstlich, bzw. scheint nicht allein vom Virginia zu kommen. Sehr ähnlich ist er dem Limerick, den ich allerdings erst zwei Mal geraucht habe. Ich bin mir nun sicher, dass ein Casing daran ist. Der Flake neigt etwas zum Zungenbrennen. Gegen Ende der Füllung nimmt der Zugwiderstand ziemlich zu, so dass ich mit dem Räumdorn ein kleines Zugloch stechen muss.
Fazit:
Ein brauchbarer Va-Flake, der zur Erhöhung der Süße gecased wurde. Perique scheint nicht verwendet worden zu sein. Würde ich mir nun nicht unbedingt bestellen müssen. Was es sein könnte? Die geschmackliche Ähnlichkeit lässt auf einen DTM-Tabak schließen, sicher bin ich mir aber nicht.
Michael Karrengarn
Bei der Probe No. 1 handelt es sich um einen Flake mit sehr attraktivem Äußeren: bräunliche Grundfarbe mit helleren Flecken. Der Geruch ist sehr dezent, der Tabak ist wohl nicht aromatisiert. Ich habe die Flakescheiben gerollt, in der Mitte geknickt und dann in den Pfeifenkopf eingedreht. Das Anzünden klappte nicht auf Anhieb. Nach mehreren Anläufen brannte er dann aber doch. Die optischen Reize des Tabaks findet man geschmacklich leider nicht wieder. Er entfaltet kein richtiges Aroma, man raucht ihn zwar (das eigentlich auch ganz gut), aber geschmacklich kommt nichts rüber - weder am Anfang noch zum Ende der Füllung. Ein langweiliger Flake.
Fazit:
Probe No. 1 ist ein leichter gut zu rauchender Flake, der geschmacklich allerdings nichts zu bieten hat.
Jörg Eichelberger
Zu Anfang ein Lob an Nic, die Flakes waren hervorragend verpackt, so daß sie völlig intakt bei mir ankamen. Der Flake riecht natürlich ohne erkennbares Casing. Zu Rauchen kam dann eine Mastro de Paja mit Adapter zum Einsatz. Die Flakes wurden gefaltet und dann im Ganzen in die Pfeife appliziert. Nach problemlosem Anzünden entfaltet sich sofort ein zuckersüßes Aroma begleitet von einem zartbitteren Aroma. Das Geschmackserlebnis bleibt gleichmäßig erhalten, auch ein neuerliches Entzünden ändert nichts daran. Der Abbrand ist gleichmäßig, es bildet sich wenig Kondensat, es bleibt nur graue Asche übrig.
Frank Nicolai
(Ich hatte gegenüber den anderen Probanden den Vorteil, dass ich wusste, um welche Tabake es sich bei diesem Test handelte. Trotzdem waren mir beide ebenfalls unbekannt; ich habe sie für diesen Blindtest geöffnet. Um die Spannung zu erhalten, nenne ich nicht den Namen der getesteten Tabake. Ich habe meine Reviews geschrieben, ehe ich die der anderen Tester hatte.)
Der getestete Tabak war ein wunderschön anzusehender Flake - wie es den Anschein hat, aus Virginias verschiedener Grade. Beim ersten Schnuppern kann man eine ganz leichte Aromatisierung erkennen (die sich dann beim Rauchen auch bestätigt), die jedoch den Tabak nicht erdrückt, sondern wie ein Gespinst umgibt und ergänzt. So, wie man es von Larsen Tabaken kennt (No. 50 und Old Fashioned). Das Anzünden ist - flake-typisch - etwas aufwendiger; wenn der Tabak aber erst einmal glimmt, so tut er das zum einen lange und zum anderen sehr gleichmäßig. Nur selten ist ein Nachstopfen nötig.
Nach dem langen Rauchgenuss bleibt nur etwas feine graue Asche übrig. Der Geschmack ist eindeutig ein von den Virginias getragener. Ich würde ihn: süß-rauchig nennen. Die oben genannte Aromatisierung ist als leichter Unterton verspürbar, aber nie in den Vordergrund drängend. Wie bei allen VA-Flakes (IMO) muss auch dieser sehr langsam geraucht werden; dann und nur dann entfaltet er sein wunderbares Aroma. Ansonsten "dankt" er es mit Geschmacksverlust (der auch nicht wiederherzustellen ist, wenn man die Pfeife ausgehen lässt und neu entzündet) und Zungenbrand. Daraus folgt, dass ich diesen Tabak nur zum Ausklang des Tages rauche, wenn ich die dazu notwendige Muße habe. Am besten lässt er sich rauchen, wenn man die Flakes hochkant in den Pfeifenkopf dreht und nur leicht andrückt. Ich würde den Tabak als medium mit Hang zum Leichten einstufen.
Fazit:
Ein VA-Flake, der sich nicht zu verstecken braucht, mir jedenfalls besser gefällt als der Hamborger Veermaster und sogar als (mein Stamm-Flake) No Name gold. Für Raucher mit Hang zur Ruhe sehr zu empfehlen.