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Schneiderwind Nerabus
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Nerabus |
| Hersteller: | Schneiderwind |
| Mischung: | Virginia, Dark Fired Kentucky, Burley, Perique, Black Cavendish |
| Schnittbreite: | Ready-Rubbed-Flake |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 100 gr. |
| Preis: | 19,90 Euro |
M. R.
Beschreibung des Anbieters:
„Im März 2008 füllten wir für unsere Kunden in limitierter Auflage den 14 Jahre alten Nerabus-Single-Malt-Whisky ab, benannt nach einer historischen Gedenkstätte. Ein wundervoll intensiver Insel-Whisky, dessen rauchig-torfiges Aroma ein Spiegelbild seiner Heimat, der Isle of Islay, ist.
Nach der Leerung des Fasses füllten wir es vollständig mit unserer eigens dafür kreierten Tabakkomposition. Diese reifte für die folgenden sechs Monate unter Aufsicht in dem alten Fass und konnte somit auf natürlichem Wege die intensiven, rauchig-torfigen Aromen des Whiskys verinnerlichen.
Unser "Nerabus" ist eine Komposition von Ready-Rubbed-Flake, weichem Virginia, Dark Fired Kentucky, Burley sowie einer Prise Perique und Black Cavendish. Eine wunderbar würzige Mixture für den anspruchsvollen Tabakgenießer, der nicht immer nur Vanille- und Kirsch-Tabake, sondern auch gerne einmal eine etwas würzigere Komposition rauchen möchte.“
Der Nerabus von Schneiderwind (dem wunderbaren Traditionsgeschäft in Aachen) ist ein Tabak, der mich aufgrund der Beschreibung interessiert hat, was Wunder, wenn man gerne mal einen guten Islay Whisky trinkt.
Der Tabak bietet ein schönes Bild, mittelbraun, durchzogen von einzelnen helleren und dunkleren Strängen. Auffallend ist die Weichheit des Tabaks, er ist feucht, auch nach längerer Lagerung, hat aber trotzdem gute Abbrandeigenschaften, einmal entzündet und in Ruhe geraucht, ist Nachfeuern unnötig.
Der Geruch des Tabaks ist betörend und sehr alkoholisch, wenn ich nicht gewusst hätte, dass die Lagerung in einem Whiskyfass die Basis der Aromatisierung ist, hätte ich zunächst auf einen Kirschgeist oder ähnlichen Obstbrand getippt, erst nach dem tiefen und konzentrierten Versenken des Riechorgans ahnt man ein wenig torfige Anklänge, aber dieser Tabak ist nicht zum Schnupfen gedacht, sondern für die Pfeife.
Das Stopfen in einen mittelgroßen Pfeifenkopf ist nach der üblichen Dreischichtmethode unkompliziert und verspricht ungestörten Rauchgenuss. Das Rauchen selbst ist dann eher eine Überraschung, denn der Geruch ist irreführend, sofern man einen Aromaten erwartet, der Geschmack ist herb und rauchig-würzig, kaum süß und nur im Hintergrund spielt das Aroma, das geruchlich so dominant ist, eine Rolle. Gerade das aber macht für mich den Reiz des Tabaks aus, herber, ehrlicher Geschmack , der wohl der Zugabe des dark fired Kentucky zu verdanken ist. So raucht man also vergnügt vor sich hin, bis sich die Erkenntnis durchsetzt, dass der Tabak sehr ausgewogen ist, keine geschmacklichen Veränderungen, keine Spitzen oder Höhen, keine Abwechslung, gleichmäßiger Geschmack von Anfang bis zum Ende.
Für meinen persönlichen Geschmack ist diese Gleichmäßigkeit oder kritischer gesprochen Eintönigkeit das einzige Manko der Mischung. Trotz des dark fired Kentucky und der Zugabe von Perique (den man mehr erahnt als erschmeckt) ist der Tabak nicht stark, ich würde ihm eher eine mittlere Stärke bescheinigen wollen.
Fazit: Ein guter und interessanter Tabak, eine ehrliche Haut, leider eintönig, aber sicherlich ein guter Begleiter für herbstliche Abende, die man atmosphärisch mit einem guten Whisky und ein oder zwei Pfeifchen verschönern will.
D. D.
Der Tabak lässt sich relativ leicht entzünden und eröffnet einen ersten süßlich leicht herben und würzigen Virginia-Ton mit Noten von Pflaumen und Rum. Im weiteren Verlauf ist der Tabak leicht zu händeln und brennt gleichmäßig ab, wobei Süße und Würzigkeit und das Aroma nach Rum und vor allem Pflaumen zunehmen. Zum Ende nimmt das Aroma und die Süße ab und ein stärkerer und herberer Tabakgeschmack übernimmt die Dominanz (dieser war noch am nächsten morgen erkennbar).
Insgesamt läßt sich der Tabak (filterlos) ohne unangenehme Begleiterscheinungen (Zungenbrand, starke Kondensatbildung etc.) rauchen; aber eben auch ohne ein außergewöhnliches Schmankerl (keine besondere oder besonders starke Aromatisierung, aber auch keine besonderen Tabake oder Tabakzubereitungen), sodass er recht eintönig wirkt. Ein Schwarzbrot für Fastentage zwischen süßen Dänen und starken Engländern.
Fritz Pöppler
Der unbekannte Tabak, der wohl vornehmlich aus Virginia und Burley zusammengesetzt ist, kommt sehr fein geschnitten und recht feucht daher. Dem Auge bietet sich ein durchweg erdbraunes Tabakbild mit nur wenigen helleren Einsprengseln. Sein Schokoladenaroma, gemischt mit einem dezenten erdigen Duft, ist unverkennbar, dennoch nicht aufdringlich oder künstlich schmeckend. Der Duft kann sich auch im Geschmack durchsetzen und eine herb- süße Schokonote hält sich bis zum Ende der Füllung, auch nach einer Rauchpause ist der Geschmack sofort wieder da. Anwesende Nichtraucher waren stets begeistert von der Raumnote, mit der einige den "richtigen" Pfeifenduft verbanden.
Als Raucher naturbelassener Mischungen fehlt mir leider der "richtige" Tabakgeschmack. Auch wenn das Aroma nicht übermächtig erscheint, sind die Tabaksorten geschmacklich eher Randerscheinungen in dieser Mischung. Obwohl der Tabak gleichmäßig und nicht zu schnell abbrennt, ist Aufmerksamkeit beim Rauchen zu empfehlen. Er straft Unaufmerksamkeit schnell mit Hitze und so u.U. auch mit Zungenbrand. Ich habe ihn in verschiedenen Pfeifengrößen probiert und denke, dass der Pfeifenkopf nicht zu klein sein sollte. Ich halte diesen Tabak für durchaus empfehlenswert.
Adrian Schmidtke
Mein erster Gedanke beim Öffnen des Probetütchens: 'Den kennst Du doch!'. Tatsächlich ähnelt der Testtabak olfaktorisch extrem dem Esoterica Peacehaven, den ich vor Jahren in Massen geraucht habe: In frischem, noch sehr feuchtem Zustand eine eigenartige Mischung aus Trockenobst und Orange, die geradezu unangenehm alkoholisch daherkommt. Abgetrocknet (von dieser erneuten Parallele wusste ich beim Öffnen des Tütchens freilich noch nichts) wandelt sich dieses etwas feucht-faulige Aroma in einen trockenen, cappuccino-artigen Duft - eine Transformation, die mir schon beim Peacehaven ein echtes Rätsel war.
Rein optisch hat der Testtabak nichts mit dem o.g. Referenztabak zu tun, handelt es sich bei ihm doch um eine extrem kurz geschnittene Mixture, die, ich deutete es bereits an, sehr feucht daher kommt. ZU feucht meiner Meinung nach, und so durfte der Tabak erst einmal lüften. Mit dem bereits beschriebenen Erfolg.
Einigermaßen hoch waren angesichts dieser Ähnlichkeiten die Erwartungen, und die wurden teils enttäuscht und teils bestätigt. Der Tabak ist wunderbar mild im Rauch, hat ein undefinierbares aber nicht unangenehmes und insgesamt nicht sehr stark ausgeprägtes Trockenobst-Milchkaffee-Aroma, sottert nicht und raucht sich zügig weg. Leider fehlt im eine richtige Tabakbasis, so dass er irgend wie nicht so recht in Erinnerung bleiben mag; auch ist er mir zu leicht. Für ihn wiederum spricht eine erstaunliche Zungenmilde, die auch ein paar hektische Züge nicht gleich bestraft. (Davon könnte sich der Peacehaven allerdings eine dicke Scheibe abschneiden!).
Mit der Frage, um was es sich beim Testtabak genau handeln könnte, bin ich vollkommen überfordert. Es könnte sich sowohl um eine raffinierte, handgeblendete Mixture eines kleinen us-amerikanischen Herstellers handeln, wie auch um ein - zugegebenermaßen gelungenes - Planta-Fabrikat. Ich finde ihn für ersteres nicht komplex genug, für zweites ist er zu natürlich. Möglicherweise erkenne ich eine vorhandene Komplexität aber auch einfach nicht. Schließlich kann ich auch nicht richtig ausmachen, aus für Grundtabaken er zusammengestellt ist - Virginia wird drin sein und Black Cavendish auch - aber sonst?
Fazit: Irgend wie ganz gut, wenn auch auf die Dauer etwas langweilig. Obwohl der Tabak wirklich etwas hat, daran besteht kein Zweifel. Daumen auf jeden Fall hoch.
Frank Navissi
Der Tabak scheint vor allem aus BC mit Anteilen von Virginia und möglicherweise etwas Burley zu bestehen. Riecht beim ersten Test sehr tabakecht mit einer leicht malzigen Note.
Das Stopfen und Entzünden ist völlig problemlos; wenn man darauf achtet, dass die gröberen (ready rubbed) Anteile nicht unbedingt aus dem Pfeifenkopf ragen.
Der Geschmack erinnert an Herbst und feuchtes Laub (das ist kein Tadel!), sehr urwüchsig und natürlich. Vom geruchlich wahrgenommenen Aroma ist im Geschmack nichts mehr zu verspüren: grundehrlicher Tabakgeschmack. Zum Ende hin wird er mir dann ein wenig zu bitter.
Der Tabak glimmt langsam und ohne sonderlich viel Aufmerksamkeit zu
benötigen gemütlich herunter.
Fazit:
Ein guter All-Day-Zwischendurch-Tabak; er reißt nicht vom Hocker (also mich nicht), aber ich würde ihn ab und an schon rauchen. Ein wenig bitter darf Tabak ja sein ;-)
Dieser Tabak wurde als Blindtest an 4 Mitglieder von daft verschickt, die ihn ohne zu wissen, um welchen Tabak es sich handelt, reviewten.
(20.09.2009)