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Dallmayr Tabac Scottish Blend
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Dallmayr Tabac |
| Hersteller: | K&K (?) |
| Mischung: | Virginia, Perique, Black Cavendish |
| Schnittbreite: | Mixture, langfaserig |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
Stephan Beeck
Den "Dallmayr Scottisch Blend" habe ich als Probe von einer lieben Bekannten geschickt bekommen und bis dato wußte ich gar nicht, daß Dallmayr nicht nur guten Kaffee verkauft. War ich zwar vor fast 15
Jahren das letzte Mal dort, habe ich mich damals - das muß ich heute zu meiner Schande gestehen - nicht wirklich für Pfeife und Tabak interessiert.
Wie dem auch sei, der Tabak ist hellbraun mit dunklen Anteilen und riecht schon nach dem Öffnen der Verpackung sehr intensiv nach Nelken. Das Anzünden gestaltet sich dank der guten Konditionierung des Tabaks relativ problemlos, man schmeckt sofort, daß das Nelkenöl mit seinem samtig, pfeffrigen aber auch sehr intensiven Aromas sofort durchschlägt, ohne jedoch zu erschlagen.
Vom Tabak nimmt man - zumindest was die erste Hälfte der Füllung angeht - eigentlich nicht viel wahr, außer daß man die Grundwürze des Periques und die Süße des Virginias schmeckt, die aber auf Grund der Aromatisierung etwas zurücktreten.
Der Abbrand gestaltet sich problemlos, der Tabak brennt gut runter und braucht nur gelegentlich nachgestopft, aber nicht nachgezündet werden.
In der zweiten Hälfte der Füllung tritt dann das Nelken-Aroma erwartungsgemäß etwas in den Hintergrund, allerdings ohne daß der Tabak noch entsprechend vom Geschmack zulegen würde. Der Geschmack des Tabaks geht zum Ende der Füllung in eine gute, ausgewogene und harmonisch schmeckende Symbiose mit dem Aroma, die dann auf dezente und interessante Art den Tabakgeschmack unterstützt. Ab diesem Moment schmeckt man auch etwas, daß einen entfernt an den Scottish Blend von MacBaren erinnert, ohne jedoch dieses extreme Honigcasing zu genießen, sondern die Grundzusammenstellung der Tabake erinnern geschmacklich an diesen. Es bleibt dabei, daß der "Dallmayr Scottish" gut abbrennt und Kondensatbildung ist kein Thema. Einen Reiniger braucht man erst nach dem Rauchopfer.
Am Ende gibt es das obligatorische Häufchen Asche, schlicht grau, aber sauber was anzeigt, welch gute Abbrand-Eigenschaften das Kraut mit sich bringt und welch hochwertige Tabake verarbeitet wurden.
Fazit:
Raucher, die bei Scottish Blend an den MB Mixture denken, werden ihr blaues Wunder erleben...
Wer einmal das alte Hausmittelchen "Nelke aufs Zahnfleisch legen bei Zahnschmerzen" ausprobiert hat, der kann sich ungefähr vorstellen, welcher Geschmack diesen Tabak begleitet. Ich habe ihn in der Vorweihnachtszeit geraucht und da passt er auch wunderbar hin. Als Tabak fürs ganze Jahr oder gar als Alldaysmoke würde ich ihn nicht empfehlen wollen, dafür ist mir die Aromatisierung zu - naja - weihnachtlich.
Nichtsdestotrotz geht mein Daumen nach oben, es war ein neues, sehr interessantes Geschmackserlebnis und ich kann nur sagen, daß man ihn - wenn man mal bei Dallmayr vorbeischaut - unbedingt testen sollte.
Ich habe nur eine Probe gehabt, die gut für dreieinhalb Füllungen reicht, aber dennoch bin ich in gewisser Hinsicht von diesem Tabak angetan. Vielleicht kommt er nächstes Jahr zu Weihnachten wieder mal in die Pfeife, wer weiß...
(15.12.2006)