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Davidoff Scottish Mixture
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Davidoff |
| Hersteller: | (Manufactured in Holland) |
| Mischung: | Virginia, minimale Burley-Anteile (?) |
| Schnittbreite: | Normalschnitt und Ready Rubbed 50/50 |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 50 Gramm Runddose |
| Preis: | 12,00 EUR (Juli 2011) |
Frank Nicolai
Dieser Tabak hat mich insofern überrascht, als dass es sich dabei um eine aromatisierte Mixtur handelt - das Äußere der Dose - ein dunkles Grün mit goldener Schrift - strahlt etwas Solides aus und assoziierte mir eine Latakia-Mischung. Aber ich hätte das Tabakbrevier lesen können, um zu erfahren, dass auch Cool Mixture, Danish Mixture und Mild Mixture aromatisierte Mixturen sind :-)
Der Tabak ist sehr fest in die Dose gepresst und scheint wie aus einem Stück zu sein. Man muss ihn in jedem Falle auflockern, ehe man sich eine Pfeife damit stopft. Das Aroma ist sehr unaufdringlich und schwer zu beschreiben - ich habe mich auf eine Backpflaume/Wildhonig/Whisky-Aromatisierung festgelegt; aber das ist mein ganz subjektiver Eindruck. Positiv ist, dass die Aromatisierung bis zum letzten Rauchwölkchen erhalten bleibt; allerdings den Tabakgeschmack doch zu sehr übertönt. Die Davidoff Scottish Mixture raucht sich vor allem aus großen Pfeifenköpfen recht problemlos und kühl (sowie trocken). Doch er darf nicht zu fest gestopft werden. Durch die Ready Rubbed Anteile glimmt der Tabak hervorragend und muss nicht mehrfach angezündet werden. Die Asche ist sehr fein und weiß mit einigen sichtbaren Resten des Flakes.
Fazit:
Durch meine Vorliebe zu englischen Mischungen kann der Tabak nicht zu meinen Favoriten gehören. Er ist jedoch für die "süßen Stunden " des Tages in jedem Falle empfehlenswert. Sein für mich größtes Manko ist der fehlende Tabakgeschmack, der durch die Aromatisierung nicht unterstützt, sondern überdeckt wird.
Martin Steinthaler
Ich hatte den Scottish schon länger nicht mehr geraucht aber nach dieser Review borgte ich mir gleich mal ein paar Füllungen von einem Freund. Ich kann mich noch erinnern, dass dieser Tabak einer der ersten war bei denen ich Tabak auch etwas mehr bzw. purer geschmeckt habe. Wenn man also von der aromatischen Welt her diesen Tabak betrachten ist er wie Du schon sagst nicht stark aromatisiert und viele würden ihn schon als eher Tabakechter beurteilen. Ich mag ihn nach wie vor gerne und ich finde auch er ist einer der besseren Davidoff Blends. Die Qualität ist sehr gut IMO und kein Vergleich zu den neuen die ja wohl unter jeder Kritik liegen :-) BTW er passt gut in die Sparte No.50, Old Fashioned, Davidoff Danish Mixture. Tabake bei denen halt das Flavour nicht zerstört sondern betonen kann.
NN
Eintrag gelöscht
Ingo Gebert
Als ich letzten nach Bulgarien in Urlaub geflogen bin, war ich vor dem Abflug im Duty-Free Shop gewesen. Dort stand ich schließlich vor dem Regal mit den Pfeifentabaken, und mein Blick fiel auf ein Päckchen mit zwei Dosen der oben genannten Tabakmarke. „Nun, ja,“ dachte ich mir, „ Davidoff macht ja gute Zigarren, warum nicht einmal den Pfeifentabak probieren?“ Gedacht, gekauft. Als ich eine der Dosen öffnete, strömte mit eine dezentes Fruchtaroma, gepaart mit einem Whiskeyduft in die Nase. Die kleinen Flakestücke in die Pfeife etwas aufgerieben und in die Pfeife eingebracht, der Tabak ließ sich auch relativ problemlos entzünden. Beim Kaffee schmeckten die ersten Züge nach Whiskey, auch das Fruchtaroma war gut und nicht zu stark zu schmecken. In Kombination mit dem Kaffee war das eigentlich eine ganz ordentliche Mischung. Aber nach einem Drittel der Pfeifenfüllung, ließ der Geschmack immer mehr nach, bis ich das Gefühl hatte, nur zu heiße Luft zu schmauchen. Im letzen Drittel setzte sich dann immer mehr der Geschmack des Kondensates durch, das Rauchvergnügen wurde immer geringer. Diese Erfahrung machte ich nicht nur bei dieser Pfeife, sondern auch bei allen darauffolgenden ebenso. Hinzu kam, das nach dem Öffnen der Dosen, obwohl ich diese so gut wie möglich verschlossen hatte, das Aroma sich schnell verflüchtigte. Bei letzten Pfeifen war dann überhaupt kein Aroma mehr zu schmecken....
Fazit:
Daumen runter, wenn ich bedenke, das für 100g 29,40 im Duty-Free-Shop für diesen Tabak bezahlt habe, und dann 30% Mehrzuschlag für einen „normalen“ Preis berücksichtige, dann käme ich auf einen Preis von ca. 37.-/38.- im Handel. Was kriege ich dafür eine Qualität geboten? Keine, bei Dunhill zahle ich auch den Namen mit, aber dafür kriege ich auch wenigstens etwas geboten. Bis ich die zweite Dose diesen Tabaks rauchen werde, wird wohl auch noch eine Weile in das Land gehen. Zino, bleib bei Deinen Zigarren....
(2.06.2001)
Ralf Ruhenstroth
Wenn ich mich schon an einen Aromaten dran wage, dann sollte ich mich
von Beginn an bemühen, nicht die Objektivität zu verlieren. Ich glaube,
dass mir das im Fall „Scottish Mixture“ von Davidoff ganz gut gelungen
ist, was wohl in erster Linie daran liegt, und deswegen auch gleich ein
Fazit vorweg, dass ich nicht im Aromatensumpf versunken bin. Und schon
das alleine reicht, um einem Totalverriss zu entgehen, denn alles andere
ist und bleibt Geschmackssache.
In der „Scottish Mixture“ entdecke ich hauptsächlich dunkle und helle
Virginias und ich meine, dass auch etwas Burley hinzu gefügt wurde, was
ich allerdings eher aus meinem Geschmackserlebnis folgere, als das ich
es wirklich weiß. Doch dazu später!
Öffnet man die, wie ich finde sehr edel aussehende Dose, dann strömt
einem ein süßlicher, deutlich bemerkbarer, nicht einzuordnender Geruch
entgegen. Was immer das sein mag, die Chemie hat ihren Auftrag sehr
zufriedenstellend erledigt. Machen wir uns nichts vor: Ein Tabak mit
Apfelaroma ist nicht gesünder als eine kräftige Latakiamischung, weil
sie mehr Vitamine enthält! Der Tabak befindet sich stark ineinander
gepresst in der Dose und vermittelt ein ansprechendes Tabakbild. Die
„Scottish Mixture“ lässt sich problemlos in die Pfeife stopfen, was
natürlich der Schnittbreite geschuldet ist, allerdings muss man den
Tabak mit etwas Feingefühl entnehmen und auflockern, um so die richtige
Menge für die Füllung zu erhalten. Das Anzünden funktioniert ebenfalls
völlig problemlos.
Nach dem Anzünden spürt man das beigefügte Aroma, und wie so oft, bleibt
vom eigentlichen Tabakgeschmack wenig bis gar nichts übrig. Aber die
Aromatisierung empfinde ich als sehr angenehm, wenn es mir auch nicht
gelingt, mich in eine bestimmte Richtung festzulegen. Wenn also hier
jemand von einem etwaigen Whiskey-Aroma spricht, dann möge er das tun.
Wahrscheinlich ist das die Legitimation dafür, diesen Tabak als
„Scottish Mixture“ zu bezeichnen, mehr aber auch nicht. Ansonsten würde
ich die Geschmacksrichtung als überdeckend, aber auch zurückhaltend
bezeichnen. Da nicht zu aufdringlich, klebt einem auch nicht die
Schnauze zu. Und nun noch einmal zum Burley: Etwas nussig finde ich den
Geschmack schon, was mich eben auf die dezente Dreingabe von etwas
Burley schließen lässt. Aber möglicherweise liege ich damit auch
vollkommen daneben.
Noch einmal zu betonen, dass man die „Scottish Mixture“ langsam
verkonsumieren sollte, halte ich für überflüssig. Ein gedrosseltes Tempo
sorgt für ausreichend Kühle. Der Schnitt ist hierfür geeignet. Und ist
man dem etwas längeren Rauchgenuss, auch mit einem aromatisierten Tabak,
nicht abgeneigt, dann empfiehlt sich auch hier die Benutzung eines
größeren Pfeifenkopfes, denn das Aroma kann sich so viel besser
entfalten. Besonders für Filterraucher! Leicht ist diese Mischung
ohnehin, nichts für Leute, die etwas mehr Bumms im Kocher favorisieren.
Fazit: Der derzeitige Preis von immerhin € 12,- ist und bleibt für MICH
ein viel zu hoher Preis. Ob der Name Davidoff mit bezahlt wird, kann ich
nicht beurteilen. Fakt ist aber auch, dass ich zu dem Schluss komme,
dass es sich um einen hochwertigen Tabak handelt. Die Verarbeitung ist
tadellos, kaum Staub und keine Stränge in der Dose. Wer die „Danish Mixture“ vom gleichen Hersteller mag, sollte die „Scottish Mixture“ durchaus auch mal probieren. Wenn schon einen Hocharomaten, dann auch
mal diesen hier. Die Raumnote ist übrigens gut!
(10.07.2011)