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W.Ø. Larsen Selected Blend No. 32 - curly flake
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Larsen (?) |
| Mischung: | heller Virginia |
| Schnittbreite: | schmaler Flake, zu Schnecken gerollt |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Flavour: | Karamell |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50 g Rechteckdose |
| Preis: | 8,35 Euro |
Manfred Arenz
Der LARSEN No.32 ist von der Schnittart her gesehen ein Exot: Ein Flake Tabak, der wie Curly Cut zu einer Schnecke zusammengerollt ist.
Man kann ihn auf mehrere Arten stopfen: Scheibe zusammengeklappt und leicht verdreht, nur ganz leicht gestopft. Scheibe zerrieben (wie normale Flakes). Scheibe zu Streifen aufgedreht.
Der Geruch: leicht nach Karamell und Plätzchen.
Geschmack: leicht, nicht zu süß. Der Tabak muss langsam geraucht werden, wie die meisten reinen Virginia-Mischungen. Er ist für die erste Bekanntschaft mit VA-Flake zu empfehlen, da er nicht so kräftig wie die englischen Flakes ist, und nur leicht aromatisiert, so dass man auch noch etwas von dem Virginia schmeckt.
Je nach Größe des Pfeifenkopfes lasse ich die Curlys sogar ganz, in dieser ODA passen 2 Scheiben, aufeinandergelegt und leicht zusammengerollt, rein. Der Tabak brennt so sehr langsam (ca. 2,5 Stunden), ohne zu brennen. In kleinen Pfeifen nehme ich nur 1 Scheibe und stopfe sie ebenfalls gerollt. Vor dem Anzünden lockere ich mit dem Pfeifenbesteck die Oberfläche auf, damit der Tabak besser anbrennt.
IMO sollte man die Scheiben möglichst wenig rubbeln, höchstens leicht beim Stopfen verdrehen und auch nur ganz dezent stopfen.
Auf diese Weise (habe lange dafür üben müssen) habe ich mit Larsen 32 nie Zungenbrand. Außerdem kommt fast keine Schärfe rüber, allerdings ist die Kondensatbildung etwas höher als beim Aufrubbeln.
Martin Bleisteiner
In der Dose sind Curly-Flake-Scheiben, ca. 3-4 cm groß, die nach Tabak duften, ganz leicht fruchtig und tabak-süß, etwas schokoladig. Für meine Pfeife genügen eineinhalb Scheiben. Wenn der Tabak neu ist, ist er etwas zu feucht und brennt dann schlecht. Ich habe ihn etwas trockener werden lassen, dann war es besser. Mit der Zeit ist er richtig bröseltrocken geworden, worauf er mir nicht mehr geschmeckt hat. Mit einem Humydrol habe ich ihn gerettet, er war wieder so gut wie vorher. Ich habe die ganze Scheibe 3mal gefaltet und in die Pfeife gedreht, die andere halbe zerrupft und oben drauf gestopft. Ich brauchte einige Füllungen Übung, bis ich ihn richtig stopfen konnte, ohne Luftlöcher dazwischen zu haben. Zu festes Stopfen ist aber ebenso schädlich. Ein paar Mal habe ich auch alles zerrupft, aber dann hat er mir nicht so gut geschmeckt. Wenn man die oberste Schicht genügend fein zerreibt, lässt er sich (mit etwas Übung) problemlos anzünden.
Der Tabak hat mich mit jeder Füllung neu überrascht. Im Geschmack sind hervorragend feine Aroma-Details. Wunderbar, ganz feine schokoladige Noten dazwischen, auch etwas süß vom Virginia. Dieser Tabak möchte besonders langsam geraucht werden, am besten aus einer großen Pfeife. Wenn man zu schnell zieht, sottet und beißt er, und es ist aus mit dem Aroma. Daher nicht für Flake-Anfänger geeignet. Das Aroma wird mit jedem Zug intensiver, immer neue Noten kommen hinzu. Lecker bis zum letzten Krümel.
Die Raumnote ist nicht so süß, aber offenbar doch angenehm.
Dieser Tabak ist gleich nach der ersten Packung unter meinen Lieblingen gelandet.
(24.04.2000)
Wolf-Rüdiger Jürgens
Der Larsen No.32 lag schon ein halbes Jahr hier in der Schublade unbeachtet und ungeöffnet herum, da zu viele neue Tabake erst mal probiert werden mussten. Nachdem ich in letzter Zeit häufig dem Larsen No.50 zuspreche, entschied ich mich den No.32 nun endlich zu probieren. Aussehen und Schnittart haben andere Daftler schon ausreichend beschrieben, so dass ich mir hier eine Wiederholung sparen kann, da diese Eigenschaften kaum subjektiv sind.
Nach dem Öffnen der Dose verbreitet der No.32 einen herrlich appetitlichen Duft in Richtung Karamell und Honig. Man ist fast versucht ihn zu essen, so lecker duftet er. Wer dänisches Gebäck kennt wird den Geruch wiedererkennen. Ich habe den No.32 nicht ausgerubbt probiert, sondern immer nur eine oder 2 Scheiben in die Pfeife gerollt. Eine kleine Oldenkott Pott hat sich ausgezeichnet bewährt, auch die BC Cobra war in der Lage eine Scheibe gerollt aufzunehmen. Das Rollen gelingt sogar besser als bei den Navy Flakes. Ich denke die spezielle Verfahrenweise der Curly Flake Herstellung ist dafür zuständig, sie macht die Flake- Scheiben recht elastisch.
Das Anzünden ist kein Problem, der No.32 ließ sich meist mit 2 Hölzern gleichmäßig unter Feuer nehmen. Schon bei den ersten Zügen offenbart sich der No.32 als ein leichter, recht süßer Virginia. Er schmeckt tabakecht, die Aromatisierung wird nicht vordergründig, sondern unterstreicht die Qualität des VA nur. Seine Stärke würde ich auf der leichten Seite einordnen, dabei ist er jedoch recht vollmundig. Der ideale Morgen-Tabak, so man die Zeit hat 1 Stunde (eine Scheibe) oder 2 Stunden (2 Scheiben) mit ihm zu verbringen. Vorsicht ist jedoch beim Ziehen geboten ,der No.32 wird schnell heiß und damit scharf auf der Zunge. Wenn man ihn aber nicht überfordert, eine Zugfrequenz von ~15 Sekunden (ACHTUNG! das ist stark subjektiv) hat sich bei mir bewährt, glimmt er kühl und ohne viel Kondensatbildung bis zum Ende. Der Abbrand ist hervorragend, der No.32 geht selten aus. Er hinterlässt sehr weiße Asche, meiner Meinung nach ein Zeichen für die Verwendung von Tabak hoher Qualität.
Ohne Filter schmeckt man viele Zwischentöne und Nuancen, die beim Filter-Einsatz leider verloren gehen. Sie gehen in die Richtung Karamell, der Tabak produziert aber auch leicht nussige Untertöne. Da der No.32 aus verschiedenen Virginias besteht, ist der Geschmack recht abwechslungsreich, um mal das oft strapazierte Wort "komplex" zu vermeiden. Der Einsatz von Meerschaum-Filtern lässt seine Geschmacksvielfalt wenigstens erahnen. Papierfilter/ohne Filter hat sich beim No.32 bei mir als optimal erwiesen. Die Raumnote ist laut Aussage meiner Familie annehmbar rauchig und leicht süß. Der Preis von 15.50 DM für 50gr. wird der Qualität des No.32 mehr als gerecht.
Fazit:
Ein Flake der dänischen Geschmacksrichtung der ohne eine heftige Aromatisierung auskommt. Sehr gut für die erste Pfeife am Morgen geeignet, da er recht leicht und damit bekömmlich ist. Er reiht sich würdig in die Reihe der Selected Blends von Larsen ein, die für mich immer noch die beste Tradition dänischer Tabakherstellung repräsentiert. Er hat bei mir nicht den Larsen No.50 nicht vom Thron gestoßen, obwohl ich den Larsen No.32 jetzt wohl öfters rauchen werde.
(27.08.2000)
Ingo Gebert
Sinngemäß übersetzt ist der Tabak vom Hersteller wie folgt auf der Dose beschrieben: "Diese ganz besondere Mischung enthält die feinsten zitronen- und orangefarbenen Virginiatabake aus den besten Anbaugebieten der USA und Zimbabwes. Das Rollen der Stränge ist eine eigene Art von Kunst. Die Stränge sind behutsam gepresst, geschnitten und letztendlich von Hand verpackt. Unsere Meinung: Angenehm mild und süß im Geschmack."
Nach dem Öffnen der Dose erblicke ich wirklich Tabakplatten, welche wie von einem (Seil-)strang abgeschnitten aussehen. Na, da präsentiert sich der Flake einmal in einem anderen Erscheinungsbild. Der Geruch ist tabakecht und untermalt von einem dezentem Aroma von tropischen Früchten, wovon sich eine zitronenartige Duftnote etwas hervorhebt. Ansonsten kann meine Nase kein Casing oder Flavouring ermitteln. Den Tabak habe ich wie folgt in die Pfeife eingebracht. Ich habe die "Seilscheibe" erst geknickt und dann gefaltet in die Pfeife eingebracht, und das Ganze mit dem Dorn des Pfeifenbestecks etwas aufgelockert. Nach zwei- bis dreimaligen Anzünden und dem anschließend Niederdrücken des sich doch stärker aufbäumenden Tabaks glimmte er dann doch zufriedenstellend, das heißt, es war nur ein gelegentliches Nachfeuern erforderlich.
Doch nun zum Geschmack: nach den ersten Zügen entfaltet sich ein tabakechter Geschmack, aus dem die Virginasüße gut herausgeschmeckt werden kann. Hinzu kommt noch ein zitrusähnlicher Geschmack, ohne jedoch das Gefühl zu haben, in eine Zitrone zu beißen. Dieser Geschmack sorgt für ein hintergründiges Prickeln auf der Zunge, was ich persönlich als eher angenehm empfunden habe. Zum Pfeifenende hin wird der Tabakgeschmack etwas stärker, verdrängt den Zitrusgeschmack aber nicht komplett. Nach dem Entleeren der Pfeife kann es vorkommen, dass noch ein bis schwarz gekokelte Tabakfäden im Kopf vorzufinden sind, dies führe ich auf die Dichte des Tabaks zurück.
Fazit:
Daumen hoch, dieser Flake wird bestimmt noch einmal gekauft.
(01.03.2002)
Frank Nicolai
Das ich den Larsen No. 50 sehr mag dürfte inzwischen ja bekannt sein. Der 50iger ist für mich der Maßstab, an dem sich alle dänisch-aromatisierten Tabake messen müssen. So also auch die Nummer 32 aus dem gleichen Hause.
Der Larsen 32 - Curly Flake ist eine Besonderheit. Der Tabak wird zu dicken Strägen gerollt und diese dann in Scheiben geschnitten. So ergibt sich ein ganz besonderes - und sehr schönes - Tabakbild.
Dieses Bild und der Geruch von karamelligem Gebäck sind der erste Eindruck beim Öffnen der (leider nicht sehr dicht schließenden) Dose. Ein Anblick, ein Aroma, das Lust auf die erste Begegnung mit dem Tabak macht.
Ich habe die Tabakscheiben leicht aufgebrochen in möglichst weite Pfeifenköpfe gebracht. Man sollte darauf achten, den Tabak nicht zu fest zu stopfen - er braucht Luft zum leben. Zu fest in der Pfeife wird der Tabak heiss, bitter und zungenkillend. Halbfest gestopft, ruhig geraucht ist der Tabak eine Offenbarung. Er bleibt sehr kühl und ist daher auch für das filterlose Rauchen mehr als geeignet. Dabei ist auch mehr vom Rauchigen des Tabaks zu erschmecken; eine Geschmacksfacette, die beim Einsatz von Aktivkohlefiltern fast nicht und beim Einsatz von Meerschaumfiltern leicht abgeschwächt zum Ausdruck kommt.
Der Geschmack wird geprägt von einer hintergründigen Tabaksüße, der das Aroma nach Karamell und Butter hinzugefügt ist. Das Aroma wirkt nie aufdringlich und bleibt - bis auf die allerletzten Minuten der Füllung - konstant erhalten. Es ist dem des Larsen 50 sehr ähnlich - möglich, dass es die gleiche Soße ist und nur durch die andere Art der Tabakaufbereitung anders wirkt, nämlich dezenter, zarter und weniger süß denn würzig. Ich mag beim Rauchen des Larsen 32 gerade den Moment kurz vor Ende der Füllung, in dem das Aroma dem Rauchigen Tabaksgeschmack Platz macht; diesen Übergang, bei dem das Aroma beginnt zu fliehen und der Tabak selbst zu schmecken beginnt. Leider ist kurz danach die Pipe leergeraucht.
Über bleibt ein Häufchen hellgraue Asche mit einigen schwarzen Punkten und ein fast sauberer Reiniger sowie ein Raumduft, der dazu animiert, sich gleich die nächste Pfeife mit dem Larsen 32 zu stopfen.
Fazit:
Bisher hat mich keiner der alten Larsens enttäuscht. Auch der 32 reiht sich nahtlos in die Reihe der empfehlenswerten Dänen ein. Für ständig und immer (auch des Preises wegen) fast zu Schade, aber mit der notwendigen Ruhe und Freude ein Hochgenuß.
(12.04.2003)
Oliver Walter
Schon vor längerem hatte ich diese unscheinbare, altmodische Rechteckdose bei Danpipe mitbestellt, doch erst jetzt bei diesem mistigen Herbstwetter hatte ich Lust auf einen süßen Aromaten verspürt und die Dose geöffnet. Der Geruch ist das erste was mir auffiel. Ich war verunsichert: Essen oder Rauchen? So herrlich duftete es nach Plätzchen, einer meiner Vorreviewer schrieb von dänischen Buttercookies, genau daran musste ich bei diesem Duft denken.
Da ich auf Diät bin entschied ich mich letztendlich fürs Rauchen und nahm einen Curly in die Hand. Hochinteressant dieser Curlyflake, so etwas hatte ich vorher noch nie gesehen. Letztendlich stimmte die Konsistenz und auch die Schnittbreite der Curlies, so dass ich beschloss die normale Knick und Falt Methode anzuwenden. Als dann ein Scheibchen eingebracht war, ging es ans Anzünden, was tadellos funktionierte. Insgesamt raucht sich der Larsen 32 tadellos in einem durch.
Der Geschmack ist einfach herrlich, genauso stellte ich mir immer in meinen Träumen den perfekten Aromaten der süßen Richtung vor. Der Virginia und das Plätzchenaroma ergänzen sich perfekt ohne dass der eine den anderen dominieren würde. Meist habe ich bei Aromaten nach 50g erstmal genug davon. Aber beim Larsen 32 bin ich mir sicher, dass ich ihn bald wieder in meiner Tabakbar begrüßen werde, als eine absolute kalorienlose Variante des Weihnachtsgebäcks ist er mir hochwillkommen.
(23.11.2006)