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Selected Blend No 50 Sweet Mixture

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W.Ø. Larsen Selected Blend No. 50 - Sweet Mixture (ehem. light sweet)

(Pfeifentabak)

Markenname:W.Ø. Larsen
Hersteller:Orlik T.C.
Schnittbreite:verschiedene Schnittbreiten
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50 g
Preis:7,85 Euro

Thomas Weller

Larsen No. 50 kommt äußerlich eher bescheiden daher: Eine unscheinbare Dose, die auch nach dem Öffnen zurückhaltend wirkt. Der Tabak ruht dicht gepackt, etwas klebrig, versprüht aber noch wenig von dem erfahrenen Charme.
Im ersten Moment als "Drinnen-Tabak" eingestuft, zog es mich dennoch nach draußen, jedes Risiko vermeidend, die Geduld meiner Liebsten zu arg zu strapazieren. Meine Test-Half-Bent (ohne Filter) war schnell gestopft, der Tabak ließ sich willig anzuenden, und das Tor zu einen neuen Welt öffnete sich: Im Mund breitet sich neben der harmonischen, leichten Süße ein wunderbarer Tabakgeschmack aus - rund und vollkommen. Keine aufdringlichen - oder gar künstlichen - Sossierungen schreien mich an, kein Zeichen irgendeiner "Bockigkeit" in Sicht. Langsam genossen, mag ich meine Zunge in dem milden Rauch aalen, rücksichtsvoll und kühl brennt der Tabak dahin. Gegen Ende dominiert der Tabakgeschmack, in aller Breite, ohne aufdringlich zu sein.
Meine persönliche Einstufung - diese richtet sich momentan mehr an daenisch-englisch und weniger nach Inhalten - findet sich im Grenzland wieder, mit beiden Beinen fest auf dänischem Boden, der Blick über die Küste hinweg zu anderen Ufern. Trotz dieser deutlichen Beheimatung ruft die Reise in das Land ohne künstliche Zusätze, in der IMO klare Tatsachen in doch feinen Nuancen den Raucher einfangen und auch wieder Abschrecken. Eine Reise, die der Sage noch irgendwo bei den "Three Nuns" endet, doch kommen diese drei Gottesfrauen den Reisenden manchmal im Medusenkleid vor - wir werden sehen.

Fazit:
Larsen 50 wird ab jetzt öfter in meiner "BC No.111 Paris orange" Eintritt finden. Wenn mit Muße geraucht, wird man mit problemlosem Abbrand bis auf einen kleinen Rest weißer Asche belohnt. Geschmacklich leicht und fein, ein "Maulvoll" Tabakgenuss, der nirgendwo Schwächen hat. Der Test wäre nicht komplett ohne zu erwähnen, dass ich "DrinnenRauchErlaubnis" bekommen habe!

(08.04.2000)


Frank Nicolai

Erstaunlich; da kennt man einen Tabak bereits seit Jahren, greift zu ihm, wenn man einem anderen Pfeifenraucher ein Geschenk machen will... und stellt dann fest: ich hab ihn noch nicht besungen.
Die Nummer 50 aus der selected blend Serie von W.O. Larsen ist für mich schon seit langer Zeit _der_ Referenztabak im Bereich der dänischen, also aromatisierten Mixturen. Und das, obwohl ich ihn fast ein Jahr nicht mehr in der Pfeife hatte. Die Eleganz der Kombination des Tabakgeschmacks mit der dezenten Karamellaromatisierung halte ich für so gelungen, dass ich diesen Tabak trotzdem immer in Erinnerung hatte und als Vergleich im Hintergrund, wenn ich andere Dänen rauchte und reviewte.
Einige klagen, dass der Tabak bissig zur Zunge ist - ich habe das bei diesem Tabak auch schon erlebt - damals. Wahrscheinlich ist, dass ich mein Rauchverhalten inzwischen verändert habe, denn ich rauche die Nummer 50 nun lieber ohne Filter als mit. Und meine Zunge nimmt mir das nicht übel; im Gegenteil aalt sie sich in dem Wohlgeschmack, der sie umströmt. Er ist - zugegeben - ein Tabak, der langsam geraucht werden will; schon allein deshalb, weil auch der Nikotinanteil recht hoch ist; was man zwar nicht schmeckt, aber bei zu hastigem Rauchen schnell als Schwindelgefühl bemerkt. Doch man täte dem Kraut Unrecht, würde man ihn als Nikotinbombe a la Three Nuns oder Nightcap bezeichnen.
Ich mag das Aroma so sehr, dass es mir fast leid tut, wenn der Rauch meinen Mund wieder verlässt - ich bin ständig versucht, dem Ausgestoßenen mit der Nase hinterher zu eilen, um noch einen Abglanz zu erhaschen. Auch die Raumnote ist nicht nur "ehefrauenverträglich" sondern wird dem Raucher rasch neue Freunde bescheren. Ja gut, er ist anspruchsvoll wie eine Diva... Wenn er zu heiß wird sollte man die Pfeife in jedem Falle weglegen und abkühlen lassen. Denn sonst verliert er sofort das Dezente seines Geschmacks und schmeckt billig und bitter. Er brennt auf der Zunge, sottet und lässt die Pfeife blubbern. Aber: mit Ruhe geraucht wird er Dein Freund. Ähnliches schrieb ich auch über den Escudo. Er gehört zu den Tabaken, die Deine ganze Aufmerksamkeit wollen. Und mir schmeckt er am Besten aus Meerschaumpfeifen.

Fazit:
Larsen No. 50 ist und bleibt das Maß aller Dinge, wenn es um dänische Tabake geht. Er eignet sich nicht als All-Day-Smoke (zumindest nicht als "Nebenher-Im-Büro-Rauch-Kraut"), da er viel Aufmerksamkeit benötigt. Hier greife ich dann doch eher zum unkomplizierteren Wappen von Hamburg, wenn mir nach Aroma zumute ist. Aber wer sich mit ihm einlässt wird mit mittelkräftigem Tabakgeschmack inklusive einer ganz dezenten Aromatisierung, die den Anschein hat, als wäre sie Teil des Tabaks, belohnt.

(27.08.2000)


Björn Hollensteiner

Larsens Selected Blend No. 50 ist ein in diesem Forum vielbeachteter und -gelobter aromatisierter Tabak, das fiel mir bereits in meinen ersten daft-Tagen im November Anno 1999 auf. Da ich damals noch "Nur"- Aromaraucher war, lag es also nahe, ihn einmal zu versuchen. Doch - oh Schreck- er wollte mir einfach nicht gefallen damals. Heftiges Zungenbrennen und ausschließlicher Geschmack von verbranntem Stroh stellte sich bei der überwiegenden Anzahl der Füllungen ein. Damals warf ich die noch halbvolle Dose nach einigen Wochen weg und hakte diesen Tabak im Geiste für mich ab.
Eineinhalb Jahre sind seitdem ins Land gezogen, ich habe eine Entwicklung meiner Rauchgewohnheiten durchgemacht. Ich lernte genussvoll und langsam mit und ohne Filter zu rauchen, kam zwischenzeitlich völlig von den aromatisierten Mischungen ab, ja wurde sogar zum Latakiajünger par exellance. Doch auch davon kam ich Mitte letzten Jahres wieder ab und bevorzuge nun seitdem reine Virginiaflakes und die englisch florale Art der Aromatisierung. Nun war vor einigen Wochen wieder die Rede vom Larsen No. 50, und bei einem ansonsten erfolglosen Fincke-Besuch (der bestellte Ilsted Cedros war immer noch nicht angekommen) nahm ich ein Döschen mit.
Erstaunlicherweise war die erste Füllung, ganz entgegen meiner Erwartung, ein reiner Genuss. Wie im Forum von Wolf beschrieben, entdeckte ich plötzlich die feinen Tabakaromen im No. 50, die sich trefflich mit der sehr natürlichen Karamelaromatisierung verbinden. Wie Pascal schon mal schrieb, ist es schwer, die Grenze zwischen Aroma und Tabakduft zu erschmecken. Dies macht den Tabak zu einem interessanten Raucherlebnis. Die Mischung besteht aus Virginia, Burley und Black Cavendish, wobei dieser recht spärlich vorhanden ist. Sie möchte langsam und genüsslich geraucht werden, eine leichte Tendenz zum Heißrauchern und konsekutivem Zungenbrennen lässt sich immer noch nicht verleugnen. So schätze ich den Larsen No. 50 immer noch nicht als Anfängertabak ein, er erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung und Konzentration, um ihm all seine Feinheiten ohne üble Folgen abgewinnen zu können.
Man kann ihn mit und ohne Filter gut rauchen, ohne allerdings mit noch erhöhter Konzentration. Die Asche ist dunkelgrau bis schwarz, mit einigen helleren Sprenkeln. Durch geringe Kondensatbildung, langsamen Abbrand, Bildung eines festen Cakes und geringem Crossover eignet er sich durchaus als Einrauchtabak.

Fazit:
Nicht übel! Ein guter aromatisierter Tabak, mit dem man als ständigen Begleiter gut zufrieden sein kann. Kein Anfängertabak.

(17.06.2001)


Wolf-Rüdiger Jürgens

Eigentlich ist diese Review schon lange überfällig, gemessen an der Zeit die ich diesen Tabak schon rauche. Gleich nachdem ich zu daft stieß (1999) war hier oft die Rede vom Larsen no.50 als dem *Besten* aromatisierten Tabak. Kein Wunder das meine Neugier mich nicht nicht ruhen ließ ihn endlich zu probieren. Ich muss sagen er gefiel mir auf Anhieb. Nach dem Öffnen der Dose erblickt man einen ziemlich hellen Tabak, die Tabakblätter scheinen gerissen zu sein, jedenfalls sieht's so aus. Einige dunklerer Tabakstückchen sind auch auszumachen, ebenso kleine Flakestückchen. Seltsamerweise sind bei der 50gr. Dose eher weniger Flakeanteile zu entdecken als bei der 100gr. Dose. Geöffnet bemerkt man bei einer frischen Dose als erstes einen etwas säuerlichen Geruch vom Virginia der aber sofort vom Gemisch Vanille/Caramel und dem Geruch von frischen Walnüssen übertönt wird. Ich bin immer wieder begeistert von diesem Aroma. Für mich der Inbegriff dänischer Aromatisierung.
Beim Stopfen sollte man sich viel Mühe geben, der Larsen no.50 ist schnell zu fest gestopft. Ich stopfe ihn eher etwas lockerer da er durch das Nachstopfen noch genügend nachverdichtet. Das Anzünden ist recht einfach, mit einem höchstens 2 Hölzern ist die gesamte Oberfläche unter Glut zu bringen. Schon bei den ersten Zügen entfaltet der Larsen no.50 sein Aroma, tabakecht aber gekonnt mit einem Aroma abgerundet.
Pascal schrieb mal sinngemäß "Das Aroma sei extra für den Tabak gemacht worden", es verbindet sich eben sehr gefällig und harmonisch mit dem Tabak. Der Geschmack wird die ganze Zeit vom süßen Virginia/Burley Gemisch geprägt, hell, vollmundig mit kakaoartigen Nuancen vom Burley. Der Rauch ist teilweise Zigarettenrauch nicht unähnlich, da er doch etwas in der Nase kribbelt. Das Ganze wird jedoch vom Aroma nach besten Kräften unterstützt ohne das eine Komponente die Oberhand gewinnt. Der Abbrand ist recht heftig, man sollte unbedingt sehr langsam rauchen sonst beißt der Tabak doch recht heftig in die Zunge. Aus diesem Grunde würde ich ihn auch nicht unbedingt einem Anfänger empfehlen. Ebenso sollte man eine etwas größere Pfeife nehmen, der Larsen möchte nicht so eingesperrt herunter glimmen.
Da der Larsen recht trocken deherkommt entwickelt er auch nicht so viel Kondensat. Übrig bleibt ein wenig graue Asche. Die Raumnote gehört mit zum Besten was man von einem Pfeifentabak erwarten kann. Ich bin mit dem Larsen noch nie angeeckt.

Fazit:
Ein hochwertiger Tabak, den man immer vorrätig haben sollte.

(03.07.2001)


Georg Krall

Jetzt ist es schon ein paar Tage her, dass ich meine erste Dose Larsen No. 50 gekauft habe und so möchte ich nach ein paar gerauchten Pfeifen hier kurz einmal meinen Eindruck wiedergeben. Recht bescheiden und unauffällig steht die Dose im Regal, man ist im ersten Moment fast enttäuscht. Darin soll sich der bei d.a.f.t so hoch im Ansehen stehende Tabak befinden? Aber was soll's, zu Hause geöffnet ändert sich der Eindruck sehr schnell. Im ersten Moment habe ich mir überlegt, einen Löffel zu holen und direkt aus der Dose zu naschen, so appetitlich strömt der Geruch nach Würze und Karamell aus der Packung. Diesen ersten Impuls unterdrückend habe ich meine neue Stanwell geholt und mit dem ersten Versuch begonnen. Willig fügt sich der Tabak in den Ort seiner ultimativen Bestimmung und wehrt sich auch nicht gegen das Anzünden. Der anschließende Rauchgenuss wird deutlich von der Ruhe und dem "G'spür" für den Tabak geprägt. Wird er zu heftig konsumiert, dann verliert er sehr rasch sein Aroma und schmollt eine Weile mit dezenten Zungenbissen vor sich hin. Wenn aus Angst davor zu vorsichtig geraucht wird, geht er einfach aus. So simpel ist das. Aber wenn es gelingt, ihn im optimalen Bereich zu halten, belohnt er dies reichlich. Ein volles Aroma, mit einer sehr schön ausgewogenen Mischung von würzig, Tabak und Süße, vielschichtig mit einer schönen Karamellumrahmung bietet sich dar. Manchmal tut mir das ausblasen des Rauches richtig leid. Der Geschmack verändert sich von Anfang bis Ende nicht wesentlich, ein eigentlich sehr gutes Zeichen, das aber für den Anfänger doch eine Tücke bildet. Wird auf der abendlich-dunklen Terrasse nämlich versucht, die Asche wieder anzuzünden, erweist sie sich als wesentlich hitzebeständiger als die das Streichholz haltenden Finger :) Da tut man sich bei anderen Mischungen schon leichter. Wenn die nach nicht mehr viel schmecken, dann weiß man, man hat noch ungefähr für zehn, fünfzehn Minute Brennstoff. Den Gefallen dies so anzuzeigen tut einem der No 50 nicht. Gut so! Ich habe den No. 50 mit und ohne AKF geraucht, mit raucht er sich etwas einfacher. Ich glaube, dass der Filter den Toleranzbereich etwas erhöht, in dem sich der Geschmack gut entwickelt. Allerdings kommen ohne Filter die Nuancen des Geschmackes besser heraus. Die Raumnote findet auch Anklang, wie schon einmal gesagt hat er ohne Probleme die Erlaubnis zur Verwendung in geschlossenen Räumen von meiner BH bekommen. Zungenbrennen und Kondensat war eigentlich nie wirklich ein Problem und wenn, dann habe ich gewusst, warum. Immer diese Eile...

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es sich hier um einen wirklich guten Tipp von daft handelt. In diesem Sinne herzlichen Dank dafür! Es wird sicher nicht die letzte Dose gewesen sein, die ich gekauft habe. Einsteigern wie mir kann ich nur raten, sich nicht von eventuellen anfänglichen Misserfolgen abschrecken zu lassen. Es lohnt sich, weiter zu probieren.

(27.06.2002)


Daniel M. Porcedda

Gekauft in Kiew fuer 60 Hrywni (umgerechnet 10,40 EURO)

"Nicht schon wieder. Es gibt doch bereits etliche Reviews zu diesem Kraut", werden wohl einige denken. Richtig. Warum also dieses Review?
Weil ich einige Abweichungen zu anderen Reviews festgestellt habe. Zudem moechte ich mit einem Geruecht aufraeumen.
Ach ja: Einige finden das Reviewlesen auch noch unterhaltend.
Also dann, los gehts wie gehabt mit der ...
Verpackung: Schlichtes, ja fast nichtssagendes Etikett. Understatement in Perfektion. 100 gr Hochdose. Jedoch anders als im Dan Pipe Katalog ist die Dose messing- statt silberfarben. Habe ich eine aeltere Dose erwischt, oder sind die Fotos im Katalog aelteren Datums?

Nasologisches Nr. 1: Eine ganz dezente Karamellnote konnte ich vernehmen. Fast zu dezent, weshalb ich mich frage, ob mein Riechorgan nicht durch die bestehenden Reviews irre geleitet wurde. Denn tatsaechlich habe ich diesen von allen meinen Vorschreibern wahrgenommenen Karamellduft nicht deutlich wahrgenommen. Honig scheint ebenfalls in der Mischung vorhanden zu sein. Und sicher noch anderes, was auch beim haeuslichen Kuchenbacken zur Anwendung kommt. Worueber ich aber nicht spekulieren moechte. Nein, Mehl- und Eieraromen sind definitv nicht vorhanden.
Was es auch fuer ein Aroma sein sollte, es duftet herrlich natuerlich, voellig unaufdringlich und weckt Appetit auf die erste Pfeifenfuellung. Wobei man drauf achten sollte, dass man den Tabak nicht ungeraucht verkonsumiert ... des oben beschriebenen Geruches wegen.
Uebrigens habe ich im Kopf dieses Reviews unter Flavour "Karamell" notiert. Ich gebs hiermit zu: Das habe ich von meinen anderen Reviewkollegen abgeschrieben. Scheint noch eine aus meiner Schul- und Studienzeit uebriggebliebene Unart zu sein.

Optik: Ueberwiegend sehr helle Tabaksorten, teils fast gelbe Tabakfasern und ein verschwindend geringer Anteil an schwarzen Bestandteilen. Der Black Cavendish scheint bloss in homaeopathischer Dosierung vorhanden zu sein.

Tastologisches: Sehr lockere Mischung. Enthaelt recht viele Flakeanteile. Die Mischung kommt etwas trocken daher, also voellig rauchfreundlich. Kann sofort in die Pfeife eingebracht und geraucht werden.

Stopfen: Bedingt durch die doch sehr grobe Schnittart und den vielen Flakestuecken nicht ganz unproblematisch. Wenn man aber die Flakebestandteile aufrubbelt gehts gleich bedeutend einfacher von der Hand.

Erstanzuenden: Ja, muss auch sein. Logo. Sonst kann man das Kraut ja nicht rauchen. Mit zwei Feuerungsversuchen, selten mal dreien, glimmt der Tabak.

Rauchvorgang: Der No. 50 hat sich, scheints, in meinen Pfeifen recht wohl gefuehlt. Ist naemlich selten mal ausgegangen. Ich stellte nur eine sehr geringe, ergo zu vernachlaessigende Kondensatbildung fest, wobei ich nicht unbedingt ein begnadeter Langsamraucher bin (bei einer mittleren Pfeifenfuellung ist bei mir meistens nach einer Dreiviertelstunde Ende der Fahnenstange).

Geschmack: Anfangs mal gar nichts, aromamaessig. Echt. Ich benoetigte ca. ein halbes Dutzend Rauchopfer, ehe ich ueberhaupt einen anderen Geschmack als Tabak feststellen konnte. Dann aber, oh Wunder, schmeckte ich doch tatsaechlich eine angenehme Note heraus. Und, ich fasste es kaum, duenkte mir, Karamell mittels meinen Geschmacksknospen aufgenommen zu haben. Oder bildete ich mir das bloss ein?
Nachdem ich mich nun nach ca. 50 gr verrauchtem Kraut an den No. 50 gewoehnt zu haben scheine, schmeckt er mir immer besser. Ja, ich behaupte sogar, er schmeckt hervorragend. Der No. 50 hat sich meinen Geschmacksnerven anfangs wohl verweigert. Anders kann ich mir das kaum erklaeren. Oder doch: Ich gehoere ja eigentlich eher zu den Hardcore-Suesspanschern, mit ganz seltenen Abwandlungen in kraeftigere und naturbelassene Gefilde. Uebrigens duftet der No. 50 an der frischen Luft geraucht, nicht bloss intensiver, sondern, so kam es mir vor, schmeckte er auch deutlich aromatisierter.

Rekapitulation: Herrlicher Tabakgeschmack mit verfuehrerischem, wenn auch recht dezentem Aroma-Unterton.

Zungenspiele: In anderen Reviews zum Larsen No. 50 habe ich immer wieder gelesen, dass das Kraut, zu schnell und heiss verraucht, heftig das Plapperorgan maltraetiert. Also, das halte ich fuer ein Geruecht (sorry an meine Vorreviewer).
Nichts zwickte mich an der Zunge, zumindest nicht mehr als bei anderen Pfeifentabaken, die oft als besonders zungenfreundlich reviewt wurden. Dabei wurde mir die Pfeife schon mal etwas zu heiss und ich habe den No. 50 stets oFi genossen.
In diesem Sinne kann ich dieses Kraut bedenkenlos auch Pfeifenneulingen und gestandenen Pfeifenheissrauchern empfehlen. Lasst euch nicht abschrecken.

Ashes: Es bleibt eine dunkelgraue Asche ueber. Ich hatte fast immer einige wenige angekokelte, nicht voellig verrauchte Tabakanteile in der Asche.
Auch aus diesem Grunde empfiehlt es sich, die Flakestuecke vor dem Einbringen in den Pfeifenkopf aufzurubbeln. Ich hatte zum Versuch auch mal eine Pfeifenfuellung hauptsaechlich mit Flakeanteilen geraucht, wobei der Anteil an unverrauchten Tabakanteilen entsprechend groesser war.

Nasologisches Nr.2: Schwiegermutterfreundlich !!! Das ist das hoechstmoeglichste Guetesiegel fuer die Raumnote eines Pfeifentabaks ;-)

Fazit:
Daumen und alle anderen Finger der Hand hoch. Diese Haltung einnehmend, kann man dann bequem eine 100 gr Hochdose des Larsen No. 50 in der Hand halten. Und das sollte man getrost des oefteren.

(01.05.2003)


Markus Senkel

Dies ist mein erstes Tabak-Review, und die vermehrt aufgetretenen Diskussionen zum Larsen No. 50 und die Tatsache, dass ich ihn gerade rauche, sind für mich ein guter Anlass einmal meinen eigenen Eindruck zu diesem Pfeifentabak mitzuteilen.
Da ich nur wenig Ahnung von Tabak habe und vieles natürlich mein ganz persönlicher Eindruck ist, werde ich mich lieber nur zu den Dingen äußern, die ich auch wirklich beurteilen kann (z.B. meinen eigenen Geschmack). Ich könnte diesen Burley nicht mal erkennen, wenn er mich aus der Dose anschreien würde.
Hier daher mein ganz persönlicher Eindruck vom Selected Blend No. 50: Das Tabak-Bild ist hauptsächlich durch mittelbraune Tabakstückchen gekennzeichnet, hellere und fast schwarze Tabakteilchen sind aber auch in geringem Maße vorhanden. Mir fällt auf, dass ich keinen anderen Tabak habe, der so klein geschnitten ist. Man kann fast sagen, der Tabak rieselt einem nur so durch die Finger. Diese Tatsache erleichtert einem aber das Einbringen des Tabaks in die Pfeife, was auch bedeutet, dass er in kleineren Pfeifen genug Platz findet.
Das Anzünden klappt bei mir eh nie so, wie ich es gerne möchte. Ich brauche daher mehrere Versuche bis der Selected Blend No. 50 endlich brennt. Er bäumt sich kurz auf, wird aber sofort wieder von meinem Stopfer niedergestreckt. Den Anfang des Rauchopfers mag ich beim Selected Blend No. 50 besonders gerne, man schmeckt recht deutlich (fast schon aufdringlich)die o.g. Aromen.
Zum Erreichen der Halbzeit allerdings schmeckt mir der Tabak fast gar nicht mehr. Irgendwie geht das Aroma fast vollständig flöten und der Tabakgeschmack lässt noch nix von sich hören. Ich empfinde das als eine Art Leerlaufphase, die ich jedesmal neu überwinden muss.
Zum Ende hin fängt er an wieder richtig gut zu werden, leckerer Tabakgeschmack mit noch ein wenig Aroma. Allerdings sollte man ihn spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr allzu heiß rauchen, da er sonst dermaßen in die Zunge petzt, dass diese mir beim abendlichen Zähneputzen fast abfällt. Kühl geraucht ist es aber ein ganz leckerer Genuss. Übrig bleibt fast nur Asche (wer hätte das gedacht?!).

Fazit:
Er schmeckt mir nicht schlecht, allerdings brauche ich jetzt erstmal wieder etwas Abwechslung und werde ihn daher nicht allzu schnell wieder rauchen. Bis auf die erwähnte Leerlaufphase finde ich ihn aber sehr gut und ich werde in Zukunft sicher wieder ein Döschen davon rauchen.

(22.05.2003)


Jim Brendel

Der Tobak wird in unveränderter Form angeboten, sein Aroma nach dem Öffnen ist wirklich betörend. Eigentlich unvergleichlich. Karamell, Walnuss, verbunden mit einer Süsse, die dezent mehr als anregt und verleitet. Bildschön findet sich der Inhalt unter dem Vakustaniol als sei er gleichermassen für`s Auge sortiert. Alles in allem hat sich an seiner äusseren Erscheinung bisher nichts geändert, und dieselbe ist ja bereits mehrfach beschrieben worden. Aber selbst das Öffnen der Dose, erinnere ich, machte irgendwie Freude und drängte förmlich nach mehr. Das Procedere des Einfüllens und Entzündens gestaltete sich leicht und einfach. Ein Vorzeigetobak, wie er bis hierhin im Buche stehen darf und sollte.

Allein, die Raucheigenschaften sind, auch über die Jahre, ärgerlich, viel zu anstrengend und damit einhergehend schlecht geblieben. Keine Entspannung, eher Stress. Ich kann es leider nur so sagen. Aroma, das sich im Vorfeld derartig gut und mit Nachdruck selbst verspricht, aber in praxi dann regelrecht gesucht oder eingebildet werden muss, kann nicht Sinn der Sache sein - oder es wird zum eigenen Prinzip erhoben, welches nicht das meine ist oder gar werden könnte. Dieser Tobak zeigt sich im Verlauf extrem dünnwandig, begleitet von einer langweiligen, pappigen Süsse, die gar keine ist - ob nun mit oder ohne Filter.
Er tritt, wenn er denn einmal zum erkennbaren Sein gelangt, hier und da zu spitz an, um dann sogleich auch wieder im Nirvana zu verschwinden. Eben so, wie dieselben es zu tun pflegen, denen es prinzipiell an Volumen mangelt. Da kaschiert und versöhnt auch das im Hinterkopf behaltene und im Raum stets vorhandene Aroma nichts. Im Gegenteil. Tauchstationen, die sich bis zur halben Füllung und auch darüber hinaus immer wieder und gerade in den ersten Phasen des Rauchens permanent einstellen, sind qualitativ selbstbezeichnend und charakteristisch. Auch eine Trocknung über mehrere Tage, ja Wochen sowie unterschiedlichste Pfeifenköpfe und Zugfrequenzen halfen dem nicht ab. Abgesehen auch noch von einer latenten Bissigkeit, die während einer manchmal aufkommenden zügigen Suche nach Aroma und Tobak schon deutlich werden kann, hat die No. 50 kaum etwas besonderes zu bieten. Wie ihr Ruf zustande kommt, bleibt für mich unerfindlich. Diesen Blend mit der MB "Mixture" oder anderen rauchqualitativ hochangesiedelten Aromaten vergleichen zu wollen, fiele mir nicht einmal im kühnsten Albtraum ein. Schade eigentlich, ich hätte gern etwas schmeichelhafteres geschrieben, zumal ich andere Larsen sehr gern verkoste. In Summe jedenfalls entschädigt auch das letzte Drittel nicht, obgleich hier endlich etwas von dem Karamellaroma nicht nur imaginär, sondern tatsächlich durch die Pfeife gelangt.
Bekannt ist, dass ein Spitzentobak, so er einer ist, freilich auch zelebriert werden will und soll, aber selbst diesem Ritual folgt der No. 50 unwillig und entzieht sich dieser Charge. Mir ist insofern auch unter Vorsatz ein Schönrauchen nicht gelungen.

Schön, das andere auch andere Erfahrungen gemacht haben durften.

Fazit:
Ein Blend mit äusserlich hervorragenden Anlagen, die jedoch im Gebrauch nicht einmal annähernd umgesetzt werden (können). Er hält überhaupt nicht, was er verspricht. Anfängern möchte ich folgerichtig und somit radikal abraten; denn aus dem Hause Larsen gibt es erfahrungsgemäss bedeutend bessere und wirklich gute Mixturen, welche die Philosophie des Pfeiferauchens bestens dokumentieren, tragen und fördern. Diese hier erinnert zumindest vom Entwurf her an den in allem "reiferen" Bruder, den "Danish Choice", der im Gegenzug dann auch hält, was er verspricht. Ich wünschte, letzterer wäre in der etwas ansprechenderen Larson No. 50 verpackt. Selbst der relativ unbeachtete No. 80 ist IMHO besser, weil ehrlicher und konsequenter.

(22.07.2004)

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