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Selected Blend No7-Brown Twist

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W.Ø. Larsen Selected Blend No. 7 - Brown Twist

(Pfeifentabak)

Markenname:W.Ø. Larsen
Mischung:Virginia, Kentucky
Schnittbreite:Curlys
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:medium-stark
Verpackung:50 g Runddose
Preis:nicht mehr erhältlich

Frank Nicolai

Über seltsame Wege kam dieser sehr alte Tabak zu mir. Die Dose über die ich berichte ist sicherlich mehr als 10 Jahre alt. Ich habe selbst in meinem "ältesten" Holtappels keinen Werbetext zum Tabak gefunden.

Beim Öffnen der Dose stieß mich der saure Geruch erst einmal ab. Aber hinter dem machte sich ein kräftiger Virginia bemerkbar. Der Tabak war mehr als reif.
Erstaunlich, wie feucht der Tabak noch war. Fast zu feucht. So dass ich die etwa groschengroßen Curlie-Scheiben aufbröseln musste, um sie überhaupt entzünden zu können.

Die Farbe tendiert zum dunklen Dunkelbraun ohne jedoch ganz schwarz zu sein.

Der Geschmack ist von Beginn bis Ende der Füllung kräftig und sanft gleichermaßen; er ist rauchig und süß. Ein Zungenschmeichler. Der Tabak wird niemals langweilig. Obwohl er insgesamt sehr gleichmäßig ist bringt jeder Zug ein paar "Nebentöne" zum Vorschein, die dem Tabak das gewisse Etwas geben.
Larsen schreibt auf der Dose von Kentucky - den kann ich nicht erschmecken und erriechen. Möglich, das etwas von der Kraft, die der Tabak hat, von dem Kentucky herrührt. Der Dosentext spricht weiterhin von einer leichten Aromatisierung. Die ist aber meiner Meinung nach durch das lange Aging verschwunden oder besser: im Tabakgeschmack untergegangen. Möglich, dass die wahrgenommene Süße von einer Aromatisierung kommt. Wenn, dann passt sie sich wunderbar in die Gesamtkombination ein.

Frisch geöffnet war der Tabak aufgrund seiner hohen Feuchtigkeit etwas zungenbissig. Abgetrocknet schmeckt er ohne Filter noch besser.

Man raucht lange an einer Pfeifenfüllung. Und das, obwohl ich ihn meist aus eher kleinen Prince-Pfeifen rauchte (Larsen-Prince; Savinelli-Prince). Das entschädigt dafür, dass ich den Eindruck hatte, dass der Tabak durch das Lagern weniger wurde in der Dose. Im Normalfalls genügen 50 Gramm Tabak für etwa 15 Pfeifenfüllungen (bei mittelgroßen Pfeifen). Mit dem No. 7 habe ich nur 12 kleine Pfeifenköpfe füllen können.

Der Raumduft ist (meiner Meinung nach) eine Offenbarung. Es war einfach angenehm, in ein Zimmer zu kommen, in dem ich den Tabak zuvor rauchte.

Fazit:
Mein Bedauern ist groß, dass es diesen Tabak nicht mehr gibt. Ich weiss zwar nicht, wie er war, als er frisch war; aber alt ist er wunderbar.

Wenn ich einen Vergleich mit einem erhältlichem Tabak anstellen soll, dann fällt mir am ehesten der Bulldog Curly ein. Allerdings ist der Larsen No. 7 weicher, runder; im Ganzen komplexer. Aber vielleicht wird das der Bulldog nach 10 Jahren Lagerung auch...

(25.09.02)


Nachtrag Peter Ctyroky:

"Ein hochwertiger, handgefertigter Spun Cut. Reife sonnengetrocknete Virginia-Tabake werden als Einlage sorgfältig zu einem Strang gedreht und mit einer goldgelben Virginiadecke versehen. Der auf diese Weise gesponnene Strang muß eine Weile lagern, damit sich sein köstliches Aroma voll entfalten kann, bevor er in Scheiben geschnitten wird. Ein fruchtiges Flavor sorgt für einen ausfgewogenen Geschmack. Eine runde Mischung, mild, mit zarter Note." (Holtappels, 2.Auflage)

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