zurück
Peterson Sherlock Holmes
(Pfeifentabak)
| Mischung: | Red Virginia Mixture |
| Schnittbreite: | mittel |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | stark |
| Verpackung: | 50g |
Willi Albrecht
An old 19th century blend of orange and red smoking leaf, Brazilian and Mysore Indian tobacco.
Nach dem Öffnen der Dose mit dem Holmes-Portrait sieht man eine ziemlich einheitlich braune Mixture vor sich, die einen Duft ähnlich Erinmore verströmt. Das Seifige fehlt meines Erachtens (Gottseidank) allerdings völlig. Etwas Fruchtiges (nicht künstlich) verbindet sich mit einem kräftigen, tabakechten Geruch, der das Richtige nach einem guten Essen verheißt. Das Stopfen wie das Anzünden geht aufgrund des Schnittes einfach von der Hand.
Sherlock Holmes ist eindeutig eine Irish Mixture im besten Sinne. Der Tabak ist wirklich gut kräftig und scheint auch recht nikotinhaltig zu sein. Nicht gleich nach dem Frühstück zu empfehlen. Die Raumnote und der Geschmack halten, was der Geruch ungeraucht verspricht. Für mich ein Qualitätsmerkmal. Die Mixture brennt sauber, trocken und unkompliziert ab, wie man es von UK-Mixtures gewohnt ist. Natürlich wird SH im letzten Drittel noch mal ein gutes Stück stärker, ohne allerdings an Geschmack oder Aroma zu verlieren. Empfehlenswert für alle Raucher, die eine kräftige englische Mixture oder naturbelassene Va´s bevorzugen. Es bietet sich an, für diesen Peterson gemeinsam mit dem ähnlichen University Flake eine mittlere Pfeife zu reservieren.
Fazit: Ein starker Tobak, der für den Genuss in den Abendstunden einen Stammplatz neben Rattray´s Accountants Mixture in meiner Tabakbar bekommen wird.
(25.07.2000)
Andreas Krebs
Zunächst einmal das Öffnen der Dose: Der Tabak ist im typischen "english mixture cut" geschnitten, also schmal und langfaserig, die Farben variieren im rotbraunen Bereich. Der Duft ist recht intensiv: schokoladig- zimtig mit einem Hauch von etwas Fruchtigem (das ganz entfernt an St. Bruno erinnert), das sich aber nach wenigen Tagen verflüchtigt. Die Schoko-Zimt-Note ähnelt dem Red Virginia von McConnel, bei dem ich das aber immer als recht aufgesetzt empfunden habe. Hier scheint es allerdings direkt von den verwendeten Tabaksorten zu kommen und wirkt viel dezenter. Beide Tabake verwenden ja roten Virginia, vielleicht ist's ja tatsächlich bei beiden "echt" und nicht Casing? Oder unterschiedlich starke "Unterstützung" derselben Grundnote? Wer weiß.
Der Eindruck setzt sich beim Rauchen fort. Auch beim Peterson schmeckt der Rauch ebenfalls natursüß und entfernt nach Schoko-Zimt, ohne dass ich jedoch (im Gegensatz zum McConnel) den Eindruck hatte, einen aromatisierten Tabak zu rauchen. Der Geschmack ist sehr harmonisch und in sich stimmig. Auch die Raumnote ist ähnlich angenehm, wenn auch dezenter und viel "tabakechter".
Das Beeindruckendste am Sherlock Holmes ist seine Milde - er ist unglaublich weich und sanft, es brennt nix auf der Zunge. Das ist um so erstaunlicher, als es sich hier tatsächlich um einen schweren, starken Tobak handelt! Petersons eigene Einstufung als "medium" ist gelinde gesagt Understatement. Er hat das, was man beim Wein als "body" bezeichnen würde, der Rauch ist dick und gehaltvoll, weit mehr als z.B. Rattrays Hal o' the Wynd. Zudem hat Sherlock Holmes einen erheblichen Nikotingehalt, der ihn durchaus vergleichbar mit Three Nuns oder St. Bruno Flake macht, aber ganz ohne deren Bissigkeit und Schärfe zu teilen.
Das Abbrandverhalten ist problemlos, wie auch aufgrund der Schnittart zu erwarten. Er ist zwar frisch geöffnet relativ feucht, Probleme mit übermäßiger Kondensatbildung konnte ich trotzdem keine feststellen. Vielleicht liegt's aber auch an der (exklusiv dafür) verwendeten Peterson Spigot 106...
Fazit:
Petersons Sherlock Holmes ist ein "schweres Kaliber" für die Abendstunden, mit einem ungewöhnlichen Aroma und gutmütigen Raucheigenschaften. Da ich kein "all-day-smoker" bin, stellt sich mir die Frage nach einer all-day Eignung nicht. Angesichts der Stärke des Krauts hätte ich allerdings so meine Zweifel, ihn gleich nach dem Aufstehen zu rauchen...
(09.11.2000)
Ingo Gebert
Der Sherlock Holmes ist laut Beschreibung eine Mischung aus Virgina, Kentucky und "indianischen" Tabaken. Das Rezept dieser Mischung stammt aus dem 19. Jahrhundert. Bewährtes ist gut sein, soll hiermit wohl angedeutet werden.
Beim Öffnen der Dose strömt mir eine dezente, aber doch noch gut wahrnehmbare Tabaksüße entgegen, die überhaupt nicht natürlich wirken. Ein weitere Aromatisierung des Tabaks kann ich nicht erschnüffeln. Der Tabak ist vom Schnitt her langfaserig, lässt sich gut in die Pfeife einbringen, und brennt ohne große Probleme ab. Zurück bleibt nur ein kleines graues Häufchen an Asche.
Bei den ersten Zügen dominiert die Süße, und nach den ersten Zügen wird der Geschmack des Tabaks immer kräftiger, um sich mit einer Würze, welche vermutlich aus den Kentucky –Tabaken stammt, zu vermengen, und ein rauchechtes, kräftiges Geschmackserlebnis vermittelt. Dieser Geschmack hält bis zum Ende der Pfeifenfüllung an, eine künstliche Aromatisierung war zu keinem Zeitpunkt festzustellen.
Die Kondensatbildung hielt sich in Grenzen. Dieses Tabak habe ich –wie allen anderen naturbelassenen Tabake auch- ohne Filter beraucht, und gebissen hat der Tabak meine Zunge nicht. Allerdings würde ich diesen Tabak nicht unbedingt einem Beginner der Pfeife empfehlen, denn er ist doch schon ein recht kräftiges Kaliber...
Fazit:
Daumen rauf! Dieser Tabak hat auf Anhieb einen der vorderen Plätze in meiner persönlichen Hitparade eingenommen. Ich werde zusehen, dass ich immer ein Döschen hiervon vorrätig in meinem Vorrat haben werde...
(05.11.2001)
Armin Kaar
Nach dem Öffnen der sehr schmucken Dose trat mir ein sehr fruchtiges Aroma, welches mich etwas an Rumpflaumen erinnerte, in die Nase. Was mich hierbei wunderte war nur, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass dies der natürliche Geruch diese Tabaks ist. Ich hatte vorher den Irish Oak geraucht und dessen Geruch ähnelt dem des Sherlock Holmes nicht im Entferntesten.
Das Tabakbild besteht aus langen dünnfasrigen Tabakfäden die in einem schönen, warmen Herbstbraun gehalten sind. Was mir an dem Tabak besonders gefällt ist, dass er den Raucher schon beim Betrachten und Beschnüffeln seelisch auf das Rauchen und auf den Geschmack vorbereitet.
Wie alle Peterson Tabake stopfte sich dieser schon fast von selbst. Den Tabak angezündet und ins Glimmen gebracht nahm ich dann die ersten Züge.
Der erste Gedanke der mir dabei kam war schlicht und einfach: "Wahnsinn!" Der Geschmack hält was der Geruch verspricht. Der Rauch schmeckt unheimlich lecker nach Rumpflaumen. Ob der Geschmack natürlich ist oder nicht kann ich nicht sagen. Dass ein naturbelassener Tabak nach Rumpflaumen schmeckt kann ich mir zwar einerseits nicht vorstellen, andererseits, kam mir dieser Geschmack nicht chemisch oder künstlich kreiert vor. Falls das nun tatsächlich das unbehandelte Aroma sein sollte, werde ich in Zukunft bei diesem Tabak bleiben. Erwähnt sei noch, dass ich dieses Kraut ohne Filter geraucht habe.
Die Stärke empfand ich nicht so schlimm. Nach einer Pfeife Irish Oak, war mein Kreislauf schneller am Rotieren.
Fazit:
Daumen auf 12 Uhr. Ein hervorragender Tabak den ich komischer Weise mit Herbst assoziiere. In Zukunft werde ich schauen, dass ich immer eine Dose davon im Hause vorrätig habe (und das nicht nur im Herbst).
(03.01.2005)
Stefan Roller
Nachdem ich meiner Frau den SH zum hier in Rumänien gefeierten 1.März (so eine Art Geschenkchentag) geschenkt habe - ufff, kostet hier leider eine ganze Stange Geld, so ca. 12,50 - durfte ich ihn inzwischen auch kosten.
Den vorangegangenen Beschreibungen des Tabakbildes ist nicht viel hinzuzufügen: schönes, braunes Bild mit Nuancen von fast gelb bis zu einigen dunkleren Blattteilen. Der Geruch ist genauso, wie ich mir einen guten Tabakgeruch vorstelle, wobei der SH eine erstaunliche Süße mitbringt, die fast schon ins pflaumige geht. Die Herstellerangaben der Zusammensetzung sind über verschiedene Quellen hinweg leider nicht eindeutig. Im Faltblatt von Peterson wird nur Red Virginia erwähnt, auf der neuen Dose Virginia und Burley. Auf der Webseite dann: "The straight Virginia blend possesses all the natural flavour and aroma associated with Premier Virginia tobaccos." Mit Sicherheit aber ist der Virginiaanteil hoch. Möglicherweise hat sich ein sehr zurückhaltendes Flavour mit in die Mischung eingeschlichen. Dieses wirkt sich jedoch nicht stšrend auf die geruchliche Zusammensetzung aus - eher das Gegenteil. Und wenn es wirklich stimmen sollte, dass der Tabak ohne zusätzliche Aromen auskommt, dann: Hut ab!
Stopfen lässt sich der SH ohne weitere Probleme, allerdings ist er nach dem Öffnen der Dose relativ feucht, was nicht jedem liegen mag. Ich habe ihn in eine rustifizierte Peterson 999 eingebracht und so um die Kaffeestunde bei gešffnetem Fenster und frühlingshaft frischer Luft entzündet. Kurz gesagt: Tabakgenuss pur. Mehr braucht es eigentlich nicht, wenn man gerne einen leicht aromatischen Tabak genie§en möchte, ohne dabei an die soßierten Kollegen zu denken. Eine feine, weiche Süße breitet sich im Mund aus und entweicht der Nase, wobei absolut klar bleibt: man raucht Tabak.
Geschmacklich zweifle ich nun fast nicht mehr daran, dass der SH naturbelassen ist, obwohl sich das Grundaroma des geruchlichen Eindrucks im Geschmack klar wiederspiegelt. Zu stark empfinde ich ihn auf keinen Fall. Die Morgenprobe steht allerdings noch aus.
Auch die Raumnote ist als angenehm zu beschreiben. Wird der Tabak in der näheren Umgebung angezündet, macht sich ein wohlig "pfeifiges" Aroma breit, welches Lust darauf macht, sich auch eine Füllung SH zu gönnen.
Fazit:
Gehört zu denen, die man gerne wieder raucht. Nicht zu würzig, nicht zu süß - einfach lecker. Und macht Appetit auf weitere Peterson-Produkte.
(09.03.2006)