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Sir John S Broken Virginia

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John Aylesbury Sir John´s Broken Virginia

(Pfeifentabak)

Markenname:John Aylesbury
Hersteller:hergestellt in Dänemark für John Aylesbury
Mischung:Virginia
Schnittbreite:Mittel; ca. 2-4 mm breit, meist 1-2, aber durchaus auch 4 cm lang
Typ:naturbelassen
Stärke:leicht
Verpackung:50g-Dose / 200g-Dose
Preis:11,25 DM / 38 DM

Roman Heber

Der Sir John´s Broken Virginia ist eine reine Virginia-Mischung, die schon in ihrem äußeren Erscheinungsbild, das von einem angenehmen goldbraunen Farbton geprägt ist, sehr ansprechend und appetitlich daherkommt. Der Schnitt ist grds. mittelfein, jedoch finden sich regelmäßig auch gröbere Stücke, was der Mischung zugleich eine gewisse Abwechslung wie auch Bodenständigkeit verleiht: man sieht eben, dass der Tabak nicht so fein auf die Welt kam, wie er sich den Blicken des Betrachters hier meistenteils darbietet.
Vor dem Rauchen kann es nötig sein, die Dose ein wenig offen stehen zu lassen, weil der Tabak bisweilen ein wenig zu feucht daherkommt.
Der Geruch, der aus der Dose aufsteigt, erinnert ein wenig an Tee, aber gleichzeitig ist auch eine deutliche süße Note präsent; alles in allem ein recht unaufregender erster Eindruck: keine exotischen Aromen, keine Orientwürze, kein Latakia.
Das Handling gestaltet sich recht unkompliziert: hat man die gröberen Stücke aufgelockert, kann man den Tabak problemlos stopfen, wobei zu beachten ist, dass er sich aufgrund der oftmals nicht geringen Schnittlänge in breiteren Bohrungen wohler fühlt als in schmalen und sich dort besser entfalten kann.
Der Geschmack des Tabaks entspricht im wesentlichen dem oben geschilderten ersten Eindruck nach Öffnen der Dose: es dominiert eine deutliche Süße, die aber gleichwohl nicht künstlich erscheint oder gar parfümiert, sondern tabakecht. Damit möchte ich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass der Tabak tatsächlich auch nicht aromatisiert ist - aber wenn, dann ist es ein dezentes Aroma, dass die natürliche Virginia-Süße kongenial unterstützt und fördert, nicht aber erschlägt. Zu der Süße tritt hinzu ein Hauch von Tabakwürze - eben das, was einen im ersten Moment Tee assoziieren ließ.
Alles in allem ist der Tabak als leicht einzustufen, weshalb er es einem besonders dankt, wenn man ihm eine Pfeife reserviert; dann kann sich der Geschmack ganz unbeeinträchtigt und nachhaltig entfalten.
Der Tabak raucht sich, wenn man schön langsam raucht, sehr gut, nämlich kühl und trocken bis zum Schluss. Zu schnelles Ziehen oder zu festes Stopfen wird mit Virginia-Beißen und natürlich wie bei jedem Tabak mit Geschmacksverlust bestraft - aber im Fall dieser Mischung wiegt diese übliche Strafe schwerer als bei manch anderem Tabak, weil das Aroma hier eher zart ist und daher beim Heißrauchen sich durchaus der Eindruck einstellen kann, man rauche nur "heiße Luft." Bei kühlem Rauchen aber bleibt der Geschmack bis zum Schluss präsent.

Fazit:
Ein Tabak, der im besten Sinne des Wortes eindimensional ist und hält, was er verspricht: nämlich den Genuss eines einfachen, süßen, ganz leicht würzigen Virginia-Geschmacks bei guten bis sehr guten Raucheigenschaften. Mit seinem unprätentiösen und herrlich unaufdringlichen Geschmack ist er zu meinem derzeitigen Lieblingstabak gerade für die Morgenstunden geworden. Freilich ist auch vor allzu häufigem ausschließlichem Konsum zu warnen, da dann die positive Eindimensionalität durchaus in ihr negatives Pendant - nämlich Überdruss und Langeweile - umschlagen kann; schon im Wechselspiel mit nur zwei bis drei anderen Tabaken dürfte diesbezüglich jedoch keine Gefahr bestehen. Der einzige "Nachteil" der Mischung dürfte darin liegen, dass sie, weil sie eben recht dezent ist, den Latakia-gewohnten Zeitgenossen wohl zu fade sein wird. Schließlich ist noch zu betonen, dass dieser Tabak, wenn man ihn in der 200g-Dose kauft, nicht mehr als 9,625 DM ;-) für 50g kostet - meiner Meinung nach ein wirklich unschlagbares Preis- Leistungsverhältnis. Würde die bekanntlich nach oben offene Knasterskala bis 10 gehen, Sir John´s Broken Virginia bekäme von mir eine solide 8.

(03.05.2000)


Frank Nicolai

Dies kann kein "richtiges" Review werden, da ich von Ole nur eine Probe des Tabaks erhalten habe. Dem zum Trotze meine ich aber, der Tabak hat es verdient, dass ich ein paar Worte über ihn verliere.

Sir John's Broken Virginia trägt seinen Namen zu Recht. Etwa die Hälfte der Mixture ist als ready rubbed zu erkennen, der Rest ist luftig und recht kurz geschnittener VA. Die Farbe entspricht den Erwartungen: Braun von blond bis dunkel.
Beim Geruchstest kommen mir Zweifel, ob es sich wirklich um eine naturbelassene Mischung handelt. Ich ahne eine leichte, fruchtig anmutende Aromatisierung, die mit dem typischen VA-Geruch nach getrocknetem Heu harmoniert.
Das Stopfen geht problemlos vonstatten; man sollte nur darauf achten, dass die groben Anteile etwas zerteilt werden, zumal, wenn sie oben in den Pfeifenkopf kommen. Das macht das Anzünden etwas leichter. Wenn die Pfeife dann in Betrieb ist besteht kaum die Gefahr, dass sie wieder ausgeht. Der Tabak glimmt still und leise herunter bis zu einem kleinen Rest grauweißer Asche (in der je nach Zubereitung auch ein paar verkohlte Reste der Flakes zu finden sind).
Im Geschmack ist der Tabak "inkonsequent", anders vermag ich das nicht auszudrücken. Einerseits schmecke ich typischen VA-Geschmack (übrigens: mit Filter besser als beim Rauchen ohne) und andererseits spielt die Aromatisierung eine seltsame Rolle. Bei jedem Zug frage ich mich: ist das nun Natur oder Aroma, was ich erschmecke. Und ich werde mir nicht recht einig, ob ich das mag oder nicht. Ich lege mich fest: es ist Aromatisierung. Das Aroma passt jedoch für mich nicht so ganz zum Tabakgeschmack. Nicht, dass es übermäßig künstlich wirkt, aber es ist im Geschmack einfach nicht harmonisch genug in den Tabakgeschmack integriert.
Zumindest aber ist anzumerken, dass die mir nicht tabakecht vorkommende Süße bis zum Ende der Füllung vorhanden bleibt und das Raumaroma auch von Pfeifenrauch-Gegnern als angenehm empfunden wird.

Fazit:
Sir John's Broken Virginia ist ein schmackhafter Tabak, wenn man sich an die Aromatisierung gewöhnt hat und sie akzeptiert. Er schlägt den Bogen vom reinen VA zu den Aromaten.
Da das Abbrandverhalten gut ist, der Tabak kühl und ruhig abbrennt und keine große Aufmerksamkeit verlangt, könnte man ihn als anfängerfreundlich einstufen. Ich würde ihn zu den leichten Tabaken zählen.
Vergleiche mit anderen Tabaken sind mir nicht möglich; am ehesten vielleicht noch in der Aromatisierung mit dem Montgolfiere aus dem gleichen Hause (wobei die bei jenem weitaus stärker ausgeprägt ist).

(11.10.2000)


Ingo Gebert

Der Tabak wird im John Aylesbury-Katalog wie folgt beschrieben: "Drei verschieden helle Virgina-Tabake in unterschiedlichen Schnittbreiten bilden die Grundlage dieser milden, ausgewogenen dänischen Mischung. Ein Tabak, angenehm im Duft, mit dezentem Honig-Aroma."
Aus der geöffneten Dose schauen einen Flakestücke unterschiedlicher Schnittbreite an, das ist schon richtig, aber vom gesamten Erscheinungsbild her würde ich den Tabak durchaus als einen fertig zerteilten Flake bezeichnen. Die Geruchsprobe vermittelt Virginasüße gepaart mit einem Honigaroma. Dabei kommt mir das Honigaroma auch nicht allzu künstlich vor, so wie man es haben kann, wenn man einen "No-Name- Honig" aus dem Supermarkt um die Ecke kauft und daran schnuppert.
Der Tabak lässt sich ohne weitere Vorbereitung in die Pfeife einbringen, und das Brandverhalten (Anzünden und Abbrand) ist auch ganz in Ordnung. Die ersten Zügen halten das, was such die Geruchsprobe versprochen hat. Die Süße des Virginias gepaart mit dem Honigaroma ergibt ein in sich geschlossenes Geschmacksbild.
Der Virginia ist keiner von der leichteren Sorte, ein gewisse Würze ist durchaus vorhanden, also Tabak kann durchaus herausgeschmeckt werden. Der Tabak behält seinen Geschmack fast bis zum Ende der Füllung bei, ohne das man ihm allzu große Aufmerksamkeit schenken oder ihn allzu behutsam rauchen muss. Somit hat der Tabak für mich die besten Voraussetzungen,, zu einem guten Allday-Smoke zu werden.

Fazit:
Daumen rauf, ein gut schmeckender und in der Handhabung unkomplizierter Tabak...

(22.04.2002)

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