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Skippers Flake

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DTM Skippers Flake

(Pfeifentabak)

Markenname:DTM
Hersteller:DTM
Mischung:Virginia
Schnittbreite:Flake
Typ:naturbelassen
Stärke:stark
Verpackung:50 Gramm Runddose
Preis:8,69 Euro

Frank Nicolai

Da es sich beim Skipper's Flake um einen neuen Tabak handelt, möchte ich vorweg die Beschreibung aus dem DP-Katalog zitieren: "Deftig und kräftig im Geschmack ist [...] unser neuer Flake, und dabei doch so angenehm mild und sanft. Eine Mischung erlesener Old Belt Virginia Grades, über Tage gepresst und danach bis zur vollen Reife gelagert. Vollmundig, mit angenehmer Süße [...]"

Als ich diese Beschreibung las, sah ich vor meinem inneren Auge einen recht dunkel gefärbten Flake (so wie der Marlin Flake); beim Öffnen der Dose erblickte ich jedoch einen relativ blonden Tabak (eher an den Veermaster oder No Name Gold erinnernd). Der Flake ist in recht dünne Scheiben geschnitten (ca. 1mm), jedoch kompakt. Das Aufrubben ist nicht schwer; er zerfällt aber nicht bei der ersten Berührung. Mir kommt er recht feucht vor; so, dass ich Bedenken hatte, ihn in Gang zu setzen. Aber er belehrte mich eines Besseren. Knick-Falt-Stopf und angezündet!

Einen Geschmack wie diesen habe ich bisher noch nicht kennengelernt. Für mich sind VA-Flakes immer mit einer gewissen Süße verbunden, dieser hier kommt dagegen recht herb daher. Schon beim Schnuppern an der Dose fällt auf, dass der Geruch weniger süß ist, als man es ob der Farbe vermuten würde. Eher würde ich den Geruch als leicht säuerlich charakterisieren; ähnlich wie man es von den Mc Clelland-Tabaken kennt - ohne jedoch abstoßend essigsauer zu sein. Neben der leichten Säure vernehme ich den typischen Heugeruch eines guten Virginias. Das Wasser läuft mir im Munde zusammen. Wenn der Tabak dann einige Minuten brennt, entwickelt sich eine wunderbar runde Geschmacksvielfalt. Das Herbe, das anfangs überwiegt, weicht einer vollmundigen Rauchigkeit, bei der von der Säure nichts mehr zu vernehmen ist. Langsam entwickelt sich so etwas wie eine rauchige Bitterkeit, die von einem leicht süßen Unterton in Schach gehalten wird. Er ist erstaunlich zungenmild, trotz seiner Stärke. Das gilt auch beim Rauchen ohne Filter; obwohl er mir mit besser gefällt.

Der Tabak brennt sehr trocken und kühl ab. Da er sehr kräftig ist, viel kräftiger als man anfangs wahrhaben will, genügen nur geringe Züge, um mundfüllend zu genießen. So kommt es, dass eine Scheibe Skipper's Flake etwas mehr als eine Stunde Rauchgenuss pur bietet. Und man sollte den Tabak auch langsam rauchen, denn mir scheint, hier wurde an Nikotingehalt nicht gespart. Ein paar zu hastige Züge und Du hast das Gefühl, als würde Dein Stuhl wackeln :-)

Wenn man regelmäßig die Asche etwas niederdrückt, so dass das Glutbett damit bedeckt bleibt, brennt er kondensatfrei bin zum Pfeifenboden durch. Übrig bleibt ein wenig grau-weiße Asche.

Fazit:
Hier ist Dan Pipe (DTM) ein großer Wurf gelungen! Dieser Tabak hat es nach wenigen Füllungen in meiner Bestenliste ganz nach oben geschafft. Skipper's Flake ist sicherlich aufgrund seines Nikotingehaltes kein Tabak für Anfänger und auch kein All-Day-Smoke; aber abendlich zu einem Glas Rotwein ein täglicher Höhepunkt.

Abschließend noch der Hinweis, dass man beim Kauf der 250g-Packung 17 DM spart - also den Preis für eine ganze Dose.

Erhältlich ist Skipper's Flake nur bei Dan Pipe und Timm (Hamburg) http://www.danpipe.de

(20.10.2000)


Björn Hollensteiner

Ich bin seit einiger Zeit ein Liebhaber der reinen und volleren Virginiaflakes und -Plugs, sowie der Virginia/ Perique - Richtung, wie sie früher gerne und häufig geraucht wurden. Leider gibt, vielleicht sollte ich nun sagen gab, es bis dato nach dem großen Aussterben dieser Tabake in Deutschland im Zuge der Filter- und Aromawelle der 70er und 80er Jahre kaum noch diese Perlen der Tabakveredelung, weil das Gros der Pfeifenraucher der meiner Meinung nach irrigen Meinung ist, diese Tabak seien herb oder hätten eine schlechte Raumnote. Zu diesem Thema könnte ich viel schreiben, das an diese Stelle aber nicht hingehört.

Nur noch wenige Hersteller stellten in den letzten Jahren für ein immer weniger werdende Kundschaft volle Virginiaflakes her, ich möchte sogar behaupten, dass der traditionelle "full" Virginiatabak in Deutschland gar nicht mehr hergestellt wird. Überlebt haben diese Tabake im traditionellen Pfeifenraucherland England, wo man gottseidank gerne an alten, tradierten Dingen festhält.

Nun jedoch stellt uns Dan Pipe, die nach ihrer Gründung in den 70ern noch versuchte, diesem Trend entgegenzuwirken, später aber auf der Welle mitschwamm, einen neuen Tabak vor, der ausdrücklich nicht "extra-leicht" und "extra-zungenmild" sein soll. Ein mutiges Unterfangen, welches meiner Meinung nach große Beachtung verdient.

Der "Skipper's Flake" ist ein reiner und kräftiger Virginiaflake, der in tagelanger Pressung heranreift. Die verwendeten Tabaksorten scheinen von hoher Qualität zu sein, denn offenbar kommt der Flake ohne irgendwelche Süße-Verstärker aus. Interessanterweise ist der Flake sehr hell, fast mittelbraun, was ihn von den dunkleren Virgina-Flakes und -Plugs von Samuel Gawith unterscheidet. Möglicherweise verzichtet Dan Pipe auf die von Gawith verwendete Pressung unter Beigabe von heißem Dampf, welcher die Nachfermentation beschleunigt.

Der Flake ist eher mittelfest, er lässt sich einfach in die Pfeife einfüllen und entzünden. Langsam geraucht entwickelt sich ein würziges, volles und leicht süßes Virginiaaroma, welches mich auf Anhieb begeisterte. Geschmacklich liegt dieser Tabak auf einer Ebene wie die Gawiths, ohne ihnen jedoch zu gleichen. Er hat einen eigenen Charakter und ich empfinde es als Erlebnis, diesen zu erforschen. Die Kondensatbildung ist eher gering und der Abbrand gut zu kontrollieren. Ich empfehle eher weitere, nicht zu hohe Kopfbohrungen, darin entfaltet er sich am besten.

Die Stärke ist medium bis full, der Nikotingehalt lässt sich nicht verleugnen. Eine Füllung "sättigt" schon für einige Zeit.

Fazit:
Ein großer, neuer Tabak, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Jeder, der einmal mit den "alten" Tabaken Bekanntschaft machen will, ist mit dem Skipper's Flake aufs Beste bedient. Dan Pipe ist in meiner Achtung, seit ich den Skipper's kenne, noch mehr gestiegen, und wenn ich als Multiplikator für den Absatz wirken kann, so würde mich das sehr freuen.

(10.11.2000)


Wolf-Rüdiger Jürgens

Der Skipper's Flake ist ein reiner Virginia-Flake der aus vollreifen Old Belt Virginia hergestellt wird. Als Old Belt bezeichnet man die Region North Carolina und Virginia. Dort existieren die ältesten und berühmtesten Virginia Farmen der Neuen Welt. (Jamestown) Viel Pfeifen-Tabake sind auf der Grundlage eines Old Belt VA aufgebaut, z.b Caledonian, Rattray's.

Der Skipper's ist von der Beschaffenheit ein typischer DTM Flake, viele der DTM Flake's haben die gleiche Konsistenz und ähnliche Eigenschaften. Gemeinsam ist ihnen dass sie sich sehr leicht aufrubben lassen, und dass sie recht wenig Feuchte besitzen. Auch scheinen sie keiner so starken Dampf/Hitze/Gewicht Nachbehandlung ausgesetzt zu werden wie die Rattray's oder die Samuel Gawith Flakes.

Skipper's liegt recht "unordentlich" in der 50gr. Dose, ähnlich dem Marlin Flake, einfach nur geschnittene Flakescheiben übereinandergelegt. Der Nachteil ist das man die einzelnen Flakescheiben sehr schwer voneinander trennen kann. Nun gut reißt man sich eben von der Seite eine Portion Tabak ab.

Der Geruch des Skipper's ist typisch Virginia so wie ich ihn kenne und schätze, heuig, leicht stechend in der Nase und irgendwie rein, würzig, tabakig. So sollte es ja auch sein bei einem reinem Virginia. Andere DTM VA's riechen teilweise strenger/saurer (Tordenskjold Virginia Slices) oder auch leicht aromatisiert (TD No.14 Navy Cut). Skipper's ist leicht zu stopfen, je nach Pfeifengröße forme ich aus dem Tabak durch Rollen und Pressen zwischen den Handflächen entweder eine Kugel oder einen Pfropfen (bei höheren Köpfen). Dann lasse ich dieses "Gebilde" in die Pfeife rutschen, wenn das problemlos gelingt hat der Tabak die richtige Festigkeit, so ist jedenfalls mein aktueller Experimentierstand beim Stopfen von Flakes es hat sich bei mir bewährt. Leichtes Auflockern/Verteilen und Glätten des Tabaks und schon kann es Losgehen. Der Skipper's lässt sich leicht entzünden, nach 2-3 Hölzern ist die Oberfläche gleichmäßig unter Feuer. Ich schmecke am Anfang sofort den scharfen Tabak, das verliert sich aber nach ein paar Zügen und die Schärfe weicht einem süßen, weichen Geschmack der sehr wohltuend von meiner Zunge wahrgenommen wird. Bei Pfeifen ohne Filter prickelt es auch ein wenig bei den ersten Zügen auf der Zunge, dieses Prickeln verschwindet jedoch sehr schnell.

Skipper's glimmt problemlos bis auf feine Asche herunter. Die Pfeife wird dabei nicht mehr als handwarm. Der Geschmack bleibt bis zum Ende konstant, wird ab der Mitte noch weicher und etwas dunkler. Zum Geschmack des Skipper's noch folgendes, er ähnelt dem Kendal Plug ohne jedoch dessen Würze zu erreichen. Raucht man ihn aber etwas heißer nimmt er den Geschmack einer guten Virgina-Zigarette an. Er wird dann bissiger und kräftiger. Hält man ihn jedoch in der Nähe der optimalen Temperatur ist der Skipper's kein Zungenbeißer, eher ein Zungenschmeichler. Der Nikotingehalt ist recht hoch, doch bei wiederholtem Rauchen stellte sich bei mir schnell eine gewisse Gewöhnung ein. Bei der ersten Füllung wurde mir noch schwummrig, nun nach deutlich mehr als 100gr. habe ich mich anscheinend an das Nikotin gewöhnt.

Ich rauche den Skipper's gern Abends in Ruhe beim Lesen oder Programmieren von kniffligen Sachen. So bereitet er mir den meisten Genuss und inspiriert zugleich. Er ist IMHO nichts für zwischendurch. Meistens verwendende ich typische Flake-Pfeifen wie Pfannen/Pot oder Kugelformen. Mit Filter oder ohne ist beim Skipper's eine Frage der Gewohnheit, mir schmeckt er in beiden Varianten. Kondensat erzeugt er kaum. Der bei filterlosen Pfeifen bei mir immer in Reichweite liegende Reiniger kommt jedenfalls kaum zum Einsatz. Die Raumnote ist rauchig, mehr an Zigaretten denn an Pfeife erinnernd, laut Aussage meiner Familie.

Fazit:
Mit dem Skipper's ist der DTM ein guter Flake gelungen der alle meine Erwartungen an einen Virginia Flake erfüllt. Er reiht sich würdig in die Reihe meiner Lieblings-VA (SG Best Brown Flake, PH Crue No.2 , G&H Kendal Plug, Orlik Golden Slices, Marlin Flake, Hal O' the Wynd, DTM Sailor's Flake usw, usf ) ein. Wo er sich einreihen wird, darüber bin ich mir noch ein wenig im Unklaren ;-)

(13.12.2000)


Adrian Schmidtke

Den Skipper's habe ich bis vor einem guten Jahr wirklich sehr gerne geraucht. In meinen Kurzbeschreibungen findet sich aus dem Frühjahr 2001 die Notiz: "recht kräftiger, sehr vollmundiger VA-Flake. Könnte durchaus mit dem Best Brown konkurrieren."

Im Dezember 2001 bestellte ich mir erneut zwei Dosen - und hätte sie am liebsten gleich wieder zurückgeschickt. Ein ekliges, klebriges Aprikosenaroma überdeckte den gesamten Tabakgeschmack, der Abbrand war schwierig, nass und das Zeug roch nach verbranntem Heu. Was war nur passiert? Ich weiss es bis heute nicht. Die ungeöffnete der beiden ansonsten identischen Dosen habe ich in's Regal gelegt, wo Sie nun exakt ein Jahr gelegen hat. Als ich sie kürzlich öffnete, traute ich meinem Wahrnehmungsvermögen nicht. Was war passiert? Das Aprikosenaroma war zwar immer noch da, verflog aber innerhalb weniger Minuten. Der Tabak war im Rauch süß und ungeheuer mild und rund, fast ein wenig ZU rund, um nicht zu sagen: langweilig.

Ich war ratlos und beschloss, zum Jahresabschluss einen kleinen Blindtest zu veranstalten, dessen Ergebnisse nun vorliegen. Alle drei Tester sind nach meiner Auffassung sehr nah an meine Eindrücke herangekommen; einer hat den Tabak sogar beim Namen genannt. An dieser Stelle sei allen dreien herzlich für ihre Mühen gedankt!

(23.12.2002)


Wolf-Rüdiger Jürgens

(Blindtest)

Aussehen:
Der Tabak kommt als ready rubbed. Er hat ca. 2mm Schnittbreite. Die Farbe ist mittelbraun mit vereinzelten Fasern in ocker. Die Feuchte ist ok und eher auf der trockenen Seite.

Geruch:
Der Geruch ist nicht besonders auffällig, keine heuigen VA Aromen auszumachen. Aber auch keinerlei Aromatisierung. Leicht erdig.

Stopfen und Anzünden:
Er läßt sich kinderleicht Stopfen, einfach ein wenig Tabak zwischen Daumen und Zeigefinger und ab in die Pfeife, leicht angedrückt uns schon kann er entzündet werden. 2 Hölzer später glimmt die Oberfläche gleichmäßig.

Geschmack:
Der erste Eindruck offenbart erstmal nichts Aussergewöhnliches. Reiner Tabakgeschmack mit einer leichten Würze die mich unwillkürlich an Liebstöckel denken läßt im Hintergrund. Im weiteren Verlauf des Rauchopfers legt der Geschmack zu. Er wird kräftiger und die anfangs kaum erkennbare Süße nimmt zu. Die Süße wird aber vom leicht bitter-würzigem Tabakgeschmack im Zaum gehalten und kann sich nicht in den Vordergrund schieben. Aus dieser Eigenschaft und meinen Erfahrungen mit dänischen VA's schließe ich erstmal einen dänischen VA aus und tendiere eher in Richtung VA aus den bekannten englischen Häusern. Der von mir als medium empfundene Nikotingehalt festigt meinen Eindruck. Auf der Zunge ist ein leichtes Prickeln ständig präsent.

Abbrand/Raumnote:
Der Abbrand ist tadellos, der Tabak raucht sich problemlos bis auf Asche und ein paar angekohlte Strünke runter. Die Raumnote ist tabakecht ohne Auffälligkeiten.

Fazit:
Ein guter VA der einen reinen Tabakgeschmack präsentiert ohne echte Höhepunkte aber auch ohne Schwächen.

(23.12.2002)


Eugen Marmann

(Blindtest)

Blatt: hell- bis dunkelbraunes Blatt mit starker Rispe. Läßt auf ein relativ großes Blatt schließen.

Verarbeitung: Vermutliche Lagerung in der Presse für zwei Wochen. Reifung vermutlich außerhalb der Presse.

Stopfung: Der Tabak lässt sich leicht auflockern und zerfällt schon fast bei der Entnahme. Er kann normal gestopft werden.

Abbrand: Der Tabak brennt ohne Schwierigkeiten an und gleichmäßig ab. Es bildet sich graue pulvrige Asche.

Geschmack: Der Geschmack ist eher leicht, was auf einen mittleren Nikotingehalt schließen lässt. Im Nachklang ist der Tabak leicht säuerlich. Die Gesamtnote hinterlässt einen fruchtig säuerlichen Eindruck. Trotzdem macht. Der Tabak einen natürlichen Eindruck. Ich würde sagen, er ist tabakecht und nicht aromatisiert.

Eindruck: Aufgrund der beschriebenen Geschmacksnote würde ich sagen, dass es sich um einen naturbelassenen Virginia handelt, der unter Druck zum Flake gepresst wurde, aber nicht unter Druck reifte. Meiner Ansicht nach: ein leichter Virginaflake, der vom Geschmack und Handhabung her für den Anfänger geeignet ist.

(23.12.2002)


Sascha Schur

(Blindtest)

So, da liegt das Probetütchen also vor mir. "Noch nie ein Review selbst geschrieben und als Erstes gleich ein Blindtest, na Prost Mahlzeit!", denke ich mir. Aber wohlan! Der Tabak liegt vor mir als eine Art Ready Rubbed, vielleicht war er mal ein Flake und hat nur auf dem Postweg gelitten. Das Farbspektrum ist von mittelbraunen Tabakfasern bis zu (fast) blonden Streifen ausgedehnt, aber ein heller Gesamteindruck überwiegt. Black Cavendish sucht man vergeblich, ebenso wie Orient oder Anderes. Augenscheinlich also nur Virginia. Der Tabak fühlt sich nicht sehr feucht an aber auch nicht zu trocken, IMHO genau richtig konditioniert. Nun die Nase; Ich schütte den Tabak aus dem Tütchen und breite ihn vor mir aus. Ein würziger Duft nach Tabak und ja beinahe "Heu" will sich mir aufdrängen. Ein Aromat scheints nicht zu sein. Nochmal den Riecher tief in den Tabak vergraben. Jetzt rieche ich anfangs so etwas wie Sonnenblumenkernbrot und dann... Ja da ist es, - "Trockenobst!". Nicht sehr penetrant aber doch sehr klar ein Duft nach Dörrobst: Äpfel, Aprikosen, Pflaumen etc.. Trotzdem scheint mir keine Aromatisierung oder Casing vorzuliegen. Mir schleicht sich der Verdacht ein, diesen Geruch schon einmal wahrgenommen zu haben. Nicht unangenehm Süßes oder penetrantes aber eben dieses Trockenobst-Aroma ist da.

Das Stopfen geht problemlos, ich habe zum Testen eine Stanwell #11 mit Stanwell Aktivkohlefilter benutzt (hat bisher nur VA´s gesehen).

Anzünden - auch ohne Schwierigkeiten, er brennt sauber an und glimmt später auch sehr gleichmäßig bis zum Ende durch. Gelegentlich mal vorsichtig nachstopfen aber ansonsten verlangt der Tabak wenig übertriebene Aufmerksamkeit beim Rauchen.

Ach ja der Geschmack! Auch hier merke ich zu Anfang diesen leicht "grünen" Geschmack nach Heu oder Gras. Keineswegs im negativen Sinne sondern diese leicht strohigen Anklänge die man bei Va´s öfter findet. Dieser Eindruck legt sich aber schnell und ich schmecke angenehm tabakechten Rauch mit einer gaaanz leichten Hintergrundwürze und auch Süße. Vom Trockenobstaroma finde ich nun nicht mehr sehr viel wieder. Scheinbar ist da wirklich nur Virginia. Auch zum Ende hin sind keine stärkeren Abweichungen von diesem Geschmackseindruck zu verzeichnen. Ein angenehmer Geschmack, durchaus, aber eben ohne nennenswerte Höhen oder Tiefen. Übrig bleibt ganz plötzlich nur noch graue Asche, ein sauberer Abbrand. Die Kondensatentwicklung war bei mir minimalst, selbst bei bewußtem Heißrauchen oder Wiederanzünden muckte der Tabak nicht sonderlich rum. Heißrauchen bestrafte er mit einem leicht brandigem Geschmack in dem wieder das "Heu"auftaucht. Nikotinmässig und die Stärke würde ich als Medium einstufen mit durchaus anregenden Eigenschaften - Potential hat er also ohne weiteres.

Nach 3,5 Füllungen ist ein Urteil natürlich schwer aber das ist eben die crux beim Blindreview ;-))

Es ist meines Erachtens ein sehr ordentlicher Tabak, gut gemacht aber eben ohne Besonderheiten. Er ist lecker und sicherlich auch als All-day Smoke zu gebrauchen, wobei ich ihn auf die Dauer zu langweilig finden würde. Tja was könnte das nun sein? Da muss ich mich doch arg weit aus dem Fenster lehnen um Vermutungen anstellen zu können um was es sich handeln könnte. Der Erste Eindruck von Tabakbild und Duft war bei mir: Skippers! Inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, Richmond Navy Cut hatte bei mir damals ähnliche Anklänge erweckt. Auch auf die Gefahrt hin völlig daneben zu liegen - Es ist Skippers oder der Richmond. (Gewagt, gewagt denke ich mir gerade.)

(23.12.2002)


Ingo Gebert

"Wind und Wetter haben das Gesicht dieses alten Skipper's gezeichnet, und doch strahlt er Ruhe und Sanftheit aus. Deftig und kräftig im Geschmack ist auch dieser Flake, und dabei doch so weich und sanft. Eine Mischung erlesener Old Belt Virginia Grades, über Tage gepresst und danach bis zur vollen Reife gelagert. Vollmundig mit angenehmer Süße – ein Gaumensachmaus für alle, die es kräftig lieben und unter den angebotenen Flakes vergeblich danach suchen."

Von seinem äußern Erscheinungsbild kommt der Skipper's in einem dunkleren Braunton daher, der Geruch ist tabakecht, versehen mit einer dezenten Virginasüße, auch ist der Feuchtigkeitsgehalt in Ordnung, nicht zu feucht und auch nicht zu trocken. Die einzelnen Tabakfasern lassen sich ohne große Mühe von dem Flakestreifen abzieg´hen und in die Pfeife einbringen. Beim Anzünden zeigt sich der Skipper's doch etwas widerspenstig, aber einmal in Brand gesetzt, glimmt er gutmütig vor sich hin. Während der ersten Züge kann ich vornehmlich die Süße des Virginias erschmecken, danach entwickelt der Skipper's doch einen guten Teil mehr an Stärke und natürlicher Würze, trotz alledem ist er zungenfreundlich, ich habe das Kraut nur aus Pfeifen ohne Filter geraucht und zu keinem Zeitpunkt fühlte sich meine empfindlich Zunge malträtiert. Der Skipper's ist wirklich ein ausgezeichneter Tabak der alten Virginamachart, und für mich persönlich eine lohnenswerte Neuentdeckung

Fazit:
Daumen hoch, der Tabak hat mir so zugesagt, dass ich die 250 g –Triebtäterpackung nachgeordert habe.

(06.01.2005)


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