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Germain & son Special Latakia Flake
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Germains (Jersey) (Import A. Schmidt, Berlin) |
| Mischung: | Virginia , Latakia (30 %) |
| Schnittbreite: | Flake 90 x 50 x 3 mm |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 50 g Rechteckdose |
| Preis: | 8,10 Euro |
Manfred Arenz
Ende 2002 hat der Importeur Schmidt (Berlin) 3 neue Flakes der Firma Germains aus Jersey (http://www.jfgermain.co.je) importiert.
Beschnuppern konnte ich sie bereite beim Treffen im November in Wetzlar.
Die Rechteckdosen sind alle mit dem gleichen Etikett versehen, darauf ist dann der jeweilige Name des Tabaks aufgedruckt.
Der Flake in meiner Dose war recht locker gepreßt, und fiel beim Rausnehmen fast auseinander. Da dies bei anderen daftlern nicht der Fall war, kann man von einer Ausnahme ausgehen.
Gepreßt wurden die Virginia und Latakiatabake getrennt aufeinander, die Flakescheibe besteht aus einem schwarzen Kern mit braunen Streifen am Rand.
Meine Mischung war nach dem Öffnen der Dose noch recht feucht, das Wachspapier um den Flakebloch schon etwas verfärbt. Der Geruch aus der Dose wird vom Latakia bestimmt, ein dezent heuiger Geruch nach Virginia ist nur zu Erahnen. Der Tabak könnte auch eine geringe Spur Casing abbekommen haben, es ist eine Spur Fruchtextrakt zu bemerken.
Durch die relativ breiten Fasern und die geschmeidige Konsistenz läßt sich der Flake problemlos zu einem Zyllinder rollen und ganz leicht in die Brennkammer plazieren. Es krümeln genügend Tabakfasern ab, um obenauf der Füllung das Anbrennen zu erleichtern.
Dennoch brauchte ich meist 3 bis 5 Zündungen, bis der Flake anbrannte. Danach glomm der Tabak sehr langsam und kühl ab, auch wenn er 1 bis 2 mal ausging.
Im Geschmack wird der Special Latakia von einer leicht teerigen Note getragen, ergänzt durch dezent säuerlichen, runden Virginiageschmack. Dieses Verhältnis gleicht sich mit zunehmender Brenndauer einander an.
Der Flake brennt sauber ab, Kondensat entsteht beim Rauchen kaum.
Fazit:
Ein mittelstarker Engländer, eine der wenigen Latakiaflakes auf dem Markt.
Rund im Geschmack, mit genug pfeffriger Würze, dennoch vom Geschmack her gut für Einsteiger in die
englische Richtung geeignet. Empfehlenswert !
(25.12.2002)
Björn Hollensteiner
Die große Hitze dieses Sommers ist erst einmal vorüber. So schön das warme Wetter in jeder anderen Hinsicht auch ist, Pfeifen schmecken mir in der Wärme eher nicht so gut. Eine interessante Frage ist, ob darin der Grund zu suchen ist, daß das Pfeiferauchen in südlichen Ländern weniger verbreitet ist, als in kühleren Gefilden. Aber das führt an dieser Stelle zu weit. Grundsätzlich kann man jedenfalls sagen, daß der Genuß von Latakia-Mischungen zumeist in kühlen Jahreszeiten ausgeprägter ist, als in den warmen.
Nachdem ich seit einiger Zeit den Dannebrog als leichten Alltagstabak für mich entdeckt habe, fand ich auch wieder einen Draht zur Königin Latakia. Und passend zum derzeitigen angenehmen Frühherbstwetter stolperte ich kürzlich bei Bilkenroth in Haltern über die Flakes von J.F. Germain. Dabei der Special Latakia Flake, der mir von Herrn Bilkenroth als kräftig rauchigen und fülligen Abendtabak empfohlen wurde.
Dem ist unumwunden zuzustimmen. Beim Öffnen der Dose entströmt dieser ein Geruch, der dem Begriff Würzigkeit von Pfeifentabak eine neue Dimension verleiht. Man könnte vielleicht von einer kräftig teerigen Note sprechen, auch Hanfduft und eine untergründige Süße mischt sich darunter. Man fühlt sich ein wenig an den Discovery Flake von DTM erinnert, den ich aber schon lange nicht mehr geraucht habe. Nach der Erinnerung ist dieser Flake allerdings noch etwas dunkler und noch mehr vom Latakia geprägt.
Der Special Latakia Flake ist in hellem Ölpapier eingewickelt, welches von den Tabakölen an einigen Stellen bräunlich durchtränkt ist. Der Flake selbst ist zweifarbig, helle Streifen werden von tiefdunklen Latakianteilen kontrastiert. Der Tabak ist beim ersten Öffnen ziemlich feucht.
Da von festen Flakescheiben eigentlich keine Rede sein kann, verwandelt sich der Tabak beim Entnehmen aus der Dose in einzelne Ready-Rubbed Fasern, welche in dieser Form in die Pfeife eingefüllt werden können. Ich bin noch beim Experimentieren, in welcher Pfeife er sein Aroma am Besten entfaltet, bisher gefällt er mir in einer Chimmney-Billiard mit 21 mm - Bohrung von Cavicchi, die etwa zu 2/3 gefüllt wird, am meisten.
Das Entzünden gestaltet sich leicht, der Tabak glimmt nach 2-3 Mal anfeuern problemlos. Der Rauchduft entspricht allen Erwartungen, die man an einen solchen Flake haben dürfte. Würzig, teerig und untermalt von einer feinen Virginiasüße hat man den Eindruck eines "echten" Seemannstabaks. Beim Genuß des Tabaks beginne ich mich ein wenig auf den Winter zu freuen, an dessen kalten Tagen dieser Tabak dem Raucher eine besondere Wärme vermitteln dürfte. Den Charakter eines Abendtabaks erlangt dieser Flake auch durch seinen ausgesprochen langsamen Abbrand. Von der Stärke her ist der Tabak im Mittelfeld anzusiedeln, ich bin wie immer erstaunt, wie wenig Latakiatabake zum heißrauchen tendieren.
Fazit:
Ein neuer, leckerer Latakiaflake, den ich jedem empfehlen kann, der dieser Tabakrichtung nicht völlig abgeneigt ist. Sicherlich nichts für alle Tage und jede Gesellschaft, aber einen Versuch in jedem Fall wert.
(24.08.2003)
Frank Nicolai
Zu dieser Spezialität wurde schon einiges gesagt und geschrieben. Trotzdem möcht ich meine 2 Cent noch hinzufügen:
Der Flake (kann man diese merkwürdig dünnen und klebrigen Scheiben noch als Flake bezeichnen?) ist unglaublich feucht. Und das gab sich nicht obwohl die Dose gut und gern fast ein Jahr geöffnet war. Das Ölpapier war wie durchsuppt mit brauner Soße und die Dose begann innen zu rosten.
Bei mir hat der Tabak deshalb auch einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen: er ist kein richtiger Engländer aber auch kein VA-Flake mehr. Irgendetwas dazwischen. Zum Engländer fehlte der Orient und das Fingerspitzengefühl beim Einsatz von Latakia. Mir kommt der Latakia-Anteil einfach zu hoch vor. Nein, das ist nicht richtig. Die Verbindung zwischen VA und Latakia ist nicht ganz gelungen; das Verhältnis nicht ausgewogen genug. Der Latakia kommt wie eine Keule daher, wie ein Rugby-Stürmer der die subtilen Geschmäcker des VA einfach umrennt. Hier wäre weniger mehr gewesen. Es kommt mir so vor, als wären die beiden Tabake keine Allianz miteinander eingegangen sondern Feinde. Mal überwiegt der wirklich sehr süße Virginia, dann wieder holt der Latakia den Hammer raus.
Zumal der Tabak aufgrund seiner großen Feuchtigkeit kaum zum gleichmäßigen Glimmen zu überreden war... Ich hab mir dann damit geholfen, den Tabak gaaaanz lose gerubbt in die Pfeife zu füllen.
Zwar war das Rauchvergnügen dann nur kurz, aber es war wenigsten eines. Wenn der Tabak nur ein bissel zu fest gestopft wird verstopft er die Pfeife und wird knochenhart im Pfeifenkopf. Hier hilft nur eine Noträumung, denn das, was da so hart und schwarz in der Pfeife steckt, schmeckt auch nicht mehr.
Leider habe ich den Lose-Stopf-Trick erst ziemlich zum Ende "erfunden". Insofern waren die ersten Füllungen eher Qual denn Genuß und trüben mein Bild vom Tabak. Denn - ich gebe es zu - die letzten Versuche waren schon freundlicher - auch zur Zunge.
Fazit:
Nein, so ganz glücklich bin ich mit dem Germains Special Latakia Flake nicht geworden. Und das lag nicht an dem Räucher-Tabak. Der Discovery hat mehr davon und der schmeckt mir gut. Ja, der Discovery ist der einzige Tabak, der mir zum Vergleich einfällt. Doch ist er herber und viel rauchiger. Der Germains hat was... allerdings fehlt mir hier ein bissel das Subtile in der Mischung. Ich habe derzeit den Own Blend von Aylesbury offen - hier stimmt die Abstimmung zwischen Virginia und Latakia einfach besser.
Ob ich eine Empfehlung geben möchte? Ich weiss es nicht. Vielleicht für einen neugierigen Raucher, der auch mit komplizierten Tabaken klarkommt. Anfängern und Latakia-Neulingen sage ich eher: Finger weg.
(04.10.04)