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DTM St. Bernard Flake Tobacco
(Pfeifentabak)
| Markenname: | DTM |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virginia, Perique |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | floral |
| Stärke: | medium-stark |
| Verpackung: | 50 gr. Runddose |
| Preis: | 9,25 Euro (Juli 2011) |
Frank Nicolai
So wie die Kriswill-Tabake als Ersatz für die Capstans auf den Markt gebracht wurden, wurde der St. Bernard dem St. Bruno nachempfunden. Wie jener ist der Flake sehr dunkel und kräftig im Geruch. Allerdings ist die Aromatisierung ein wenig anders; ähnlich aber anders. Der St. Bruno ist herber und weniger fruchtig als der hier beschriebene und neue St. Bernard.
Im Pouch findet sich ein Stapel recht losen Flakes (sliced) der wunderbar herb-kräftig riecht. Dem beigemengt ist ein leicht sauer-fruchtiges Aroma, das meiner Meinung nach nicht allein dem Perique zuzusprechen ist. Der Tabak ist sehr feucht (etwas, das mir schon bei den neuen Kriwill-Flakes aufgefallen ist) und weist an einer trockneren Stelle helle, weiß-graue Flecken auf. Erst habe ich hier an Schimmel gedacht: unter der Lupe waren dann jedoch Kristalle zu erkennen so dass ich davon ausgehe, dass es sich um auskristallisierten Zucker handelt.
Leicht aufgerubbt läßt sich der Tabak jedoch gut entzünden und glimmt nach ein, zwei Nachzündungen ruhig bis zu einem Häufchen grauer, feiner Asche herunter.
Der Geschmack entspricht dem Geruch - allerdings ist die Säure, die der Geruch zeigt, im Rauch nicht so kräftig. Der Geschmack ist meiner Meinung nach etwas weniger herb als der St. Bruno, den ich nur nach dem Abendessen rauchte da er sehr stark war. Der St. Bernard kann jedoch schon nach dem Nachmittagskaffee genossen werden - er ist sehr kräftig, ohne jedoch übermäßig zu belasten (wenn man ein wenig nikotinresistent ist). Ich denke, Einsteiger in die Welt der VA/PE-Flakes sind mit dem Tabak mehr als überfordert und bekommen ein beklemmendes Gefühl im Hals. Er ist einer der kräftigsten Tabake, die in Deutschland hergestellt werden (selbst der Skippers scheint mir leichter zu sein).
Mir gefällt der Geschmack - während ich den St. Bruno immer in tageweisen Abständen rauchte, hat der Pouch nicht lang vorgehalten. Ich kann nicht genau erklären, woher die Fazination herrührt - manchmal - gerad zum Ende der Füllung hin - war ich froh, die Pfeife aufgeraucht zu haben. Und hab dann lang keine neue gestopft. (Jeder danach gerauchte Tabak kommt einem sowieso wie ultra-light vor.)Und doch habe ich jeden Tag zum St. Bernard gegriffen.
Zum Ende der Füllung hin wird das saure Aroma immer geringer und die kräftig-rauchigen Aromen gewinnen die Überhand. Und der Tabak wird dann wirklich stark. Es empfiehlt sich daher, nicht allzugroße Pfeifen zu benutzen.
Fazit:
Der St. Bernard ist kein Ersatz für den St. Bruno. Den habe ich zwar auch geraucht, er gehörte aber nicht zu meinen Lieblingen. Der St. Bernard könnte dazu gehören. Ich werde noch eine Pouch rauchen
müssen, um das zu entscheiden.
Der St. Bruno kam mir immer etwas muffig vor; der St. Bernard läßt genau das vermissen. Und das macht ihn für mich besser als sein Vorbild.
Wer den St. Bruno mochte wird den St. Bernard auch mögen. Sie sind sich ähnlich ohne gleich zu sein. Eine Empfehlung für alle, die keine Angst vor kräftigen, nikotinreichen Tabaken haben.
(11.08.04)
Adrian Schmidtke
Bei Tabak Nr. 3 handelt es sich um einen einheitlich dunkelbraunen Flake mit einigen mittelbraunen Einschlüssen. Der Tabak scheint gut und lange gelagert worden zu sein, auf seiner Oberfläche haben sich bereits Zuckerkristalle gebildet. Der Geruch ist Tabakecht, leicht süß und mit einer schwachen Pflaumennote, so dass ich auf eine VA-Perique Mischung tippen würde. Der Flake ist schon etwas zerfasert, dennoch von eher fester Konsistenz und fühlt sich leicht klebrig an. Er lässt sich für einen Flake aber immer noch gut aufbereiten und brennt mit leichten Startschwierigkeiten langsam und ruhig.
Das erste Drittel ist recht leicht und geschmacklich eher als "dunkel" zu bezeichnen. Auch hier ist ein leichtes Pflaumenaroma erschmeckbar, ohne dass sich dies in den Vordergrund drängt. Während des zweiten Drittels legt der Tabak etwas an Würze und Gehalt, aber auch an Süße zu. Ich bin mir nun ziemlich sicher, dass dieser Tabak Perique enthält. Im letzten Drittel legt der Tabak noch einmal an Gehalt und Würze zu, die Süße tritt in den Hintergrund und das Aroma des Perique (so denn welcher Vorhanden ist) kippt in's leicht säuerliche. Von der Stärke her überschreitet der Tabak "Medium" zu keinem Zeitpunkt.
Fazit:
Ein interessanter Flake, geschmacklich irgend wo zwischen den DdLNR und dem Marlin Flake, wobei weder die Würze, Kraft und geschmackliche Vollkommenheit des ersten, noch die Süße des zweiten erreicht werden. Unspektakulär aber insgesamt (noch) empfehlenswert.
(11.08.04)
Stephan Beeck
Geruch:
erdig, nussig, Zartbitter-Schokolade, leicht herb
Optik:
Auch der dritte Tabak dieses Blindtests scheint mir ein reiner Virginia-Flake zu sein.Er riecht nur wesentlich kräftiger als sein Kollege mit der Nummer 2. Der Flake ist aber wesentlich dunkler und zeigt nur ganz vereinzelt goldene Fleckchen. Ebenso kommt er in länglichen Scheiben daher.
Stopfen/Anzünden:
Wenn man den Tabak aufrubbelt, wie ich es getan habe ist man schnell erstaunt. Für einen Flake brennt der Tabak nahezu rasend schnell an und ist sehr unkompliziert.
Geschmack/Beurteilung:
Die herbe Note bekommt man schon beim Anzünden in der vollen Breitseite. Der Tabak schmeckt salzig, rauchig aber nicht aufdringlich oder so daß man sagen würde, es wäre zuviel des Guten.
Der Rauch ist ebenfalls sehr dick und "cremig" im Mund. Zunehmend wird die salzige Note stärker und unwillkürlich denkt man an die rauhe See und das Leben auf dem Meer.
Es ist ein hochwertiger Virginia, der IMHO lange gereift ist bis er so daher kommt. Das salzige verschwindet dann nach ca. 10 Minuten und dann bekommt er eine cremige, rauchige und würzige Note, die ich aber nicht näher beschreiben kann. Er erinnert mich entfernt an den Brown Irish Twist, den ich mal reviewt habe. Aber er ist bei weitem nicht so kräftig wie der BIT.
Der Tabak gibt sich naturbelassen und schmeckt keinerlei Aromatisierung. Alles scheint ausgewogen und natürlich zu sein. Zumehmend wird er kräftiger und auch stärker (Nikotin)
Die Nummer 3 ist ein Tabak, der dem Raucher schon ein wenig Routine abverlangt, will man ihn richtig rauchen. Dann bleibt er trocken im Abbrand und auch gleichmäßig.
Zurück bleibt nach kühlem Rauchen ein feines Häufchen Asche. Die Raumnote ist kräftig aber nicht unangenehm. Es riecht halt ein wenig würzig.
Fazit:
Für Virginia-Freunde ist dieser Tabak vielleicht sogar eine Offenbarung. Für mich aber nüchtern betrachtet zu eintönig und zu farblos. Der Tabak ist letztendlich ein wenig kräftiger aber nicht zu
stark.
Für mich als Anhänger der englischen oder seifigen Richtung ist er nichts halbes und kein Ganzes. Aber er ist ein ehrlicher und anständiger Virginia-Flake den ich nicht schlecht machen will. Für mich ist er nichts, aber wie gesagt, für andere vielleicht sogar "der" Flake.
(11.08.04)
Manuel Evertz
Es handelt sich um einen rotbraunen Flake mit schwarzen Einschlüssen. Teilweise hat sich etwas Zucker an den Rändern abgesetzt, der Vorfreude auf einen süsslichen Virginia hochkommen lässt. Eine
Aromatisierung des Tabaks ist nicht zu erschnüffeln aber er ist meiner Meinung nach mit einer kleinen Prise Perique gewürzt.. Ich habe den Tabak zusammengerollt in die Pfeife gedreht und die Lücken mit ein paar Bröseln aufgefüllt.
Der Tabak raucht sich sehr gut an und entwickelt von Anfang an einen kräftigen und fülligen Geschmack nach Virginia der besten Sorten. Da ist auch diese leichte Süsse die ich von guten Virginias kenne und die nie übertrieben aufträgt sondern nur begleitend mitschwingt. Gegen Mitte der Füllung legt der Tabak noch ein wenig an Geschmack und Stärke zu. Jetzt kommt auch eine leichte Würze zum Tragen, die dem Ganzen noch einen zusätzlichen Pfiff verleiht. Der Tabak steigert sich jetzt auch von Medium nach Stark und ist somit bestens als Begleiter zu einem kräftigerem Rotwein geeignet.
Ein grundehrlicher Virginia mit leichten Perique Anklängen der mich etwas an den alten Hal o the wynd erinnert. Ein Rauchkraut, das ich mir kaufen würde, wenn ich denn wüsste wie es heisst.
(11.08.04)
Jörg Frahnow
Auch dieser Tabak wurde mir als Flake angekündigt. Der Anlieferungszustand ging jedoch ebenfalls eher in Richtung Rubbed Raedy. Dafür bot sich aber ein fantastisches Farbspiel. Das Gesamtbild ein kräftiges dunkles Braun mit einzelnen sehr hellen Anteilen drin.
Der Duft war verhalten aber deutlich nach frischem Heu und auch hier glaubte ich wieder etwas Perique auszumachen.
Da anzünden ging problemlos und es entfaltet sich vom ersten Zug an ein kräftiger natursüsser aber dennoch rauchiger Virginiageschmack mit einer dezenten Aromatisierung die ich am ehesten einem Whisky zuschreiben würde. Im ganzen erinnerte mich dieser Tabak sehr stark an den Peterson Irish Whiskey. Sowohl von Geschmack wie auch in der stärke. Es ist schon ein Hammer und am frühen Morgen sollte man diesen Tabak meiden. Nach einem guten Essen jedoch am Ende eines erfüllten Tages jedoch sollte dieser Tabak wirklich Freude machen. Er ist trocken und ausgesprochen kühl zu rauchen, eckt mit einer verhaltenen Raumnote nirgendwo an und glimmt willig bis zum Ende zu einem Häufleine hellgrauer Asche. Geschmacklich bleibt er sehr konstant bis zum Ende.
Fazit:
Für Freunde von starken Tabaken, die zu alledem auch noch nach echtem Tabak schmecken sollen aber trotzalledem nichts gegen eine sanfte Aromatisierung einzuwenden haben, ist dieser Flake eine echte
Empfehlung.
(11.08.04)
Peter Aaron
Beim Öffnen der Dose strömt einem ein erdig herbstlicher und sehr stark an frisches Schwarzbrot erinnernder Duft entgegen, dabei vielleicht noch etwas leicht säuerlich und im Hintergrund ist ein leichter Duft von Zartbitterschokolade zu Erahnen, ein Duft der hier schon auf beste Virginiaqualitäten schließen lässt. Die schwarzbraunen Flakestränge liegen locker und schon ein wenig zerfasert in der Dose, der Flake ist oft etwas feucht und eine kurze „Belüftung“ tut ihm gut, ich rubble der St. Bernard immer ein wenig auf und lege die Flakestücke einfach nur in die Pfeife, ohne diese allzu fest Anzudrücken. Das Anzünden bereitet keine Probleme und ich benötigte nie mehr als zwei Hölzchen.
Nach dem Anzünden entfaltet sich sofort der cremig kräftige und am Anfang leicht salzige Virginia in seiner ganzen Stärke und man meint einen Hauch von Perique zu spüren, ein leicht schokoladiges Aroma begleitet den gesamten Rauchvorgang und eine sehr dezente und niemals vordergründige Süße bleibt bis zum Ende erhalten. Selten rauchte ich einen Flake der genauso schmeckt wie er einem aus der Dose entgegen duftet, wobei der St. Bernhard kein Leichtgewicht ist sondern ein sehr kräftiger und nikotinhaltiger Flake, der aber auf Grund seiner exzellenten Qualität und seiner vielen geschmacklichen Nuancen ein Raucherlebnis der besonderen Art für mich darstellet.
Ich empfehle den St. Bernard unbedingt allen Pfeifenrauchern, die ein besonderes Geschmackserlebnis mit einem grundehrlichen, vollmundigen und (sehr) kräftigen Virginiaflake suchen, ein Flake den ich auf Grund seiner phantastischen Würzigkeit und seiner, eigentlich immer wieder neuen aromatischen Offenbarungen bei jedem Rauchopfer, nicht mehr missen möchte.
Der St. Bernard ist eben ein Flake, den man besten Gewissens als – Tabak bezeichnen kann!
(19.12.2007)
Ralf Ruhenstroth
Ich glaube, dass sich viele deutsche Pfeifenraucher gar nicht darüber
bewusst sind, dass wir im eigenen Land wirklich mit einer Tabakvielfalt
gesegnet sind, um die uns andere beneiden. Und mit Dan Tobacco (DTM)
haben wir in Lauenburg im Norden der Bundesrepublik eine
Tabakmanufaktur, die einen internationalen Vergleich nicht zu scheuen
braucht. Insbesondere die verarbeiteten Tabake entsprechen höchsten
Qualitätsansprüchen, selbst die Hocharomaten aus diesem Haus verwandeln
sich selten, anders als bei anderen renommierten Herstellern, in sog
Rauchpappen.
Da ist es nur zu logisch, dass DTM auch für die Virginia-Fans einiges zu
bieten hat. In meinen Augen eine Glückseligkeit ist dabei vor allen
Dingen der „St. Bernard“, ein Flake, der zum einen zwar aromatisiert
scheint, zum anderen aber durch die Dreingabe von Perique so dermaßen
positiv aufgemotzt wurde, dass dem Genießer ein Geschmackserlebnis von
aller höchster Güte geboten wird. Herrliche dunkle Tabakscheiben
versprühen schon beim Öffnen der Dose einen dezent fruchtigen, aber
dennoch tabakechten Geruch. Das erinnert mich an Feigen, hinzu kommen
die natürlichen und typischen, qualitativ hochwertigen Virginiaaromen
und, vermutlich durch den Perique, meine ich eine leckere Würze
festzustellen.
In seiner Handhabung beim Stopfen ist dieser Tabak ein Kinderspiel, das
Anzünden sollte für niemanden ein Problem darstellen. Und richtig,
sofort zeigt sich der „St. Bernard“ als Zungenschmeichler. Vollmundig
und abgerundet bietet er eine leichte fruchtige Note an, gepaart mit
einem nicht zu süßen, dennoch lieblichen Virginia-Geschmack. Ich denke
schon, dass ordentlich Nikotin vorhanden ist, was aber auch durch den
Perique verursacht werden könnte. Ich bin kein besonders großer
Perique-Fan, weil er nach meinem Geschmack zumeist rotzfrech daher kommt
und für mich oftmals zu dominant wirkt. Aber genau das ist hier nicht
der Fall. Hier stimmt das Mischungsverhältnis bis aufs berühmte sog.
I-Tüpfelchen.
Das fruchtige Aroma schwindet mit fortschreitender Rauchdauer immer
mehr, was bleibt sind die ehrlichen Tabaknuancen, die man für gewöhnlich
als Freund der eher naturnahen Tabakrichtung bevorzugt. Ein bisschen
Obacht und Sorgfalt sollte man beim Rauchtempo schon walten lassen,
damit man sich nicht um die Geschmacksvielfalt dieses wunderbaren Flakes
bringt. Zurück bleibt, vorzugsweise in einem kleinen bis mittelgroßen
Pfeifenkopf, graue Asche, und im Raum hinterlässt der „St. Bernard“ zwar
einen deutlichen, aber nicht unangenehmen Geruch. Prädikat: Sehr
wertvoll, vor allen Dingen in den Sommermonaten!
(10.07.2011)